Matrix Reloaded – Die Rückkehr der Trenchcoats

So richtig waren sie noch nie weg, doch jetzt feiern Trenchcoats in den verrücktesten Materialien und Farben ihr Comeback

Wer früher lange Ledermäntel trug, der wurde musste sich oft dumme Sprüche anhören: „Na, in der Matrix gefangen“, „Verkaufst du Uhren unter deinem Mantel“ oder “Welchem Perversen hast du denn geklaut?“ flogen vielen Leuten um die Ohren. Ha, heute würde sich die Anti-Ledermäntel-Fraktion gehörig auf die Zunge beißen. Denn Trenchcoats in allen Farben, Formen und Materialien feiern ihr Comeback – und damit zollt der Trend nicht nur der immer größer werdenden Secondhand-Fraktion Tribut, sondern auch dem Fakt, dass wir hoffentlich endlich dort angekommen sind, wo wir schon längst sein sollten: Jeder darf tragen, was er will und was ihm gute Laune macht.

Und diesen Frühling scheint das Knirschen und Knacken von Leather und Pleather (Kunstleder) den Modebegeisterten besonders viel Freude zu bereiten. Klar ist, wer auf einen Ledertrench setzt, der muss sich von der Sherlock-Holmes-Attitude verabschieden, den Meisterdetektiv hätte man in so einem Teil nämlich auf jeden Fall immer und überall gesehen, gefunden und vor allem meilenweit vor seiner Ankunft gehört.

Fest steht, wer sich Sherlock Holmes im Trenchcoat vorstellt, der liegt auch eigentlich total falsch. Schließlich wurde der Meisterdetektiv schon 1886 als Kunstfigur erfunden, der Trenchcoat kam aber erst im Ersten Weltkrieg zum Einsatz und war als ideales Kleidungsstück für die Soldaten entworfen. Das klassische Material, Gabardine, wurde von Thomas Burberry wasserdicht entworfen, der Schnitt und jede Menge Haken und Ösen war ideal um Waffen daran zu befestigen. Dass der Mantel ein echter Modeklassiker wurde, das hat er Hollywoodstars wie Cary Grant und Audrey Hepburn zu verdanken.

Danach manifestierte er sich in nahezu jedem Kleiderschrank: ob französische*r Hausfrau*Mann, amerikanische*r Banker*in oder englische*r Medienmogul*in, wer Erfolg hatte zeigte dies mit seinem Markentrenchcoat aus dem Hause Burberry. In den 50er- und 60er-Jahren waren die meisten Modelle noch tailliert geschnitten, in den 80ern war dann der oversized Look mit Schulterpolstern das Nonplusultra. Und genau mit diesen zeitgeistigen Anpassungen des Schnitts – und der Materialien – hat der Trenchcoat es geschafft, die letzten 110 Jahre immer aktuell zu bleiben. 2019 wird es bunt, ledrig und glänzend! Kunstleder, Echtleder und jede Menge knallige Stoffe und andere Materialien wie Cord machen das Kleidungsstück zum ultimativen Frühlingsboten!

So trägt man den Trend:

Na, seid ihr inspiriert? Ich bin es jedenfalls und werde meine Trenchcoats dieses Frühjahr rauf und runter tragen und die Berliner mit meinem Lack-und-Leder-Look in gewohnter Manier schocken. Auf der Wunschliste ganz oben steht aber auch noch ein Lederexemplar, wenn ich mein Budget vergesse und träume, würde es wohl der grüne Trench von Alexachung werden. Und, wovon träumt ihr so nachts?

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