Irritierte Haut adé – Unsere SOS-Tipps bei Hautirritationen

Rötungen, Pickel, Juckreiz: Hautirritationen sind kein Spaß. Das weiß Sarah aus erster Hand. Deswegen hat sie die ultimativen Tipps zur Linderung für euch parat

Eigentlich müsste ich es doch besser wissen, oder? Ich predige meiner Familie, Freunden und auch Fremden im Internet, dass man es bloß nicht mit den aktiven Wirkstoffen, sprich Vitamin A-Derivaten (Retinol), Vitamin B3 (Niacinamide) oder verschiedenen Säuren (BHA/AHA), übertreiben sollte. Denn das könnte viel mehr Schaden anrichten, als der Haut nutzen. Und was mache ich? Ich benutze innerhalb von vier Tagen zwei verschiedene Säuren, zwei Retinole und ein Niacinamid. Bunt gemischt, morgens und abends. Das Resultat? Ich konnte mich von meiner vorher intakten Hautbarriere verabschieden. Anstatt ausgeglichener Haut brannte sie nun und glühte hellrot. 

Über-sensibilisierte (was ein Wort) Haut tritt aber nicht nur auf, wenn wir zu viel des Guten benutzen. In welcher Form Hautirritationen aufkommen können, was mögliche Ursachen sein könnten und – am allerwichtigsten – wie ihr das Problem in den Griff bekommt, erfahrt ihr bei uns.

Wie kann irritierte und gestresste Haut überhaupt aussehen?

Das kann ganz unterschiedlich ausfallen: die Haut kann richtig rot werden, brennen, spannen, wirkt ganz unruhig und hat eventuell ein paar „Hubbel”, manchmal kommt Juckreiz hinzu. Irritationen treten aber nicht nur in Form von Rötungen auf, sondern können auch zu Pickeln, Ekzemen oder anderen Entzündungen führen. Dies können alles Anzeichen dafür sein, dass die Hautbarriere massiv gestört wurde. Zurzeit flattern recht viele Nachrichten in mein Postfach, die genau diese spannende und gereizte Haut beschreiben. Ihr fragt euch vielleicht, wieso gerade jetzt?

Woher kann das kommen?

Der Jahreszeitenwechsel kann unserer Haut ziemlich zusetzen. Wir freuen uns zwar über die wärmeren Tage, Sonnenschein und die blühende Natur, aber für einige von uns beginnt die Zeit von permanent laufenden Nasen und tränenden Augen: Gruß geht raus an alle von Allergie geplagten Leidensgenoss*innen. An diesen Tagen sind besonders meine Augenlider und auch der Bereich um die Lippen rot und angeschwollen und brennen, ohne dass ich etwas mache.

Beim Wechsel von Sommer auf Herbst sind es weniger die Pollen, als die rapide sinkenden Temperaturen und trockene Umgebungsluft, die die Haut dann angreifen, nebst der alltäglichen Umwelteinflüsse wie Feinstaub, Stress etc.

In meinem Fall war es die „falsche” Hautpflege oder eher zu viel von bestimmten Aktivstoffen, die viel in der Haut arbeiten. Im Englischen heißt das Ganze Over-Exfoliation, da die ganzen Peelings, Säuren etc. mit der wir rosige Haut zum Vorschein bringen wollen und im Kern Haut „abtragen”, unsere Haut dünner macht und die Hautbarriere angreift.

Wir setzen unserer Haut konstant einem gewissen Stress-Pegel aus, der sie gelinde gesagt auf Trab hält. Wenn dann noch ein Trigger hinzukommt, kann die Balance schnell kippen.

Was kann ich tun?

Die erste Regel in so einem Fall lautet: erst einmal NICHTS machen. Alle Aktivstoffe absetzen. Das bedeutet, dass ihr eure The-Ordinary-Fläschchen für eine Weile stehen lassen könnt, denn ihr solltet eure Hautpflege-Routine auf das Minimum reduzieren. Das bedeutet Reinigung, ein Serum oder eine Pflege, die eure Haut bzw. eure Hautbarriere wieder aufbaut und Sonnenschutz. Eure nun empfindliche Haut verträgt viele Stoffe nicht, die ihr vorher problemlos benutzt habt. Das heißt kein oder wenig Alkohol, Parfum, ätherische Öle, denn diese sind potenziell reizend.

Was hilft?

In dieser Zeit setze ich auf viel Ruhe und milde Formulierungen. Ceramide, Panthenol (Provitamin B5) und auch der hautberuhigende Inhaltsstoff Centella Asiatica (Cica) stehen nun auf dem Speiseplan für die Haut. In akuten Fällen hilft aber erst einmal eins: Zink. Eine Zinksalbe gehört in jedes Badezimmerschränkchen, denn sie hilft nicht nur beim Abheilen von Schürfwunden, sondern beruhigt Rötungen, Irritationen oder Pickel. Meine Zinksalbe, wie auch ein paar weitere Helfer, stehen gerade auf meinem Nachttisch, um sie immer griffbereit zu haben.

Nach der Akuthilfe geht es daran, mild-formulierte Produkte ohne viel Schnickschnack zu benutzen. Ich benutze gerne ein Öl zum Abschminken, was sich gut abwäscht. Da gibt es viele Ausführungen aus der Drogerie oder High End. Mein Drogerie-Favorit ist und bleibt Balea. Mein Alltagsfavorit ist das Light Work Cleansing Oil von Pai Skincare. Da der Cleanser nicht lange auf der Haut bleibt, ist etwas Duft meiner Meinung nach nicht so schlimm. 

Um die Haut wieder auf Kurs zu bringen, braucht meine trockene Haut eine reichhaltige Pflege. Schockverliebt habe ich mich in die Londoner Marke A. Florence Skincare, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Produkte für Sensitized Skin anzubieten. Die komplette Linie ist darauf ausgelegt. Um die Haut wieder aufzubauen, empfehle ich ganz klar die Skin Rehab Rich Cream – super nährend, sehr beruhigend, für entzündete Haut konzipiert. Es gibt sie auch in einer Light-Variante. Beide enthalten 2 Prozent Ceramide, die die Haut wieder aufbauen. Das können sie so gut, da unsere Haut zu einem Großteil aus Ceramiden besteht. Tagsüber setze ich auf leichte Öle wie das Light Fantastic Oil von Pai Skincare (duftstofffrei) oder auch Mono-Öle wie Squalan, Traubenkernöl (enthält viele Ceramide und ist gut verträglich). 

Im Allgemeinen empfehle ich Cremes, die Urea, Allantoin und Panthenol enthalten, da sie die Haut wieder beruhigen und Irritationen lindern. Aus der Apotheke finde ich persönlich La Roche Posay und ihre Cicaplast und Toleriane-Reihe super. Aber auch die Drogerie hat einige erstklassige Produkte, die eurer Haut guttun: Wer etwas Leichteres in der Textur mag, wird bei Isana Med fündig; das Akutpflege-Serum mit 5 Prozent Urea zieht sehr gut und schnell ein und hinterlässt keinen klebrigen Film. Auch der Körper kann unter akuten Hautirritationen und Juckreiz leiden, wie wir Neurodermitiker wissen. Gute Dienste hat mir da der Lipikar Baume von La Roche Posay erwiesen. Hinterlässt ein weiches Hautgefühl, zieht gut ein, duftet nach nichts – sogar mein Freund benutzt es. Schön finde ich, dass die Marke nun auch immer mehr auf recyceltes und plastikfreies Packaging setzen möchte.

Der Sonnenschutz sollte auch kein Ethanol enthalten, duftstofffrei sein und reichlich benutzt werden. Die neue Formulierung der Josh Rosebrook Nutrient Day Cream erfüllt da alle Kriterien. Eine wunderbare Textur, die sich super verteilen lässt. Ein Dauerbrenner ist natürlich die Anthelios Sonnencreme von La Roche Posay, die auch Skincare-Queen Caroline Hirons empfiehlt. Ganz neu eingezogen ist das günstige Sonnenfluid der Rossmann Eigenmarke Sun Ozon, was ich für auf Wunsch meiner Mama teste. Lässt sich leicht verteilen, macht keine Würstchen, weißelt nicht ergo empfehlenswert!

Um das Mikrobiom langfristig wieder aufzubauen, sollte man der Haut mindestens zwei eher vier Wochen oder länger geben. Erst dann kann man wieder aktive Inhaltsstoffe in die Hautpflege-Routine einbauen, aber diesmal schön langsam und mit Bedacht, ne?!

Wie kann ich Irritationen vorbeugen?

Retinoide und Säuren sind ganz fabelhafte Inhaltsstoffe, die ich aus meiner Routine nicht wegdenken mag, denn die Performance haut mich immer wieder um: weiche Haut und ein ebenmäßiger Hautton begrüßen mich morgens nach dem Aufstehen. Doch ist es wichtig bei der Einführung jener aktiven Wirkstoffe erstmal klein anzufangen. In dem Zusammenhang bedeutet klein anfangen, erst einmal niedrige Konzentrationen in eure Hautpflege-Routine einzuführen und sich langsam zu steigern. Das gilt auch für die Häufigkeit der Anwendung von eben jenen Stoffen. Von einmal die Woche bis dreimal die Woche ist alles drin, aber ihr solltet ganz genau auf eure Haut und ihre Bedürfnisse hören; mehr ist nicht immer mehr.

Manchmal ist es doch besser, der Haut eine Pause zu gönnen. Ein weiterer Tipp wäre es gezielt Ceramide in Form einer Nachtcreme oder eines Serums mit in die Routine einzubauen, um die Haut gezielt zu nähren und die Hautbarriere aufzubauen und trotzdem von den Vorteilen eurer geliebten Aktivstoffe zu profitieren.

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