Happy Birthday, Ganni!

10 Jahre Ganni – Eine Hommage an das dänische Kultlabel und seine #gannigirls

Dieses Jahr markiert einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte eines unserer absoluten Lieblingsbrands. Denn 2019 feiert Ganni sein 10-jähriges Bestehen. Zehn Jahre, in denen sich die Marke vom braven Modemädchen zum starken Opinion-Leader gemausert hat, ohne dabei seine DNA zu verlieren. Die #GanniGirls sind längst nicht mehr nur in Kopenhagen zu finden, sondern auf der ganzen Welt zu Hause.

Zeit für einen Rückblick, einen Ausblick und ein ausführliches Gespräch mit den Masterminds hinter dem dänischen Überflieger-Label. Wir haben das Wife-and-Husband-Team Ditte und Nicolaj Reffstrup, Kreativdirektorin und CEO von Ganni, zum Gespräch gebeten und blicken außerdem auf die größten Modemomente von 10 Jahren Ganni zurück. Enjoy!

Ditte, wer war das Ganni Girl vor 10 Jahren und wer ist sie jetzt?

Ditte: Ich werde das bestimmt einmal pro Woche gefragt. Wir müssen im Plural über „sie“ sprechen – es sind die Ganni Girls. Sie sind nicht perfekt und auf Hochglanz poliert, es sind die Kick-Ass-Girls, die wir jeden Tag sehen und bewundern. Sie marschieren im Takt ihres eigenen Beats – oder in der Geschwindigkeit ihres Fahrrads, wie man in Kopenhagen sagen würde. Verspielt, selbstständig, unkompliziert. Und vor allem bedeutet ein Ganni Girl zu sein mehr eine Denkweise, als nur ein gewisser Stil. Das hat sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert.

Die Ganni DNA in drei Wörtern?

Ditte: Selbstbewusst, unerwartet und sich ständig weiterentwickelnd.

Was waren eure drei positiven und negativen Learnings innerhalb der letzten 10 Jahre?

Ditte: Positive Learnings waren, erstens: Wenn du deinem Herzen und Bauchgefühl vertraust, ist es meistens das Richtige. Zweitens: Es zahlt sich aus, unabhängig von Herkunft in Talente zu investieren. Wir haben gelernt, dass junge und unerfahrene Talente leicht aufblühen können und erstaunliche Arbeit leisten. Es geht darum, die Leute mit dem gewissen Feuer in ihren Augen zu identifizieren, die einen schlauen Kopf haben und den Willen, hart zu arbeiten. Wir sind bei jungen Talenten so oft ein Risiko eingegangen, wir waren uns oft nicht sicher, ob das wirklich die richtige Entscheidung war. Aber jedes Mal haben wir so viel zurückbekommen.
Und drittens: Dass es möglich ist, aus einer relativ kleinen Stadt wie Kopenhagen eine internationale Modemarke mit einer weltweiten Fangemeinde von #GanniGirls zu erschaffen, die sich von unserem Scandi Style 2.0. angesprochen fühlen.

Nicolaj: Negative Learnings waren, erstens: Egal, wie gut du es auch machst, du kommst nie zu dem Punkt, an dem du zufrieden bist und es auf die leichte Schulter nimmst. Wir sind immer noch super unsicher, ob das, was wir tun, gut genug ist.

Ditte: Zweitens: Wie schlecht die Modeindustrie für unser globales Klima ist. Auch wenn Nicolaj in den letzten 20 Jahren düstere Vorhersagen gemacht hat, war es für uns doch alle ein Schock, wie massiv sich die Modeindustrie auf die Umwelt auswirkt.

Nicolaj: Drittens: Die Annahme, dass das Tempo, als wir in die Modebranche einstiegen, schon zu schnell war. Es stellte sich heraus, dass es das nicht war. In unserer unsteten Industrie scheint nur eines sicher zu sein. Es muss alles schneller, neuer und teurer sein.

„Heute findet man unter dem Hashtag #GanniGirls über 30.000 Beiträge von Instagram-User*innen – er ist buchstäblich zu einer Bewegung geworden.“

Ditte Reffstrup

Was ist dein All Time-Favoriten Ganni Teil?

Ditte: Unser Fenn Mantel – er ist von Anfang an Teil unserer Kollektionen. Ich liebe es, wie wir immer wieder zu den Silhouetten zurückkehren, die für Ganni zu Heropieces geworden sind. Großartige Designs zu erschaffen, die lange halten, war schon immer ein zentrales Anliegen für uns. Es ist Teil unseres dänischen Erbes.

Ihr erfindet euch als Brand immer neu, trotzdem bleibt jedes Stück unverkennbar Ganni. Wie findet man seine Designsprache, ohne ständig seine Seele – Stichwort Trends – zu verkaufen?

Ditte: Jede Kollektion ist ein Prozess. Design ist für mich keine intellektuelle Herausforderung, sondern ein Bauchgefühl. Ich finde Inspiration in allem und in nichts – Musik, Filme und Reisen regen meinen Kopf an. Designen ist für mich ein emotionaler Prozess. Wenn mein Herz nicht dabei ist, passiert auch nichts.

Welchen Einfluss hatten Influencer und Social Media in den letzten Jahren auf euch?

Ditte: Unser Umgang mit Social Media war schon immer sehr natürlich. Wir hatten nie eine Strategie oder gar einen Social Media Manager, die Dinge haben sich einfach weiterentwickelt. Wir hatten das Glück, sehr schnell mit #GanniGirls zusammenzuarbeiten – der Hashtag wurde bereits 2015 von Helena Christensen und Kate Bosworth geprägt, als sie im gleichen Ganni-Mantel zu einem Cocktail auftauchten und ein Bild mit dem Hashtag „#GanniGirls“ veröffentlichten. Damals war Community Management noch keine kommerzielle Aufgabe. Es ging mehr um Integrität, eine Regel, die wir bis heute einhalten. Wir hatten das Glück, mit einigen Girls eine enge Beziehung aufzubauen, mit denen wir noch heute zusammenarbeiten, z.B. Pernille Teisbæk, Camille Charriere oder Veronika Heilbrunner. Heute findet man unter dem Hashtag #GanniGirls über 30.000 Beiträge von Instagram-User*innen – er ist buchstäblich zu einer Bewegung geworden.

Sprechen wir mal über Nachhaltigkeit, ihr habt es gerade ja schon angesprochen. Was tut Ganni in Bezug auf faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Materialien?

Nicolaj: Das ist ein so komplexes Thema, dass es schwierig ist, das in einem Interview zu beantworten. Aber ich fange einfach mal an. Ganni hat sich 2017 zum UN Global Compact bekannt, ein Programm, das zehn Prinzipien für Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruptionsbekämpfung festgelegt hat. Wir verwenden den UN Global Compact für unseren eigenen Verhaltenscodex, den alle Lieferanten einhalten müssen. Wir arbeiten auch mit ELEVATE zusammen, ein externer Service, der all unsere Fabriken vor Ort überprüft, um sicherzustellen, dass unsere Produktion unseren Standards entspricht.

Außerdem sind wir auch ein Mitglied der nachhaltigen Apparel Coalition und wenden den Higg Index an, um unsere Nachhaltigkeit zu messen und unsere Transparenz zu erhöhen. Und natürlich arbeiten wir mit den UN Guiding Principles, mit denen die Einhaltung aller 48 Menschenrechte sichergestellt werden soll.

Zum Thema nachhaltige Materialien: Wir wollen in der Zukunft in unserer Produktion noch nachhaltigere Entscheidungen treffen. Von den Stoffen bis hin zur Herstellung und dem Transport. Wir haben schon begonnen, nachhaltigere Styles wie biologisch abbaubare Regenkleidung, recyceltes Polyester und Bio-Baumwolle in unsere Kollektionen zu integrieren und werden das nachhaltige Angebot weiter ausbauen. In der Zwischenzeit kompensieren wir die CO2-Emissionen des ganzen Unternehmens mit einer Art selbst erhobener Klimasteuer.

Habt ihr jemals über eine Männerkollektion nachgedacht?

Ditte: Ganni Guys? Viele Male! Aber ich denke wir werden uns vorerst an Accessoires halten, die jeder Freund stehlen möchte, wie z.B. unseren Leo Bucket Hat!

Was sagt ihr dazu, dass ihr immer wieder als „typisch Dänisch“ bezeichnet werdet? Wo seht ihr Ganni selbst?

Ditte: Als wir anfingen, wollten wir etwas anderes machen als den typischen Scandi Style, der damals entweder stark minimalistisch und konzipiert oder mädchenhaft verspielt war. Wir wollten ein Scandi 2.0. erschaffen, mit einer spielerischen und müheloseren Herangehensweise an Mode, die repräsentiert, wie ich mich anziehen möchte – voller Kontraste und mit viel Persönlichkeit. Es macht mich sehr stolz, dass Ganni mittlerweile zu einem Synonym für die dänische Mode geworden ist.

Ditte, wo findest du denn immer deine Inspiration? Was machst du, wenn du mal in ein kreatives Loch fällst?

Ditte: Ich liebe es, Leute zu beobachten, es ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Es ist so inspirierend zu sehen, wie sich Frauen in verschiedenen Städten kleiden. Sei es in den Straßen von Kopenhagen, New York oder Paris. Ihre Energie und ihren Sinn für Stil versuche ich aufzunehmen, das macht mir so viel Spaß!

Was ist euer größtes Ziel oder euer Traum?

Nicolaj: Unsere Ziele verändern sich ständig und werden immer größer, weil wir als Unternehmen wachsen. Aber unser größter Traum ist, dass Ganni schadstofffrei wird. Wir haben eine Charta für das Klima unterzeichnet und uns damit verpflichtet, die CO2-Emissionen pro Kilogramm Kleidung bis 2030 um 30 Prozent und bis 2050 auf null Prozent zu senken. 2050 liegt jedoch viel zu weit in der Zukunft – wir müssen viel schneller handeln.

10 Jahre Ganni – Zeit für eine stilistische Zeitreise

Die ersten Schauen und die sichere Nummer: SS15 und AW15

Vergleicht man die ersten Defilees von Ganni auf der Copenhagen Fashion Week mit den Schauen von heute, so entfährt einem unweigerlich ein „Ach Gottchen ...“ – so brav, gedeckt und fast schon schlicht kann man sich Ganni im Jahre 2019 absolut nicht vorstellen. Doch bereits 2015 lassen sich erste Vorboten auf die Heropieces der folgenden Jahre ausmachen.

Da wären die immer wiederkehrenden boxy Blazer und Tailoring-Elemente, die aus keiner Ganni-Kollektion wegzudenken sind. Ebenso die ikonischen Blumenprints und das Spiel mit Silhouette und Struktur zeigen auch fünf Jahre in Retrospektive ganz eindeutig Dittes Designhandschrift.

Doch auf eine Feststellung können wir uns sicher einigen: Die Zeit der gedeckten Farben und das fast schon ernsthafte Erwachsensein sowie der Hang zur Femme Fatale sind bei Ganni heute absolut abgemeldet. Hier kommen je drei Looks der beiden Saisons, die die damalige DNA von Ganni perfekt widerspiegeln:

Sommer 2015

Winter 2015

Die berühmte Ganni-DNA bricht sich Bahn: SS16 und FW16

Ganni ist vor vier, fünf Jahren noch ein Sommerlabel. Die warme Jahreshälfte gehört zu den Stärken der dänischen Marke. Und so ist es auch wieder die Sommerkollektion, die im Jahre 2016 stilistisch die Nase vorn hat. Es ist der erste große Sprung Richtung der typischen Ganni DNA, wie sie die #GanniGirls weltweit heute feiern. Freche Printshirts, starke Farben, ein mutiger Materialmix und quirky Avantgarde bestimmen den Sommer. Im Winter spielt Ditte mit Längen, die Kollektion hat viel Charakter, doch noch fehlt eine klare, eine eindeutige Linie, wohin die Reise gehen soll. Je drei Herolooks der Saison im Überblick:

Sommer 2016

Winter 2016

Der Hype ist real, die #GanniGirls kommen: SS17 und AW17

Die SS17-Kollektion ist ein großer Stilsprung für Ganni und tritt einen allgegenwärtigen Trend los: den Prairielook. Wie keine andere Marke sorgt Ganni dafür, dass wir an nichts mehr denken können als an Schlangenleder-Boots, Schürzenkleider, Oversized Denim und groben Strick. Eine Linie, der Ditte bis heute treu bleibt und die den Look der Marke nachhaltig prägt. Auch der Winter kann es zum ersten Mal in Sachen Stärke, Charakter und handwerkliches Geschick mit der Sommerkollektionn aufnehmen.

Es ist das Geburtsjahr der #GanniGirls! Und hier kommen ihre Looks:

Sommer 2017

Winter 2018

Es gibt kein Halten mehr und der elaborierte Ganni-Style ist da: SS18 und AW18

Innerhalb von nur vier Jahren legt Ganni eine Entwicklung hin, die mehr als beeindruckt. Vom dänischen Modeliebling zum knallharten Opinion-Leader in wenigen Saisons. Dabei unverkennbar Ganni – die Sommerkollektion 2018 lässt erstmals das ganze modische Potenzial erahnen, das in Ditte schlummert. Gedeckte Farben und Unilooks? Gehören der Vergangenheit hat. Eine Femme Fatale? Also bitte, die Ganni Girls sind verspielt, knallbunt und mutig, aber niemals niedlich oder zurückhaltend. Mit Wonne mixt sie Stile, biegt Gender-Konventionen und schert sich nicht um „Das geht so nicht!“. Alles geht – just own yourself!

Hier kommen die Highlights der sporty-femininen Powerkollektionen:

Sommer 2018

Winter 2018

Willkommen im Jetzt und Happy Birthday, Ganni: SS19 und AW19

Willkommen im Jetzt und willkommen im Habenwollen. Denn das ist einer der ersten Gedanken, der mich bei jedem Look beider Kollektionen ereilte. Ganni scheint angekommen: stark, avantgardistisch, mit einer Meinung und dem unnachahmlichen Talent, in jeder Kollektion schon wieder mehrere Must-haves für eine ganze Saison und darüber hinaus einzubauen. Bucket Hats? JA! Utility-Look? BITTE! Denim-Allover? YES! Die Mode der Straßen dieser Welt inspiriert Ditte, aber sie hat es geschafft Ganni selbst zu einer Marke zu machen, die man aus den angesagten Vierteln dieser Welt nicht mehr wegdenken kann.

Das #GanniGirl ist 2019 ein Global Citizen: aufgeklärt, unbeirrbar und voller Ideale.

Sommer 2019

Winter 2019

Wie sieht Ganni 2020 aus?

Das erfahrt ihr heute um 17 Uhr auf der Copenhagen Fashion Week! Derweil könnt ihr im Ganni Kiosk, einem Pop-up während der Fashion Week, exklusiv Teile aus vergangenen Kollektionen der letzten 10 Jahre, die aufgearbeitet und zu Special Collections veredelt wurde, erwerben. Und zwar nicht nur vor Ort, sondern auch online! Schnell sein lohnt sich, die Exemplare sind sehr begrenzt...

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