Der Beige Travel Guide für Mallorca

17. Bundesland oder doch mediterranes Idyll? Mallorca kann beides!

Hola! ¿Qué tal? Eine Auszeit im Oktober war dringend nötig. Denn nach einem äußerst arbeitsintensiven August und September machte mir die Aussicht auf den langen Berliner Winter wirklich schlechte Laune. So richtig schlechte. Also beschloss ich mit Lukas, noch einmal die Akkus in der Sonne aufzuladen. Auf unserer Liste dabei ganz oben: die Balearen mit Formentera, Ibiza, Menorca und Mallorca.

Und in genau dieser Reihenfolge begann auch unsere Suche nach Unterkünften auf den Inseln. Am Ende wurde es dann Mallorca, einfach, weil wir dort die schönste und auch bezahlbare Unterkunft gefunden haben – mit Pool und Grill, das war ganz wichtig!

Und da es mein erstes Mal Mallorca war – und ich mit „Goodbye, Deutschland – Die Auswanderer“-Klischees nur so um mich werfen konnte, ja, gebe ich zu, hatte ich vielleicht auch ein paar Zweifel. Aber die Natur und die Empfehlungen meiner Freund*innen machten mich auch neugierig. Also nichts wie hin!

Als Fazit kann ich nur sagen: Ab nach Mallorca! Für mich ist die Insel in der Hauptsaison wahrscheinlich eher nichts, aber Ende September bis Mitte Oktober war für uns die ideale Reisezeit. Die Strände waren (bis auf einen) nicht überfüllt, die Temperaturen perfekt für Pool-Tage, aber nicht zu heiß und die Restaurants auch ohne Reservierungen spontan betretbar.

Auch, wenn ich für meinen Geschmack überall ein bisschen zu viel Deutsch anstatt Spanisch gehört habe, hat die Natur der Insel mich so in den Bann gezogen, dass ich gerne wiederkomme – und zwar bald! Die Strände, Felsklippen und Buchten sind wirklich wunderschön, die Berge, Palmen und kurvigen Straßen haben ihren ganz eigenen Charme.

Aber jetzt genug geredet, ich weiß, ihr seid wegen der Tipps hier und davon habe ich sehr viele! Ich empfehle euch in der Liste erstmal nur die Orte, an denen ich selbst war, aber in der Google Maps Karte am Ende des Artikels, die ihr euch auf euer Handy herunterladen könnt, gibt es noch mehr Tipps von Freund*innen und der Community auf Instagram! Viel Spaß beim Entdecken!

Strände

Caló des Moro

Caló des Moro war der Strand, der mir den Atem geraubt hat. Die Lage, das knallblaue Wasser – ich war ja schon an vielen Stränden, auch auf den Malediven und auf den Seychellen, und da kann dieser hier definitiv mithalten. Die Bucht liegt im Süden, Richtung Ses Salines und man muss circa 30 Minuten vom Parkplatz hinlaufen. Die Bucht selbst ist mit ein wenig klettern zu erreichen, viel Liegefläche gibt es allerdings nicht. Stattdessen kauert man auf den Felsen, die unten in der Bucht liegen. Ja, das klingt vielleicht nicht so sexy, aber das Wasser und die wunderschöne Umgebung wiegen das auf.

In der Hauptsaison wäre es mir dort allerdings zu voll. Also am besten ganz früh da sein und weiche Handtücher mitnehmen, da liegt man bequemer mit und einfach versuchen die anderen Menschen auszublenden!

Cala s'Almunia

Gleich neben Caló des Moro liegt die Cala s'Almunia. Sie ist viel weniger besucht, aber meiner Meinung nach kann sie mit der benachbarten Instagram-Bucht allemal mithalten. Es gibt nur einen kleinen Sandstrand, aber der Spaß ist eh am größten, wenn man von den Klippen direkt ins Wasser springt – was dort auch alle tun. Auch hier braucht man eine weiche Unterlage, weil man am schönsten auf den Klippen liegt, aber der Weitblick auf das Meer ist es wert. Vielleicht war das sogar meine Lieblingsbucht auf der ganzen Insel ...

Platja de Formentor

Leider habe ich den Platja de Formentor nur an einem sehr bewölkten, grauen Tag erlebt, aber unter der knalligen Sonne muss der große Strand wunderschön sein, denn dann sieht man das knallblaue Wasser erst richtig.

Es gibt viele Liegen, ein kleines Café, wo es auch Eis gibt und der Strand ist sehr kinderfreundlich, weil der Sandstrand einen flachen Einstieg hat. Nur das Parken ist relativ teuer, aber dafür muss man nicht weit laufen.

Es Pontàs

Es Pontàs, das Felsentor, ist wohl einer der meistfotografierten Orte der Insel. Jedenfalls hatte ich das Gefühl, dass am Aussichtspunkt die ganze Welt war. Ich kann es verstehen, denn der Ausblick ist wunderschön. Am Felsen klettern und springen die Mutigen, überall fliegen Drohnen und Fotografen suchen den besten Spot.

Nehmt euch einfach ein Bier mit und betrachtet das Treiben gemütlich von den gegenüberliegenden Felsen.

Cala S'Amarador

Der Cala S'Amarador ist ein toller Strand für Familien. Er ist weitläufig, es gibt tolle Wellen für tobende Kinder, Toiletten und einen Kiosk mit Eis und Getränken. Bei uns wurde sogar am Strand frisches Obst verkauft.

Und das Besondere ist, dass man auch hier gleich zwei Strände in einem hat. Denn nebenan ist nach fünf Minuten Fußmarsch auf einem Mauerweg gleich eine zweite kleine Bucht mit einer kleinen Pizzeria. Wer mit dem Boot unterwegs ist, sollte hier auf jeden Fall anlegen und schwimmen gehen.

Food

Kommen wir zu Restaurant und Café Empfehlungen. Aber vorher muss ich euch noch ein kleines bisschen vorwarnen, denn in Sachen Food ist das hier auf jeden Fall kein Gourmet-Guide. Wir waren in unserer kleinen Finca ehrlicherweise so glücklich, dass wir fast nie auswärts gegessen haben, sondern jeden Abend den Grill angeschmissen haben und mittags in der Hitze nur Tapas und Wassermelone gesnackt haben. Wenn wir also in Cafés oder Restaurants waren, dann meistens auf Ausflügen, für einen Eiskaffee oder für ein paar kleine Tapas zwischendurch.

Hotel Cappuccino

Das Hotel Cappuccino liegt an einem kleinen Platz in Palma de Mallorca, gegenüber vom Rathaus. Das hat zur Folge, dass es im Außenbereich immer etwas wuselig und voll ist und hier und da auch ein Brautpaar gerade aus dem Standesamt tritt und laut bejubelt wird. Da merkt man das Temperament der Spanier*innen (oder der vielleicht schon leicht angetrunkenen Gäst*innen dann doch).

Betritt man jedoch das Hotel und das im Erdgeschoss liegende Café und Restaurant, so findet man sich in einer anderen Welt wider. Hier ist es ruhig, gediegen, das Publikum ist ein komplett anderes als im Außenbereich und man kann hier in Ruhe brunchen und vor allem auch sehr gute Kaffee-Spezialitäten finden. Hafermilch und Eiskaffee? Alles kein Problem für das Hotel, zu dessen Übernachtungsmöglichkeiten wir später noch kommen.

Can Frasquet

Die unverhofften Funde sind doch meistens die Besten. An einem doch etwas kühleren, leicht regnerischen Tag verbrachten wir den Nachmittag in der Hauptstadt der Insel und bummelten gut gelaunt durch die Straßen. Als ein Hüngerchen aufkam, setzten wir uns kurz entschlosen ins Can Frasquet. Wir kannten es nicht, hatten noch nie davon gehört und auch keine Empfehlung, aber es sah einfach nett aus, das Essen auf den Tellern der anderen lächelte mich sehr an (immer ein gutes Indiz) und es gab noch Plätze.

Mit Blick auf die Església de Sant Nicola verspeisten wir also unerwartet köstliche Tapas, die so modern interpretiert waren, das jedes Gericht überraschte und vor allem überzeugte. Ich würde auf jeden Fall wiederkommen, ganz große Empfehlung!

Cassai Beach House & Gran Café

Das Cassai Gran Café wurde mir mit den Worten empfohlen: Da kannst du deinen Instagram-Feed zum Lunchen ein bisschen aufpolieren. Ein Restaurant für Influencer*innen also? Ja, ein bisschen schon. Es gibt zwei Läden vom Cassai, einmal das Beach House direkt am Wasser und einmal das Cassai Gran Café mit einem wunderschönen Innenhof in Ses Salines, einem kleinen Hippie-Dorf.

Neben klassisch spanischer Küche und guten Cocktails gehört zu jedem Restaurant auch noch ein kleiner Concept Store mit Mode, Möbel, Wohnaccessoires und ja, auch jeder Menge Kitsch. Und ja, Influencer*innen sieht man dort auf jeden Fall auch. Trotzdem fand ich die Lokalitäten, das Design der Restaurants und das Essen so gut, dass ich wiederkommen würde. Und durch die sehr vollen Stores zu schlendern, hat auch Spaß gemacht.

Café Parisien

Das Café Parisien ist einer meiner Lieblingsorte auf Mallorca nach unserer ersten Reise. Es liegt in Artà, einer kleinen Stadt mit einem sehr großen Kloster, Santuari Sant Salvador, von dessen Mauern aus man einen tollen Ausblick auf die Stadt hat. Nachdem man die vielen Stufen erklommen hat, kann man sich dann im Café Parisien bestens erholen. Morgens der beste Brunch Spot, mittags ist es ein tolles Café mit Kaffee und Kuchen, abends wird es zu einem Restaurant.

So viel Charme, Atmosphäre und so ein tolles Brunch-Angebot habe ich auf der ganzen Insel sonst nicht gefunden.

Café Ca'n Toni

Ich will hier nichts beschönigen, aber Café C'an Toni ist bestimmt nicht der geheimste Tipp auf der Welt. Hier gibt es traditionell spanisch-mallorquinische Gerichte und ja, abends kann man hier schon mal Schlange stehen. Dafür macht das Essen es wieder wett, es gibt das leeeeckerste Allioli überhaupt und die Kellner*innen haben sehr viel Charme. Für uns war es als Lunch-Place genau das richtige, auch wenn wir uns leider ein bisschen überfuttert haben und danach mit kugelrunden Bäuchen durch die Stadt watscheln mussten. Aber das spricht wohl nur für das Restaurant, oder?

Shopping

Isso Mallorca

Isso Mallorca war der erste Laden, der mich gänzlich überzeugt hat. Davor war ich ehrlicherweise etwas enttäuscht vom Angebot auf der Insel, aber was habe ich mir auch gedacht, das durchschnittliche Klientel scheint nicht ganz so modeaffin zu sein, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte. Als ich also diesen kleinen Concept Store auftat, war ich hin und weg. Da kaufen sie also, die gut angezogenen Mallorquinerinnen.

Dort gibt es Mode von Antik Batik, ausgewählte Swimwear, aber auch viele wunderschöne Schmuckstücke und eine beeindruckende Naturkosmetik-Auswahl. Von Fine über Perpurr bis hin zu Anima Muddi aus Costa Rica, die mit ihren Kräutern Naturheilkunde betreibt. Ich hätte Stunden lang bleiben können, um mir jedes Tiegelchen genaustens anzuschauen.

Alpargatería La Concepción

Hier kommt eine Empfehlung, bei der ich zweimal vor der Tür stand, aber jedes Mal ausgerechnet die unerwartet frühe und lange Siesta erwischt habe. Weil aber schon das Schaufenster so vielversprechend aussah und ich euch die Chance geben möchte, den Laden auch von innen zu entdecken, hat er es trotzdem in meine Liste geschafft.

In der Alpargatería La Concepción in Palma de Mallorca gibt es Schuhe – und zwar handgemacht aus Spanien. Wenn ihr also auf der Suche nach richtig guten Sandalen und vor allem Espadrilles seid, dann schaut dort vorbei – und werdet bitte nicht zum Opfer der ganzen Billiganbieter*innen in den Shoppingstraßen oder sogar Malls.

Masscob

Der Laden und Showroom von Masscob gehört auf jeden Fall zu den architektonischen Highlights von Palma de Mallorca und sollte unbedingt von euch besucht werden. Er liegt am Plaza del Mercat und gleicht einer travertinen Kirche. Das Interieur, designt vom Architekten Laurent Deroo, lässt mit Beige und Messing die Kleidung im Vordergrund stehen – und ist trotzdem Kunst für sich.

Und klar, über die wunderschöne spanische Mode von Masscob müssen wir gar nicht erst sprechen, oder? Ich habe einen Blazer vom Label beim April First Store erstanden und werde ihn nie wieder hergeben, so perfekt ist der Schnitt, so weich das Material und so zeitlos das Design.

Artesania Son Pocapalla Artà

Sich eine Korbtasche auf Mallorca zu kaufen, ist wohl einer der Klassiker. Ich habe lange gesucht, bis ich einen Laden gefunden habe, der mir das Gefühl gab, dass wirklich alles auch vor Ort gefertigt wird und nicht irgendwo in China oder Indien eingekauft wurde. Fündig wurde ich mal wieder in Artà, ihr erinnert euch an das Café Parisien?

Dort gibt es am Marktplatz, etwas versteckt von der touristischen Einkaufsstraße, einen kleinen, aber tollen Laden mit jeder Menge Korbtaschen, Keramik und kleinen Accessoires. Sein Name ist Artesania Son Poca Palla Artà. Ich war dann doch ein bisschen traurig, dass mein Koffer schon voll war ...

Rialto Living

Rialto Living wird als Mallorcas wichtigster Lifestyle Store bezeichnet. Und ja, hier gibt es wirklich alles: Mode, Möbel, Accessoires, Bücher, einen kleinen Blumenladen, eine feine Auswahl von Kosmetik und Schmuck und natürlich jede Menge Keramik und Textilien. Sogar eine kleine Kunstgallerie findet man im Obergeschoss.

Es lohnt sich also auf jeden Fall, einen Blick hineinzuwerfen. Die Fashion Abteilung konnte mein Herz nicht erobern, aber in der Home-Abteilung kann man sich gut austoben. Einziges Problem? Zu kleine Koffer und Gewichtsbeschränkungen beim Gepäck!

Bazaar Palma

Im Vergleich zum Rialto Living Store ist Bazaar Palma eine kleine Schuhkiste. Dafür aber die liebevollste und fein kuratierteste kleine Box, die ich je gesehen habe. Hier gibt es nur Wohn-Accessoires, also Keramik, Handtücher, Kissen, Besteck, Tassen, Kerzen. Ein wunderschöner Ort, um die nächsten festlichen Dinner zu planen, sich in Sachen Tischdeko überraschen zu lassen oder für Freund*innen und Familie kleine Mitbringsel zu kaufen.

Hotels

Wir haben auf Mallorca in keinem Hotel geschlafen, sondern die schönste kleine Finca per Airbnb gebucht. Und weil ihr so oft nachgefragt habt, habe ich sie euch hier verlinkt. (Ich möchte aber auch nochmal dort urlauben, also bitte bucht nicht alles für die nächsten Jahre aus haha). Die Hotel-Tipps habe ich allesamt von Bekannten oder Freund*innen erhalten – oder es sind Neueröffnungen, die ich auf meiner eigenen Bucket-List habe.

Bikini Island & Mountain Hotel

„Life is better in Bikini“, das ist der Slogan des Bikini island & Mountain Hotels auf Mallorca. Und nicht nur das Design, ein bisschen Bohème, ein bisschen Jetset, ein bisschen Hippie, überzeugt, sondern auch die Lage. Das Hotel liegt in den Bergen von Port de Sóller, sprich auf der einen Seite gibt es den Blick in den Hafen und einen Sandstrand, auf der anderen Seite sind steile Felsklippen und tolle Restaurants.

Auf der Dachterrasse findet ihr das Neni Mallorca, die Zimmer sind allesamt wunderschön eingerichtet. Aber Achtung, es ist ein Adults Only Hotel und Kinder sind erst ab 14 Jahren willkommen!

Hotel Cappuccino

Das Hotel Cappuccino kennt ihr ja bereits als Food Empfehlung, aber natürlich kann man dort auch nächtigen. Und zwar richtig gut. Das Luxushotel liegt wirklich im Zentrum von Palma de Mallorca und ist im französischen Stil vom Pariser Innenarchitekten Jacques Grange eingerichtet worden.

Neben dem Café im Erdgeschoss gibt es noch eine japanische Sushi Bar, aber mein eigentliches Highlight ist der Pool auf dem Dach. Klein, aber sehr fein!

Can Alomar Urban Luxury Retreat

Das Can Alomar ist ein Boutique Hotel der etwas klassischeren Art. Es liegt ebenfalls im Zentrum von Palma de Mallorca und die Zimmer sind deutlich gediegener, dafür aber eben auch schlichter und erwachsener eingerichtet. Auch hier ist ein japapanisches Restaurant integriert, es gibt ebenfalls einen kleinen Pool auf dem Dach. Trés chic!

Concepció by Nobis

Das Concepció by Nobis ist brandneu und hat erst im Sommer dieses Jahres seine Türen für die Gäst*innen geöffnet. Es liegt dort, wo die Altstadt auf den Gastro-Bezirk Santa Catalina trifft und ist in einem historischen Gebäude von 1576 untergebracht.

Mit 31 Gästezimmern und Suiten ist es relativ klein, aber dafür wunderschön eingerichtet. Natürlich gibt es ein hauseigenes Restaurant, einen Pool und für das Design zeichnet sich ausnahmsweise mal kein Spanier oder Pariser verantwortlich, sondern die Architekten Helena Toresson und Gert Wingårdh vom Büro Wingårdh.

Das führt dazu, dass die Möbel auch von skandinavischen Brands stammen, die Betten sind maßgefertigt von Gemla, die Sessel von Carl Hansen und die Leuchten von Örsjö. Aufmerksame Design-Liebhaber*innen finden noch weitere Brands wie Flos, Hay und Artek.

Die BEIGE Maps zum Herunterladen fürs Handy:

Dieser Artikel ist Werbung, da er Markennennungen enthält.

  • Fotos
    Marie Jaster

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