Alles Gute zum Katertag

Trinkt euch aus eurer Asche!

Mich brummt mein Schädel aus der Toilettenschüssel heraus an. Ich hänge gen Mekka gerichtet darüber. Das Echo in der Schüssel sagt so etwas wie „Junge, Junge, alles in Ordnung?“ Aber ich höre nur das Meer rauschen. Am Ende jeder Toilette ist nämlich immer das Meer. Das weiß nur niemand. Deswegen werfen wir auch allerhand Schabernack da hinein. Und noch mehr Schabernack werfen wir in uns hinein, wenn Silvester ist. Prost Neujahr, Bussi Bussi, und dann fällt man irgendwann um. Auch an anderen Tagen. Erst ist es laut. Und dann ist es still. Und dann klingelt es an der Tür. 

Meine Nachbarin sagt, sie zieht jetzt aus. Danke fürs Katzenfüttern und da steckt noch ein Nagel bei ihr in der Wand. Ob ich den rausziehen kann. Warum ich keine Hose anhabe. Eine Zange liegt schon bereit. Und eine Leiter.  An deren Ende ein einsamer Nagel, dessen Hammer einen richtig guten Job gemacht haben muss. Leiter rauf, Leiter runter. Man muss die Wand rausnehmen dafür, sage ich und drehe ab. Aber nicht ohne mich nochmal kurz umzudrehen: „Weißt du zufällig, welches Tier zwei Beine mehr hat, wenn es sitzt? Ne? Auch gut.“ Sie steht da, neben dem Nagel und ich gehe wieder rüber zu mir. Ich hab' die Alte noch nie gemocht – und ihre Scheißkatzen. Den Nagel hat sie doch selber da reingehauen. Ihr mögt mich komisch finden, aber ich liebe mich so. Ich bin verkatert so ungefiltert wie ein Zwickl oder sagen wir, wie Instagram im Jahre 2009. Ich bin so direkt und genial und witzig und entspannt. So wäre ich gern immer. Minus die Suizidgedanken vielleicht. Wenn ich irgendwo sitze und mir gefällt nicht, was passiert, dann gehe ich einfach. Dann stehe ich auf und laufe wie im Film durch den Park. Dann hat das 24/7 Sein ein Ende, dann gibt es statt fünf Chats nur einen Weg, auf dem ich laufe. Nur einen Song in Dauerschleife statt Spotify Endlosradio. Zwei Kabel, die sich verbinden, statt einem Kabelsalat von Projekten und Gedanken und Plänen und E-FUCKING-MAILS. 

Die zehn besten Tipps gegen Kater können mich mal! Erster Tipp: Trinkt! Ich habe mich gestern selbst abgerissen, um mich heute wieder aufzubauen. Kater ist Gentrifizierung ohne Opfer. Kater bringt Glück. Kater ist mein indischer Gott für Zerstörung und Erschaffung in einem. Kater dreht die Höhen und die Tiefen runter, nimmt den Bass raus und mutet dir dein Life. Dass du mal in dich selber reinhören kannst. Die Ruhe genießen. Spazierengehen und merken, wie gut Luft sein kann. Und Wasser. Und Sonne, die untergeht. Dass du deinen Kompass schütteln kannst, ob du noch in der richtigen Richtung unterwegs bist. Mein Lieblingsessen ist Kateressen. Kater ist ein noch besserer Koch als Hunger. Hunger hat das sicher bei Kater gelernt! Mit Kater schreibt sich's wie von alleine. Schläft sich's besser und denkt's sich gerader. Wir brauchen das, diesen DELETE Button. Den Knopf, wenn gar nichts mehr geht. Haben Sie's schon mit aus- und wieder einschalten versucht? Ja ja, ihr könnt euch alle vornehmen, diesen Monat oder dieses Jahr nichts mehr zu trinken. Ich für meinen Teil möchte 2019 besonders viel trinken.

Alles Gute zum Katertag!

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