Nils Ketterer

Ich würde euch gern erzählen, dass ich immer schon Autor werden wollte. So wie andere Feuerwehrfrau werden wollten, zum Beispiel, mit einem Traum und so. Leider stimmt das nicht. Ich wollte immer nur laufen und brennen und an verregneten Mittwochen am Fenster liegen. "Was machst du eigentlich?", ist die allerschlimmste Frage für mich. Denn die Wahrheit ist: ich habe keine Ahnung, was ich mache. Ich habe das noch nie gewusst. Ich wusste immer nur, dass ich irgendwie so viel wie möglich von der Welt mitbekommen und mein eigener Mann sein wollte – was auch immer das bedeutet.

Also bin ich weitergesegelt wie ein nasses Toast, immer in der Hoffnung irgendwo angespült zu werden, wo es lustig ist. Ich habe in zehn Städten und acht Ländern gelebt, bin quer durch einen fremden Kontinent getramped, habe mich in einen schwedischen Wald zurückgezogen oder auf eine griechische Insel oder einen Hügel am andalusischen Meer. Die Geschichten kamen immer zu mir. Es wäre frech gewesen von mir, hätte ich nicht angefangen, sie aufzuschreiben. Und jetzt bin ich hier und tippe auf meinem pinken Tablet herum und trinke Frappé. Irgendwas so wie alle anderen, bis mich die Bohème wieder herausreißt aus dieser Welt und mir einen wohlverdienten Arschtritt verpasst.

„Über was schreibst du am liebsten?“ ist übrigens die zweitschlimmste Frage. Ich sage dann immer: Über alles, was interessant ist. Und mich interessiert glücklicherweise alles. Außer deine Insta-Story. Die interessiert mich wirklich nicht.

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