Beige News 01 / 04

Diese Woche hat Marie jede Menge nachhaltige Independent-Labels im Gepäck

Okay, an dieser Stelle will ich es mal ehrlich zugeben. Die News waren lange Zeit eine wöchentliche Qual für mich. Denn sie sind 1. extrem aufwendig zu bauen mit all den Bildern und kleinen Texten, 2. stundenlange Recherchearbeit und 3. ist es oft schwierig für mich, Themen zu finden, die Frauen sowie Männer interessieren. Lisa ging es ähnlich. Bis wir uns irgendwann sagten: „Warum? Das ist unser EIGENES Magazin. Wir machen die News jetzt einfach so, dass sie uns Spaß bereiten!“

Seitdem mir das nochmal vor Augen geführt wurde, fliegen mir die Themen nur so zu. Ständig, dauernd und immer speichere ich mir irgendwelche Links ab, die ich unbedingt mit euch teilen möchte. So auch diese Woche, die mir selbst ausgesprochen gut gefällt (Eigenlob stinkt, ich weiß!).

Aber was soll ich nun mal machen, denn von nachhaltigem Schmuck aus Los Angeles und Berlin über jede Menge modische News für alle Geschlechter- und Körperformen bis hin zu verschwundenen Musikalben und Reisetipps, ist diese Woche alles dabei. Ihr könnt nicht mehr abwarten? Dann geht's jetzt los, ich hab lange genug geschwafelt.

Auf dem Radar: CLED Jewelry

Wir haben schon öfter von euch gehört, dass ihr euch mehr nachhaltige und bezahlbare Labels wünscht. Euer Wunsch ist uns natürlich Befehl (und auch selbst ein Ziel auf Beige), deswegen möchte ich euch an dieser Stelle ein wunderbares Label aus Los Angeles vorstellen: Cled. Das Label ist Meister im Upcycling. Aus alten Glasflaschen, die sie selbst sammeln und einschmelzen, fertigen sie den schönsten Schmuck. Sie selbst nennen diese Art von Materialwiederverwendung „Eco Gems“. Herauskommen moderne Designs, die ich in dieser Art und Weise wirklich noch nirgendwo gesehen habe. Jedes Stück ist dank des eingeschmolzenen Glases ein Unikat. Ein ziemlich guter Gedanke, denn in den USA werden weniger als 35 Prozent von Glasflaschen recycelt, der Rest landet einfach in der Landschaft.

Endlich das iPhone verstehen und ideal nutzen

Kollektionsknaller 1: H&M Conscious Exclusive Kollektion

Wowi! Selten beeindrucken mich Eventfotos von Kollektionslaunchs, aber H&M hat das mit ihrer Conscious Exclusive Kollektion geschafft. Kein Wunder, denn Kollektion, Ort und Gäste der Launch Party waren exquisit: Eine Villa in Los Angeles, eine Gästeliste mit Namen wie Irina Shayk, Dakota Fanning, Halima Aden, Amber Valletta, Alek Wek und Emmanuelle Chriqui und eine Kollektion, die alles andere als ökig aussieht.

Dabei hat sich H&M für die neue Mode mit nachhaltigen Materialien und innovativen Prozessen für eine bewusstere Zukunft beschäftigt. Heißt? Die neueste Technik ist am Start: Piñatex®, eine pflanzliche Alternative zu Leder aus Ananasblättern, BLOOM® Foam, ein pflanzlicher flexibler Schau aus Algen-Biomasse und Orange Fiber®, ein nachhaltiger, seidenähnlicher Stoff, der aus den Nebenprodukten gefertigt wird, die bei der Herstellung von Zitrussäften anfallen, kommen zum Einsatz.

Wie gesagt, alternativ sieht das nicht aus? Stattdessen glänzt die Kollektion mit besonderen Schmuckstücken, die Statement-Jacke aus Piñatex und Jacquard, das schulterfreie Top im Korsagen-Stil aus Orange Fiber® und die Badeslipper aus BLOOM® Foam sind die Highlights der Kollektion.

Bei der nächsten L.A.Party bin ich dabei, okay H&M?!

Die Kollektion ist ab dem 11. April in ausgewählten Geschäften und auf hm.com erhältlich.

Eye Candy: Alessia Glaviano

An dieser Stelle möchte ich gar nicht viel sagen, sondern die Bilder sprechen lassen. Ich habe Alessia Glavianos Instagram-Account noch nicht vor langer Zeit entdeckt und bin seitdem gefesselt von ihrer Bildsprache und der Kuration des Feeds. Sie ist der Senior Photo Editor der Vogue Italia und L'Uomo Vogue. Geboren in Palermo, lebt sie jetzt in Mailand. Sie ist außerdem Schirmherrin des genialen Projekts Photo Vogue, bei dem Leser*innen ihre Bilder hochladen können und so die Chance haben, in der Vogue zu erscheinen. Bis jetzt haben dort 175.870 Fotografen mitgemacht und 556.780 wurden von Vogue Fotoredakteuren kuratiert.

Auf dem Radar: Johanna Gauder

Leider habe ich es am Mittwoch wegen meiner fetten Erkältung und einer missglückten Ikealieferung (dazu an anderer Stelle mehr) nicht zu Johanna Gauders Launchparty geschafft. Sonst hättet ihr auf unserem Instagram-Account natürlich live Impressionen gesehen. Trotzdem lasse ich es mir nicht entgehen und möchte euch die Berliner Goldschmiedin und Produktdesignerin auf diesem Weg noch einmal vorstellen. Johanna Gauder und ihre vierte Kollektion sind nämlich bezaubernd. Designs, die wie flüssiges Gold aussehen und die Trägerin zu umfließen scheinen.

Ob in Silber oder in 14-karätigem Gold ist den Kund*innen überlassen, alles wird im Studio in Berlin entworfen, gefertigt und produziert. Die Schmuckstücke sind ab 85 Euro bis 990 Euro hier online erhältlich.

Lesetipp: Der Männerrock und sein Comeback

Männer beschweren sich ja oft, dass sie modisch gar nicht so mutig sein können, wie wir Frauen, einfach weil es keine große Auswahl gibt. Klar, bunt kann es werden, aber so wie wir Frauen: Mini-, Midi-, Maxikleid, Mini-, Midi-, Maxirock oder Hose, diese Auswahl haben die Herren nicht. Denkste! Denn schon die Schotten bewiesen: Jawohl, den Männerrock gibt es wohl! Aktueller als 2019 könnte dieser Trend gar nicht werden, schließlich ist unisex Mode in aller Munde (siehe unser Interview mit Richert Beil). Kanye West macht's vor und trägt einen Lederrock von Givenchy und schwups, schon sieht man den Trend überall. Eckhaus Latta, Craig Green, Maison Margiela, Rick Owens oder Raf Simons – alle machen sie mit.

„When you sit down with Riccardo Tisci at the Louvre and he pitches the idea of you wearing a leather kilt, which could be considered by all of your gangbanging friends as some sort of a dress or skirt, at that point you are now a part of the fashion world.”

Kanye West

Highsnobiety wirft einen ganz genauen Blick auf den Trend und erklärt auch, was es mit der männlichen Identität macht, wenn sie auf einmal einen Rock trägt. Ich glaube ja insgeheim, dass sich viele Männer sofort einen Rock zulegen würden, wenn sie das angenehme Lüftchen, was dann dort unten weht, spüren würden. Was haltet ihr, ob Mann, Frau oder wer auch immer, von dem Trend?

Clap your hands: Reformation behält große Größen

So, jetzt wo Männer auch Röcke tragen, dürfte es uns ganz normal vorkommen, dass Modelabel Kleider für alle Arten an Körperformen machen. Ist es aber nicht. Oft ist schon nach einer 38 Schluss (insbesondere in Frankreich), vielleicht haben manche Label noch was bis 44 im Programm aber dann ist definitiv Ende. Reformation hat seine Curvy Capsule Kollektion jetzt ins Standardprogramm übernommen und das heißt: Ab jetzt gibt es alle Entwürfe IMMER (!) von Größe 30 bis 52! Das nenne ich mal Inklusion von beiden Seiten! Da kann ich nur in meine Hände klatschen und bestaune weiter Tara Lynn!

Travel Tipp: Citron Café in Paris

Leider habe ich auf meiner Paris Reise vor einer Woche zu spät von dem Café gehört, sonst wäre ich sicher hingegangen und hätte es für euch getestet. Was das besondere an dem Laden ist, der am 28. März eröffnet hat? Es ist das erste Café von Modedesigner Simon Porte Jacquemus, der uns mit seinen besonderen Entwürfen schon seit Jahren glücklich macht und den wohl schönsten und größten Sonnenhut der Welt entworfen hat. Das Lokal ist Teil der neuen Niederlassung des Luxuskaufhauses Galeries Lafayette auf der Champs-Élysées. Serviert werden französisch rustikale Gerichte: Toast mit Marmelade oder Ei, viel Gemüse und Kuchen. Das Highlight der Speisekarte und jetzt schon der absolute Renner auf Instagram ist allerdings das Dessert: eine Zitrone, in der sich Sorbet befindet und die auf Instagram von Fans leidenschaftlich beim Knacken gefilmt wird. Dafür verantwortlich ist nicht nur die kreative Vision von Jacquemus, sondern auch die Konditoren Cédric Grolet, Jeffrey Cagnes und Anthony Courtiells. Beim nächsten Paris Besuch bin ich auf jeden Fall dort – das Video von der Zitrone kommt dann natürlich auch!

Kollektionsknaller 2: Malaikaraiss Palm Trees & Love Affairs

Es gibt wieder News aus dem Hause Malaikaraiss. Im Januar war für mich ihre Show im Pahr Berlin das absolute Highlight und fühlte sich nach Familientreffen an, inklusive Frühstück. Aber kommen wir zurück zur neuen Spring Summer 2019 Kollektion, die ihre Inspiration in den Powercouples unserer Zeit findet: Jack Nicholson und Anjelica Huston. Gwyneth Paltrow und Brad Pitt. Gegenseitig wurde fleißig aus den Kleiderschränken geklaut und sie machten die unisex Garderobe schon früh en vogue. Das alles hat Malaikaraiss modisch mit breit geschnittenen Blazern, fließendem Satin und einem Marmorprint modisch umgesetzt.

Dazu kommt die neue Schmuckkollektion, die Möglichkeit sich für weniger Geld etwas Malaikaraiss-Feeling nach Hause zu holen. Ob kleine Sterne, zarte Süßwasserperlen mit Palmen oder – mein persönliches Highlight, steht gaaaanz oben auf der Wunschliste – der Siegelring, ich hab beim Anblick Lust auf sonnengebräunte Haut, Meersalz und ein Kokosnusseis.

Reinhören: Das vergessene Album von Marvin Gaye

Marvin Gaye war ein Multitalent. Er machte funky Gute-Laune-Musik, mal den Playboy, aber er schrieb genauso politische Themen in seinen Songs nieder. Vielleicht war das der Grund, dass das Album „You're The Man“ nie veröffentlicht wurde, vielleicht war es sein „Fehler“. Spiegel-Autor Tobi Müller beschreibt es so: „Zwischen 1971 und 1973 vollzog Gaye, damals Anfang 30, den Wandel vom sozialkritischen Soulsänger, der in religiösem Ton das Kollektiv beschwört, zum Sexpriester, der primär von seiner eigenen Leistung erzählt. Von dieser Formel wich er im Grunde bis zu seinem Tod 1984 nicht mehr ab, als er von seinem Vater erschossen wurde.“

Jetzt wurde das Album, das voll von sozialkritischer Songs und Texte (unter anderem zur Präsidentschaftswahl 1972) ist, zum ersten Mal von Motown veröffentlicht, als Anlass diente der 80. Geburtstag des Sängers im April, den er leider nie miterleben durfte. Wenn ihr Gayes andere Seite, fernab von Verkaufszahlen und Hits, erleben wollt, dann hört unbedingt rein. Das Album gibt's als CD, Vinyl oder bei allen gängigen Streamingdiensten.

Beauty News: & Other Stories launcht Pflegeserie Fornillo

Ich kann die Tage, an denen man sich nach dem Duschen und Eincremen nicht mehr in enge, warme und dicke Klamotten zwängen muss, nicht mehr abwarten. Ich liebe das Gefühl am Morgen, frisch geduscht und eingecremt mit noch nassen Haaren in ein dünnes Sommerkleid zu schlüpfen. Wie ich Berlin kenne, dauert das mit dem Sommerkleidchen zwar noch eine Weile, wenn es dann aber losgeht, dann Schlag auf Schlag: von 15 Grad auf 30 Grad ist dann nur eine Frage von ein paar Tagen.

Deswegen versorge ich euch jetzt schon mal mit Beauty-News für den Sommer. Diese Woche launcht & Other Stories nämlich seine neue Pflegeserie namens Fornillo. Benannt nach dem legendären Strand in Positano an der italienischen Amalfiküste, duftet die gesamte Linie nach frischer Baumwolle, Moschus, Wassermelone und Zedernholz. Klingt nach einer spannenden Mischung. Eine neue Textur ist auch noch dabei: das kühlende Body Jelly soll an heißen Tagen angenehm mit der Haut verschmelzen, ohne einen klebrigen Film zu hinterlassen.

Interior Wishlist: Lónja Living

Kennt ihr die Villa Walther? Das ist das Haus von Anna Lempke und ihrem Mann. Seit Januar 2018 renovieren sie ein Haus aus den 60er-Jahren in liebevoller Kleinstarbeit – und das Ergebnis ist wunderschön. Wenn man sich bei so einer Renovierung viel mit dem Thema Interior auseinandersetzt, dann ist es kein Wunder, dass man die ein oder andere Idee für eine Marktlücke bekommt. So ging es auch Anna, ihrem Mann und ihrem Bruder und seiner Frau und so gründeten sie zusammen das Familienunternehmen Lónja Living. Dort verkaufen sie wunderschönes Geschirr, die neue Serie ist vom Material Terrazzo inspiriert. Alle Teile sind handbemalt, es gibt einen Blumentopf, einen Teller und Tassen. Ich hätte ja gleich am liebsten ein achtteiliges Teller- und Tassen Set bestellt, aber begnüge mich erstmal (!) mit einem Blumentopf. Ich bin gaaanz großer Fan!

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