Beige News 02 / 10

Berliner und deutsche Designtalente, Nachhaltigkeit und Nostalgie sind bei uns diese Woche auf dem Vormarsch!

Puh, Freunde, da konnte ich mich irgendwie nicht entscheiden. Bei gefühlt jeder zweiten E-Mail, die mich vergangene Woche erreicht hat, dachte ich: Fett, das kommt in die News! Nun, ich habe mir gegenüber Wort gehalten und präsentiere ich heute eine Ausgabe, die lustig-langen Lesespaß garantiert – trotz einer To-do-Liste bis Shanghai für Marie und mich. Bei Beige ist gerade nämlich viel los, viel Tolles, keine Angst. Aber das ist auch ein Grund, warum die News heute mit einem Tag Verzug erscheinen, ich denke, ihr seid damit fein, oder?

Nach diesem Wochenende fühle ich mich aber nicht nur tot fotografiert, ich ziehe auch in Erwägung, der Einfachheit halber bei Marie einzuziehen und mir noch ein paar Arme wachsen zu lassen. Da hätten aber sicherlich sowohl Maries als auch mein Freund etwas dagegen. Belassen wir also alles lieber so, wie es ist. Denn so ist es auch perfekt!

Ganz schön umtriebig: Clarks Originals und Stüssy

Es ist tatsächlich Zufall, dass ich euch regelmäßig in meinen News mit tollen Neuigkeiten aus dem Hause Clarks Originals beglücke. Aber auch dieses Mal wollte ich euch die spannende Kooperation einer der angesagtesten Schuhbrands meiner Jugend mit einer der angesagtesten Labels meiner Studienzeit nicht vorenthalten.

Denn Clarks Originals hat sich erneut mit der kalifornischen Surfer-Ikone Stüssy zusammengetan und dem beliebten Wallabee einen neuen Anstrich verpasst. Passend zum Herbst kommt der nämlich in Salbeigrün und Rostrot, garniert mit einem Kragen in Paisleymuster, hergestellt aus robustem Rinderleder mit der berühmten Rubber-Soul.

Die Modelle der Stüssy x Clarks Originals Kooperation sind ab sofort für Damen und Herren erhältlich und kosten 170 Euro erhältlich. Schnell sein lohnt sich. Ihr findet die Kollektion unter anderem bei BTSN, Suppa und Sporadic.

Aus Eins mach Zwei mit nachhaltiger Strickware von Reh

Als mich diese E-Mail erreichte, klingelte es in meinem Hinterstübchen. Reh ... das hatte ich irgendwie schon mal gehört. Aber zu Unrecht wieder vergessen. Denn das kleine Label aus Berlin macht smarte und nachhaltige Strickwaren, die (Achtung): fair produziert, antibakteriell, hypoallergen und thermoregulierend ist. Und weil das noch nicht reicht, gibt es diesen Winter Mützen, Schals und Pullover aus Alpaka mit Wendefunktion. 2-in-1 also. Für jedes verkaufte Teil spendet Eliza Helmerich, Gründerin und Chefdesignerin von Reh, fünf Euro an eine Schule im Anden Gebirge in Peru, wo die wunderschönen Strickwaren produziert werden.

Eliza ist übrigens Absolventin des renommierten Central Saint Martins College. Nach Stationen bei u.a. Vivienne Westwood, Bernhard Wilhelm und Jonathan Saunders entschied sie sich, mit ihrem Label Reh der Trend-getriebenen Modeindustrie etwas entgegenzusetzen. Wenn ihr euch beim Anblick ihrer Designs an das Bauhaus erinnert fühlt: Ihr liegt goldrichtig! Muss ich euch jetzt noch mehr Gründe nennen, sofort im Webshop vorbeizuschauen und sofort euren Lieblingspullover zu bestellen? Ich denke nicht.

Just make it flap! Jérome Studio bricht wieder Herzen

Und noch ein Berliner Label, das alles richtig macht: Ich würde ja sehr gerne mal in den Kopf von Jérome Berg, dem Mastermind hinter dem Berliner Taschenlabel Jérome Studio, schauen. Alle paar Monate schüttelt er nämlich eine neue Tasche aus dem Ärmel – und jedes Mal bekomme ich einen Herzkasper. Das Portfolio von Jérome Studio ist eine Ansammlung von Haben-Wollen-Modellen und meine Wunschliste schon jetzt so lang, dass ich niemals mehr hinterherkommen werde. Macht aber gar nicht, anschmachten ist manchmal genauso schön wie besitzen. Und Mit den neuen Flap Bags geht das Träumen in die nächste Runde.

Weiches Nappaleder mit goldenen Beschlägen und einem robusten Griff. Durch das Inside-Out-Design sind sowohl das kleine als auch das große Modell sehr geräumig, die kleine Flap-Lasche sorgt dafür, dass alles gut verwahrt ist. So geht modernes Design, das gleichzeitig zeitlos ist. Die Flap Bag kommt in zwei Größen und kostet gut angelegte 440 bzw. 240 Euro. Zum Glück ist ja bald Weihnachten, nech.

Bunt, nostalgisch: Strick von Leorosa

Es ist eigentlich unfair, Marken miteinander zu vergleichen. Vor allem, wenn sie so wunderbar originell sind, wie die, die ich euch nun vorstelle. Aber ich kann einfach nicht umhin, bei den Kampagnenbildern des deutsch-amerikanischen Labels Leorosa an den Look von United Colors of Benetton der 80er und 90er zu denken. Obwohl die Inspiration von Julian Taffel und Paolina Leccese (beide Absolventen der Parsons School of Design in New York) für ihr Stricklabel Leorosa ein „sehr französischer, always on vacation Look“ war.

Julian lebt in New York, seine Partnerin Paolona pendelt zwischen Mailand und Köln. Die Cardigans, Pullover und Westen von Leorosa (übrigens zusammengesetzt aus den Zweitnamen der beiden) werden in Italien aus hochwertiger Lamm- und Merinowolle und weichem Kaschmir gefertigt. Neben den monochromen Farbkombinationen, die so wunderschön naiv wirken, ist der andersfarbige Kragenknopf der USP von Leorosa. Entstanden ist der aus Zufall: Dem italienischen Produzenten gingen die Knöpfe aus, weshalb er zu diesem Notnagel griff, der Taffel und Leccese so überzeugte, dass sie die Not zur Tugend machten.

Geordert werden kann ab sofort über den Webshop. Ich füttere schon mal mein kleines Sparschwein für den Cardigan mit Leokragen.

Oh mann, Gucci!

Gucci macht gerade einfach alles richtig. Jede Saison verzückt Alessandro Michele mit den spannendsten Kollektionen über die Mailänder Modewoche, mit Gucci-Beauty geht es gängigen Schönheitsidealen an den Kragen und die Kampagnen suchen in Sachen Kreativität und Innovation ihresgleichen. Hmm ... wirklich? Denn auch bei einem der wertvollsten Labels der Welt ist nicht alles Gold, was glänzt. Nach der Kritik wegen eines Sikh-Turban tragenden Models und dem Blackfacing-Debakel, ist Gucci erneut auf dem Shitstorm-Radar gelandet.

Für die Cruise 2020 Kollektion hatte das Kreativteam von Gucci sich an die kanadische Künstlerin Sharona Franklin gewandt. Franklin kreiert „essbare Skulpturen“, indem sie Blumen und andere Objekte in durchsichtige Jelly-Cakes integriert. Mit ihrer Kunst verarbeitet Franklin ihre eigene Krankheit (laut Medien mehrere chronische Leiden, wegen derer sie auf regelmäßige Betreuung angewiesen ist) und setzt sich für die Gleichberechtigung behinderter Menschen ein. Nachdem Franklin Einblicke in die Herstellung ihrer Kunst gegeben und einen NDA unterzeichnet hatte, hörte sie von Gucci zwei Wochen lang: nichts mehr. Es folgte schließlich eine Absage aus Budgetgründen und Franklin fand einige Monate später eine Sneak-Peek der Cruise 2020 Kampagne – mit Jell-o-cakes, die ihren verdächtig ähnlich sahen.

Künstler*innen, dazu noch körperlich beeinträchtigte Künstler*innen, um ihr geistiges Eigentum zu bringen ist für mich der absolute Tiefpunkt in einer Reihe von Fehltritten Guccis und ich hoffe sehr, dass diese Aktion noch weitere Konsequenzen nach sich ziehen wird.

Highfashion goes Slowfashion: Matchesfashion x Ssōne

„We want the Ssōne women to feel optimistic, inspired, like she's a part of something different and making a difference – we know she has her own mind, and doesn't need our directive."

Caroline Smithson

Wenn es darum geht, in Sachen Einkauf und Auswahl Mut und ausgezeichnetes Trendgespür zu beweisen, geht der britische Luxusonlineshop Matchesfashion mit sehr gutem Beispiel voran. Chefeinkäuferin Natalie Kingham beweist regelmäßig, dass ihr nicht nur Verkaufszahlen wichtig sind, sondern dass sie um die Chancen weiß, die sich in der Förderung junger Designtalente verbergen. Ihr jüngstes Ziehkind? Das Womenswear Brand Ssōne aus London.

Bei Ssōne trifft Luxus auf Nachhaltigkeit, Handwerk auf neue Verarbeitung und Highfashion auf Slowfashion. Die Mode von Ssōne ist gefertigt aus recycelten Materialien, die ressourcenschonend hergestellt und verarbeitet wurden. Mit zwei Kollektionen im Jahr könnte man Chefdesignerin Caroline Smithson, die in ihrer 20-jährigen Karriere Stationen bei u.a. Chloé, Roksanda, Louis Vuitton und Alexander McQueen machte, fast schon Trägheit vorwerfen. Wüssten wir nicht alle, dass es nicht neue Entwürfe im Dreimonatstakt braucht, um ein Statement zu hinterlassen und relevant zu sein.

Die wunderbar lässigen Röcke, Denims, Jacken, Kleider und Stiefen, die minimalistische Workwear auf zeitgeistige Womenswear treffen lassen, sind ab sofort bei Matchesfashion erhältlich.

Sharing Values: Wrangler x Opening Ceremony

Beim Lesen dieser News musste ich mir eingestehen, dass ich den damalige Überstore Opening Ceremony fasst vergessen hatte. Dabei war ich damals wie besessen vom New Yorker Conceptstore, der inzwischen auch Dependancen in Los Angeles und Hong Kong zählt. Opening Ceremony verdankte ich meine Obsession für Carven und eine fette Rechnung vom Berliner Zollamt ... Ach ja, die guten alten Zeiten.

Die Kooperationen von Labels mit OC sind zahlreich und legendär und für diesen Herbst haben die New Yorker sich mit einer echten Ikone zusammengetan: Wrangler und Opening Ceremony vereint die Liebe zu Archivstyles und Nostalgie. Für die gemeinsame Kollektion hat sich die Kreativabteilung von Opening Ceremony also munter durch die 90er im Hause Wrangler gewühlt und nur die absoluten Lieblingsstyles einem Make-over unterzogen. Das Ergebnis? Laute Windbreaker, bedruckte Flanellhemden, viel Denim und bedruckte Shirts.

Die unisex Kollektion ist ab sofort exklusiv bei Opening Ceremony erhältlich und kostet zwischen 35 und 120 Euro – zzgl. Zoll, da sind wir leider nicht viel weiter, als vor einigen Jahren. Sammelbestellung, anyone?

Lovjoi Intimates ist alles andere als ökig

Lovjoi-Gründerin Verena Benz bewies bereits vor Jahren, dass sie mit ihrem Traum, nachhaltige und fair produzierte Mode erfolgreich zu produzieren und zu vermarkten, absolut richtig lag. Alles fing an mit einem kleinen Team, das in Eigenregie jedes Teil in Deutschland fertigte – auch Geflüchtete bekamen von Anfang an eine Chance bei Lovjoi und erhielten Ausbildung, Deutschkurs und vorurteilsfreie Integration. Inzwischen ist das Team gewachsen und Lovjoi gehört zu einem der großen Namen in der nachhaltigen Mode.

Verena überblickt noch immer jeden Schritt und auch auf der Neonyt war sie zu Gast. Hier erzählte sie mir erstmals von ihrer ersten Wäschekollektion. Und Lovjoi Intimates ist gelungen! Die Wäschelinie besteht zum großen Teil aus GOTS zertifizierten Stoffen, Komponenten wie Spitze und Elastikbänder sind aus recycelten Materialien. Die Cups dürfen sich als die nachhaltigsten BH-Schalen bezeichnen, die es bisher gibt und der Look ist so sexy und stilvoll, dass man an alles denkt, außer an „Ökowäsche“, oder? Soviel zu Klischees.

Lovoi Inntimates umfasst insgesamt 22 verschiedene Styles und ist in den Größen XS bis 2XL bzw. 75A bis 85D (ausgewählte Modelle sogar bis G-Cup!) erhältlich. Gratulation, Verena!

Zurück in die 80er mit American Vintage

Das französische Label American Vintage schätzen wir eigentlich besonders für seine ausgezeichneten und kuschelweichen Strickwaren und Wollmäntel. Ich wohne gerade in meinem beigen (ha!) Wintermantel! Vielleicht muss ich aber bald einen Zweitwohnsitz anmelden, denn diesen Herbst zeigt American Vintage auch in Sachen Denim ein durchaus geschicktes Händchen.

Inspiration für die aktuelle Kollektion waren die Subkulturen der Achtzigerjahre von der Insel aka Großbritannien. Klar, dass hier direkt mein Herz höher schlägt und ich schon mal meine Doc Martens bereitstelle und The Clash anschmeiße. Gerade Schnitte, helle Waschungen und leichtes Hochwasser treffen im Lookbook auf Wollkrägen, Ribstrick und XXL-Sweater. Geht es noch gemütlicher?

Die Kollektion trudelt nach und nach im Onlineshop ein und diese Teile würde ich euch empfehlen, würdet ihr mich fragen.

Für Ihn:

Und sie:

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