Beige News: Wir sind Generation Equality!

Und das zu erreichen, ist nicht immer leicht. Im Gegenteil: Veränderungen können wehtun. Trotzdem sind sie notwendig.

Normalerweise mag ich Montage. Seitdem ich selbstständig bin, hat sich die sonntägliche Angst vor dem bösen Montag komplett gelegt. Der Druck ist raus. Montag ist kein anderer Tag als Dienstag und nur, weil es der erste Tag in der Woche ist, muss hier nicht doppelt so viel geleistet werden wie an den anderen Wochentagen. Aber diese Erkenntnis hat lange gebraucht. Trotzdem schmeckt der erste Kaffee am Montagmorgen irgendwie immer leckerer. Motivierter. Erholter.

Nur heute nicht. Die letzte Woche hat mich müde gemacht. Lange Zeit habe ich die Augen absichtlich davor geschlossen, dass auf Social Media der Ton gerade kippt. Dass Likes durch Hater-Kommentare ersetzt werden, freundliches Hinweisen zum öffentlichen Sticheln und die Stories zu politischen Monologen geworden sind. Versteht mich nicht falsch, Aufklärungsarbeit ist eine wichtige Arbeit. Und wir können sie umsonst auf Instagram konsumieren. Dafür bin ich unendlich dankbar und nutze dieses Angebot unter anderem auch dafür. Aber nachdem ich in den letzten Wochen auch sehr kritische Nachrichten und Kommentare auf dem Instagram-Account von Beige bekommen hatte, merkte ich, dass die Angst auf einmal überwog. Dass das Nachdenken über jeden Schritt, über jedes Wort, jede Tat und vor allem über die Reaktionen über diese, langsam mehr Zeit einnimmt als die Tat selbst.

Gesine Schwan schrieb über genau dieses Phänomen in der Süddeutschen Zeitung, über immer emotionalere und beleidigende Diskurse einen Artikel. „Wenn Empörung die Abwägung von Gründen ersetzt – dann zerstört das unsere Chance auf ein freies Miteinander. Es ist an der Zeit, an unseren Gemeinsamkeiten zu arbeiten.“ Und so verstehe ich zum Beispiel Nike von TIJW, die sich gerade von Social Media zurückzieht, sehr gut. Auch ich habe manchmal mehr Angst, etwas mit Beige falsch zu machen, als die Energie, Dinge richtigzumachen.

Doch dieses Gefühl der Angst und vor allem die Menschen, die verantwortlich dafür sind, dass immer mehr Menschen sie spüren, möchte ich nicht gewinnen lassen. Und deswegen heißt es: Fehler machen, lernen, es besser machen und wieder von vorne. Der größte Fehler ist es, nichts mehr zu sagen und nichts mehr zu schreiben. Und deswegen kommen jetzt, wie jeden Dienstag, die News mit einer Mischung aus Gesellschaft, Mode und Kultur.

„Generation Equality“ von UN Women Deutschland

  • Kein einziges Land dieser Welt hat die Gleichstellung der Geschlechter erreicht
  • Wenn es im jetzigen Tempo weitergeht benötigen wir laut aktuellem Gender Gap Report noch 257 Jahre, bis die wirtschaftliche Gleichstellung von Männern und Frauen erreicht ist
  • Weltweit verdient eine Frau 77 Cent für jeden Dollar, den ein Mann in vergleichbarer Position verdient
  • In noch über 150 Ländern gibt es Gesetze, die Frauen diskriminieren, u.a. in 10 Ländern das sog. Vergewaltiger Gesetz (ein Mann, der eine Frau vergewaltigt, bleibt schuldfrei, wenn er die Frau anschließend heiratet!)
  • Frauen leisten im Schnitt weltweit 3 x mehr Haus-und Sorgearbeit als Männer
  • Jeden dritten Tag tötet ein Mann seine Partnerin und das in Deutschland!

Wir müssen intersektional denken, laut werden, Rechte einfordern, Grenzen einfordern und handeln, denn von Gleichberechtigung sind wir noch weit entfernt. Und zwar gemeinsam: Iris Berben, Volker Bruch, Dunja Hayali, Tupoka Ogette, Sara Nuru, Zeina Nassar, Joy Denalane und weitere Prominente und Meinungsmacher*innen nutzen jetzt ihre Stimme und Reichweite und machen den fulminanten Auftakt für die globale UN Women Kampagne „Generation Equality“. Wenn ihr auch etwas verändern wollt, dann teilt eure Erfahrungen, Visionen und Forderungen unter dem #GenerationEquality, spendet oder werdet selbst ein aktives Mitglied von UN Women Deutschland.

Keine Angst vor Farben hat Essentiel Antwerp

Nach der ernsten Einleitung und dem Aufruf zu mehr Gleichberechtigung widmen wir uns jetzt erstmal wieder seichteren Themen. Denn während die Stimmung in den sozialen Medien immer kühler wird, steigen da draußen die Temperaturen, die Sonne scheint und das alles erinnert mich daran, dass ich das Handy öfters einfach mal zur Seite legen sollte, um im echten Leben die Zeit zu genießen. Und was wäre bitte schöner, als die ersten Krokusse im frühlingshaften Print von Essential Antwerp zu begrüßen. Das Label aus Belgien überrascht mich immer wieder: mit Animal-Prints, knalligen Farben und Pop-Art-Blumen wird es nie langweilig! Und auch die aktuelle Kollektion macht wirklich hammermäßige Laune! Hier kommen meine Picks:

Hollywood kehrt zur Normalität zurück: Die Award Season hat begonnen

Und als wäre im letzten Jahr nichts passiert, kehrt Hollywood zurück zur Award Season und verleiht am gestrigen Abend die Golden Globes. Na gut, ganz so rosig (und normal) sah die Verleihung dann doch (noch) nicht aus, denn moderiert wurde nicht in einem vollen Ballsaal, sondern per Videoschaltung aus Los Angeles und New York von Tina Fey und Amy Poehler und die Preisträger*innen wurden per Video zugeschaltet. Trotzdem ließen sich die Prominenten es sich nicht nehmen – und das hätte ich nach einem Jahr in Leggings und Jogginghose es mir auch nicht – sich endlich mal wieder so richtig aufzubrezeln.

Auf der meiner Best-Dressed-Liste ganz oben? Margot Robbie in Chanel, Anya Taylor-Joy in Dior, Amanda Seyfried in Oscar de la Renta, Rosamund Pike in Molly Goddard, Sarah Paulson in Prada (mit Prada-Gips), Viola Davis in Claude Kameni und Regina King in Louis Vuitton.

Und hier kommen die wichtigsten Gewinner*innen des Abends, alle Gewinner*innen findet ihr hier.

  • Bester Film – Drama: „Nomadland“
  • Bester Film – Komödie/Musical: „Borat Anschluss Moviefilm“
  • Beste Regie: Chloé Zhao – „Nomadland“
  • Bester Hauptdarsteller – Drama: Chadwick Boseman - „Ma Rainey's Black Bottom“
  • Beste Hauptdarstellerin – Drama: Andra Day - „The United States vs. Billie Holiday“
  • Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical - Sascha Baron Cohen „Borat Anschluss Moviefilm“
  • Beste Hauptdarstellerin – Komödie/Musical - Rosamund Pike „I Care a Lot“
  • Beste Serie – Drama: „The Crown“
  • Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama: Josh O'Connor - „The Crown“
  • Beste Serien-Hauptdarstellerin – Drama - Emma Corrin „The Crown“
  • Beste Miniserie oder Fernsehfilm: „The Queen's Gambit“
  • Bester Hauptdarsteller – Miniserie oder Fernsehfilm: Mark Ruffalo „I Know This Much Is True“
  • Beste Hauptdarstellerin – Miniserie oder Fernsehfilm: Anya Taylor-Joy „The Queen's Gambit“

Handdesinfektion, die Spaß macht: Aesop und Raeburn

Wer hätte gedacht, dass wir Lifestyle-Journalist*innen irgendwann mal mit solch einer Leidenschaft und Begeisterung über Handdesinfektion und Handcremes schreiben. Nun ja, es kommt immer anders als man denkt und ja, Desinfektion ist nicht gleich Desinfektion. Das weiß man, wenn man schon mal ein aus Versehen ein Produkt gekauft hat, das einfach nicht aufgehört hat in den Händen zu kleben oder stundenlang an den Händen äußerst unschön gerochen hat.

Schluss damit! Aesop ist bekannt für seine hochwertigen, luxuriösen Produkte und war vor der Pandemie bereits in jedem Bad ein Must-have. Jetzt ziehen sie vom Waschbecken mit ihrer neuesten Zusammenarbeit mit dem nachhaltigen Brand Raeburn aus London um in die Handtasche / Jackentasche. Entwickelt wurde das Adventurer Roll Up, eine Tasche aus recycelter Baumwolle, um die drei Produkte von Aesop zu beherbergen, ohne die nichts mehr geht: Resurrection Rinse-Free Hand Wash, Resurrection Aromatique Hand Balm und die Neuheit, Resurrection Rinse-Free Hand Mist. Ab jetzt immer griffbereit und nicht mehr in den Tiefen der Taschen verloren. Danke Aesop und Raeburn dafür.

Das Set gibt es ab sofort für 50 Euro online zu kaufen.

Serien-Tipp Numero Uno: „Immer für dich da“ auf Netflix

Es gibt zwei Dinge, die für mich eine Serie sehenswert machen: Jede Menge Zeitsprünge und Rückblicke und richtig gute Kostüme. Beides findet ihr in der neuen Netflix-Serie „Immer für dich da“ oder auf Englisch „Firefly Lane“. Ohne zu viel verraten zu wollen: Es geht um zwei Freundinnen, gespielt von Katherine Heigl und Sarah Chalke, die ihr ganzes Leben befreundet sind, aber sehr unterschiedliche im Charakter, in Lebenszielen und in Männergeschichten sind. Die Serie begleitet sie durch die verschiedenen Jahrzehnte (die Kostüme der Siebziger und Achtziger haben es in sich) und endet in den frühen 2000er-Jahren.

Vielleicht nicht super tiefgründig, dafür aber emotional, bunt und sympathisch. Hab ich sooo gerne geschaut und kann die zweite Staffel kaum erwarten! Beeilt euch, Netflix!

Verspielt und kreativ: Die Frühlingskollektion von Stine Goya

Nö, ich hab keine Lust auf Minimalismus und Grautöne. Das merkt ihr spätestens jetzt! Denn auch bei der zweiten Modenews mache ich keinen Hehl daraus: Ich will Farbe sehen und tragen. Und wer kann Muster und Farben besser als Stine Goya?!

Das Brand schafft es dabei auch noch, die nachhaltigste Kollektion der Unternehmensgeschichte zu launchen. Dabei kommt das Material Eastman Naia™ zum Einsatz. Das sind biologisch abbaubare Zellulosefasern aus Holz aus Eukalyptus- und Kiefernwäldern, die in einem geschlossenen Kreislauf hergestellt werden, eine geringe CO2-Bilanz haben und einen reduzierten Wasserverbrauch. Desweiteren werden z.B. noch Lenzing™ , Viskose und Bio-Baumwolle verwendet.

Ich wette also, dass es eine Feel-Good-Garantie gratis mitgeliefert gibt, wenn man die SS21-Kollektion von Stine Goya bestellt! Und davon können wir in diesem Jahr wohl alle etwas gebrauchen ...

Lesetipp: „Unbequeme Warheiten: Wie steht es um deinen Nazihintergrund“ von Fabienne auf This is Jane Wayne

© This is Jane Wayne

Wie in der Einleitung schon angesprochen. Entweder man versteckt sich … oder man macht reinen Tisch. Denn wenn Aufklärungsarbeit nicht von einem selbst ausgeht, kann und sollte man davon ausgehen, dass andere sie für einen machen. So geschehen u.a. bei Emilia von Senger, Inhaberin von She Said Book (unser Interview mit ihr lest ihr hier). Denn die Künstlerin Moshtari Hilal und der Essayist Sinthujan Varatharajah brachten eine Diskussion ins Rollen: über Nazihintergründe in den eigenen Familien.

Fabienne von TIJW erklärt in diesem Artikel, warum dieses Gespräch so wichtig ist und warum sich eben auch Menschen wie Emilia von Senger, die sich heutzutage besonders für die Rechte von Minderheiten einsetzen, kritisch mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinandersetzen müssen. Danke Fabienne für deine Aufklärungsarbeit!

Haben wollen! Die Panthella gibt es jetzt auch in Messing!

Sie ist eine Ikone, sie hat die schönsten Kurven und sie ist definitiv ein helles Köpfchen. Die Rede ist von der Panthella Leuchte von Verner Panton. Ich bin so ein großer Fan, dass ich selbst schon eine Steh-Panthella und eine Tischleuchte mein Eigen nenne, die ich Vintage gekauft habe und sicher niiiie wieder hergeben werde. Dieses Jahr wird sie schon 50 Jahre alt und das muss gefeiert werden!

Aus diesem Grund hat Louis Poulsen jetzt ein neues Design gelauncht: Die Panthella 320 ist mittelgroß und es gibt sie und die Mini zum ersten Mal auch mit einer metallisierten Messingoberfläche.

Die Messing-Version steht auf meiner Wunschliste für die Wohnung ganz oben. Und aller guten Dinge sind schließlich drei, oder?

Die Panthella 320 kostet in Weiß 495 Euro, in der Messing-Variante 805 Euro und in der Chrom-Variante 670 Euro.

Breton-Chic geht immer. Das weiß auch Arket!

Ich kann Streifen einfach nicht widerstehen. Ich weiß nicht, woran das liegt. Vielleicht an den vielen Jahren Schwedenurlaub, die mit dem maritimen Look emotional verknüpft sind oder auch an den französischen Klischees mit Baguette und Beret, die vor meinem inneren Auge auftauchen. Beides weckt in mir jedenfalls Glücksgefühle und nun ja, ich gebe auch zu, dass ich gestreifte Pullover und T-Shirts auch an Männern ziemlich attraktiv finde. Sehr sogar. Nach drei Jahren hat das auch endlich mein Freund verstanden.

Wer noch kein gutes Exemplar im Kleiderschrank hat, der schaut jetzt sofort bei Arket vorbei, deren Ansammlung an gestreiften T-Shirts, Longsleeves, Strickpullovern und Hemden für die ganze Familie ist nämlich bemerkenswert. Und dann werdet ihr sehen: so ein Streifenteil wird euren Kleiderschrank verändern, denn auf einmal wird selbst die langweiligste Blue Jeans zu einem maritimen Statement. Ob Schären Insel oder Côte d’Azur – mit dem Look seid ihr immer gut angezogen!

Serien-Tipp Numero Due: „Ginni & Georgia“ sind die neuen Gilmore Girls der Gen Z

Zum Abschluss des Artikels möchte ich euch noch einen letzten Serientipp geben. Denn das Wochenende habe ich wirklich viereckige Augen bekommen – und diesmal nicht vom Computer, sondern vom Fernseher, juhu! Während ich fleißig stundenlang gestrickt habe, habe ich an zwei Tagen die Serie „Ginni & Georgia“ durchgeschaut. Auch hier kann ich gleich sagen: Depp wird es nicht!

Dafür aber divers, aufgeklärt und engagiert. Denn die Serie ist Gilmore GIrls für die Generation Z. Auch hier geht es um ein Mutter-Tochter-Duo, anders als die Gilmore-Girls werden aber nicht nur Liebesdramen behandelt, sondern auch wchtige Themen (besonders für Teenager) angesprochen, die auch ordentlich mit Disclaimern versehen sind.

Sexuelle Aufklärung, Essstörungen, LGBTQIA, Rassismus, Selbstverletzungen – das alles sind Themen, die in der Serie besprochen werden. Wer also Teenies im Haus hat, dem könnte das in die Karten spielen und vielleicht wichtige Gespräche eröffnen. Ich finde, man merkt gerade wirklich einen Wandel in neuen Serien in Sachen Diversität, Inklusivität, Aufklärung und psychischen Erkrankungen. FInde ich wichtig und toll! Und deswegen mochte ich auch „Ginni & Georgia“, auch wenn es definitiv keinen Award bekommen wird.

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