Ilona Hartmann ist Beige

Und das meinen wir diesmal tatsächlich genau so, wie wir es sagen

Es ist eine sehr schwere Last, die mir mit dieser Einleitung auf den Schultern liegt. Und das nicht etwa, weil ich keine Lust hätte oder mich das Thema aka die Person nicht interessieren würde. Nein, nein! Ganz im Gegenteil! Die Antworten von Ilona auf unseren Beige-Fragebogen haben mir so unglaublich gut gefallen, dass mir der Tee beim Lachen durch die Nase geschossen ist. Ich war mir nach dem Lesen direkt doppelt sicher, dass wir hier eine richtige Entscheidung gefällt haben.

So, von vorne. Ilona Hartmann kennt ihr gegebenenfalls aus ihrem natürlichen Habitat: dem Internet. Dort treibt sich meist in den Gefilden von Twitter und diversen Popkultur-Medien herum und beobachtet scharfzüngig und mit Adleraugen die Absurditäten des Alltags. Absurd und Alltag kennen wir hier bei Beige. Internet auch. Warum nicht, haben wir uns also gedacht, als Ilona bei uns angeklopft hat. Wir haben schwer auf cool getan und haben innerlich (gnnihihihi) in die Hände geklatscht und uns tierisch gefreut! Aufgeregt sind wir jetzt nicht weniger und freuen uns die Erfinderin der Depressed Emojis, die Eierschneider- und Wortakrobatin und den Dackelmenschen, Ilona Hartmann, bei Beige begrüßen zu dürfen. Hi, Ilona!

Was genau das bedeutet, wissen wir alle erst, wenn es passiert und von daher überlasse ich nun Ilona die Bühne und sage: „Herzlich willkommen!“

1. Hallo Ilona. Wer bist du eigentlich?

Ah, wir fangen gleich mit den schweren Aufgaben an. Das ist ja wie damals beim Abi!

2. Und was machst du hier?

Mich vor schweren Aufgaben drücken, s.o.

3. Woran denkst du, wenn du an Beige denkst?

Nur Gutes: Ruhestand, Jil Sander, Hummus.

4. Und woran denkst du, wenn du an das Internet denkst?

Ich zitiere mal den Titelsong vom Großstadtrevier: „Große Haie, kleine Fische, viel Schatten, viel Licht.“

5. Hast du eine Routine in deinem Leben?

Regelmäßige Zusammenbrüche.

6. Wofür kennt man dich gegebenenfalls?

Ich bin Autorin und Texterin und wer ab und zu im Internet oder im Zeitschriftenladen ist, hat vielleicht schon mal einen Text oder eine Zeile von mir gelesen. Zum Beispiel bei Mit Vergnügen, im Musikexpress, der heute-Show online oder auf einem meiner eigenen Kanäle bei Twitter, auf Instagram oder meinem Nebenprojekt, den Depressed Emojis.

7. Wofür würdest du gerne gekannt werden?

Humor, Sprache, Eigensinn.

8. Was ist das Dümmste, was du je angestellt hast?

Da gibt es Einiges. Aber jedes Mal ging der Gedanke „Ach, was soll’s“ voraus.

9. Wofür gibst du zu viel Geld aus?

Ich leiste mir grade teuren Sport. Mein Körper ist mein Tümpel!

10. Wie bist du in dem Beruf gelandet, den du heute ausübst?

Klassische Mischung aus „nix Vernünftiges gelernt“, ein paar guten Kontakten und einem Mangel an anderweitigen Talenten und Interessen.

11. Welche Musik hörst du, wenn du glücklich bist?

Bilderbuch, Drake, DJ Koze.

12. Und welche, wenn du wirklich traurig bist?

Keine.

13. Bei was kannst du dich einfach nicht beherrschen?

Bilderbuch, Drake, DJ Koze.

14. Wie viele Stunden in der Woche verbringst du auf Twitter?

Gar nicht so viel. Vielleicht insgesamt zwei?

15. Hattest du schon mal einen Bänderriss und wenn ja, wie ist es passiert?

Mein Körper ist gänzlich bänderrissfrei – toi toi toi, dass es so bleibt. Ich kann dieses Pseudonym also weder rechtfertigen noch erklären.

16. Was ist das Wichtigste in deinem Leben?

Die Leute. Die Freiheiten.

17. Verrate uns ein Rezept

Mein Rezept für schöne Augenbrauen: alle Härchen einmal nach oben kämmen, über große Rundbürste föhnen, fertig.

18. Stichwort Nahverkehr: Wie bewegst du dich fort?

Je nach Wetter, Zeitdruck und Kontostand (meistens renne ich fluchend zur U-Bahn).

19. Und wie kommst du generell so voran … auch im Leben?

HAUPTSACHE ES GEHT SCHNELL.

20. Was verstehst du nicht?

Das meiste, fürchte ich.

21. Die Gretchenfrage: Hunde- oder Katzenmensch?

Dackelmensch.

22. Welches Kleidungsstück kaufst du seit Jahren immer und immer wieder?

Weiße Hemden und T-Shirts.

23. Die Urne ist bei uns aus Glas: Wen wählst du?

🇪🇺

24. Brauchen wir für deinen zukünftigen Google-Steckbrief, wenn du berühmt wirst: Wie groß bist du?

165 Zentimeter? Wahrscheinlich ein bisschen kleiner. Schreibt: „Bis zu 165 Zentimeter groß“.

25. Und, welche Nahrungsintoleranz hast du so?

Eher keine. Aber ich mag Lakritze, Rosenkohl UND Rosinen, das ist wahrscheinlich auch nicht ganz normal.

26. Welches Buch würdest du ein zweites Mal lesen?

Da bin ich leider unromantisch: Ich hab neulich einen Finanzratgeber geschenkt bekommen. Den.

27. Angstschweiß oder nervöser Durchfall: Wann warst du das letzte Mal richtig aufgeregt?

Vor diesem Meeting neulich. Oh Gott!

28. Welche App würdest du gerne erfinden?

Remote Control fürs Leben fänd ich gut.

29. Warum, denkst du, haben wir hier so große Lust auf dich und deine Themen?

[Kunstpause] Ich bin sehr interessant. Nein ernsthaft, ich glaube, grade weil ich nicht aus der klassischen BloggerInnen-Szene komme, ist meine Perspektive auf die Dinge vielleicht ganz wertvoll.

30. Worauf können sich unsere Leser*innen ab sofort freuen?

Schmissige (endlich kann ich das Wort mal verwenden) Texte zu Pop, Netzthemen und Kultur.

31. Und worauf können unsere Leser*innen bei dir lange warten?

Ich garantiere für nichts!

32. Lass uns durch den Spion schauen: Was machst du nur, wenn niemand zuguckt?

Senf aus dem Glas löffeln.

33. Was hast du als letztes gelernt?

„Dieses Passwort ist nicht sicher“.

34. Denkst du in Tweets oder läuft das noch alles normal ab bei dir?

In Lines zu denken habe ich über die Jahre gelernt, ein Auge für witzige Beobachtungen war glaube ich schon da.

35. Was hast du als letztes kaputt gemacht?

In der Reihenfolge: Eierschneider, Pürierstab, Basilikum. RIP.

36. An welchem Ort in deiner Wohnung hältst du dich am meisten auf?

Am Küchentisch, der auch Schreibtisch und Esstisch und Couchtisch ist.

37. Und wo nie?

Ich wünschte meine Wohnung wäre groß genug, um zu sagen „Keine Ahnung was in diesen vier Zimmern am Ende des Flures abgeht. Da bin ich echt selten!“. Aber nein.

38. Was vermisst du in deinem Leben am meisten?

Einen Schreibtisch. Einen Esstisch. Einen Couchtisch.

39. Was zeigt das letzte Foto auf deinem Smartphone?

Achtung, Life-Hack: der Nummernzettel von der Garderobe im Club. Fotografiere ich immer, weil der Zettel oft schon weg war am Ende des Abends.

40. In welchem Moment in der letzten Woche warst du am glücklichsten?

Ich habe in einer verrauchten Bar meinen Geburtstag nachgefeiert, stand mit einem Drink in der Hand kurz in einer Ecke und habe gedacht: Geil, es sind nur gute Leute da und die sind alle meine Freunde. Das war sehr schön.

41. Du als Sportart?

Hm. Sackhüpfen?

42. Welche nervige Angewohnheit hast du abgelegt?

Emails mit irgendetwas anderem zu beenden als „Liebe Grüße“.

43. Deine Lieblingsbar zum Versacken?

Versacke eigentlich lieber an Küchentischen. Aber wenn ich mich entscheiden müsste: die Weinerei oder das Tier.

44. Dein Lieblingsdrink zum Versacken?

Wein.

45. Was ist das sinnloseste Teil, das du besitzt?

Ich hab neulich einen Buchständer in Form eines sehr kleinen Klappstuhls bekommen. Sieht bestimmt toll aus im Müll.

46. Was ist dein Ratschlag an dein jüngeres Ich?

Mehr saufen.

47. Klopapier-Abrollrichtung oder ständiges Händewaschen. Was ist dein Tick?

Das zählt als Tick? Das ist Zivilisiertheit auf Einstiegslevel.

48. Welches Konzert war das beste, auf dem du je gewesen bist?

Das von Sufjanstevensdrakethenationalboniverarvopärt.

49. Was bestellst du im Coffee-Shop?

„Ja hallo ich hätte gern ein Kaffee.“
-„Was denn für einen? Wir haben Cappuccino, Americano, Flat White…“

„Dann Americano.“
- „Groß oder klein?“
„Wie groß ist denn groß?“
 *hält Becher hoch*

„Dann klein.“
-„3,80 dann bitte.“
„Wow.“

-„Was denn?“

„Ja schon teuer.“
-„Naja Qualität hat ihren Preis.“
„Aber doch nicht SO EINEN.“

-„Also willst du jetzt den Americano oder nicht?“
„Ja, doch.“
-„Mit einem Lächeln von dir geb' ich ihn dir für 3,60.“

„4. Stimmt so.“


50. Was machst du heute Abend?

Ich weiß noch gar nicht! Mal sehen was der bunte wilde Wirbel, der mein Leben ist, für mich bereithält, hui! (Update: Schlafanzug und Tatortreiniger.)

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