#BeigeSupportPackage: Hallo, wir sind Faible and Failure

Auf diese Maschen könnt ihr euch ruhigen Gewissens einlassen!

Willkommen beim #BeigeSupportPackage! Bei unserer großen Hilfsaktion verschenken wir ganze Artikel auf Beige an Unternehmen, die in der Corona-Krise unsere Unterstützung brauchen! Ohne Vorgaben, ohne Rotstift. Mit viel Engagement stehen wir alle diese Krise gemeinsam durch. Also, #SupportSmallBusinesses – kauft regional, unterstützt lokale Modelabels und Firmen und helft dabei, aus der Krise einen Neuanfang zu machen! Wie ihr selbst mitmachen könnt, erfahrt ihr ganz unten im Artikel! #TogetherWeAreBeige

Teil 5 des #BeigeSupportPackage – Ein Gastbeitrag von Faible and Failure aus Hamburg

Timeless, Artisanal, Responsible“ prangt in großen Lettern auf der Landingpage unserer Website. Faible and Failure ist aus meiner Liebe zum Handwerk und zum Design entstanden. Mode, oder besser Bekleidung, ist für viele leider zum Verbrauchs- und Wegwerfprodukt geworden. 

Man vergisst leicht, was dahintersteckt, ein Kleidungsstück zu entwerfen und entstehen zu lassen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass große Fast Fashion Player wie Zara und H&M bis zu 52 Kollektionen im Jahr auf den Markt bringen. Ich will die zahllosen Schritte, die es braucht, bis ein Teil in einem Laden oder Onlineshop landet, gar nicht alle aufzählen, sonst sitzen wir morgen noch hier. Aber eines ist klar: An jedem Teil, ob bei Kik oder Prada, sind viele Menschen beteiligt und die Transportwege sind lang. Geschätzt wird das kaum. Das ist aber hauptsächlich deswegen so, weil es in der Branche immer noch kaum jemand schafft, die Wertschöpfungskette transparent darzulegen. Wenn man jetzt noch bedenkt, was es kostet – also an Einsatz menschlicher Arbeit und Ressourcen, nicht monetär – Mode zu produzieren, kann einem schon mal die Lust daran vergehen. Und das ist furchtbar schade, denn meiner Meinung nach sollte Mode in aller erster Linie Spaß machen und einem die Power geben, jeden Tag aufs Neue zu entscheiden, wer und wie man denn heute sein möchte.

„Faible and Failure is about embracing the slowness of well-made products. Our aim is to design pieces that stay with you for a lifetime.“

Warum hast du dein Unternehmen gegründet? Was war deine Vision?

Mein Gedanke war, dass ich es gerne anders machen wollte. Ich denke, Nachhaltigkeit entsteht vor allem durch drei Dinge: Zum einen ist das die Transparenz, die den Käufer*innen die Möglichkeit gibt, selbst zu entscheiden, ob das Produkt ihren Anforderungen entspricht. Und für mich gehören Qualität und Zeitlosigkeit des Designs auch ganz oben mit dazu, denn am Ende ist die Verarbeitung ausschlaggebend dafür, wie lange wir ein Kleidungsstück tragen können oder möchten. Wir machen Mode, die transparent ist. Von der Herkunft des Garnes oder der Stoffe über die Zutaten, die Zusammensetzung, die Transportwege und die Herstellung. Wir arbeiten mit einer Handvoll Frauen zusammen, die alle zwischen 50 und 100 Euro pro Strick- oder Seidenteil verdienen, je nachdem wie zeitintensiv das Modell ist. Neu mit dabei ist nun auch das Unternehmen Made auf Veddel, das geflüchtete Menschen in Hamburg beschäftigt und unsere Näh- und Strickarbeiten vermittelt.

Der Preis, der am Ende zustande kommt, ist nicht günstig, das weiß ich. Aber alle, die daran beteiligt sind, werden fair bezahlt, die Materialien, die wir verwenden, sind natürlichen Ursprungs und ohne Einsatz von Kunstfasern. In Zukunft werden wir auch verstärkt mit zertifizierten Materialien arbeiten, Platz nach oben ist immer! Da wir aber direkt für unsere Kund*innen produzieren, müssen wir zum Glück keine Marge für Agenturen und Wiederverkäufer einkalkulieren. Sonst wären die Preise mindestens doppelt so hoch.

Vor ziemlich genau einem Jahr bin ich dann mit unserem Shop ins Karoviertel in Hamburg gezogen, geplant war das nicht. Meine Schockverliebtheit in den Laden mit den tollen Fliesen hält bis heute an und nach zwei Bier und der Verabschiedung meines Sparkontos hatte ich auch noch am selben Tag der Besichtigung zugesagt. Zwei Wochen später haben wir eröffnet. Der Shop ist ein sich immer weiterentwickelnder Space, in dem ich arbeite, Kurse gebe und wo auch anderen Designer*innen und Künstler*innen die Möglichkeit gebe, ihre Produkte anzubieten. Es ist total schön am Ort zu arbeiten und damit auch der Mode ihre Unantastbarkeit zu nehmen. Denn wenn mich jemand drei Tage am gleichen Pullover arbeiten sieht, ist direkt klar, dass es sich hierbei nicht nur um irgendein Produkt handelt, sondern um ein Teil mit Geschichte und Schaffensprozess, der wiederum jedes Mal auch etwas anders ist.

Wie ist es dir seit Beginn der Coronakrise ergangen, welche Hürden kommen gerade auf dich zu?

Am 13. März, ein Freitag, haben wir noch gemeinsam Einjähriges von Faible and Failure im Karoviertel gefeiert. Bei Wein und Bier haben wir mit den Brands und Künstlern, die mit uns im Laden ausstellen und verkaufen, über das letzte Jahr gesprochen. Darüber, wie viel wir bereits anstoßen konnten und welche spannenden Projekte in der kommenden Zeit anstehen. Abergläubisch bin ich nun wirklich nicht, dass ich aber bereits am Montag danach den Laden nicht wieder aufsperren würde, kommt mir heute noch surreal vor!

Ich muss schon sagen, dass ich zu Beginn der Coronakrise Angst hatte, dass in voller Fahrt die Handbremse gezogen wird und wir alle ins Schleudern geraten. Aus dem Grund habe ich mich auch direkt am Anfang schon wie verrückt in Arbeit gestürzt. Wir bieten Pick-Up-Service im Laden an und haben eine Art „Window Shop“ aufgebaut. Gerade arbeite ich an dem temporären Instagram-Shop Laposta.co, der alle Brands besser abbildet. Innerhalb einer Woche habe ich ein Pullover-Modell entwickelt und die Anleitung kostenlos ins Netz gestellt, Strick-Video-Tutorials erstellt und DIY-Kits hochgeladen – und mir dazu noch sämtliche Supportmaßnahmen gekrallt, die ich finden konnte. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass ich wohl wahnsinnig sein muss, mir selbst so einen Stress zu machen. Darum hat mir euer Homeoffice-Artikel auch so aus dem Herzen gesprochen. 

Ich fühle mich auch für die anderen Brands im Shop verantwortlich, weil dieser so abrupt geschlossen wurde und das ist wohl auch nur fair. Aber niemand verlangt, dass man innerhalb von wenigen Tagen zehn neue Unternehmenszweige aufbaut, und das sollte ich auch nicht von mir selbst verlangen. Außerdem ist es wichtig im Kopf zu behalten, dass wir da alle zusammen drin stecken. Der Leitspruch #SupportSmallBusinesses ist an sich zwar vollkommen richtig. Aber viele unserer Kund*innen plagen sich selbst mit Sorgen und Jobverlusten, natürlich sind auch sie geschockt und müssen sich erst mal mit der neuen Situation zurechtfinden. Die größte Hürde ist es meiner Meinung nach trotz der Unsicherheit erst einmal tief durchzuatmen, um sich geordnet Gedanken darüberzumachen, was man nun angehen und ausbauen will. Statt den Kopf zu verlieren und sich zusätzlich zum emotionalen Stress auch noch zu viel Arbeit aufzubrummen, ist es jetzt wichtig, sich Zeit zu nehmen und am besten auch Projekte in Betracht zu nehmen, die langfristig helfen. Man kann in solchen Zeiten auch leicht in Aktionismus verfallen. Die nächste Hürde wird natürlich der finanzielle Punkt – wie lange wird die Krise anhalten und in dem Fall nicht nur die Ladenschließungen, sondern auch eine eventuelle Rezession und wie kann man auch die meistern?

Wie schaffst du es, gerade positiv zu bleiben und die Hoffnung nicht zu verlieren?

Eben habe ich davon gesprochen, dass wir alle zusammen im Boot sitzen. Der Support, der uns trotz alledem entgegen schwappt – aus der Nachbarschaft, von Kund*innen aber auch von völlig Fremden – ist wirklich überwältigend und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt einen total. Ich finde man sollte das ganze nicht verharmlosen und darauf verweisen, dass danach alles besser wird, weil wir uns auf die wirklich wichtigen Dinge wie die Familie und Gemeinschaft besinnen. Viele haben Existenzängste und darüber sollte man sich auch austauschen – gerade bei selbstständigen Designer*innen und Künstler*innen ist der Puffer einfach oft sehr klein. Ich denke, dass man aus dem erzwungenen Slow Down aber auch viel mitnehmen kann. Sei es, dass man beruflich nicht zwingend immer reisen muss, weil es per Telefonkonferenz auch klappt, oder dass man sich doch eher mal nach Bezugsquellen in der näheren Umgebung umschaut, weil der Produzent aus China den Stoff gerade nicht liefern kann.

Zu dem Schluss kam ich dann auch schnell: Ich will in dieser Zeit gar nicht viel mehr produzieren. Ich will mehr kommunizieren und das vermitteln, was ich beispielsweise am Stricken so gerne mag – die Freude daran etwas Schönes selbst zu erschaffen, am Ende etwas in den Händen halten zu können und das allein durch eigenen Antrieb.

Wie läuft derzeit dein Arbeitsalltag ab? Welche Routinen hältst du aufrecht, welche Veränderungen sind seit Corona auf dich zugekommen?

Angestellte haben wir zwar keine aber Produzenten, Lieferanten und natürlich unsere Kund*innen. Mit denen möchte ich so gut es geht in Kontakt bleiben, um Anfragen schnell nachzugehen und damit helfen zu können. Der Laden bleibt natürlich zu, ich bin aber trotzdem regulär jeden Tag dort, um zu arbeiten und darum auch sehr froh, weil es dem Tag eine Struktur gibt. Dadurch komme ich raus und unter Leute – wenn auch nur winkend durch die Glasscheibe. 

Not macht erfinderisch! Wie und auf welchem Wege bietest du eure Produkte an? Wie können unsere Leser*innen dir jetzt helfen?

Jetzt versuche ich mich darauf zu konzentrieren, was mir wirklich wichtig ist – das ist einerseits der Support untereinander und online ein Miteinander zu schaffen, wie es vorher in unserem Shop für viele war. Einige der Projekte, die ich schon lange anstoßen wollte, kann ich jetzt endlich angehen. Aber in einem angemessenen Tempo. Das bedeutet verstärkt Video-Tutorials anzubieten, vielleicht sogar den Knit Club, den wir immer donnerstags hatten und Workshops per Skype abzuhalten, den Blog auszubauen. 

Woran ich auch stetig arbeite, ist die Präsentation der Brands im Shop. Für Faible and Failure gibt es einen Onlineshop, die meisten der anderen haben aber noch keinen. Da möchte ich mit dem Instagram-Shop helfen und hab den Laden kurzfristig als Fotostudio umfunktioniert, das steht also für nächste Woche an. Unterstützen könnt ihr uns ganz einfach durch mehr Reichweite auf Instagram, gebt uns ein Like oder schreibt was schönes – darüber freuen wir uns immer sehr. Online wird es immer mehr Content, Videos und Anleitungen geben, um euch endlich das Stricken näherzubringen. Unsere Kollektion und Gutscheine sind da natürlich auch zu finden und europaweit lieferbar. Wenn dann der Instagram-Shop online geht, könnt ihr hamburgweit auch gerne via Pick-up und kontaktloser Zahlung bei allen Brands im Shop einkaufen. Versand geht auch, da bitte ich allerdings noch um Rücksprache, bis wir uns ein System für alle ausgedacht haben.

Vielen, vielen Dank für euren Support und bleibt gesund!

Sehr gerne und bitte bleibe auch gesund!

Ihr könnt Gutscheine zum Verschenken eines extra gestrickten Pullovers oder z.B. für Strickkurse erwerben:

Oder kauft direkt die tollen Produkte im Onlineshop oder im neu aufgesetzten Instagram-Shop!

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Dieser Artikel ist Werbung, da er Markennennungen enthält.

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