Mit Stolz gegen Vorurteile – der Dokumentarfilm „Draußen“

Im Gespräch mit Johanna Sunder-Plassmann, einer der beiden Regisseurinnen der gefeierten Dokumentation

In einer sehr zarten Szene des Dokumentarfilms „Draußen“ von den Regisseurinnen Johanna Sunder-Plassmann und Tama Tobias-Macht sitzen Peter und Sergio nebeneinander auf den Steinplatten zwischen einer Wiese. Der eine im Schneidersitz, der andere vornübergebeugt, beschriften sie mit einer irgendwie rührenden Ernsthaftigkeit ihre Pappschilder, auf denen sie um Almosen betteln. Ein wenig fühlt man sich als Zuschauer*in an Gruppenarbeiten in der Schule zurückerinnert – nur um dann zu merken, dass diese Szene alles andere als ein lustiges Projekt ist.

Denn den Titel des Dokumentarfilms „Draußen“ kann und muss man zweideutig interpretieren. Die vier Protagonisten, die Junkies Peter und Sergio, der Überlebenskünstler Matze und der grauhaarige Elvis, leben draußen. Sie schlafen in Unterführungen, im Wald oder auf der Straße. Und sie sind Ausgestoßene der Gesellschaft. Früh vom Weg abgekommen und nie wieder die richtige Auffahrt gefunden, leben die vier Männer in einer Parallelwelt, die nichts mit unseren Regeln und Normen gemein hat.

Es sind ruhige und unaufgeregte Bilder, die uns in das Leben der vier Männer eintauchen lassen und die uns sanft an die Hand nehmen, ohne uns dabei in eine vorbestimmte Richtung zu zerren. Was wir sehen, bleibt ohne Wertung und was erzählt wird, wird nicht kommentiert. Den zwei Absolventinnen der Kölner Kunsthochschule für Medien ist mit ihrem Debütfilm „Draußen“ somit ein Spagat gelungen, den viele Formate nicht schaffen (oder nicht schaffen wollen), wenn es um das Thema Obdachlosigkeit in Deutschland geht. Ohne Zeigefinger oder Sensationsgier bekommen wir einen tiefen, intensiven und ehrlichen Einblick in vier sehr unterschiedliche und doch erschreckend ähnliche Schicksale. Sergio, Peter, Matze und Elvis erzählen ihre Geschichten schonungslos, pragmatisch und gleichzeitig voller Würde.

Die wenigen persönlichen Gegenstände, die sie besitzen, werden von Johanna Sunder-Plassmann und Tama Tobias-Macht auf fast sakrale und museale Weise in Szene gesetzt – ganz gleich, ob es sich dabei um Fotografien aus einem früheren Leben oder Spritzbesteck handelt. Diese wenigen Habseligkeiten sind es, aufgeladen mit Erinnerungen, über die wir uns dem Dasein der vier Männer nähern.

„Draußen“ wurde unter Sendebeteiligung von Arte und WDR gedreht und von der Filmstiftung NRW finanziell unterstützt. Seit dem 30. August ist die Dokumentation in den Kinos.

Ich habe eine Hälfte hinter dem spannenden und gelungenen Projekt zu fassen bekommen und mit Johanna Sunder-Plassmann im Interview über die über einjährige Arbeit hinter „Draußen“, Obdachlosigkeit in Deutschland und darüber, wie es Peter, Sergio, Elvis und Matze heute geht, gesprochen.

Beige: Woher hattet ihr die Idee für euren Dokumentarfilm „Draußen“ und wie seid ihr an die Umsetzung herangegangen?

Johanna Sunder-Plassmann: „Draußen“ ist unser Debütfilm und komplett unabhängig von unserer Hochschule entstanden. Tama, meine Regie-Kollegin, hat sich viel und intensiv mit den Themen Heimat und Identität auseinandergesetzt. Sie kommt aus Israel und hat daher einen etwas anderen Blick auf das Leben in Deutschland. Sie hat kurze Dokumentarfilme über verschiedene Häuser gedreht. Ihren letzten Film drehte sie in einer großen Villa, in der zwei Frauen wohnen. Tama hat die beiden Frauen ausschließlich über das Haus porträtiert. Das war ihr Konzept.

Hast du ebenfalls schon vergleichbare Filme gemacht?

Ich habe für meinen Hochschulabschluss einen langen Dokumentarfilm über Sammler gedreht. Der Fokus lag sehr stark auf den Gegenständen der Menschen und was sie über unsere Gesellschaft aussagen. Tama kam auf die Frage, ob man ohne eigene vier Wände eigentlich etwas besitzt, was etwas über einen selbst erzählen kann. Das war die erste Idee und wir haben angefangen das Konzept zu schreiben und zu recherchieren. Dass wir über die Gegenstände gehen wollen bei unserem Film, war von Anfang an klar.

Wo habt ihr angesetzt als ihr beschlossen habt, dass ihr euren Film über obdachlose Menschen drehen möchtet?

Zuerst haben wir versucht, alles mögliche über dieses Thema zu lernen. Wir wussten sehr wenig darüber, obwohl wir täglich mit Obdachlosigkeit konfrontiert werden. Wir haben uns an die Anlaufstellen für Obdachlose in Köln gewandt und sind an die dortigen Mitarbeiter mit der Idee zu unserem Filmprojekt herangetreten. Die sind bei solchen Anfragen von Filmteams oder Fernsehsendern immer sehr vorsichtig. Die Anlaufstellen sollen geschützte Räume für die obdachlosen Menschen sein. Als sie aber gemerkt haben, dass wir uns sehr intensiv mit dem Thema beschäftigen wollen und es erst mal um Recherche geht, haben sie unser Projekt unterstützt.

Inwiefern haben die Mitarbeiter der Anlaufstellen euch hier unter die Arme gegriffen?

Wir durften uns in den Anlaufstellen aufhalten, dort Kaffee trinken. Sie haben uns auch aktiv mit den Obdachlosen bekannt gemacht. Irgendwann hat sich eine Eigendynamik entwickelt, die Leute kamen also von sich aus auf uns zu und wir wurden sozusagen weiter gereicht. Wir haben wahnsinnig viele, lange und intensive Gespräche geführt. Alles ohne Kamera und ohne Aufnahmegerät. Für diese Gespräche, das Kennenlernen, haben wir uns über ein Jahr Zeit genommen. Mit einigen Obdachlosen haben wir die Platten besucht und sie uns zeigen lassen. Platten nennen sie ihre eigenen Schlafplätze. Im Endeffekt haben sich unsere vier Protagonisten für uns entschieden und nicht wir uns für sie. Es war uns wichtig zu wissen, dass sie es wirklich wollen, weil wir wussten, dass der Dreh sehr arbeitsreich und intensiv wird. Wir hätten aber noch viele mehr porträtieren können. Da hat sich eine ganze Welt aufgetan.

Wie viele Tage die Woche und Stunden am Tag habt ihr euch in der Vorbereitungsphase bei den Menschen aufgehalten?

Es war sehr unterschiedlich, aber wir waren mehrmals pro Woche und insgesamt über ein Jahr vor Ort. Manchmal haben wir uns nur eine halbe Stunde getroffen, manchmal länger. Es hat variiert, aber mehrmals die Woche ein paar Stunden fasst es gut zusammen.

Wie verabredet man sich dann? Habt ihr immer neue Termine am Ende der Treffen abgemacht?

Genau, wir haben einfach immer direkt die neuen Treffen vereinbart. Oft besitzen die Obdachlosen zwar Handys, dennoch ist es gar nicht so einfach sich ohne Kalender und feste Zeiten Termine zu merken, die erst in zwei oder drei Wochen sind. Wir haben aber wirklich nie erlebt, dass irgendjemand nicht kam! Das war völlig erstaunlich. Alle waren immer total pünktlich und motiviert.

Hat es denn bei den Obdachlosen auch eine Weile gedauert, bis ihr deren Vertrauen gewonnen hattet, oder war es hier etwas leichter?

Es hat gedauert und ging Schritt für Schritt. Insgesamt war die Offenheit jedoch ziemlich groß. Dadurch, dass wir nicht einfach mit der Kamera ankommen und etwas drehen wollten, hatten wir zudem andere Voraussetzungen. Jemanden einfach auf der Straße ansprechen funktioniert nicht. Da reagieren die Menschen eher mit Abwehr und das kann ich auch sehr gut verstehen. Es gibt viele Menschen, die hier sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben. Durch unsere Regelmäßigkeit und den langen Zeitraum haben wir allen klar gemacht, dass wir etwas anderes vorhaben.

Wie habt ihr die vier Protagonisten Matze, Elvis, Peter und Sergio, schließlich gefunden? Und wie hat sich das Verhältnis zwischen euch im Laufe der Dreharbeiten entwickelt?

Elvis und Matze haben wir schon ziemlich am Anfang unserer Besuche kennengelernt und sie immer wieder in Abständen von einigen Tagen, manchmal aber auch einem Monat, getroffen. Wir waren davon beeindruckt, dass die beiden dazu bereit waren, sich mit uns zu treffen. Das ist nicht selbstverständlich, weil sie ja keine Ahnung hatten, was wir eigentlich genau vorhaben. Der Umgang miteinander hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Matze hat am Anfang keine zwei zusammenhängenden Wörter gesagt. Er hat nur mit „Ja“ und „Nein“ auf unsere Fragen geantwortet, weil er es nicht gewohnt war mit anderen Menschen zu reden. Bei Elvis war es eine ähnliche Entwicklung.

Peter und Sergio haben wir wenige Monate vor dem Dreh kennengelernt und dementsprechend ganz oft hintereinander getroffen.

Habt ihr auch obdachlose Frauen kennengelernt und bewusst keine Frauen als Protagonistinnen für euren Film gewählt?

Wir hatten ursprünglich vor, eine Frau zu porträtieren. Wir haben schnell gemerkt, dass es sehr schwer ist hier ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Mit der Zeit wurde außerdem klar, dass das Thema obdachlose Frauen wiederum ein ganz eigenes ist. Frauen finden oft Zwischenlösungen, um nicht auf der Straße leben zu müssen. Sie kommen unter teilweise sehr schlechten Bedingungen irgendwo unter, geraten in Abhängigkeitsverhältnisse und Wohnungsprostitution.

Frauen, die komplett und ganz offen auf der Straße wohnen, sind sehr selten und sie sind oftmals stark psychisch belastet. Gewalterfahrungen, die eigenen Kinder, Scheu- und Schamgefühl spielen oftmals eine große Rolle. Das war ein zu großes Thema, dem wir im Rahmen unseres Projektes nicht hätten gerecht werden können, weshalb wir uns dagegen entschieden haben.

Gab es Momente, in denen ihr dachtet, dass ihr nicht weiter kommt oder hatte das Projekt eine eigene Dynamik?

Es gab sehr viele solche Momente. Situationen, in denen wir uns gefragt haben, was wir uns eigentlich dabei gedacht haben und wie wir das schaffen sollen. Bei einem so fragilen Thema bleibt das nicht aus. Wir wussten nie, ob wir an einem Ort bleiben konnten. Der ganze Dreh war ein sozialer Balance-Akt. Dazu kamen die Inszenierungen der Habseligkeiten. Wir mussten alles planen und für jede Szene einen Entwurf anfertigen. Wir mussten das Set an nur einem Tag aufbauen und in derselben Nacht die Einstellung drehen. Man kann die Habseligkeiten ja nicht über mehrere Tage draußen hängen lassen.

Wie viele Tage habt ihr jeweils am Stück gedreht?

Wir haben uns pro Protagonist jeweils fünf Tage am Stück gedreht. Wobei Peter und Sergio zusammen sechs Tage hatten. Einen Tag davon haben wir immer für das Aufbauen und Drehen der Inszenierungen der privaten Gegenstände verwendet. Die Interviews waren allesamt sehr vorgeplant. Wir kannten alle Geschichten und wussten, welche Gegenstände es gibt und konnten daher ziemlich genau vorgehen und planen.

Ihr verzichtet bewusst auf den Einsatz von Musik. Habt ihr diese Entscheidung vorab oder während der Dreharbeiten getroffen?

Wir haben im Schnitt tatsächlich ein bisschen mit Musik experimentiert, aber es war sehr schnell klar, dass wir dieses Element nicht einsetzen möchten. Während der Dreharbeiten gab es sehr viele Hintergrundgeräusche, die sehr typisch für dieses Leben sind. Wenn man auf der Straße lebt, ist es die ganze Zeit total laut. Man hört den Verkehr, die Stadt, die Natur – das gehört einfach zu dem Leben dazu, das die Männer führen. Außerdem transportiert Musik immer auch Emotionen. Wir wollten kein aufgesetztes Drama, wir wollten keine Romantik – in welche Richtung hätte das auch gehen sollen?

Ihr wertet ihr eurem Film gar nicht und lasst die Zuschauer die Informationen verarbeiten. Wir können oft nur erahnen, wie ein Peter oder ein Matze in ihre Situation gekommen sind. Lasst ihr diese Fragen bewusst offen?

Wir haben sehr viele Geschichten nicht in unserem Film genommen, die wir wirklich gerne gezeigt hätten, aber wir mussten einfach auswählen. Diese fragmentarische Darstellung der Leben haben eine Wirkung, die wir ganz bewusst erzielen. Denn die jeweilige Situation ist ebenfalls nur ein Fragment. Wenn wir diese Männer fünf Tage lang begleiten, zeigen wir nicht ihr ganzes Leben. Auch die Gegenstände sind Bruchstücke. Dennoch sind unsere Protagonisten sehr klar mit dem, was ihnen passiert ist. Weder geben sie jemandem die Schuld an ihrer Situation, noch wollen sie Mitleid erheischen. Das haben wir oft erlebt, dass wir Schicksale ganz neutral vorgetragen bekommen haben, auch wenn uns bei manchen Geschichten die Haare zu Berge gestanden haben.

Peter sagt einmal, dass er sich gar nicht mehr vorstellen könne, eine eigene Wohnung zu haben und ein normales Leben zu führen. Was steckt hinter so einer Aussage?

Peter ist in einem betreuten Heim für Suchtkranke untergekommen. Diese Einstellung ändert sich immer wieder. In diesem Moment vor der Kamera hat er das gesagt und vielleicht auch gemeint. Aber man darf sich davon nicht blenden lassen. Es geht teilweise um Langzeit-Obdachlose, die keine andere Wahl haben, als sich mit ihrer Situation abzufinden, um zu überleben. Oftmals steht auch eine lange Geschichte von Enttäuschungen bei der Wohnungssuche dahinter, weshalb viele Obdachlose diese Trotzhaltung annehmen. Dabei ist es eine unhaltbare Situation, keine Wohnung zu haben.

Zu welcher Jahreszeit habt ihr gedreht?

Wir haben fast alle Aufnahmen im Winter gemacht. Als wir bei Matze gedreht haben, waren es minus 15 Grad – das sieht man nicht, weil er so dünn angezogen ist. Hinter der Kamera waren wir alle im Skianzug. Auch bei Elvis war es unglaublich kalt. An einem Tag hat es sogar geschneit. Wir wollten es natürlich auch im Winter drehen, um zu zeigen, wie hart das Leben auf der Straße ist. Man sieht den Bildern aber leider nicht so stark an, wie kalt es wirklich war. Daran merkt man aber auch, wie abgehärtet diese Männer schon sind. Sie sind alle einfach zu dünn angezogen.

Und warum habt ihr euch dazu entschlossen die Inszenierungen der Gegenstände nachts zu zeigen?

Die Nacht ist die Zeit, in der am offensichtlichsten ist, dass man draußen lebt. Denn normalerweise würde man sich nachts, gerade im Winter, drinnen aufhalten. Außerdem ist die Nacht die Zeit, in der alle eigenen Sachen werden gut versteckt werden, damit sie niemand klaut. Hier wollten wir einen Kontrast schaffen und alles sehr sichtbar wie auf einer Bühne darstellen. Natürlich hat man nachts auch den Vorteil, dass man Gegenstände beleuchten und wortwörtlich in einem anderen Licht zeigen kann. Wir wollten eine mystische Aura erzeugen und erreichen, dass sich die Szenen ganz stark vom restlichen Film absetzen.

Eure Protagonisten treten ausschließlich isoliert von der Gesellschaft auf, man sieht sie nie mit anderen Menschen interagieren – was möchtet ihr dadurch bei den Zuschauern*innen auslösen?

Wir wollten auf keinen Fall diese Szenen machen, in denen wir die Männer durch die Stadt begleiten und sie beim Flaschen sammeln oder Schnorren filmen. Wir finden, dass solche Bilder schon sehr präsent sind in der Gesellschaft. Außerdem wollten wir zeigen, was man sonst vielleicht nicht sehen würde. Die Menschen und Geschichten.

Konntet ihr die Schicksale am Ende des Tages hinter euch lassen oder habt ihr auch vieles mit in eurer Leben genommen?

Diese Zeit hat schon ganz grundsätzlich unsere Sichtweise verändert, ja. Wir wissen jetzt, was für eine große Parallelwelt hier existiert und bisher haben wir immer nur die Spitze des Eisberges gesehen. Das hat uns schon sehr die Augen geöffnet und wir wissen nun auch besser, welche Schicksale hinter so einer Situation stehen können. Das ist nicht so einfach, dass alles zu wissen, weil es auch sehr belastet. Es gibt Menschen, die streng genommen von Anfang an keine Chance haben in der Gesellschaft.

Gab es ein Schicksal, dass euch besonders berührt hat?

Was alle gemeinsam haben ist eine fehlende Geborgenheit von Anfang an. Ein Elvis, der als Baby ins Heim kommt, oder ein Matze, der mit zwölf Jahren auf der Straße lebt, obwohl seine Eltern in der gleichen Stadt wohnen. Oder ein Peter, der mit 14 von Zuhause rausgeschmissen wird – diese Art der Vernachlässigung ist allen gemeinsam. Man kann und soll nicht pauschalisieren, es gibt auch ganz andere Geschichten. Aber diese fehlende Bindung und Geborgenheit waren den Schicksalen oft gemein.

Von Peter weißt du, dass er gerade in einem Wohnprojekt ist. Habt ihr nach wie vor auch Kontakt mit Elvis, Matze und Sergio?

Ja, wir haben noch Kontakt. Matze hat einen ganz besonderen Weg eingeschlagen, denn er hat inzwischen eine kleine Wohnung in Köln, macht seit zwei Jahren eine Ausbildung zum Schreiner und ist dabei total erfolgreich. Mit ihm haben wir sehr viel Kontakt. Bei Sergio ist es so, dass er immer wieder abtaucht und verschwindet. Wir haben vor drei Monaten das letzte Mal mit ihm gesprochen, gerade wissen wir nicht wo er ist und wie es ihm geht. Mit Elvis haben wir auch regelmäßig Kontakt. Er hat seine Routine und diese Routine zieht er durch.

Wie kann unsere Gesellschaft solche Schicksale auffangen oder Hilfestellung geben?

Als Filmemacherinnen sind wir keine Sozialarbeiterinnen und es gibt sehr viele sehr engagierte Menschen, die sich dafür einsetzen, dass sich Dinge ändern. Wir hoffen, dass genau diese Menschen unseren Film für ihre Zwecke nutzen. Seien es Tagungen oder Konferenzen oder schlicht, um das Thema bekannt zu machen. Das große Problem ist die Stigmatisierung und die Überheblichkeit, mit der ein Großteil der Gesellschaft diesen Menschen begegnet. Sie werden ignoriert und abgehakt. Es wird einfach durch die Menschen hindurch geschaut. Das ist etwas, was sehr verletzend ist. Wir müssen sehen, was hinter einer Person stecken kann. Diesen Perspektivwechsel können wir mit unserem Film leisten.

Vielen Dank für das schöne Interview!

  • Fotos:
    Thekla Heling

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