Nachhaltige Wäsche ist unsexy? Gähn! – Im Gespräch mit Sarah Grohé, Mitgründerin von erlich textil

Das Kölner Wäschelabel erlich textil schlägt die Brücke zwischen fairer Produktion und Gesellschaftlicher Verantwortung und macht dabei eine ausgezeichnete Figur! Zeit, für ein Interview!

Gesponserter Artikel in Kooperation mit erlich textil

Erlich textil gibt es seit gerade mal vier Jahren. Damit zählt die Wäschemarke, die von Sarah Grohé und Benjamin Sadler gegründet wurde, eigentlich noch zu den jungen Hüpfern in der Branche. Eigentlich. Denn seit 2016 hat die Marke nicht nur eine gar nicht so kleine Erfolgsgeschichte geschrieben, sondern ist inzwischen zu einer echten Instanz in Sachen nachhaltige Unterwäsche geworden.

Und obwohl nachhaltige Mode schon seit längerem weiter an Relevanz und endlich auch Aufmerksamkeit gewinnt, wundert mich der Raketen-hafte Aufstieg von erlich textil keineswegs. Denn das Thema Wäsche wurde bei aller Euphorie doch stets noch etwas stiefmütterlich behandelt. Bei genauerem Nachdenken habe auch ich mich dabei ertappt, dass ich bei aller textilen Achtsamkeit erst vergangenes Jahr auf den Trichter gekommen bin, diesen Maßstab (faire Produktion und Löhne, nachhaltige Fertigung, natürliche Materialien) auch bei den Textilien anzusetzen, die meiner Haut jeden Tag am nächsten sind.

Eigentlich doch Wahnsinn, was wir täglich so nah an uns heranlassen, ohne weiter darüber nachzudenken, oder? Bis heute! Erlich textil verbindet zeitlose Designs, Qualität, Sexappeal und Diversität mit klimaneutraler Produktion und es war höchste Zeit, dass ich genauer nachfrage, wie Sarah und Benjamin das alles eigentlich geschafft haben!

Das Gründer*innen-Duo: Sarah und Benjamin

Nachhaltigkeit und Diversity gehen bei euch Hand in Hand. Das ist super! Ist es für euch ein logischer Schritt, Natürlichkeit auf alle Bereiche zu übertragen? 

Ja, absolut. Mit dem Bewusstsein für unseren Planeten und den Wert seiner Ressourcen steigt auch das Bewusstsein für unsere Gesellschaft und die Verantwortung, die jede*r einzelne von uns trägt. Achtsamkeit hört bei uns nicht bei der nachhaltigen Herstellung unserer Produkte auf, sondern überträgt sich in unsere Kommunikation, in unsere Bildwelt – in das Gefühl, dass wir unseren Kund*innen geben möchten. 

Seht ihr euch als Unterwäschemarke in der Verantwortung, ein positives Körpergefühl zu vermitteln? 

Auf jeden Fall – aber nicht nur, weil wir Unterwäsche vertreiben. Es ist allgemein total wichtig, dass sämtliche Marken sich darüber im Klaren sind, wie ihre Botschaften und ihre Bildsprachen ankommen. Denn egal, ob dies bewusst oder unbewusst stattfindet – es hat einen Einfluss auf unsere Gesellschaft. Deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe, unterschiedlichste Menschen zu zeigen und damit das Bewusstsein für die Vielfalt und Schönheit der Natürlichkeit zu stärken.

„Achtsamkeit hört bei uns nicht bei der nachhaltigen Herstellung unserer Produkte auf. Es ist allgemein total wichtig, dass sämtliche Marken sich darüber im Klaren sind, wie ihre Botschaften und ihre Bildsprachen ankommen.“

Früher wurde Wäsche mit unerreichbaren „Idealen“ verkauft, heute retuschieren viele Marken Dehnungsstreifen nicht mehr weg, zeigen Behaarung und alle Gewichtsgruppen. Was ist der nächste Schritt? 

Diversität muss gefeiert werden! Wir hoffen, dass sich dieses Bewusstsein auf sämtliche Bereiche der Medien ausweitet. Für uns bei erlich textil liegt der nächste Schritt darin, diesen Ansatz auch auf die Kommunikation mit Männern auszuweiten – da gibt es definitiv noch Luft nach oben.

Eben, ihr habt von Anfang an auch Unterwäsche für Männer angeboten – gerade die haben es in Sachen Nachhaltigkeit schwer (also: yeah!). Wie kamt ihr dazu? 

Tatsächlich habe ich damals erlich textil ja gemeinsam mit Benjamin gegründet, weil wir beide erstaunt darüber waren, wie schwer es damals noch war, nachhaltige, fair produzierte und vor allem auch bezahlbare Unterwäsche zu finden. Für uns war von Anfang an klar, dass wir unser Portfolio für Frauen und Männer entwickeln.

Eure Antwort auf die Aussage, dass nachhaltige Unterwäsche nicht schön oder reizvoll sei? 

Ophelia!

Ihr seid nicht nur in Sachen Umweltschutz engagiert. Diesen Oktober unterstützt ihr die Organisation Discovering Hands, mit denen wir ebenfalls gesprochen haben (ganz bald mehr dazu!). Wie kam es zu der Zusammenarbeit? 

Es ist uns total wichtig, unsere Reichweite nicht ausschließlich für die Bewerbung unserer Produkte zu nutzen, sondern auch Themen anzusprechen, die uns am Herzen liegen. Wir haben letztes Jahr schon auf das Thema Brustkrebs und die wunderbare Arbeit von Discovering Hands aufmerksam gemacht – damals aber noch in ganz kleinem Umfang. Dieses Jahr wollten wir mehr: Wir sprechen lauter darüber und geben unseren Kunden auch die Möglichkeit zu spenden, um aktiver Teil des Kampfes gegen Brustkrebs zu werden. 

Das Thema Wäsche ist ja sehr wichtig und sensibel für Frauen*, die an Krebs erkrankt sind. Wie geht ihr mit euren Produkten auf sie ein bzw. habt ihr spezielle Produkte geplant oder seid anderweitig aktiv? 

Nein, in dieser Hinsicht haben wir bisher nichts geplant – das überlassen wir den Spezialist*innen. Unsere Prämisse ist aber immer das maximale Wohlfühlgefühl: Durch weiche und angenehme Materialien und den Fakt, dass unsere BHs und Bralettes ohne Bügel auskommen, möchten wir allen unseren Kund*innen ein Gefühl von Komfort, Geborgenheit und Selbstsicherheit geben. Da die meisten unserer Modelle außerdem nicht vorgeformt sind, passen sie sich jeder Brustform an. 

Was kann für euch Wäsche hier leisten?

Jede*r kennt dieses Gefühl, wenn Unterwäsche nicht richtig sitzt, zwickt und der BH-Bügel ins Brustbein drückt – das ist nicht angenehm, stört und verunsichert. Gut sitzende Wäsche hat genau eine Aufgabe: dass du sie nicht bemerkst. Sie soll dich unterstützen und dir den Raum geben, dich so gut wie möglich zu fühlen. Wenn die Materialien dann auch noch fair und nachhaltig produziert werden, umso besser. Mit unseren Produkten sollen sich unseren Kund*innen wohlfühlen. Damit sie Selbstsicherheit ausstrahlen – in jeder Lebenslage.

„Unser Erfolgsrezept? Wir nehmen uns das Feedback unserer Community zu Herzen, erfüllen Produktwünsche, nehmen Kritik an. Und wir verbessern uns immer weiter.“

Ihr seid eine relative junge Marke, habt aber eine große, treue Fanbase und inzwischen ja auch Pflege im Programm – hättet ihr jemals damit gerechnet und was, denkst du, ist euer Erfolgsrezept?

So manche Kollektionen kamen mit großen Überraschungen daher. Bei unserer ersten Spitzenkollektion waren einige Artikel schon nach drei Wochen ausverkauft – damit haben wir nicht gerechnet! Und auch so, wenn wir zurückblicken: Wir sind immer wieder erstaunt, wie schnell unser Portfolio gewachsen ist. Wir machen wohl etwas richtig und bieten unseren Kund*innen tatsächlich einen Mehrwert – das macht uns unglaublich stolz und freut uns jeden Tag aufs Neue. Unser Erfolgsrezept? Wir nehmen uns das Feedback unserer Community zu Herzen, erfüllen Produktwünsche, nehmen Kritik an. Und wir verbessern uns immer weiter.

Das Thema Mehrgewichtigkeit und Nachhaltigkeit ist gerade in aller Munde, plant auch ihr eine Erweiterung eurer Größen über die 42 hinaus? 

In der Tat! Einige unserer Lieblingsartikel sind schon seit einiger Zeit bis Größe 46 erhältlich und mit unseren zwei neuesten Kollektionen bedienen wir auch Kund*innen bis Größe 52 bzw. Körbchengröße 95G. Da eine größere Oberweite zum Beispiel mehr Unterstützung benötigt, war es uns hierbei extrem wichtig, nicht nur unsere bestehenden Produkte in größeren Größen anzubieten, sondern spezielle Modelle zu entwickeln, die diesen Anforderungen auch gerecht werden. 

Eure Produkte sind ausschließlich in eurem Onlineshop erhältlich – gerade bei Wäsche und in Deutschland mutig, oder nicht? 

Für die Entscheidung unserer Artikel ausschließlich online anzubieten, gab es einen einfachen Grund: Die Artikel sollten so erschwinglich wie möglich sein. Durch das online-only Konzept sparen wir uns sämtliche Kosten für Vertrieb, Zwischenhändler*innen, Ladenmieten etc. Aber es bringt natürlich auch einige Herausforderungen mit sich: Unsere Kund*innen können nicht erst einmal die Stoffe fühlen oder die Artikel probetragen. Dafür haben wir einen hervorragenden Kundensupport, der bei allen Fragen berät und zur Seite steht – auch online. 

Ihr habt während Corona die Aktion #supportsustainablebusinesses gestartet – wie seid ihr durch die Krise gekommen und wie blickt ihr in die Zukunft? 

Es war uns schnell klar, dass wir als nachhaltig wirtschaftende Start-ups ohne große Kapitalgeber*innen im Hintergrund eine Möglichkeit finden müssen, diese Zeit zu überstehen. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit anderen Labels die Aktion #SupportSustainableBusinesses gestartet, um uns gegenseitig zu unterstützen. Die Folgen der Krise spüren wir bis heute und müssen insbesondere durch Lieferschwierigkeiten flexibel bleiben. Im Großen und Ganzen sind wir aber ganz gut aufgestellt und blicken doch ganz hoffnungsvoll in die Zukunft. 

Was habt ihr in Zukunft geplant und worauf dürfen wir gespannt sein?

Da in den letzten Jahren viele völlig neue Produktkategorien hinzugekommen sind, haben wir uns fürs nächste Jahr entschieden, unser jetzt bestehendes Sortiment zu vertiefen. Es wird einige neue Artikel geben, die unsere bisherigen Kollektionen ergänzen, neue Farben und eventuell auch neue Materialien. Es bleibt auf jeden Fall aufregend! 

Danke für das tolle Gespräch, liebe Sarah!

Und P. S.: erlich textil macht nicht nur wunderschöne Wäsche für Frauen und Männer, sondern auch Kinderkleidung, nachhalte Pflege und Homewear! Schaut im Webshop von erlich textil vorbei und denkt daran: shop responsibly!

Dieser Artikel ist Werbung, da er Markennennungen enthält.

  • Fotos
    Julia Bartelt für erlich textil

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