Beige at Home
Die Living News im November
Neue Designs, alte Obsessionen und ein ziemlich volles Interior-Moodboard.
Während ich diese Interior News schreibe, sitze ich zwischen Umzugskartons und frage mich, wie wir eigentlich so viele Dinge besitzen können. Gleichzeitig speichere ich neue Leuchten, Tapeten und Kücheninspiration ab. Eine gewisse Widersprüchlichkeit lässt sich da wohl nicht leugnen. Aber gerade freue ich mich einfach sehr darauf, wenn aus all den Entscheidungen endlich ein Zuhause wird: mit gutem Licht, einem gemütlichen Platz zum Lesen und langen Abenden am Esstisch. Die passenden Ideen dazu findet ihr in dieser Ausgabe. Darunter eine Leuchte, von der ich bereits vier besitze und offenbar immer noch nicht genug habe. Ich habe euch also vorgewarnt.
Ein Designklassiker, ein neuer Look: Das String Regal gibt es jetzt in Dark Oak
Dunkles Holz ist zurück. Und nachdem wir uns jahrelang an heller Eiche kaum sattsehen konnten, darf es jetzt gerne etwas mehr Schokolade sein. Passend dazu gibt es das ikonische String Regal jetzt in Dark Oak. Das dunkle Eichenfurnier verleiht dem Designklassiker von 1949 einen wärmeren, satteren Look. Besonders schön finde ich die passenden dunkelbraunen Wandleitern, die das Ganze wie aus einem Guss wirken lassen.
Sowohl das große, individuell konfigurierbare String System als auch das kleine String Pocket sind in der neuen Ausführung erhältlich. Und weil String eben String ist, lässt sich das System ganz nach Platzangebot und Bedürfnissen zusammenstellen: von der kleinen Bücherablage bis zur kompletten Regalwand mit Schränken oder integriertem Arbeitsplatz.
Und was passt zu Dark Oak? Ehrlich gesagt erstaunlich viel. Wir denken gerade an kühles Chrom, verwaschenes Hellblau, kräftiges Rot oder sogar Animal Prints. Denn Braun ist längst mehr als eine sichere Wahl für alle, die keine Farbe mögen. Welche Kombinationen mir besonders gut gefallen und wie sie sich nicht nur beim Einrichten, sondern auch in Sachen Outfits umsetzen lassen, zeige ich euch hier auf BEIGE in zwei Wochen. Ein bisschen Spannung muss schließlich bleiben ...
Übrigens, hier kommt meine neue Lieblingskombi: Black-Stained Ash zusammen mit den transparenten Plexiglas-Wandleitern. Das dunkle Holz bekommt dadurch eine ganz neue Leichtigkeit. Genau diese Mischung aus warmem Holz und transparentem Kunststoff macht den Klassiker für mich richtig spannend. Und mal ehrlich: Wie gut kann ein Regal bitte aussehen?
Bitte nicht stören
Ich finde ja, ab November darf man auf die Frage „Was machst du heute Abend?“ einfach mit „frisch bezogene Bettwäsche“ antworten. Draußen wird es dunkel, bevor ich meine To-do-Liste auch nur zur Hälfte geschafft habe, und irgendwann muss man dieser Jahreszeit schließlich etwas abgewinnen. Mein Vorschlag: zu Hause sehr gemütlich werden.
Tekla liefert dafür gerade ziemlich überzeugende Argumente. Für den Herbst erweitert das Kopenhagener Label seine Kollektion um neue Streifen und Karos auf der gewohnt schönen Perkalbettwäsche aus Bio-Baumwolle. Dazu kommen erstmals großzügige Tagesdecken aus Lammwolle sowie flauschige Mohairdecken, die verdächtig nach einem abgesagten Sonntagsprogramm aussehen. Besonders schön finde ich die Idee, die Muster miteinander zu kombinieren: Das Bett darf ruhig so angezogen aussehen, als hätte man sich Gedanken gemacht. Auch wenn man selbst längst quer darauf liegt.
Apropos angezogen: Ein pistaziengrüner Baumwollsatin-Pyjama mit weißer Paspel und Shearling-Hausschuhe gehören ebenfalls zum Herbstprogramm. Damit wäre dann auch die Garderobenfrage für die dunkle Jahreszeit geklärt. Zumindest für die Stunden, auf die ich mich gerade am meisten freue, aber dank meines Umzugs diese Woche auch sehr unrealistisch sind. Manno!
Späte Blüte
Bei manchen Vintage-Leuchten würde ich die Suche auf den einschlägigen Plattformen am liebsten direkt an jemanden delegieren. Preise vergleichen, Zustand prüfen, hoffen, dass das Glas heil ankommt – ihr kennt das. Umso schöner, wenn ein Lieblingsentwurf wieder produziert wird: Gubi bringt die Lotus Table Lamp von Carlo Nason zurück, entworfen 1969 und seit Jahrzehnten nicht mehr in Produktion.
Vier mundgeblasene Glasschirme stecken ineinander und erinnern an eine sich öffnende Lotusblüte. Kleine Luftbläschen im Glas sorgen dafür, dass das Licht weich gestreut wird, während die Glühbirne verborgen bleibt. Ausgeschaltet geht die Lotus genauso gut als Skulptur durch – bei 47 Zentimetern Durchmesser bekommt sie ohnehin ihren eigenen Auftritt.
Mit 3.499 Euro ist das natürlich kein spontaner Lampenkauf. Aber ein ziemlich guter Grund, auf der Interior-Wunschliste schon einmal die Prioritäten zu verschieben.
Gute Rolle
Seit ich mich mit unserer neuen Wohnung beschäftige, habe ich erstaunlich konkrete Fantasien von kleinen Räumen mit großen Tapetenmustern. Gäste-WCs zum Beispiel: wenig Quadratmeter, aber Platz für einen ziemlich guten Auftritt. Die neue limitierte Tapetenkollektion „The Heritage Papers“ von Farrow & Ball kommt dieser Vorstellung gerade sehr entgegen.
Zum 80. Geburtstag hat das britische Label drei historische Designs aus seinem Archiv geholt. „Sweet Pea“ zeigt romantische Blütenranken nach einem Original aus einem Haus an der schottischen Westküste. „Vine Leaf“ lässt dichtes Blattwerk über die Wand wachsen. Und „Gothic“ bringt mit filigranen Bögen und architektonischen Details fast ein kleines englisches Herrenhaus mit. Dazu gedanklich ein knarzender Holzboden und ein etwas eigenwilliger Sessel – ich wäre so weit.
Die Muster werden mit traditionellen Druckverfahren auf Vliestapeten umgesetzt. Praktisches Detail: Der Kleister kann direkt auf die Wand aufgetragen werden.
Zum Dahinschmelzen
Bei Duftkerzen bin ich normalerweise skeptisch, sobald es nach Dessert klingt. Zu schnell wird aus gemütlich die Glasur eines sehr großen Cupcakes. Bei „Banoffee“ von Loewe Perfumes macht mich allerdings schon die Kombination neugierig: Banane und Toffee, inspiriert vom britischen Banoffee Pie. Also genau dem Kuchen, bei dem man nach dem Essen eigentlich keinen Platz mehr hat und dann doch eine Gabel nimmt.
Die neue Kerze übersetzt das Dessert in einen warmen Duft mit einem satten Bananen-Amber-Akkord. Unangezündet soll sie weich und fruchtig nach reifer Banane riechen; sobald der Docht brennt, entwickelt sie laut Loewe einen tieferen, flambierten Charakter. Klingt nach einem ziemlich guten Anlass für einen Geruchstest.
Auch das Gefäß passt: glasierte Terrakotta mit einem Farbverlauf in warmen Karamelltönen, erstmals in einer neuen Midi-Größe. Das würde sich zwischen Büchern und einer Tasse Kaffee ausgesprochen gut machen.
Gut verklinkert
Eigentlich habe ich gerade genug Küchenentscheidungen zu treffen. Und dann kommt Nordiska Kök mit diesem Entwurf um die Ecke: helle Holzfronten, eine sanft gerundete Insel und dunkle Arbeitsflächen, umgeben von Backstein und einer rohen Betondecke. Besonders schön finde ich, wie die feinen Rahmen der Fronten Ruhe zwischen all die rauen Oberflächen bringen. Eine Küche, in der ich sofort einen großen Topf Pasta aufsetzen und bis spät am Tisch sitzen bleiben würde. Wird natürlich trotzdem noch schnell abgespeichert.
Leuchtet mir ein
Vier Panthellas stehen bei uns schon zu Hause. Trotzdem würde ich die neue Originals Collection mit ihren glänzenden Chromfüßen am liebsten komplett einziehen lassen. Wenn das kein Liebesbeweis ist, weiß ich auch nicht.
Zum 100. Geburtstag von Verner Panton vervollständigt Louis Poulsen die Kollektion jetzt um die Stehleuchte in fünf Originalfarben der Siebzigerjahre: Braun, Orange, Blaugrau, Grün und Rot. Zusammen mit den beiden portablen Größen ergibt das leider ziemlich viele Möglichkeiten, meine ohnehin gut dokumentierte Schwäche weiter auszuleben. Aber dieser braune runde Schirm, das weiche Licht und jetzt noch Chrom dazu? Ich finde, ab der fünften kann man auch ganz offiziell von einer Sammlung sprechen.
Ton in Ton
Eine Leuchte und ein Plattenspieler im Partnerlook? Bei tiefem Burgunderrot bin ich offenbar sofort empfänglich für solche Ideen. Fritz Hansen und Technics bringen die KAISER idell Luxus 6631-T und den Plattenspieler SL-40CBTFH in aufeinander abgestimmten Sondereditionen zusammen. Bauhaus-Design von Christian Dell trifft auf japanische Audiotechnik – und ich sehe gedanklich schon das Sideboard, auf dem die beiden stehen könnten.
Die Leuchte feiert dieses Jahr ihren 90. Geburtstag, der Plattenspieler steuert den passenden Soundtrack bei. Eine Platte auflegen, das Licht einschalten und tatsächlich mal ein ganzes Album hören: Das wäre ein Abendprogramm nach meinem Geschmack. Allerdings ist das Duo ziemlich exklusiv: Von der Leuchte gibt es 200 Exemplare für Europa und Asien, vom Plattenspieler weltweit bis zu 300. Da sollte man sich mit der Musikauswahl vielleicht erst nach der Kaufentscheidung aufhalten.
Harte Schale, weicher Strahl
Über die Fliesen im Bad könnte ich stundenlang nachdenken. Was aus dem Hahn kommt, bekommt meistens deutlich weniger Aufmerksamkeit – dabei ist das harte Berliner Wasser mindestens genauso präsent. Hello Klean widmet sich genau diesem Teil der Badroutine: mit Filterduschköpfen, einer Regendusche und einem Wasserfilter fürs Waschbecken. Die Produkte sollen die Auswirkungen von hartem Wasser auf Haut und Haare reduzieren und fügen sich mit ihrem schlichten Design angenehm ins Bad ein. Vom morgendlichen Gesichtwaschen bis zur langen Dusche wäre damit alles abgedeckt. Kommt auf meine Liste fürs neue Bad.
Familienzuwachs
Manche Marken passen so gut zusammen, dass man sich kurz fragt, warum sie eigentlich erst jetzt zusammenfinden. Montana hat die dänische Designmarke TAKT übernommen – und bekommt damit zu seinen farbenfrohen Regalsystemen Gesellschaft aus Holz. Die Kollektion läuft künftig unter „TAKT by Montana“ weiter, inklusive der Entwürfe von Pearson Lloyd und Lysemose & de Gier.
Ich mag diese Kombination sehr: ein klares, farbiges Möbel und dazu Holz mit sichtbarer Maserung, das Wärme in den Raum bringt. Genau diese Mischung lässt eine Einrichtung für mich lebendig wirken. Die vertrauten TAKT-Designs bleiben erhalten und werden künftig über Montanas internationales Händlernetz vertrieben. Gute Aussichten für alle, die beim Möbelkauf lieber einmal probesitzen.
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Fotos String:Pia Ulin
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Fotos Sonstige:via PR