Beige News 03 / 11

In diesen News wird es sportlich, politisch und divers

Gerade erst seit ein paar Tagen bin ich aus den USA zurück (ja, auf meinem Instagram-Feed sieht das noch anders aus, aber was soll man machen, wenn man 3000 Fotos hat und sie aufgrund der Zeitverschiebung nur spärlich posten konnte), und schon hat mich der Berliner Winter eiskalt erwischt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch ich beschwere mich lieber nicht, denn in den letzten Tagen Los Angeles kam uns der Waldbrand gefährlich nahe, die Luft war extrem verschmutzt, es roch verbrannt. In den USA habe ich noch einmal ein ganz neues Bewusstsein für Nachhaltigkeit gewonnen, will jetzt noch mehr auf faire Mode setzen, Obst und Gemüse beim Bauern kaufen und weniger Müll produzieren. Außerdem habe ich mir wieder vorgenommen mich mehr mit gesellschaftlichen Themen zu beschäftigen und Beige so auch offline zu leben. Ich hoffe, das merkt man unseren Beige News diese Woche an. Viel Spaß beim Lesen!

Der weltweit erste KI Nachrichtensprecher

Immer mehr Menschen haben Angst, dass ihnen irgendwann Maschinen ihren Job wegnehmen. Autos können sie bauen und viel besser rechnen als wir sowieso. In den letzten Jahren eroberten sie auch noch in Form von Robotern die Leinwände- man denke nur an „I, Robot“, „Ex Machina“ und meinen aktuellen Favoriten: „Zoe“, in dem Léa Seydoux zusammen mit Ewan McGregor die Hauptrolle übernimmt. Aber auch abseits vom Kino erobern KIs (Künstliche Intelligenzen) unseren Lebensraum. So ging vor ein paar Tagen die erste Nachrichtensendung live, bei der kein Moderator die Geschehnisse aus der Welt verkündete, sondern eine KI. Das staatliche chinesische Medienunternehmen Xinhua hat zwei künstliche Nachrichtenmoderatoren vorgestellt, die Mandarin und Englisch sprechen und dem echten Moderator Zhang Zhao nachempfunden sind. Das Aussehen hat mich komplett überzeugt, aber die Stimme ist leider noch sehr roboterhaft. Bei der Entwicklungsgeschwindigkeit, die chinesische Unternehmen gerade vorlegen, dürfte es allerdings nicht mehr lange dauern, bis die Maschine fließend „menschlich“ spricht.

Zalando geht mit Zalon eine Schritt in Richtung mehr Nachhaltigkeit

Ihr habt auf Shopping keine Lust? Das ist zwar kein Problem, was ich mir in meinem Leben jemals vorstellen könnte, aber auch ich habe so einige Einkaufsmuffel in meiner Umgebung. Die Lösung: Online-Stilberatungen, bei denen man einfach und unkompliziert per Chat oder Telefon nach seinen Stilvorlieben befragt wird und dann ein ein Paket mit einer Auswahl an Kleidung direkt nach Hause geliefert bekommt. Jetzt führt Zalon, ein Unernehmen, das zu Zalando gehört, die ersten Sustainability-Boxen ein. Heißt: Die Pakete werden mit mindestens zwei nachhaltigen Produkten gefüllt. Dazu kommen Basics, die zeitlos und langlebig sein sollen und so dem Fast-Fashion-Trend entgegenstehen.

Ein guter Ansatz, aber wieso können nicht alle Pieces in der Box nachhaltig sein?

Converse goes wasserfest!

Chucks sind echte Klassiker, die gehören einfach in jeden Kleiderschrank. Ich besitze noch meine Modelle, die ich mit 16 Jahren gekauft habe, aber langsam müssen die ausgetauscht werden. Denn sie haben, gelinde gesagt, schon ein paar Kratzer. Das einzige Problem, das ich mit den Stoffschuhen immer hatte? Spätestens im Herbst kriegt man kalte Füße und regnen darf es schon mal gar nicht, denn dann sind die Füße gleich komplett nass. Die neue Kooperation von Converse löst dieses Problem aber endlich, denn sie haben sich keinen geringeren Partner als GORE-TEX® ausgesucht. Durch das wasserabweisende GORE-TEX®, die eingenähte Zunge und die nicht vorhandenen Ösen haben wir ab jetzt immer trockene Füße. Lammfellsohle rein und zack, schon gehören Chucks zu den neuen Winterlieblingen. Ein Traum wird wahr!

Die Preise liegen zwischen 100 Euro und 120 Euro, die Chucks 70s kommen in Schwarz, Weiß und Orange daher.

Stylischer Wohnen – Die Vierbeiner-Edition

Ich habe zwar (noch) keinen Hund, aber wenn, dann stelle ich mir die Wahl eines Tierbetts qualvoll vor, wenn ich an die Standardmodelle in den Tierhandlungen denke. Möglichst viel Plüsch, am besten noch Tierpfoten-Print, au weia! Umso begeisterter war ich, als mich die neue Möbelkollektion von Made für Vierbeiner erreichte. Jetzt gibt es Sofas, Futternäpfe oder Haustierbetten in trendbewussten Designs und ich bin ganz aus dem Häuschen. Lisa, wäre das nicht was für Martha?

Femtastics x Hello Love

Selbstliebe und Selbstakzeptanz sind Themen, mit denen wir ein leben lang zu tun haben. Da gibt es Bodyshaming, Bodypositivity und noch so viel mehr Begriffe, die das Thema in den Fokus der Gesellschaft bringen wollen. Wie hat mal eine Frau zu mir gesagt: „Als junge Frau muss man seinen Körper erst einmal komplett durchhassen, bevor man ihn ganz langsam anfangen kann zu akzeptieren.“ Furchtbar, oder? Die Girls von Femtastics haben jetzt zusammen mit den Inhaberinnen des Hamburger Concept Stores Hello Love ein T-Shirt designt, was sich für mehr Selbstliebe einsetzt und uns sagt: „Wir sind toll, genauso wie wir sind.“ Das T-Shirt mit dem Slogan „I.Am.Enough“ ist ab sofort im Hello Love Store in Hamburg und im Onlineshop erhältlich. Bonuspunkt: Das Shirt wurde fair und klimafreundlich produziert und ist aus Bio-Baumwolle. Na, da wissen wir ja, was der Weihnachtsmann uns bringen soll.

Must-read: „Ein Grand Jeté fürs Ballett“

Dass Ballerinas immer eine helle Hautfarbe haben, war für mich als Kind irgendwie ganz normal. Denn egal in welches Theater oder welche Oper ich auch ging, welche Barbie-Ballerina ich besaß oder welchen Film zum Thema im Fernsehen schaute. Alle hatten sie eines gemein: Sie waren weiß. Dass Compagnien im Jahr 2018 endlich diverser werden, wie ich im Artikel der Zeit erfahren durfte, lässt mich aufatmen. Denn gerade kleine Kinder werden so in Diversität geschult, in dem sie ihre Traumballerina eben auch mit einem anderen Aussehen kennen und lieben lernen. Eine wichtige Rolle in der Tanzindustrie spielt dabei Misty Copeland, die erste schwarze Frau, die jemals zur Primaballerina des American Ballett Theatre befördert wurde und jetzt eine der Hauptrollen in der Neuverfilmung von Disney „Der Nussknacker und die vier Reiche“ spielt. Wie die Entwicklung im Ballett zu mehr Diversität passierte? Das lest ihr hier.

Champion x Wood Wood

Wenn sich zwei so hippe Labels zusammentun, dann kann ja nur etwas Gutes dabei herauskommen oder? Genau das ist bei der Champion x Wood Wood Kollektion passiert und deswegen dürfen wir bald klassische Sportwear-Styles mit einem Twist bei uns im Kleiderschrank begrüßen. Die Illustrationen, die auf den Sweatshirts, T-Shirts und Jogginghosen zu finden sind, sind dabei von Sportmaskottchen und berühmten Ikonografien inspiriert. Mein persönliches Highlight ist die schwarze Winterjacke mit Armpatches. In der würde mir bestimmt nie kalt werden.

Die ganze Kollektion:

#ThisIsNotConsent – Wir dürfen REIZwäsche tragen

Euch sind in letzter Zeit auf den Sozialen Medien immer mehr Bilder von Spitzenunterwäsche begegnet und ihr habt euch schon gewundert, was da vor sich geht? Ich mich auch und genau aus diesem Grund habe ich mich einmal genauer mit dem Hashtag #ThisIsNotConsent beschäftigt. Dieser entstand aus einem einfachen, aber erschreckenden Grund.

Frauen posten weltweit den Slogan „Das ist keine Einwilligung“, weil in der vergangenen Woche ein Mann in Irland bei einem Vergewaltigungsprozess einen Spitzentanga als Beweisstück dafür aufgerufen hat, dass der Sex einvernehmlich gewesen sei. „Sie müssen sich ansehen, wie sie angezogen war. Sie hat einen String-Tanga mit Spitze getragen“, war das Argument von Elizabeth O'Connell, der Anwältin des Angeklagten. Dies könne als Zeichen gedeutet werden, dass die Siebzehnjährige offen für sexuellen Kontakt gewesen sei.

Diese Aussage führte in der irischen Hauptstadt Dublin sowie in der Grafschaft Cork zu massiven Protesten. Was jetzt ebenfalls gefordert wird: Anwälte*innen müssen im Umgang mit sexuellen Straftaten besser geschult werden, damit sie dem mutmaßlichen Opfer keine Schuld mehr für die Geschehnisse zuweisen.

Wer noch mehr Details über den Fall wissen möchte, der liest den Artikel in der britischen Independent.

Der Fashion Council Germany fördert jetzt auch Nachhaltigkeit

Foto: Fashion Council Germany Website

Nicht nur Zalando ist anscheinend endlich klar geworden, dass sich etwas ändern muss, nein, auch noch ein anderes Unternehmen beziehungsweise eine Stiftung erklärt diese Woche, dass Nachhaltigkeit eines der Themen ist, die ab sofort IMMER im Vordergrund stehen müssen. Zusammen mit Neonyt, dem globalem Hub für Mode, Nachhaltigkeit und Innovation der Messe Frankfurt, Bikini Berlin und Showroom.de, fördert der Fashion Council Germany mit dem „FCG German Sustain Concept“ nun auch deutsche Nachwuchstalente, die ihren Fokus auf Nachhaltigkeit gelegt haben.

Das Förderprogramm wird dabei über einen Zeitraum von 24 Monaten gehen und die drei Gewinner bekommen in diesem Zeitraum Coachings, die sie in Bereichen wie Sourcing, Distribution, Vermarktung und Business schulen und ihnen wichtige Kontakte in der Branche verschaffen.

Bewerbungen werden ab sofort hier entgegengenommen, der Bewerbungsschluss ist am 31.12.2018.

Must-watch: Die Geschichte von Supreme

Wenn ihr genauso viel Ahnung von Streetwear habt wie ich, herzlichen Glückwunsch, dann sitzen wir wahrscheinlich bald zusammen auf der Nachhilfebank von Jay-Z und Eminem und lernen alles darüber. Unser Artikel über das Redbox-T-Shirt von Salomon und dieses Video von TV-Star Hasan Minhaj haben mich auf jeden Fall schon mal ein ganzes Stück weitergebracht. Vor allem in Sachen Supreme. Den Hype um das Label verstehe ich immer noch nicht ganz, aber als ich in Los Angeles war, konnte ich mit eigenen Augen die Schlange vor dem Store sehen. Und mich fragen: Ticken die alle noch ganz richtig?! Ihr wollt auch Begriffe wie „Supremium“ mal eben locker fallen lassen, wissen, wie das Label entstand und um wie viel Prozent die Preise der Produkte auf Plattformen wie Ebay und Stock X nach dem Kauf steigen? Wusstet ihr, dass Supremes Hauptinvestor die Carlyle Group ist, die indirekt Saudi-Arabien im Krieg gegen Jemen unterstützt und viele Anteile an Waffenfirmen hält? Minhaj klärt ziemlich lustig über all das auf. Jay-Z würde zu uns und Minhaj sagen: „Versetzt!“ und zu Supreme: „Was habt ihr euch bei dem Scheiß mit der Carlyle Group nur gedacht?! Ihr bleibt sitzen!“

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