Willkommen zu unseren Halloween-Horror-Highlights zum Streamen

Die Realität ist zwar gerade der vielleicht grausigste Film, aber mit unseren Filmtipps gelingt der Grusel-Mindshift

Mit Sarah Khurshid

Ich muss euch heute ein Geständnis machen: Ich LIEBE Halloween! Ja, ich weiß, hat mit uns hier eigentlich nichts zu tun, aber dennoch ... wenn es eine Sache gab, für die ich unsere Nachbar*innen in Amerika immer beneidet habe, dann um das düster-dunkel-heitere Treiben Ende Oktober. Schon mit 12 Jahren habe ich regelmäßig Akte X geschaut und die Gänsehaut-Bücher verschlungen und kannte dann mit 15 alle relevanten Horrorfilmklassiker. Meine Vorliebe machte auch vor meinem Jugendzimmer nicht Halt. Unvergessen der Moment, als meine Klavierlehrerin mich bat, mein Blair Witch Project-Poster abzunehmen, da sie es so unheimlich finde. Feigling ...

Nun, an meiner Vorliebe hat sich auch bald 20 Jahre später nichts geändert und mein Freund leidet unter dem von mir total morbide gewordenen Algorithmus von Netflix – die Top-Empfehlungen sind stets belegt mit Zeter und Mordio. Wer hätte es gedacht, unsere liebe Sarah scheint hier jedoch auf der gleichen (blutigen) Welle zu schwimmen wie ich. Via Instagram wurde uns unsere geteilte Leidenschaft bewusst und einige Tipps, Insider-Scherze und Fachsimpeleien später stand fest: Diese Halloween beglücken wir euch im Doppelpack mit unseren Gruselschocker-Highlights der Streamingportale.

Denn ja, die Welt scheint gerade verrückter als es sich je ein*e Drehbuchautor*in jemals ausdenken könnte, aber gerade dann tut es gut, sie einfach mal auszusperren. Keine Nachrichten, kein Handydaddeln, keine Menschen. Nur ihr und die Gänsehaut. Wheee! Psst: Zu unseren Highlights von 2018 gehts hier).

Lisas Grusel-Highlights!

Die Haut, in der ich wohne (2011)

Aaahh, Almodóvar. Eigentlich schon fast Feuilleton-Horror geht es in diesem spanischen Klassiker dennoch ziemlich zur Sache. Ein besessener Arzt (Antonio Banderas!), eine entführte Frau, verworrene Familienverhältnisse und allerlei sprichwörtliche und bildhafte Leichen im Keller haben mich damals vollgetankt zurückgelassen. Womit? Mit Emotionen, Fragen, Kopfschütteln und der leisen Vermutung, dass solch ein Irrsinn doch gar nicht mal so sehr an den Haaren herbeigezogen ist. Man denke nur an die Menschenexperimente der Nazi-Diktatur.

Dieser Mad-Scientist-Streifen ist weiterer Beweis für meine Meinung, dass unsere spanischen Nachbarn in Sachen Horror einiges mehr auf dem Kasten haben als wir. Proof me wrong. Pluspunkte gibt es für das musikalische Film-Thema von Trentemøller.

Wo? Netflix

Hexen Hexen (1990)

Natürlich kann auch ich nicht hier abliefern, ohne einen echten 90s Classic vom Stapel zu lassen. Hexen Hexen war neben „Der Tod steht ihr gut“ einer der Filme, die zu einer meiner eindrücklichsten Kindheitserinnerungen in Sachen Filme gehören.

Hexen verabscheuen Kinder und wollen sie loswerden. Bei einem großen Hexentreffen in einem Hotel in England verkündet die Oberhexe Eva Ernst (großartig: Anjelica Huston) den Plan, alle Kinder mithilfe von manipulierter Schokolade in Mäuse zu verwandeln. Doch sie hat die Rechnung ohne Luke gemacht. Luke ist mit seiner norwegischen Großmutter ebenfalls in dem Hotel und diese ist, wie es der Zufall so will, eine Expertin für Hexen. Es beginnt ein Kampf, der nur eine Gewinnerseite kennt. Die herrliche Verfilmung des Romans von Roald Dahl wurde für 2021 unnötigerweise erneut verfilmt und nun schaue ich das unschlagbare Original von 1990 erst recht noch mal!

Wo? Netflix

Ich seh Ich seh (2014)

Man sagt den Österreicher*innen ja einen Hang zum Morbiden nach. Schaut man sich die Filme von Ulrich Seidl an, kann man dem nur zustimmen. Ich seh Ich seh, den Seidl als Produzent unterstützt hat, muss also in diese Kerbe schlagen und das tut er auch. Eine wohlhabende Mutter zweier gleichaltriger Buben kehrt von einer aufwändigen Gesichtsoperation in ihr durchgestyltes Haus, einsam gelegenes Haus zurück. Die Mutter scheint den Zwillingen nicht nur gruselig entstellt, sondern auch verändert. Sie ist aggressiv und sadistisch und die Jungen fürchten sich zunehmend vor ihr – und greifen zu radikalen Mitteln ...

Wo? Netflix

Bird Box (2018)

Sorry, aber keine Bestenliste ohne den 2018-Überflieger von Netflix mit Sandra Bullock und John Malkovich. Eine Entität bringt Menschen, die sie sehen, dazu, sich selbst zu töten. Die schwangere Malorie kann sich in ein Haus retten, in dem sie mit anderen Überlebenden die Fenster abklebt. Als Nahrung knapp wird, muss ein Teil der Gruppe losziehen – alles, ohne die Augen zu öffnen. Es kommt, wie es in solche Filmen kommen muss und man holt sich das Böse ins Haus.

Malorie und ein weiterer Erwachsener fliehen, sie nehmen Malories inzwischen geborene Tochter und den Sohn einer Mitbewohnerin mit. Wie die Reise der beiden weitergeht? Nun ... Auch hier vergebe ich wieder Pluspunkte für den Soundtrack von Trent Reznor und Atticus Ross von Nine Inch Nails.

Wo? Netflix

A Quiet Place (2018)

Ja, ich wünsche mir oft gern Ruhe. Aber wenn auch nur das leiseste Geräusch zu einer lebensbedrohlichen Situation führt, bin ich vielleicht doch versöhnt mit dem Nachbarn, der nachts um Elf noch sein Altglas im Hof entsorgt.

Nach einer Invasion von Außerirdischen lebt die Welt in Stille. Denn das kleinste Geräusch kann die Wesen anlocken – und jede Begegnung endet tödlich. Wir begleiten die fünfköpfige Familie Abbott, die ihr Leben der unwirtlichen Situation angepasst hat. Problem: Mutter Evelyn (Emily Blunt, seufz) ist schwanger und eine Geburt läuft eher selten leise ab.

Das Prinzip entspricht dem von Birdbox, ich muss sagen, ich fand A Quiet Place aber fast noch spannender. Der zweite Teil steht auf jeden Fall auf meiner Watchlist ganz oben!

Wo? Amazon Prime

Sarahs Horror-Picks!

Die Frau in Schwarz (2012)

Grusel in „Light“ – Dieser Horrorstreifen spielt Anfang des 20. Jahrhunderts in England. Das Setting des Films ist ein altes Herrenhaus in einer Wattlandschaft, düster und bedrückend, abgeschnitten vom Rest der Dorfgemeinschaft. Passend zum Gemüt des Protagonisten, der nicht über den Tod seiner Frau hinwegkommt. Eigentlich soll er sich nur um den Nachlass (das Herrenhaus) in dem kleinen Ort kümmern, aber wird Zeuge von schrecklichen Ereignissen, die alle nach der Sichtung einer Frau komplett in Schwarz gekleidet, zu tun haben.
Die sozialkritische Komponente: Thematisch dreht sich der Film um Rache. Rache an der Gesellschaft, um genau zu sein. Es schwingt eine unterschwellige Kritik an dem viktorianischen Ideal des „True Womanhood“ (Mutter, Versorgerin der Familie, anständig, fromm) mit, welches der Kern allen Übels ist. Wenn eine Frau nicht diesen Idealen entsprach, wurde sie als krank abgestempelt und ihr wurde Hysterie attestiert. Eine „Krankheit“, die nur Frauen bekommen konnten, da diese einen Uterus haben (is klar, oder?). Eine Strafe in Form von Gefangenschaft oder Entbehrung war die Folge.

Wo? Netflix

„The Purge“ – Reihe

Aka woraus meine Albträume gemacht sind: Viel mehr als vor Monstern habe ich Angst vor Filmen, wo die wahren Monster unsere Mitmenschen sind. Auch, wenn ich richtig Angst vor Dämonen, kleinen Mädchen, die aus dem Fernseher kommen, um mir den Hals umzudrehen oder Zombies habe, sind es Filme wie diese, die mich nachts nicht schlafen lassen.
Die Prämisse von „The Purge“ ist simpel: Einmal im Jahr dürfen alle (in den U.S.A. – wo denn auch sonst) jedes Verbrechen, auch Mord, begehen, ohne, dass die Polizei oder Krankenhäuser etc. eingreifen oder helfen. Der Titel ist aufschlussreich, denn die Gesellschaft soll von den sozial Schwachen bereinigt werden. Die Reihe besteht aus inzwischen vier Filmen, der vorletzte, „The Purge: Election Year“, kam 2016 raus und ist heute noch immer genauso relevant wie damals. Achtet beim Gucken von „The Purge: Election Year“ darauf, was die „Pro-Purgers“ für Kleidung tragen...

Wo? Amazon Prime & Netflix

Constantine (2005)

Eine Comicverfilmung, die ich eher dem Fantasy-Genre mit Horror-Elementen zuschreiben würde, als klassischem Horror. Es geht um Engel, den Teufel, Sünden und Selbstaufopferung zur Läuterung. Ein klasse Film für alle, die ein bisschen Übernatürliches mögen mit lustigen Momenten, einem recht sexy Keanu Reeves und einer über-coolen Tilda Swinton als Erzengel Gabriel. Die Moral der Geschichte brauche ich gar nicht groß umreißen, denn sie trieft aus jeder Szene. Eine Art „Feel Good“-Movie on All Hallows’ Eve (Zwinker-Zwinker!).

Wo? Netflix

Nightmare Before Christmas (1993)

Nicht Horror, aber ein typischer Tim Burton-Film mit schaurigen Elementen. Ein Klassiker, den ich jedes Jahr gerne gucke. Gar nicht gruselig, aber mit einer süßen Message und man kann ihn mit der ganzen Familie gucken.

Wo? Amazon Prime

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