Bücher, die uns durch die Quarantäne retten! Folge 3: Lea

Wann, wenn nicht jetzt? Ablenkung war selten so wichtig. Und selbst dem größten Lesemuffel gehen durch die Quarantäne endgültig die Ausreden aus! 

von Lea Schramm

In Zeiten von Ansteckungsgefahr und wenig Bewegungsfreiheit eignet sich kaum etwas so gut zur Beschäftigung wie Bücher. Lesen tut man in der Regel allein und ein gutes Buch eröffnet einem die Möglichkeit, an jeden Ort zu reisen, den man sich nur vorstellen kann – ganz ohne die Gefahr, am Ende des Ausflugs nicht mehr zurückzukommen. 

Ich war, zugegebenermaßen, auch schon vor der großen Krise ein Bücherwurm und versuche jedes Jahr ich mein Pensum zu steigern. Nachdem ich letztes Jahr 23 Bücher gelesen habe, war ich mir zu Beginn von 2020 nicht sicher, ob eine Steigerung zeittechnisch tatsächlich möglich ist. Jetzt erhöht sich die Chance jedoch von Tag zu Tag – Covid-19 sei Dank. 

Seit ein paar Monaten pflege ich zur zusätzlichen Motivation noch eine Brief-Lesefreundschaft mit dem besten Freund meines Vaters. Er ist mit 60 Werken in 2019 wohl der Innenbegriff einer Leseratte und gibt mir nun jeden Monat mindestens einen Buchtipp – 12 Bücher Pflichtlektüre pro Jahr sind also schonmal gesichert. Eine Buchfreundschaft oder einen Buchclub kann ich übrigens jedem empfehlen, der mehr lesen möchte und sich nicht immer aufraffen kann. Die Scham zu vermeiden, ein Buch zum festgelegten Zeitpunkt nicht zu Ende gebracht zu haben, ist wohl die größte Motivation aller Zeiten! 

Mein großes Leseziel ist es übrigens, häufiger zu Klassikern und Sachbüchern zu greifen. Meine liebste Form der Lektüre ist nämlich modern und meist Roman oder Kurzgeschichte, wie man an der Liste meiner liebsten Schöpfungen auch unschwer erkennen kann. Los geht’s:

„Die Wahrheit über das Lügen“ von Benedict Wells

Wells ist mein absoluter Lieblingsautor und ich kann jedes seiner Meisterwerke - wortwörtlich! - wärmstens empfehlen. „Die Wahrheit über das Lügen“ sind zehn Geschichten, bei denen es um alles oder nichts geht. Sie handeln von Glück und Unglück, Lügen und Träumen, Freiheit und Gefangenschaft. Egal wie tiefgründig das Thema jedoch auch sein mag, schreibt Wells mit so einer Leichtigkeit davon, dass das Lesen nie anstrengend ist. Unbedingt lesen! 

„Einfach losfahren“ von Fabio Volo

Was wie ein kitschiger Roadtrip-Roman vom Grabbeltisch klingt, ist mir zufällig durch den Vater einer Freundin in die Hände gekommen. Ein toller Roman über Veränderungen, das Erwachsenwerden und das Lernen von der Liebe. Volo entkräftet mit seinem Schreibstil den Vorwurf, welcher häufig an Diogenes gerichtet geht: Der Verlag würde nur literarisch hochanspruchsvolle Werke veröffentlichen, die für den Normalverbraucher häufig schwer zu verstehen sein. Sein Schreibstil ist ungezwungen, romantisch und manchmal leicht melancholisch – darauf muss man sich zwar einlassen, aber ist dies einmal gelungen, kann man mit diesem Buch nur gewinnen! 

„Strafe“/„Schuld“/„Verechen“ von Ferdinand von Schirach

Diese drei Bücher empfehle ich häufig Lesemuffeln in meinem Bekanntenkreis, da sie sich bestens als (wieder-) Einsteiger-Materie dienen. Die Bände lassen sich aufgrund ihrer zusammenhangslosen Kurzgeschichten gut mal unterbrechen oder zwischendrin in der U-Bahn lesen. Schirach ist ehemaliger Strafverteidiger und erzählt in seinem sehr eigenen, teils zynischen Schreibstil von Straftaten, die er in ähnlicher Form an der Anklagebank verteidigt hat. Nicht nur sind die Fälle unfassbar spannend, sondern ihre Erzählungen regen auch dazu an, zu verstehen wie nah gut und böse beieinander liegen und wie schwer Schuld und Unschuld teils zu unterscheiden sind. 

„Hey Hirn“ von Leon Windscheid

Leon Windscheid ist ein bekannter Psychologe, der die tolle Gabe hat, Psychologie extrem verständlich und spannend für Normalos darzustellen. Seine Bücher haben einen hohen Suchtfaktor, nicht zuletzt, weil man in den geschilderten Verhaltensmuster so erschreckend viel von sich selbst und dem eigenen Umfeld wieder erkennt. Leichte Kost mit extrem hohen Lernfaktor! 

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