Die perfekte Everyday Bag – 5 Handtaschen, in die alles passt!

Wir stellen euch Brands vor, bei denen der Kauf einer Handtasche keinen Kredit bedarf

Leichtfertig sollte man eigentlich nichts mehr kaufen. Im Sinne der Nachhaltigkeit, aber auch im Interesse des eigenen Kleiderschranks und Portemonnaies. Aber gut, wir sind alle nur Menschen und manchmal wandert das ein oder andere Kleidungsstück in einem Anfall von Endorphinen dann vielleicht doch mal in den Warenkorb, nur um dann wenige Monate später wieder aussortiert zu werden. Shit happens!

Was man aber wirklich auf keinen Fall leichtfertig kaufen sollte, sind Handtaschen. Denn a) man trägt sie manchmal wochen- oder monatelang durchgehend, während man seine Unterwäsche täglich und seine Bettwäsche wöchentlich wechselt und b) bei der richtigen Pflege können sie zu Erbstücken werden. Anders als die heißgeliebte Levi's Jeans, die nach zehn Jahren dann vielleicht doch unwiderruflich im Schritt reißt.

Handtasche von Sandro Paris

Doch Handtasche ist heutzutage nicht mehr Handtasche. Ich habe mich gerade erst mit einer Freundin darüber unterhalten und wir waren uns sehr schnell einig: Die Preisentwicklung in den letzten zehn Jahren ist absurd. Inmitten der Pandemie erhöhten Bottega Veneta, Louis Vuitton, Chanel und andere Luxusmarken ihre Preise für die begehrtesten Produkte. Chanel und Gucci war eine Preiserhöhung aber nicht genug, sie erhöhten im selben Jahr gleich zweimal.

Ja, natürlich geben Brands die weltweite Inflation auch nur weiter, natürlich werden die Versandkosten immer höher und die Materialien immer teurer. Aber ist eine Chanel-Tasche, die 2010 noch 2850 Dollar gekostet hat, jetzt wirklich 7800 Dollar wert? Denn genau das sind die Preise für die Medium Classic Flap Bag.

Ich kann mich noch genau an meine ersten zwei Designerhandtaschen erinnern. Die allererste war eine Mulberry Bayswater Tote, ein Geschenk meiner Mama zu Weihnachten, die zweite Tasche war eine Umhängetasche von Proenza Schouler, die ich mir selbst zum Geburtstag im Studium schenkte, hart erarbeitet mit meinem Studentenjob. Damals war das noch möglich. Nicht, weil, ich damals mehr verdient hätte als heute, das Gegenteil ist der Fall, sondern weil eben auch Designerhandtaschen, sogenannte Luxushandtaschen, damals noch bezahlbarer waren – und man auf sie sparen konnte.

Für eine 8.000-Euro-Handtasche muss ich jedoch nicht mehr sparen, sondern eher einen Kredit aufnehmen. Und da hört der Konsumspaß auf. Meine persönliche Schmerzgrenze liegt (und das ist unabhängig vom Kontostand) bei 2.000 Euro. Denn so viel hat ungefähr mein erstes Auto gekostet, das mich acht Jahre meines Lebens sicher und verlässlich von A nach B gefahren hat. Da kann vom Nutzen und auch vom emotionalen Wert keine Handtasche mithalten, sorry.

Das Gute? Es gibt Plattformen wie Vestiaire Collective, Secondhand-Läden, Sales – und so kann man, wenn man Glück hat, dann doch seine Traumhandtasche zu einem etwas besseren Preis ergattern. Oder man macht bei den Preis-Spielchen der Luxuskonzerne einfach nicht mehr mit. Denn ganz ehrlich? Andere Mütter haben auch schöne Söhne – oder auch: Kauft eure Handtaschen woanders.

Das sind die neuen Statement-Bags:

Danse Lente

Danse Lente habe ich direkt nach ihrer Gründung im Jahr 2017 kennen und lieben gelernt. Es war in Paris, ich war frisch verliebt und Danse Lente passte zu der Zeit, die aufregend, neu und ungewiss war. Denn vor fünf Jahren, da gab es weniger Independent Brands als jetzt und das Londoner Label brachte die dringend benötige Verjüngungskur in die Handtaschen-Abteilung von Bon Marché.

Die Taschen sind von Architektur inspiriert, haben neben geraden Linien und Struktur aber auch immer verspielte, überraschende Elemente. Und genau das mag ich so! Ich trage mein Modell, die Mini Johnny, seit Jahren gerne – und kriege jedes Mal Komplimente für sie!

A.P.C. Paris

In diesem Artikel ist A.P.C. Paris das traditionellste und wohl bekannteste Brand. Denn das französische Unternehmen wurde bereits 1987 von Jean Touitou gegründet und ist seitdem der Inbegriff der französischen Mode, die erschwinglicher ist die älteren, luxuriöseren Labels in Paris. Und genau deshalb haben es Jean und Judith, seine Frau, auch in diese Auflistung geschafft.

Seit so vielen Jahren machen sie Mode und Accessoires in höchster Qualität – und sind dabei mit ihren zeitlosen Evergreens wirklich so nachhaltig, wie ich es mir von anderen Brands wünschen würde.

Ohne meine Grace-Tasche habe ich dieses Jahr das Haus nicht verlassen – und sie schmachtet mich schon in vielen anderen Farb- und Materialkombinationen an. Tja, Celine, da hast du im Wettrennen wohl verloren ...

Jérome Studio

Jérome Studio ist ein Brand, das schon lange auf meiner Wunschliste steht. Kaum ein anderer hat so ein wunderbares Gespür für Farben, Materialien und vor allem Formen wie der Gründer Jérome Berg. Schon seit 2012 bietet er mit seinem in Berlin ansässigen Brand nachhaltige Handtaschen an, die mit Olivenblättern gegerbt werden.

Durch die Verwendung von Olivenblattgerbstoffen werden die Olivenblätter, die als Nebenprodukt bei der Olivenernte anfallen, sinnvoll verwertet. Alle Gerbstoffreste sind vollständig recycelbar.

Seine Inspiration bekommt Jérome übrigens nicht nur aus der zeitgenössischen Kunst, sondern auch Jugendkulturen und beides bündelt er mit Handwerk vom Feinsten. Das Schöne: Alle Taschen sind handgemacht in Deutschland, die neue Kollektion ist erst seit ein paar Tagen auf online. Vergesst also endlich dieses Bottega Veneta ...

Agneel

Auf der Suche nach einer Handtasche, die größentechnisch genau in der Mitte ist, habe ich Agneel gefunden. Und ja, ich glaube, das wird mein nächstes Investment! Das Brand kommt, so wie ich, aus Berlin und wurde 2016 von Yesim Karaman gegründet. Bei Agneel treffen Formen und Farben aufeinander, zusammengefasst in feinstem italienischen Leder, gefertigt in einem Familienbetrieb in Florenz und in Izmir.

Was ich Agneel besonders schön finde? Female Founded, für jede verkaufte Handtasche wird ein Baum gepflanzt und wirklich so zeitlos, dass man jede Tasche unendlich liebt und hoffentlich sogar weitervererbt. Und dann erzählen kleine Kratzer und Schrammen hoffentlich aufregende Geschichten!

Wandler

Auch für das Brand Wandler müssen wir nicht weit reisen, denn das Unternehmen hat seinen Sitz in den Amsterdam. 2017 von Elza Wandler gegründet, ist es sehr schnell mit seinen Handtaschen bekannt geworden, mittlerweile gibt es auch Schuhe, Jeans und Lederhosen.

Auch hier wird alles in Italien in Familienbetrieben hergestellt, das Leder kommt aus Italien und Frankreich und wird, so nachhaltig wie es geht, verarbeitet. Ikonisch ist mittlerweile die Hortenisa Bag, ganz neu das Model Penelope. Und egal welcher Frauenname, alle Taschen können sich sehen lassen!

5 Tipps, auf die ich beim Handtaschen-Kauf achte

  1. Platz-Check. Wer ein großes Smartphone hat, der wird bei kleinen Handtaschen das Problem kennen: Handy rein und schon ist die Tasche voll. Bei mir müssen immer diese Dinge Platz haben, denn ohne sie verlasse ich das Haus nicht: enorm viele Haustür- und Office-Schlüssel, zwei kleine Portemonnaies, mein Handy, eine kleine Haarbürste, Lippenstift, Desinfektionsmittel. Müsst ihr jeden Tag euer Laptop mit zur Arbeit nehmen? Dann sollte dieses auch noch Platz in eurer Handtasche finden.
  2. Passt die Tasche zu euren Jacken, Mäntel, Kleidung? Wenn sie eine knallige Farbe hat oder ein Muster, ist es umso wichtiger, dass sie eure Garderobe trotzdem ergänzt.
  3. Wie viele ähnliche Handtaschen habt ihr? Ich fühle mich ja bei Kleidung oft zu ähnlichen Produkten hingezogen, sprich, ich würde, wenn ich mich nicht beherrschen würde, 10 Paar schwarze Boots und Umhängetaschen besitzen. Braucht aber keiner. Deswegen überlegt bei jedem Kauf, was ihr schon im Schrank habt. Noch keine braune oder helle Tasche? Gut! Schon fünf kleine schwarze Taschen? Schlecht!
  4. Wie praktisch ist die Handtasche? Klar, gerade sind ausgefallene Henkel und große Clutches angesagt. Aber wenn ihr auf der Suche nach einer Alltagstasche seid, dann muss sie praktisch sein und sich entweder bequem über die Schulter tragen lassen (auch mit dicker Winterjacke) oder einen Riemen zum Umhängen haben, der keine Kette oder so schmal ist, dass er euch in die Schulter schneidet.
  5. Wie zeitlos ist das Design? Meine Mulberry- und meine Proenza Schouler Bags, die ich vor knapp zehn Jahren gekauft bzw. geschenkt bekommen habe, trage ich immer noch. Generell habe ich noch keine einzige Designerhandtasche wieder verkauft, alle meine Investments gefallen mir noch zu 100 Prozent. Warum? Weil ich darauf achte, dass ich mich bei Handtaschen nicht zu sehr von Trends mitreißen lasse. Ich überlege sehr lange und spare noch länger.

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  • Fotos
    Janine Sametzky

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