Perfekt eingerahmt

Alles, was ihr über Bilderrahmen wissen müsst - mit Frameworks Berlin

Wenn ich an Bilderrahmen denke, habe ich immer noch meinen ehemaligen Kunstlehrer im Ohr, der mahnt: „Einen guten Rahmen nimmt man gar nicht wahr. Er stellt das Bild in den Vordergrund und verschwindet daneben.“ Wenn man sich in den zeitgenössischen Galerien so umsieht, könnte man ihm durchaus zustimmen: Oft reihen sich dort haufenweise schlichte, weiße oder schwarze Rahmen aneinander, die meist nur aus dünnen Leisten bestehen und selten ins Auge fallen.

Die Legende vom „unsichtbaren Rahmen“ klingt natürlich sau cool: Wie ein kantiger Bodyguard bleibt er im Hintergrund, bietet dem Bild gleichzeitig aber Schutz und Sicherheit. Nun ja, ganz so einfach ist es nicht. Der Rahmen war nicht immer nur unauffälliger Supporter und hat durchaus unsere vollste Aufmerksamkeit verdient. Denn obwohl er häufig übersehen wird, hat er im Laufe der Jahrhunderte eine spannende Entwicklung durchgemacht.

Warum werden Bilder eigentlich eingerahmt? 

Ursprünglich kommt der Rahmen aus der Kirchenkunst. Das ist nicht sonderlich verwunderlich, da man Gemälde früher lediglich im Innenraum von Gotteshäusern bewundern konnte. Dort wurden Wandbilder und Reliefs mit Säulen oder Leisten eingefasst, der Rahmen war also Teil der Architektur und bestand meistens aus Stein. 

In der Zeit der Gotik änderte sich die Bauweise der Kirchen und große Fenster durchzogen die Wände. Dadurch gab es natürlich weniger Platz für Wandmalereien, die kurzerhand in den Kirchenraum wanderten. Dort umringten die Heiligenbilder zum Beispiel den Altar und wurden zur Stabilisierung eingerahmt, nun immer häufiger mit Holzrahmen, die bemalt oder vergoldet wurden. Dabei war jeder Rahmen mühevoll von Hand gefertigt, speziell auf das Kunstwerk angepasst und aufwändig verziert.

Woher kommt der goldene Rahmen?

Was uns heute opulent erscheinen mag, war früher Gang und Gäbe: Die schimmernden Verzierungen des Rahmens sollten den Goldgrund, also die goldene Grundierung der Altarbilder, ergänzen. Die mit Schnörkeln und Ornamenten verzierten Barockrahmen charakterisierten Göttlichkeit und Erhabenheit und verdeutlichten den Wert des Bildes. In der Renaissance zog der Rahmen auch in private Haushalte ein, reiche Bürger*innen und Adlige zeigten ihre prunkvoll gerahmten Familienportraits im eigenen Heim. Rahmen besaßen also mittlerweile eher dekorativen als architektonischen Charakter, schützten das Bild aber auch vor Schäden und Umwelteinflüssen.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Bilderrahmen immer häufiger maschinell hergestellt, handgefertigte Rahmen galten als Luxusprodukt. Auch der Geschmack begann sich zu ändern: Während der Gründerzeit wurden schlichte, unauffälligere Rahmen immer beliebter. Obwohl Jugendstilrahmen häufig feingliedrig und floral waren, ging der Trend in Richtung Klarheit. Die Fotografie hatte daran einen wichtigen Anteil. Häufig entschied das Motiv des Kunstwerks darüber, wie der passende Rahmen auszusehen hatte. Das gilt bis heute: Die Wirkung des Bildes kann durch den Rahmen stark beeinflusst werden.

Auch Passepartouts kamen immer mehr in Mode: Die Kartonumfassungen von Grafik oder Fotografie erfüllten gleich mehrere Funktionen. Zum einen konnten kleinere Bilder in großen Rahmen angemessen präsentiert werden. Zum anderen stellten Passepartouts einen kleinen Abstand zwischen dem Bildträger und einer möglichen Verglasung her und schützten so das Bild zusätzlich vor Umwelteinflüssen.

Heute werden Gemälde häufig ohne Rahmen oder mit Schattenfugenrahmen ausgestellt, die das Bild zwar einfassen, die Kanten jedoch sichtbar lassen. Dadurch wird der Bildträger vor Reibung geschützt und das Bild komplett gezeigt. Rahmen sind zum industriell gefertigten Massenprodukt geworden und bestehen meist aus Holz, Metall oder Kunststoff. Standardisierungen in Rahmen- und Passepartoutmaßen sind gängige Praxis. Trotzdem gibt es sie natürlich: Manufakturen, die Bilderrahmen handwerklich herstellen und Kunstwerke je nach Geschmack in Szene setzen. 

Für die Klärung aller weiteren Fragen haben wir uns professionelle Hilfe geholt: Barbara Fellmann und Claire D’Orsay stehen uns im Kurzinterview Rede und Antwort. Zusammen führen die beiden die 2014 gegründete Rahmenmanufaktur Frameworks Berlin, in der sie maßgefertigte Bilderrahmen und individuelle Beratung anbieten. Noch dazu ist Frameworks Berlin ein nachhaltiges Unternehmen: Die Rahmen entstehen in Handarbeit und werden aus recycelten Materialien und Holz aus dem Umland hergestellt. Hier ist jedes Stück ein Unikat.

Hallo, ihr beiden. Woran erkennt man in euren Augen einen guten Rahmen?

Es gibt einen Trick: Schau dir die Ecken an! Wenn sie auseinander gehen, kaputt oder wackelig sind oder nicht richtig über Eck gearbeitet sind, bringt es nichts den Rahmen zu kaufen. Es ist zwar toll, wenn der Rahmen aus Vollholz ist und man ihn mit Werkzeug reparieren kann. Aber man kann einen guten Rahmen nicht einfach zusammenkleben. In dem Moment lohnt es sich, mehr Geld auszugeben um ein nachhaltiges Produkt zu kaufen. 

Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Rahmenproduktion?

Nachhaltigkeit bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Holz upcylced ist. Für uns heißt Nachhaltigkeit, dass der Rahmen ordentlich gebaut ist, die Kunst schützt und man ihn langfristig genießen kann. Wir verwenden zum Beispiel Stahl statt Aluminium, weil es nicht so schnell kaputtgeht oder sich verbiegt. Nachhaltig heißt Glas statt Plexiglas, weil es nicht so schnell verkratzt. Upcycled Holz statt neuem Holz. Handgefertigt statt Ikea, weil es länger hält.

Gibt es aktuelle Trends im Rahmenbau?

Farbe, nachhaltige Materialien und Handarbeit. Wir haben so lange darauf gewartet! 

Foto: Frameworks Berlin

Sollte ein Rahmen für sich stehen oder in den Hintergrund treten?

Die Frage hängt stark von den Trends und der Geschichte ab. Das merkt man, wenn man historische Bilderrahmen mit modernen vergleicht. Massive, vergoldete und opulente Rahmen waren 900 Jahre lang die Norm. Im Gegensatz dazu waren die Rahmen in der Zeit zwischen 1860 und 1970 sehr minimalistisch. In dieser Zeit entstand der „moderne” Rahmen, in Schwarz, Weiß oder aus Naturholz. Man versteht den schlichten Galerierahmen heutzutage als normal, aber eigentlich sind diese Rahmen sehr außergewöhnlich in der Geschichte der Rahmen und der Kunst. 

Was macht Frameworks als Rahmenmanufaktur besonders?

Ob der Rahmen nun für sich steht oder in den Hintergrund treten soll, hängt von den Wünschen und Vorstellungen der Kund*innen ab. Bei der Maßanfertigung gibt es keinen Standard und es gibt kein richtig oder falsch. 

Bei unseren einzigartigen, aus recyceltem Holz hergestellten Rahmen steht das Produkt natürlich ganz klar im Mittelpunkt. Aber bei uns ist alles möglich: Ob nun die Kunst im Vordergrund stehen darf oder der Rahmen mit dem Kunstwerk zusammen wirken soll - das ist alles kein Problem.

Foto: Frameworks Berlin

Das Team von Frameworks Berlin arbeitet außerdem mit lokalen Künstler*innen und Galerien zusammen und bietet daher einzigartige, gerahmte Kunstwerke an. Guckt doch mal in ihrem Onlineshop vorbei.

Alternativ könnt ihr auch einen Gutschein für einen Rahmenbau-Workshop erwerben und selbst Hand anlegen:

Weitere Tipps für tolle Läden, in denen ihr in Berlin Rahmen, Veredelungen oder Passepartouts bekommt, haben wir hier für euch zusammengestellt:

Dieser Artikel ist Werbung, da er Markennennungen enthält.

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