Houston, we have a(nother) problem - Die Umzugskolumne Teil 5

Friede, Freude, Eierkuchen? Auch im neuen Teil der Wohnungskolume von Marie wird es spannend

Ehrlich gesagt musste ich mir den letzten Teil der Wohnungskolumne noch einmal durchlesen, um zu wissen, auf welchem Wissensstand ich euch zurückgelassen habe. Nachdem die bisherigen Teile eher immer einem Psychothriller glichen und mein gesamtes Umfeld (zu Unrecht) um meine Beziehung bangte, beruhigte ich euch im letzten Teil. Wir sind auf einem guten Weg, jetzt können wir uns in Sachen Instagram-Interior und -Einrichtung Gedanken machen. Doch wie das immer so ist, wenn man sich sicher wiegt, dann erwischt es einen von der Seite und man kommt ordentlich ins Taumeln.

Ein Schritt voraus, zwei Schritte zurück – Die Küche

So geschehen in Sachen Küche. Mit Reform dachten wir, endlich in sicheren Gewässern angekommen zu sein. Bis das Unwetter in Form eines weißen Ikea Lieferwagens anrauschte und die Lieferung der Küchenmöbel aufgrund eines fehlenden Parkplatzes (mitten in Berlin mit Parkraumbewirtschaftung) verweigerte. Die Küche fuhr also vor meinen Augen wieder weg und das, obwohl ich mir extra den ganzen Tag freigenommen hatte und zuhause auf glühenden Kohlen saß. Meine Laune an dem Tag könnt ihr euch vorstellen. Dadurch geriet unser ganzer Zeitplan durcheinander. Der Montagetermin der Küche musste abgesagt und Parkverbotsschilder organisiert werden. Also doppelte Lieferkosten plus Schilder. Na super. Ich freundete mich ziemlich schnell mit dem Gedanken an, weiter im Bad abzuspülen, mein Leben lang One-Pot-Gerichte auf einer tragbaren Herdplatte zuzubereiten und nie wieder einen großen Kühlschrank zu besitzen. Der nächste Liefertermin war zwei Wochen entfernt, der Montagetermin noch viel weiter.

Als dann an einem Morgen auch noch Reform anrief und den späteren Montagetermin absagte, war der Frust unendlich groß. Doch wenigstens sind wir uns dank der langen Planungszeit endlich sicher, wie unsere Küche aussehen soll. Ich verrate nur so viel, um den Spannungsbogen zu halten: Es wird beige! Eine Farbe, die ich am Anfang des Umzugs wirklich gar nicht auf dem Schirm hatte – meine Traumküche sollte zart rosa werden – aber sie mit jedem Kompromiss mehr, den wir für die Küche machen mussten, immer mehr lieben gelernt habe. Kurz gesagt: Die Küche hat einige Streits verursacht, schlaflose Nächte, Wutausbrüche, aber am Ende, das weiß ich jetzt, wird sie es wert sein.

Baustelle fertig – Kleiderschrank

Besser sieht es dagegen im Schlafzimmer aus. Das Projekt Kleiderschrank wurde erfolgreich abgeschlossen, dank unseres sehr motivierten Schreiners Norbert. Der opferte zwei Wochenenden für uns und zack, schon war der Einbauschrank fertig. Damit stelle ich übrigens kurz mal fest, dass ein maßgefertigter Schrank keineswegs unbezahlbar ist. Das Geheimnis? Pax als Grundlage nehmen, dann modifizieren, modifizieren, modifizieren. Wir ließen zum Beispiel die weißen Pax Fronten in einen zarten Haferton umlackieren, passend zu unserer Wandfarbe, bestellten die Griffe bei Superfront (seit meiner letzten Küche mein Favorit in Sachen Griffe), halbierten weitere Paxschränke und ließen sie bis unter die Decke stapeln. Kleines Extra: Unsere Steckdosen, die eigentlich auf Nimmerwiedersehen hinter der Schrankwand verschwunden wären, legte uns Norbert nach vorne und passte sie in die Blende ein. Somit haben wir immer noch vier Steckdosen für eventuelle Lampen und weiteren Elektrokrams.

Endlich ist der Kleiderschrank also zu, das Chaos (obwohl, so schlimm ist es gar nicht) hinter den Türen versteckt und der Staub besiegt. Wonach wir aber immer noch suchen: eine lange (!) Kleiderstange aus Messing. Tipps?

Was ich mich ansonsten in Sachen Schlafzimmer frage? Ja, wir haben einen riesigen Kleiderschrank und ja, wir teilen ihn. Deswegen haben meine Handtaschen noch kein Zuhause in meiner Reichweite gefunden (denn oben im Schrank ist Platz, aber ich muss ja täglich an sie ran...). Momentan hängen sie über einem Garderobenständer, aber ich habe auch ein paar Modelle, die zu groß dafür sind. Habt ihr Ideen für schönen Stauraum, der nicht ganz so prägnant im Raum ist?

Große (und teure) Pläne fürs Arbeitszimmer

Eigentlich hatten wir mit dem Arbeitszimmer erstmal abgeschlossen. Mein Freund hat uns ein maßgefertigtes Sideboard designt und gebaut, sein alter Esstisch aus Bohlen war als Arbeitstisch erstmal okay, wenn auch wegen der groben Oberfläche nicht ideal. Wie das manchmal so ist, Zufälle gibt es und eine gute Freundin musste ihre Firma auflösen, inklusive Mobiliar. Seitdem haben wir jetzt den idealen riesigen Arbeitstisch. Er ist von Neo/Craft, dem Berliner Möbellabel von Sebastian Scherer. Mit zwei Kabelkanälen ist er eigentlich ein klassischer Konferenztisch, aber für uns genau richtig. Schließlich vereinnahme ich mit dem Beige Homeoffice ja schon die Hälfte des Tisches. Upsi! Die rosa Platte aus Linoleum und die weißen Beine machen ihn trotz seiner Größe luftig und leicht und lassen den Raum nicht kleiner wirken.

Dazu haben wir unsere dunklen Vitra Eames Fiber Glass Chairs gegen Vitra Eames Aluminium Chairs aus cremefarbenem Leder getauscht (Erbstücke oder wie meine Mama sagt: „Dauerleihgaben“ by the way) und schon wirkt das Zimmer um einiges professioneller und sieht mehr nach erwachsenem Büroleben aus. Was meinen langen Homeoffice Tagen sehr entgegenkommt.

Was uns in diesem Zimmer jetzt noch fehlt? Der Mut, Bilder an die Wand zu hängen und der richtige Spiegel! (Warum sind große Exemplare immer gleich soooo teuer?) ebenso wie zwei geschlossene Sideboards. Ich träume von weißem USM! In meiner Vorstellung stehen auf dem Sideboard dann noch die Panthella Tischleuchten von Louis Poulsen. Träumen darf man ja wohl noch!

Ach ja, ich frage euch gleich noch etwas: Wer hat einen Tipp, wo man alte Vitra Stühle bezahlbar wieder aufarbeiten lassen kann? Mein Schreibtischstuhl hat ein Hydraulik-Problem und lässt sich in der Höhe nicht mehr verstellen.

Entspannt im Wohnzimmer

Tatsächlich ist das Wohnzimmer das Zimmer, um das ich mir am wenigsten Sorgen mache. Hier wird sich alles schon ergeben, wenn erstmal die ganzen Kartons mit Küchenmöbeln verschwunden sind, die letzten Umzugskartons ausgepackt sind und wir Zeit haben, den großen Raum in seiner Leere mal auf uns wirken zu lassen. Aber klar, auch hier verrate ich euch meine Pläne für die Weltherrschaft unter den Wohnzimmern. Ein zweites Sofa muss her, ein Couchtisch, mein rosa Regal von Ferm Living muss weitergeführt werden. Apropos. Liebes Ferm Living, wie kann man denn bitte bei einem so teuren Regal die Farbe nach einer Saison aus dem Programm nehmen? Das finde ich wirklich unverschämt! Jetzt bin ich unter Zugzwang und muss schnell kaufen, obwohl teuer und kein Geld. Dabei dachte ich doch mit dem Punctual Shelving System habe ich einen Freund fürs Leben gefunden, den ich immer wieder erweitern kann – über Jahre und nicht über Monate!

Ansonsten auf der Wunschliste: eine knallige Wandfarbe und ein Esstisch. Am liebsten einen aus der Pedestal Collection von Eero Saarinen. Jaja, ich weiß, ich habe hohe Ziele. Für irgendwas im Leben muss man ja auch arbeiten.

Fazit: Wir leben!

Wir leben, haben uns weder getrennt noch mit Gegenständen nach dem anderen geschmissen. Stattdessen werden wir immer besser darin, lösungsorientiert zu entscheiden und nicht alles persönlich zu nehmen. Ich habe gelernt, dass Geduld die Mutter aller Umzüge ist und ich nun mal nicht in zwei Minuten die perfekte Küche und den begehbaren Kleiderschrank haben werde. Eines der zwei großen Projekte in unserer Wohnung ist abgeschlossen: die Schrankwand. Da kann ich schonmal erleichtert aufatmen. Das zweite, die Küche, haben wir heute in Angriff genommen. Und ich hoffe, beim nächsten Teil der Wohnungskolumne kann ich sie euch fertig präsentieren. Nächste Woche gibt's dann einen live Einblick in meine aktuelle Wunschliste in Sachen Interior. Auf was spart ihr denn gerade? Kommentiert doch mal, das interessiert mich gerade sehr!

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    Janine Sametzky

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