Beige feels: Neue Perspektiven

Wir wollen lernen, die Welt durch andere Augen zu sehen

Irgendwie erscheint es angesichts der derzeitigen Lage seltsam, mit dem gewohnten Content weiterzumachen. Wir haben wir uns entschlossen, unsere Stimme mit Beige und unsere Reichweite gezielt zu nutzen. Gleichzeitig ist unsere Sicht, also die von Weißen, nicht die gefragte und gewünschte Sicht der Stunde. Wir wollen auch nicht Artikel schreiben, deren Inhalte auszusprechen uns nicht zusteht oder die ausschließlich Inhalte reproduzieren. Maries, meiner und der Anspruch des ganzen Team Beige ist es stets, hier allen eine Stimme zu geben und divers und offen zu sein. Die Schwerpunkte verschieben sich, aber niemals wird hier aktiv ausgeschlossen, zensiert oder ignoriert.

Wir werden hier den Spagat wagen zwischen dem geplanten, produzierten Content und gezielter Unterstützung. Es ist das Beste, was wir machen können und das, was wir am besten machen können. Aber seid gewiss, wir arbeiten daran, Beige auch hinter den Kulissen noch diverser zu machen, mit Hochtouren. #BlackLivesMatter und Content zu Rassismus finden hier weiterhin statt.

Heute machen wir inhaltlich eine halbe Sendepause und präsentieren euch die zweiten Beige feels im Juni. Viel Spaß beim Lesen!

Beige hopes: Berlin bekommt als 1. Bundesland ein Antidiskriminierungsgesetz

Racial Profiling und andere Formen des alltäglichen, strukturellen Rassismus in Deutschland sind durch zahllose Studien zweifelsfrei belegt. Menschen mit dunkler Hautfarbe werden öfter kontrolliert, anders behandelt und bei der Wohnungssuche haben Menschen mit „ausländisch“ klingenden Namen nicht die gleichen Chancen wie Max Mustermann.

Das Antidiskriminierungsgesetz soll das bereits bundesweit geltende Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ergänzen und legt den Fokus auf die Behörden. So sollen Einzelpersonen, die sich durch etwa gezielte Kontrolle aufgrund der Hautfarbe oder Verzögerung der Bearbeitung von Anträgen in Behörden aufgrund der Herkunft diskriminiert fühlen, leichter ihr Recht auf Schadenersatz und Entschädigung durchsetzen können. Ein wichtiger Schritt, gerade wenn man bedenkt, dass die Polizei eine Behörde ist, die dem Land untersteht.

Berlin bekommt ja nicht viel gebacken, aber das ist ein wichtiges Signal zur richtigen Zeit und ich möchte mal hoffen, dass dieses Gesetzt nicht zahnlos daherkommt, sondern Anwendung findet.

Beige follows: Was ihr nicht seht!

Ich habe eigentlich nicht viel mehr zu sagen als: Folgen, lesen, lernen. Folgt dem Instagram-Account „Was ihr nicht seht“ und vergleicht die geteilten Aussagen mit euren Äußerungen. Ich denke, wir sind alle ertappt und überrascht vielleicht sogar. Es ist nie zu spät, es besser zu machen.

Beige feels: Die Fashion Week Berlin verliert die größte Messe

„Alte Wege öffnen keine neuen Türen.“

Detlef Braun, Geschäftsführer Messe Frankfurt

OK ... Wir sind noch immer sprachlos. Auch wenn die Zeichen zuletzt schlecht standen für die Berliner Modewoche, ist das doch eine News mit Sprengkraft. Die Premium, eine der größten Modemessen Berlins, verlässt nach 20 Jahren die Hauptstadt und zieht in die Mainmetropole Frankfurt. Mit ihr gehen die Newcomermesse Seek und die auf nachhaltige Mode spezialisierte Neonyt. Und Berlin? Steht ziemlich gehörnt da. Laut Anita Tillmann, Geschäftsführerin der Premium Group, werden die drei Messekonzepte in Frankfurt noch interdisziplinärer zusammenarbeiten und ihre Kräfte Bündeln.

Als alte Rheinhessin kann ich sagen, dass der Standort in jedem Fall logistische und wirtschaftliche Power hat. Frankfurt ist außerdem eine sehr erfahrene Messestadt, optimal angebunden, wirtschaftliche stark und liegt im Herzen Europas. All das sind Faktoren, die man für einen erfolgreichen Neustart durchaus auf die Habenseite legen kann. Ob es sich bewahrheitet, werden wir im Juli 2021 sehen. Ich sehe diesen Schritt als Chance für die Modebranche in Deutschland und für deutsche Labels.

Viele vergessen, dass das Festklammern an Berlin eventuell genau das ist, was uns nicht weiterbringt und dass es nicht um das Image von Berlin geht, sondern darum, (nachhaltige) Mode aus Deutschland international wieder relevant und wettbewerbsfähig zu machen. Ein Statement vom Fashion Council Germany lag zur Stunde noch nicht vor. Aber seid gewiss: Wir bleiben dran!

Beige feels: Den Summer of Love immer dabei

Es war eine Zeit der Ikonen, musikalisch, gesellschaftlich und modisch. Die Siebzigerjahre haben wirklich eine Dauerkarte in unserer Garderobe. Sei es in Form von Leder- und Fransenjacken, Denims mit XXL-Bein oder knallbuntem Lidstrich. Und dank Liebeskind auch in Form von Taschen in erdigem Wildleder. Denn diesen Herbst lanciert das Berliner Taschenlabel unter der Feder eines neuen Designteams eine Hommage an die Siebziger und die Frauen, die sie prägten: Grace Jones, Farrah Fawcett, Olivia Newton-John ...

Ganz im Sinne eines meiner Lieblingslieder aus der Zeit (California Dreaming von The Mamas & The Papas) kommen die Taschen in erdigen Brauntönen von Beige bis Schwarz daher. Geprägtes Glattleder und weiches Wildleder wird zu zeitlosen und gleichzeitig nostalgischen Designs, bei deren Anblick ich mich sofort in eine Zeitkapsel setzen möchte. Die brauchen wir allerdings alle, denn bis zum Launch der neuen Kollektion müssen wir uns noch ein wenig gedulden. Genau genommen bis zum Herbst.

Aber dann weiß ich schon, welche Modelle ich mir schnappen würde:

Beige wears: Sound of Silence

Zuhören und mit offenen Ohren durchs Leben gehen, ist wichtig. Dem Lärm der Stadt sperre ich aber gerne mal aus. Vor allem, wenn ich z.B. beim Laufen ungestört meinem Lieblingspodcast oder -hörbuch lauschen oder in der U-Bahn sitzend kurz dem Alltag entfliehen möchte. Noise Cancelling lauten hier die zwei magischen Worte, die es möglich machen. Urbanista hat jetzt Urbanista London gelauncht, einen kabellosen Active Noise Cancelling In-Ear Kopfhörer. Die Kampagne ist in Zusammenarbeit mit dem Londoner Künstler Kojey Radical entstanden. Sie feiert die Stille als Motor für Kreativität und Inspiration.

Dann weiß ich ja nun, wie ich ab sofort beim Joggen mei Ruh' hab und den Berliner Lärm, der manchmal wirklich unerträglich ist, aussperren kann! Oh und persönliche Bitte: Cancelt die Noise nicht, wenn ihr Fahrrad fahrt. Safety first! Die Urbanista London kommen in vier Farben, kosten 149 Euro und können ab sofort vorbestellt werden!

Beige sees: Pastels for the Boys!

Bei den Kooperationen, die wir euch hier vorstellen, liegt der Fokus meistens auf Womenswear. Umso mehr freue ich mich, hier heute eine schwedische Zusammenkunft zu präsentieren, die sich an die Männer richtet. Wobei man die gemeinsame Kollektion vom Sonnenbrillenlabel Chimi und H&M Men getrost auch als unisex bezeichnen kann. Denn die pastelligen Acetat-Modelle, die im Rahmen der Capsule Collection herausgekommen sind, würden mir auch auf meiner Nase gut gefallen.

Chimi wurde 2016 in Schweden gegründet und hat sich mit seinen bunten und schnörkellosen Modellen schnell einen Namen unter Brillenliebhaber*innen gemacht. Für die Kooperation mit H&M Men hat sich die Brand erstmals an Ready-to-Wear gewagt. Die Kurzarmhemden, Shorts und Slides machen den Sommerlook perfekt! Die Chimi x H&M Men Kollektion ist ab sofort im Onlineshop erhältlich und sieht ungefähr so aus:

Beige reads: The Daily Good Newsletter

Wenn ihr auch manchmal überwältigt seid von all den schlechten Nachrichten, die euch täglich erreichen, habe ich hier vielleicht ein wenig Soulfood für euch. Und das kommt sogar täglich in euer Postfach geflattert, ganz bequem. The Daily Good ist der liebevoll und durchdacht kuratierte Newsletter von The Good Trade.

Jeden Morgen bekommt ihr inspirierende, mutmachende oder auch schlicht interessante News und Storys geliefert, die zum Nachdenken anregen und in meinem Fall schon sehr oft meinen Horizont erweitert haben. Gastautor*innen stellen vor, was sie lesen, konsumieren oder lieben. Es geht um Nachhaltigkeit, Feminismus, Diversity und, ja, auch ein bisschen Self-Care. Außerdem gibt es zahlreiche Empfehlungen für Accounts, denen ihr folgen, Filme, die ihr schauen und Literatur, die ihr lesen könnt. Einer meiner liebsten Newsletter gerade. Hier könnt ihr eine Beispielausgabe lesen. Hier klicken, um The Daily Good zu abonnieren. Viel Spaß beim Lesen!

Beige sees: Wir werden zu Kunstsammler*innen

Möchte man Kunstsammler*in werden braucht man vor allem eine Menge Kapital. Falsch! Die Digitalisierung hat auch vor dem elitären Kunstmarkt nicht Halt gemacht und hebt die Regeln auf, die mitunter über Jahrhunderte Gültigkeit hatten. Onlinegalerien gibt es schon einige, mit The Artforce ist nun eine weitere vielversprechende Galerie an den Start gegangen, deren Kunst auch wir uns leisten können.

Gründerin Victoria Reimelt beschloss schon mit 18 Jahren: Kunstsammlerin und Galeristin, das ist ihr Ding. Da der konventionelle Weg für sie nicht realisierbar war, zog es sie auf die Bachelor und Master Shows von Kunststudent*innen, wo sie nach Talenten Ausschau hielt. Mit der Covid-19 Krise reifte in ihr schließlich der Entschluss, The Artforce zu gründen. Eine digitale Plattform, auf der Kunst von ausgewählten Künstler*innen präsentiert wird. Die Kunstwerke sind dabei stets limitiert und überschreiten niemals die Stückzahl von 75. Jede*r kann die eigene Kunst für The Artforce vorschlagen und wenn ihr gerne Kunst kauft, seid ihr schon 65 Euro dabei.

In den ersten drei Monaten gehen alle Erlöse der Verkäufe an die Organisation Children for a better World e.V. Diese drei Kunstwerke könnte ich mir gut an einer meiner Wände vorstellen:

Beige loves: Rough & tough mit Ganni

Zugegeben, jetzt, wo der Sommer endlich da ist, fällt es schwer, schon wieder an den Herbst zu denken. Die Pre-Fall-Kollektion von Ganni sorgt aber eher dafür, dass wir uns noch ganz viel Sommer in den Herbst mitnehmen. Mindshifting, ding-ding-ding! Wie unsere dänische Lieblingsbrand das anstellt? Mit der perfekten Mischung aus Blumenprints, leichter Outerwear, starkem Tailoring und gezielt platzierten Keypieces aus Leoprint, Denim und Leder.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit ist Ganni auf dem richtigen Weg: 41 % der Kollektion bestehen aus zertifizierten und recycelten Stoffen und Biobaumwolle. Mein ausdrücklicher Wünsch? Ganni, mach doch noch für die kommende Saison einen großen Sprung und komme über die magische 3/4-Marke. Das wäre so toll! Die Pre-Fall-Kollektion ist ab 17. Juni im Onlineshop von Ganni und in ausgewählten Stores erhältlich. Meine Highlights habe ich jetzt schon mit einem dicken Eselsohr versehen:

Beige loves: So schön kann Schuluniform auftragen aussehen

Während meiner ganzen Schulzeit habe ich mir nichts mehr gewünscht als Schuluniformen. Warum? Erstens herrschte an meiner Schule ein irrer Markendruck. Zweitens fand ich den Gedanken immer sehr verlockend, morgens eine halbe Stunde länger schlafen zu können, da das Kramen im Kleiderschrank entfällt. Und drittens entsprach die Schuluniform meiner Träume dem legendären Karo-Look von Cher Horowitz aus Clueless. Mary Janes, weiße Socken und ein kariertes Ensemble. Jas!

Wenigstens an den Füßen kann ich diesen Traum nun nachleben. Denn Cecilie Bahnsen hat für Charles & Keith im Archiv gestöbert und eine vierteilige Schuhkollektion designt, die komplett aus den Stoffen vergangener Kollektionen gefertigt worden ist. Drei Mary Jane Modelle und ein Mule Modell von Charles & Keith wurden hierfür vom dänischen Shootingstar re-interpretiert.

Zwei Dinge muss ich nun also tun: Die Schulbank drücken und mein Sparschwein schlachten. Die Capsule Collection ist ab sofort exklusiv bei Cecilie Bahnsen und Charles & Keith erhältlich. Die Mules kosten 250 Euro, die Mary Janes 300 bis 350 Euro.

Beige Radar: Weniger ist mehr! Die Sabinna Capsule Collection

Sechs Silhouetten. Mehr braucht es laut dem nachhaltigen Modelabel Sabinna nicht, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Und so umfasst die kürzlich lancierte Capsule Wardrobe denn auch sechs zeitlose, kombinierbare Stücke, die euch in mal kräftigen, mal sanften Tönen und ausdrucksstarken Mustern stets zu Diensten sind. Der Clou: Durch Twists wie abnehmbare Ärmel oder verstellbare Röcke habt ihr noch mehr Kombinationsmöglichkeiten.

Für die Kampagne der Capsule Wardrobe, die übrigens ausschließlich aus GOTS zertifizierten Materialien gefertigt wurde, hat Designerin Sabinna Rachimova Frauen vor die Kamera geholt, die sie von der Gründung bis zum Aufbau der Marke begleitet und ihr immer zur Seite gestanden haben. Frauen, die Sabinna ermutigt haben, sich treu zu bleiben und unabhängig von Konfektionsgrößen oder Alter zu designen.

Dieses Herzblut und diese Liebe sieht man sowohl den Kampagnenbildern als auch den Teilen der Kollektion an, bravo! Die Caspule Wardrobe ist ab sofort im Onlineshop erhältlich und kostet zwischen 180 Euro und 450 Euro. Meine Favoriten habe ich schon gefunden:

Beige says: Goodbye, Christo

Aus verständlichen Gründen ist der Tod des wirklich wegweisenden Künstlers Christo dieser Tage ein wenig untergegangen. Meine erste Begegnung (wenn man es so nennen kann) mit dem aus Bulgarien stammenden, über 17 Jahre staatenlosen Künstler, hatte ich als Kind. Ein großer Kunstdruck des berühmten „Wrapped Reichstag“ von 1995 hing bei uns im Haus. Auch ein Motiv seiner „Surrounded Islands“ hing in unserer Küche und ich fand damals die Idee, einfach dermaßen große Gebäude und Dinge einzupacken, phänomenal. Auch, wenn ich es nicht wirklich greifen konnte. Das ist meiner Meinung nach aber auch die Idee hinter der Kunst von Christo und seiner Frau Jeanne-Claude. Die Kunstweerke der Christos konnte niemand kaufen, egal, wie viel Geld auf den Tisch gelegt wurde. Sie konnte auch nicht in Sammlungen gesteckt werden, gehörte immer allen, die sie sahen.

Um sie zu sehen, musste man sich aufmachen, wandern. Wie die Nomaden, auf die sich das Künstlerduo durch die Verwendung des Nomadenstoffes immer wieder bezog. Live bin ich leider nie in den Genuss eines der Werke des Künstlerpaares gekommen, aber der Kunstdruck vom eingepackten Reichstag ist inzwischen in meinen Besitz übergangen und wartet nur auf einen gebührenden Rahmen.

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