Die Beige Notes im Dezember

Notiert, gespendet, mitgemacht – unsere etwas andere Wishlist im Dezember

Unsere Beige Notes sind ja so etwas wie ein imaginärer Wunschzettel. Einerseits macht es Spaß, sich virtuelle Wunschlisten zu erstellen, in denen man seine materiellen Sehnsüchte festhält. Andererseits merke ich an solchen Listen immer, dass ich etwa 90 Prozent der Dinge, die ich darin aufliste, nach einer Woche schon wieder vergessen habe. Kann also alles nicht so wichtig gewesen sein.

Da das Internet dank des nahenden Weihnachtsfests vor Wunschlisten und Geschenke-Guides nur so brummt, werden unsere Beige Notes im Dezember kurzerhand in eine andere Abteilung versetzt. Aus „Wünschen“ wird im Dezember „Geben“ – denn ich habe euch alle größeren und kleineren, wohltätigen Organisationen zusammen gesucht, die mit einem nicht enden wollenden Engagement daran arbeiten, unsere Welt zu einem besseren Ort zu machen. Engagement ist auch immer eine Zeitfrage, aber auch, wenn ihr noch nicht einmal wisst, wie ihr all eure To-dos schaffen sollt: nicht verzagen! Ihr könnt dennoch tatkräftige Unterstützung leisten – in Form von Geld. Spenden ist der easy way out für das schlechte Gewissen, sagen die einen. Ich bin der Meinung: Solange das Geld in den richtigen Händen landet, kann daran nichts falsch sein.

Wenn ihr also am Ende des Jahres noch ein paar Taler zu verschenken habt und nicht wisst, wohin damit, lest euch durch unsere Liste. Fast alle Organisationen in diesem Artikel tragen das DZI Spendensiegel, sodass ihr sicher sein könnt, dass euer Geld auch wirklich da ankommt, wo es gebraucht wird. Weitere Vorschläge und Input in den Kommentaren sind unbedingt willkommen!

1. Ärzte ohne Grenzen

Seit fast 50 Jahren ist die private Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen auf der ganzen Welt im Einsatz. 1999 gab es dafür den Friedensnobelpreis. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen leisten vorrangig humanitäre Hilfe in allen medizinischen Belangen, doch auch sauberes Trinkwasser und ausreichende Nahrung gehören zu den Einsätzen. Oftmals begeben sich die Helfenden selbst in Lebensgefahr, da sie natürlich vor allem dort arbeiten, wo keine Infrastruktur mehr vorhanden ist und die Regierungen versagen. Sprich: Kriegs-, Seuchen- und Terrorgebiete. Ich habe so eine riesige Portion Respekt vor dieser Arbeit, die so wichtig und so gefährlich ist.

Wenn ihr einmalig oder dauerhaft für Ärzte ohne Grenzen spenden möchtet, findet ihr hier alle Informationen zusammengefasst. Wenn ihr wissen wollt, wie ihr aktiv die Arbeit der Ärzte ohne Grenzen unterstützen könnt, schaut mal hier.

2. Greenpeace

Die Umweltorganisation Greenpeace wurde 1971 gegründet und ist damit genau so alt wie Ärzte ohne Grenzen. Greenpeace kämpft gewaltfrei und mit Aufsehen erregenden Aktionen weltweit – und das hartnäckig wie eine Erkältung! Die Erfolge können sich sehen lassen, dennoch hat man gerade heute das Gefühl, dass Organisationen wie Greenpeace mehr gebraucht werden, denn je. Inzwischen gibt es 45 Büros weltweit und zahlreiche Aktionsgruppen – auch in Deutschland, klar!

Wenn ihr Greenpeace aktiv unterstützen möchtet, dann schaut mal hier vorbei. Wenn ihr die Arbeit Umweltaktivisten mit einer einmaligen oder dauerhaften Spende subventionieren möchtet, könnt ihr das hier tun.

3. UNICEF

1946 von den Vereinten Nationen gegründet, um europäischen Kindern nach dem Zweiten Weltkrieg zu helfen, ist die UNICEF (United Nations Children’s Fund) heute in rund 190 Ländern der Welt vertreten. Das Kinderhilfswerk leistet vor allem in Entwicklungsländern und Krisengebieten gezielte humanitäre Hilfe für Kinder und Mütter. Diese leiden häufig am meisten, sind am hilflosesten und am gefährdetsten. 1965 gab es für diesen Einsatz den Friedensnobelpreis.

Die Ausgaben von UNICEF liegen jährlich über den Einnahmen, trotz zahlreicher Spenden und der Unterstützung der UN-Mitgliedsstaaten. Wenn ihr die UNICEF durch finanzielle Mittel unterstützen möchtet, klickt hier mal rein. Wer durch Taten den Kindern dieser Welt helfen möchte, schaut hier vorbei.

4. Amnesty International

1961 in London gegründet, setzt sich Amnesty International seitdem weltweit für die Menschenrechte ein. Die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte feiert am 10. Dezember ihr 70-jähriges Bestehen. Sie besagt, dass „alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ werden. Rechte also, die gerade heutzutage wieder zunehmend angegriffen werden. Umso wichtiger ist die Arbeit der nicht-staatlichen Non-Profit-Organisation. Wir müssen uns nur anschauen, wie in Europa mit Geflüchteten umgegangen wird, um uns das immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Wenn ihr die Arbeit von Amnesty International mit einer dauerhaften oder einmaligen Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. Wollt ihr selbst aktiv werden, findet ihr hier Informationen über Möglichkeiten in eurer Nähe.

5. UNO-Flüchtlingshilfe

Ein Aufenthalt in Jordanien, in dem ich zahlreiche UNHCR-Zelte am Straßenrand der Wüste habe stehen sehen, hat mir einen Reality-Check verpasst, was die Arbeit der Flüchtlingshilfe angeht. Plötzlich ist alles ganz nah. Der UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, ist weltweit im Einsatz und steht geflüchteten Menschen zur Seite. Zelte, Nahrung, Wasser und medizinische Versorgung stehen im Fokus der Arbeit und der nahende Winter spitzt die Lage wieder zu.

Wenn ihr mit Spenden die Arbeit des UNHCR, beziehungsweise der deutschen UNO-Flüchtlingshilfe unterstützen möchtet, könnt ihr hier vorbeischauen. Natürlich könnt ihr auch selbst aktiv werden! Hier könnt ihr euch informieren, wie und wo das möglich ist.

7. Sea-Watch

Europa schottet sich ab und viele Geflüchtete sind bei dem Versuch, einen sicheren Hafen in einem EU-Land zu erreichen, ertrunken. 2014 ist aus einer Initiative von Freiwilligen, die dem Sterben im Mittelmeer ein Ende setzen wollten, Sea-Watch entstanden. Die private Organisation übernimmt die Aufgabe in Not geratene Geflüchtete im Mittelmeer zu retten und vor dem sicheren Tod durch Ertrinken zu bewahren. Traurig genug, dass die Regierungen es nicht als ihre Aufgabe ansehen, hier aktiv zu werden – darüber hinaus finanziert sich Sea-Watch ausschließlich aus privaten Spenden. Unseren Spenden. Über 35.000 Menschen konnten bereits gerettet werden und es sollen noch mehr sein!

Wenn ihr die Arbeit von Sea-Watch mit eurer Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. Es werden aber händeringend Freiwillige gesucht, um ehrenamtlich und tatkräftig mitzuarbeiten. Klingt toll? Dann schaut doch mal hier vorbei.

8. Lebenshilfe

© Archiv der Lebenshilfe

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe wurde 1958 in Deutschland gegründet und setzt sich als Eltern-, Fach- und Trägerverband für Menschen mit geistigen Behinderungen ein. Ziel der Arbeit ist es, diese Menschen gleichberechtigt an unserer Gesellschaft teilhaben zu lassen. Ich selbst bin in einen integrativen Montessori-Kindergarten gegangen und bin meinen Eltern sehr dankbar dafür, mich so früh gelehrt zu haben, dass nicht alle Menschen gleich sind – oder Menschen mit Behinderungen gar weniger wert.

Es ist eine sehr wichtige Arbeit, gerade in einem Land wie Deutschland, in dem man oft das Gefühl hat, dass Menschen, die sich nicht nahtlos in unserer Gesellschaft integrieren lassen, als Belastung empfunden werden. Wenn ihr die Lebenshilfe in ihrer Arbeit finanziell unterstützen möchtet, könnt ihr hier spenden. Natürlich könnt ihr auch selbst aktiv werden, schaut mal hier.

9. Obdachlosenhilfe in Deutschland

Eine bundesweite zentral organisierte Hilfe für obdachlose Menschen in Deutschland gibt es leider nicht. Dafür ist das Thema schlicht zu kleinteilig und nur auf Länder- oder gar Stadtebene zu lösen. Gerade jetzt im Winter ist es lebensgefährlich auf der Straße zu leben – Unterkünfte und gezielte Hilfen sind essenziell. Bereits zum Launch haben wir uns dem Thema Obdachlosigkeit gewidmet – ich finde es immer wieder grausam zu sehen, wie manche Menschen leben müssen und bin mir meines Glücks sehr bewusst, jeden Abend in meine warme Wohnung gehen zu können. Es gibt zahlreiche lokale Institutionen und Organisationen, die Obdachlosen vor Ort helfen, eine Liste für ganz Deutschland würde hier jedoch den Rahmen sprengen. Daher hier der Reminder, dass es viel Leid auf der Welt gibt, aber eben auch vor unserer eigenen Haustüre. Wenn ihr helfen möchtet, schmeißt die Suchmaschine an und in wenigen Minuten werdet ihr zahlreiche Möglichkeiten finden, um euch lokal zu engagieren oder finanziell Hilfe zu leisten.

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