Engagiere Dich!

Ihr wollt nicht, dass es so weiter geht? Wir auch nicht! In unserer Reihe „Engagiere Dich!“ stellen wir regelmäßig gemeinnützige Vereine, Projekte oder NGOs vor, bei denen ihr euch engagieren könnt.

Mein Handy vibriert. Schon wieder eine Push-Mitteilung. Was ist es diesmal? Eine Horde Nazis jagt Ausländer? Ein alter weißer Politiker äußert sich über das Land, in dem ich aufgewachsen bin, und meint zu wissen, wer dazugehört und wer nicht? Ein jüdischer Mitbürger wurde schon wieder auf den Straßen Berlins verprügelt? Menschen, die mit Musik für eine offene Welt mit Vielfalt einstehen, werden als Sklaven Merkels bezeichnet? Gerettete Menschen müssen erneut Wochen auf einem Schiff im Mittelmeer ausharren? Ich spüre, wie in mir die Wut aufsteigt.

Eine Wut auf all das, was in meinem Land passiert. Nicht, dass ich stolz bin, in diesem Land groß geworden zu sein –das konnte ich mir ja nicht aussuchen. Ich hätte auch, statt in einem gutbürgerlichen Haushalt in einer deutschen Großstadt aufzuwachsen, mit 16 Jahren alleine die Reise Richtung Europa antreten können und würde jetzt, statt an einem MacBook zu schreiben, als Nicht-Schwimmer von den Wellen des Mittelmeers ins Ungewisse gepeitscht werden.

Ich will nicht, dass es so weiter geht. Ich will nicht, dass wir bei jeder schlechten Nachricht kurz mit den Augen rollen und dann weitermachen, als wäre nichts gewesen. Ich will nicht, dass so viel Hass geteilt und überall Menschen diskriminiert werden. Ich möchte etwas ändern. Ich möchte die Zukunft dieses Landes mitgestalten. Eine Zukunft, in der es nicht Individuum gegen Individuum heißt, sondern in der es ein gemeinsames, größeres Ideal gibt: Eine Welt, in der wir mit offenen Grenzen von den vergangen Fehlern des jeweils anderen lernen können und die Rechte eines jeden Menschen geachtet werden.

"Wir müssen aufhören, stillschweigend zuzusehen."

Angefangen bei kleinen Sachen wie der Mülltrennung oder dem bewussten Einkaufen: Das nächste Mal einfach mal die losen Tomaten aus der Region nehmen, statt die doppelt eingeschweißten aus Spanien. Wir können auf Demos gehen und zeigen, dass wir die Mehrheit sind, denn allen dürfte inzwischen klar sein: Wir müssen aufhören stillschweigend zuzusehen. Aber viele von uns, die demonstrieren gehen, gehen erst dann auf die Straße, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Wir werden erst laut, wenn die klaffenden Wunden unserer Demokratie nicht mehr versteckt werden können und leider ist es dann zu spät. Wenn wir wirklich anfangen wollen, dieses Land, die EU und unsere Welt langfristig zu verändern, müssen wir uns engagieren. Die Wut, die sich mit jeder Push-Mitteilung bemerkbar macht, kanalisieren. Die Wut in einen guten Zweck stecken.

Aber wie macht man das? Wohin sollen wir gehen? Was sollen wir machen? Es gibt tausende tolle Organisationen, Vereine, Projekte und NGOs (Non-Profit Organizations), die sich für eine bunte Zukunft einsetzen – global und regional. Aber da die Auswahl, wie so oft, nicht leicht fällt, stelle ich euch hier regelmäßig Projekte vor, bei denen ihr euch engagieren könnt. Und wer weiß, vielleicht ist das nächste Vibrieren meines Smartphones eine gute Nachricht. Vielleicht hat unser Engagement etwas bewegt und wir sind meiner oder deiner Vision von einem Land, in dem wir WIRKLICH gut und gerne Leben wollen, ein bisschen näher gekommen. Denn eines ist sicher: Wenn wir nichts machen, entfernen wir uns jeden Tag noch ein bisschen mehr von den Grundwerten, die jedem Menschen zustehen. 

Die erste Organisation, bei der ihr euch engagieren könnt, stellen wir euch an dieser Stelle bald vor.

Engagierst du dich bereits für eine bessere Zukunft? Wenn ja, wo und warum? Schreib uns Kommentar unter diesen Artikel und wir stellen auch euer Projekt vor. 

  • Foto
    Salomon Hörler

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