Maries Lieblings-Interior-Brands aus Skandinavien

Egal ob Klassiker oder Newcomer, hier zählt nur das Design

Ich bin im Moment total im Interior-Fieber. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als vor einem Jahr, als wir in unsere neue Wohnung gezogen sind. I blame you, Corona! Denn auf einmal verbringe ich so viel Zeit wie noch nie in der Wohnung, sitze am Wochenende auf der Couch und lasse meinen Blick schweifen, träume von großen Anschaffungen wie einem Esstisch und habe Zeit darüber zu sinnieren, ob ich als Nächstes eine bunte Vase oder doch lieber eine weiße Vase kaufen möchte. Ein schöner Zeitvertreib, nur mein Konto und mein liebster DHL-Bote leiden sehr darunter. Wie sagt meine Mutter immer? „Irgendjemand muss ja die Wirtschaft ankurbeln!“ Tja, das bin dann wohl ich!

Ich hatte euch unter dem #shoplocal ja bereits unsere liebsten lokalen Brands und Shops in Deutschland vorgestellt, aber was wäre die Interior-Branche ohne die Skandinavier? Genau, nicht halb so bunt, sympathisch und lustig! Deswegen habe ich beschlossen, auch unseren nordischen Nachbarn einen Artikel zu widmen. Sie haben es sich mit ihren Designs, Newcomer-Labels und Klassiker-Brands auch mehr als verdient.

Astrid Wilson

Astrid Wilson gehört zu den Frauen, die ich auf allen Ebenen bewundere. Sie ist nicht nur eines der coolsten schwedischen Girls, die ich kenne mit der schönsten langen, blonden Mähne, nein, sie hat auch noch richtig was auf dem Kasten und zaubert mit Stift und Farbe die wundervollsten Illustrationen und Prints, die man sich vorstellen kann. Ein Geheimtipp ist die schwedische Künstlerin leider nicht mehr, aber ich freue mich, dass sie so tolle Erfolge feiern kann: Brands wie Levis, Rixo, Gant und Gina Tricot haben schon mit ihr zusammengearbeitet.

Ich habe zwei Prints von ihr in meiner Küche hängen und bin mehr als happy. Ich hätte auch gar kein Problem, eine ganze Gallery Wall mit den farbenfrohen Bildern von Astrid zu bestücken, ganz im Gegenteil: liebend gern! Hoffentlich sind meine zwei Flowerpower-Poster also nur der Anfang meiner immensen Astrid-Wilson-Sammlung. Wer weiß, vielleicht macht ihr ja mit?!

101cph

101cph geht, anders als Astrid Wilson, mehr in die klassische Richtung der Scandi-Brands: Es wird minimalistisch und schlichter. Dafür sind die Designs von 101cph auf den Punkt gebracht, kein Detail ist unbedacht, alles findet hier perfekt zueinander. Langweilig? Ganz im Gegenteil!

Das 101 Copenhagen Design House wurde 2017 gegründet, das kreative Team besteht aus drei schwedischen Männern, die ihren Abschluss an den besten Designschulen des Landes gemacht haben: der Aarhus School of Architecture und der Royal Danish Academy of Fine Art. Sie vereinen nicht nur moderne Einflüsse mit Traditionen, sondern auch skandinavisches Design mit japanischem.

Herauskommen die schönsten Lampen, Accessoires und Möbel, die man sich vorstellen kann. Gerade mit dem Trendmaterial Wiener Geflecht zaubern die Jungs Designs, die auch noch in 20 Jahren aktuell sein wrden. Das ist mal Nachhaltigkeit!

Curated Copenhagen

Noch mehr Kunst für die Wand? Ja, davon kann man ja auch nicht genug bekommen, weiße Wände sehen schließlich schrecklich kahl aus. Finde ich zumindest. Curated Copenhagen hat die schönste, simpelste und genialste Lösung für das Problem der nackten Wände: Vintage Poster.

Ausstellungen, besonders viele aus den 80er- und 90er-Jahren aus Deutschland, verkaufen die beiden Schwestern Mille und Rikke Israelsen in ihrem kleinen Laden in Kopenhagen und auf Instagram. Allesamt sind sie Unikate, deswegen müsst ihr schnell sein, wenn euch eines gefällt.

Ich habe mich jedenfalls schon öfters geärgert, wenn ich zu langsam war, aber ich weiß, die beiden haben irgendwann das richtige Exemplar für mich. Und dann mache ich den Fehler nicht nochmal!

Ikon

Ikon ist das beste Beispiel dafür, dass man nur eine einzige geniale Idee braucht, um Erfolg zu haben – und kein großes Produktsortiment. Bei Ikon, dem Brand der beiden Schwestern Amalie und Sarah Thorgaard war es ein simpler gefliester Tisch, der die beiden berühmt und erfolgreich machte. Mittlerweile gibt es unzählige verschiedene Farben und Formen, aber die Idee ist und bleibt immer die gleiche: Ein Holztisch wird gefliest und dann auf Räder gestellt. So kann man die unfassbar schweren Exemplare immer noch bewegen und hin- und herschieben.

Na, neidisch, dass ihr diese Idee nicht hattet?

&Tradition

&Tradition vereint die Zukunft mit der Vergangenheit. Was das bedeutet? Das Brand lässt alte ikonische Designs wie zum Beispiel die Flowerpot Lampe von Verner Panton aus den 60er-Jahren wiederaufleben und neu produzieren und ist gleichzeitig immer auf der Suche nach neuen Designtalenten und Entwürfen. Aktuelle Künstler*innen, die für &Tradition arbeiten, sind unter anderem Jaime Hayon, Space Copenhagen, Sami Kallio und Anderssen & Voll. Wichtig bei der Zusammenarbeit, egal ob historisches Design oder neuer Entwurf, ist ihnen dabei Nachhaltigkeit, Respekt und Handwerk.

Meine Wunschliste ist lang: Die Mezcla-Esstische sind legendär, ebenso die Palette Coffee Tables, die Flowerpot Lampe ist als Tisch oder Pendelleuchte ein Muss für alle Retro-Fans, während die Formakami-Lampe fernöstliche Vibes nach Hause bringt. Ihr seht, man kann lange stöbern – und wird auf jeden Fall fündig.

Stilleben

Stilleben müsste allen treuen Beige Fans bekannt vorkommen, denn letztes Jahr traf ich das Duo in Kopenhagen zum Interview. Was 2002 alles mit simplen Keramik-Objekten anfing, hat sich mittlerweile zu einer ganzen Interior-Welt entwickelt. In ihrem Laden in Kopenhagen kann man jetzt auch Textilien, die schönsten Prints, Haarspangen und sogar Möbel kaufen – und wir haben Glück, es gibt auch einen hervorragend sortierten Onlineshop!

Mir haben es besonders die bunten Confetti-Gläser angetan, die stehen ganz oben auf meiner Wunschliste, ebenso darf die Gallery Wall dank Stilleben weiter wachsen. Ditte, Jelena – ich bin einfach ein ganz großer Fan von euch und eurem Stil(leben)!

Aytm

AYTM. Ein Brand, das wieder mal keiner richtig aussprechen kann, beziehungsweise macht es jeder einfach anders. Das Label wurde 2004 von Kathrine und Per Gran Hartvigsen gegründet und steht für mich für organische Formen und elegante Materialien. Verantwortlich für die Designs ist ein großes Team aus Designern mit unterschiedlichen Hintergründen, manche frisch von der Uni, manche sehr erfahren.

Gold, dunkle Farben, edle Rundungen, dafür steht AYTM. Meine Favoriten sind die wunderschönen Spiegel, Beistelltische mit Marmor und Messing und die Stühle mit geschwungenen Details.

Nynne Rosenvinge

Nynne Rosenvinge, der Name ist doch schon ein Gedicht, oder? Ich glaube jedenfalls, dass Nynnes Eltern schon bei der Geburt ihrer Tochter wussten, dass aus dieser mal eine Künstlerin wird. Denn das Talent scheint ihr wirklich in die Wiege gelegt worden zu sein.

Nynne macht besonders wundervolle Poster, aber auch kleine Designpieces wie ihre neuen Armbänder, Briefbeschwerer oder Wall Hangings sind allesamt Träumchen. Definitiv eine Künstlerin, die ich in dieser schwierigen Zeit mit Herzblut unterstütze!

Louis Poulsen

Die Begeisterung für Louis Poulsen scheint wiederrum in die Wiege meines Freundes gelegt worden sein. Schon sein Papa war ein großer Fan und kaufte von einem seiner ersten Gehälter eine Lampe, Lukas schwelgt bis heute in Erinnerungen der Louis Poulsen Leuchte über dem Esstisch der Familie. Es konnte also nicht mehr lange dauern, bis eine Louis Poulsen auch bei uns einziehen würde: Es ist eine Panthella Stehleuchte von Verner Panton, entworfen 1971, geworden, die wir beide über alles lieben.

Und das war hoffentlich nur der Anfang einer Louis-Poulsen-Sammlung, denn neben Verner Panton haben auch noch andere Design-Ikonen ihre Stifte geschwungen und fabelhafte Leuchten entworfen. GamFratesi zum Beispiel, Arne Jacobsen oder auch Poul Henningsen.

Gustaf Westman

Gustaf Westman ist DER neue Star unter den Scandi-Designern. Der schwedische Design-Neuling hat mit seinem Curvy Mirror, den pastellfarbenen Esstischen und seinen Bauschaum-Möbeln in Nullkommanichts das Herz aller erobert. Zurecht, lieber Gustaf! Eigentlich ist er noch ein Student am Royal Institute of Technology in Stockholm, aber für seine Möbel-Leidenschaft und seine rasant voranschreitende Karriere macht er gerade eine Pause.

Richtig gemacht, sogar das Domino Mag bezeichnet ihn gerade als angesagtesten schwedischen Designer. Und auch ich liebe Gustaf dafür, dass er Spaß, Farbe und Formen in unsere Wohnungen bringt. Und vielleicht ist ja auch ein Stück von ihm unterwegs zu mir ...

Gubi

Gubi beginnt zwar genauso wie Gustaf mit G, hat aber eine sehr viel längere Firmenhistorie als der Designstudent. Auch Gubi ist, so wie Louis Poulsen ein. Brand, das mehrere Designer unter sich vereint, um die besten Designs zusammenzutragen. Ob Gam Fratesi, Gio Ponti, Namensgeber und Gründer (1967) Gubi Olsen, Paul Leroy, Sebastian Herkner (die deutsche Design-Ikone yay!), sie alle entwerfen wundervolle Dinge.

Solltet ihr irgendwann in der Zukunft mal wieder in Kopenhagen sein, lege ich euch einen Besuch im wunderschönen (und einzigen) Gubi Showroom/Store sehr ans Herzen. Wir haben damals unseren Traumesstisch gefunden und können uns, danke dafür Gubi, schwer in ein anderes (preiswerteres) Modell verlieben. Wo die Liebe hinfällt ...

Hay

Eine Liste der besten Scandi Labels ohne Hay? Genau, undenkbar! Mittlerweile kennt jeder das Designhaus, das seinen Ursprung 2002 in Kopenhagen feierte. Inspiriert von der Stabilität der Architektur und der Dynamik der Mode, kombiniert Hay das Beste aus beiden Welten. 2018 tat sich das Unternehmen dann mit dem amerikanischen Traditionshaus Herman Miller zusammen.

Doch wofür ist Hay bekannt? Für das typische Spiel aus minimalistischen, skandinavischen Formen in einer sehr erlesenen und einzigartigen Farbpalette. Die Stationery? Ikonisch! Die Tableware? Unverkennbar! Und von den Möbeln fange ich am besten gar nicht erst an, sonst komme ich aus dem Schwärmen nicht mehr raus!

Kaja Skytte

Kaja Skytte ist für mich die Meisterin der Steine. Mit ihnen kreiert sie ein Spiel aus Leichtigkeit und Schwere, das oft an das Weltall erinnert. Die wunderschönen Mobiles der Dänin sind einzigartig – vielleicht hat sie deshalb auch schon mit vielen namhaften Brands wie Georg Jensen, Henning Larsen Architects und Erik Jørgensen zusammengearbeitet. Ihre Arbeiten kann man mittlerweile weltweit in vielen unterschiedlichen kleinen Concept Stores kaufen, in Berlin zum Beispiel unter anderem bei Schee oder Artek, im Halleschen Haus, in Hamburg im Minimarkt oder im München bei Room to Dream. Solltet ihr in einem dieser Läden sein, schaut unbedingt hinein!

Montana

Neben Hay ganz hoch im skandinavischen Möbelkurs? Montana. Das familiengeführte Unternehmen existiert zwar schon seit 1982, seit zwei Jahren ist das Regalsystem aber auch in Deutschland (und im Rest der Welt) wie eine Bombe eingeschlagen. Das einzigartige System wurde von Gründer Peter J. Lassen entworfen und kann komplett personalisiert werden.

Es gibt unendlich viele verschiedene Kombinations- und Farbmöglichkeiten, kein Regal gleicht dem anderen. Ein par Zahlen gefällig? Es gibt 36 Module, vier Tiefen und 42 Farben – und jede Saison werden es mehr (und sie werden immer schöner und zeitgeistiger!).

Mit dem Montana Mini hat das Unternehmen dieses Jar einen neuen Schritt gewagt und ist in ein preiswerteres Segment eingestiegen, zum Glück für unsere Konten! Die Lieferzeit beträgt nur ein bis zwei Tage, viel Spaß beim Basteln!

Helle Mardahl

Ich wusste nicht, dass mich Glasobjekte so begeistern können, bis ich auf Helle Mardahl stieß. Die mundgeblasenen Bonbonnieren der dänischen Künstlerin sind einzigartig und erinnern an die verführerischten Süßigkeiten. War ja klar, dass Helle dieses Gespür für Farben und Formen nicht irgendwo, sondern am Central Saint Martins College in London beim Modedesign Studium lernte. Heute zählt sie Unternehmen wie Smart, Muuto, Flora Dania und Stine Goya zu ihren Kooperationspartnern.

Jedes Objekt ist übrigens ein Einzelstück, weil es komplett hand- bzw. mundgefertigt wird. Das hat leider auch seinen Preis ...

Tekla

Bettwäsche? Ein oft unterschätztes Thema. Dabei liegen wir soooo viele Stunden am Tag in ihr, berühren sie mit unserer nackten Haut und kuscheln uns ein. Tekla hat es sich zur Aufgabe gemacht, der leidigen Suche nach schöner und nachhaltiger Bettwäsche ein Ende zu setzen. 2017 von Charlie Hedin in Kopenhagen gegründet, produziert Tekla alles fair in Portugal. Ich finde besonders die flieder- und die ockerfarbenen Bettbezüge wunderschön, aber auch die Handtücher und Bademäntel sind ein Traum.

Dieser Artikel ist Werbung, da er Markennennungen enthält.

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