Es wird, es wird! Die Umzugskolumne Teil 7

Was lange währt, wird endlich gut!

„Es wird, es wird“, diesen Satz sagt meine Mutter jedes Mal, wenn sie unsere Wohnung betritt. Und mein Freund hasst es. „Es IST schon“, ist dann seine verteidigende Antwort und ich kann sie beide verstehen. Auf der einen Seite sieht man deutlich die Entwicklung der Wohnung, auf der anderen Seite weiß man aber auch, dass wir noch lange nicht da angekommen sind, wo wir hinwollen. Wer weiß, vielleicht werden wir das ja auch nie...

Doch ich würde diese Wohnungskolumne nicht schreiben, wenn es nicht neue Dinge geben würde, die ich euch mitzuteilen habe. Denn mit den acht Monaten in unserer Wohnung kam in der letzten Zeit (die letzte Wohnungskolumne kam im Juli online!) die Erkenntnis, dass man nur eines braucht, um voranzukommen: Mut!

Und damit meine ich Mut, um Fehlentscheidungen zu treffen. Um spontan reagieren zu können. Mut, spontan Geld auszugeben und Mut, einen Nagel in eine weiße Wand zu jagen. Gelernt haben wir das durch unsere neue Couch...

Hier spielt sich das Leben ab – Das Wohnzimmer

Mut, das braucht es, wenn man sich nicht nur ein Sofa zulegt, sondern gleich eine ganze Wohnlandschaft. Ein Wort, bei dem ich hoffe, dass es ganz bald ausstirbt, aber leider finde ich kein anderes, was unsere neue Liegewiese so gut beschreibt. Denn vor ein paar Wochen zogen bei uns fünf Elemente des Designklassikers Togo von Lignet Roset ein – und es gefiel uns so gut, dass wir noch einmal um ein Eckelement und einen Pouf aufstockten. Jetzt haben wir genügend Couch für eine aus dem Ufer gelaufene, auf Facebook veröffentlichte Einweihungsparty, für eine Fußballmannschaft an Kindern und Platz für den Mittagsschlaf einer ganzen Kommune.

Und obwohl wir uns erstmal nicht sicher waren, ob wir es ein bisschen übertrieben haben mit den Liegemöglichkeiten, so sehr beweist sich die Landschaft doch im alltäglichen Leben, bei Netflix-Abenden und Familienbesuch. Kinder turnen auf den Elementen herum, jeder Erwachsene legt mit einem lauten Seufzer entspannt die Füße hoch und beim Schauen der Serie gibt es keinen Streit mehr die kuscheligste Ecke. Klar, eine skulpturale Couch wäre vielleicht ein eleganterer Blickfang gewesen, aber ich lebe nun mal nicht in einem Museum. Hier sollen Kinder mit Schokoladenfingern spielen (schon passiert, ups!) und sich jeder fallen lassen.

Was sich sonst noch getan hat. Wir sind auf der Suche nach einem neuen Teppich, denn klar, wo sich die Couch vergrößert muss sich auch der Teppich vergrößern und mein heiß geliebter Azilal ist zusammen mit dem Senfgelb der Couch dann doch ein bisschen viel Farbe – und das erste Bild hängt an der Wand. Ein bedeutender Schritt, vor dem vor allem ich immer extrem Angst hatte. „Dann ist da ein Loch in der Wand!!!“, war bis jetzt mein Argument, wenn es um das Aufhängen ging. Dass man das Loch aber auch leicht wieder stopfen und kaschieren kann, war mir irgendwie nicht klar.

Und so lag ich eines Nachmittags auf der Couch, als mein Freund mit Hammer und Nägeln vor mir stand und innerhalb von zwei Sekunden das Bild dort aufhing. Ohne den Standort vorher mit mir ausführlichst diskutiert zu haben. Mein Gesicht hättet ihr mal sehen sollen. Eine Sekunde habe ich überlegt, ob jetzt der Zeitpunkt für den ersten richtigen Wutausbruch unserer Beziehung wäre – und mich dann dagegen entschieden. Es ist nur ein Bild, es ist nur eine Wand, es ist nur ein Nagel. Man kann es jederzeit wieder abnehmen. Und verratet es ihm nicht, aber ich finde es sieht da irgendwie auch gut aus. Würde ich natürlich niiiiiemals zugeben...

Bitte einmal alles neu! Der Essbereich

Ich arbeite von zu Hause. Fünf Tage die Woche. Mittags gehe ich oft mit Freund*innen/Kolleg*innen lunchen, aber oft eben auch nicht. Und dann sitze ich beim Mittagessen alleine auf der Couch. Am Esstisch essen? Das mache ich wirklich nur, wenn die Kleckerwahrscheinlichkeit bei 1000 Prozent liegt und ich das Unheil schon kommen sehe. Sonst mache ich mir das iPad an und fröne einem Youtube-Video, während ich meine liebevoll geschmierten Stullen verspeise. Klar, manchmal esse ich abends mit meinem Freund am Tisch, bei Dinnern oder Brunches mit Freunden auch. Aber zu 90 Prozent spielt für mich der Esstisch keine Rolle.

Trotzdem gibt es nichts in dieser Wohnung, was ich lieber austauschen möchte. Denn unser jetziges Modell versprüht vielleicht rustikales oder auch künstlerisches Flair, aber meine Strumpfhosen und Hände bleiben von diesem Flair gänzlich unbeeindruckt. Stattdessen ist die Anzahl der Splitterverletzungen in den letzten Monaten auf eine besorgniserregende Anzahl gestiegen.

Auch die Stühle sind eine unschöne Sammlung aus Vitra Fakes und Originalen, allesamt haben sie aber eines gemeinsam: richtig bequem und gemütlich sind sie nicht.

Was wir suchen? Einen runden oder ovalen Esstisch, gerne nicht aus Holz oder Glas – das ist das, was wir schon sicher wissen. Gerade hoch im Kurs sind Travertin, farbiger Marmor oder Laminat. Wichtig ist eigentlich nur, dass er organisch und besonders ist – und wir uns nicht zwischen einem Porsche oder dem Esstisch entscheiden müssen. Für Tipps und (Geheim)empfehlungen bin ich immer offen! Die Stühle folgen dann. Im Moment durchforste ich jeden Tag Pamono auf der Suche nach dem besten Vintagemodell!

Von Bestechung und Wartelisten – Die Küche

Die Küche steht, es muss nicht mehr im Bad abgespült werden und wir haben ganze vier (!) Kochplatten, wow! Ein ganz neues Lebensgefühl! Weiter sind wir in der Küche allerdings auch nicht gekommen. Unser Tischler ist bis Februar ausgebucht und daher warten wir noch auf unsere Rückwand. Ich hoffe und plane allerdings ihn mit Bier und Folgeaufträgen bestechen zu können und so vor dem Ende des Jahres endlich wilde Wasserschlachten in der Küche feiern zu können.

Disco-Feeling im Bad

Ich weiß nicht, ob ich euch überhaupt schon einmal ein Foto unseres Badezimmers gezeigt habe, aber ich glaube es fast nicht. Das Lindgrün der Mosaikfliesen würde euch bestimmt vor Neid (ebenfalls) grün werden lassen, daher habe ich es bestimmt vermieden. Was in der Zwischenzeit aber passiert ist, ist ein ausgeklügeltes Spiegel-Beleuchtungskonzept. Inspiriert wurde das vom Pariser Hotel Panache, in dem wir immer nächtigen, wenn wir die französische Hauptstadt besuchen. Ein bisschen Hotel-, ein bisschen Lounge-, ein bisschen Sonnenaufgang- im-Dschungel-Feeling haben wir jetzt also bei jeder Dusche. Und ich liebe es!

Never not working – Das Arbeitszimmer

Das Privatleben spielt sich zu 90 Prozent im Wohnzimmer ab – wenn man Schlafen nicht mitzählt. Das Berufsleben zu 100 Prozent im Arbeitszimmer. Mittlerweile behandle ich meinen Laptop sehr stiefmütterlich, weil ich es einfach genieße, an einem riesengroßen Bildschirm auf einem bequemen Bürostuhl an einem großen Arbeitstisch zu sitzen. Im Raum ist es hell, abends dank vieler kleiner Lichtquellen gemütlich und ich schaue in die Ferne im Wohnzimmer. Da meine dunkelblaue Couch unserer Wohnlandschaft (da ist es schon wieder, das Wort!) weichen musste, ist sie erstmal ins Arbeitszimmer gezogen.

Ich stelle mir ja immer vor, wie ich hier Meetings abhalte, im Endeffekt liege ich dann aber doch meistens drauf, wenn ich auf Instagram „arbeite“, Stories erstelle oder Kooperationen poste. Ich denke, dass wir sie irgendwann ersetzen werden, aber gerade kann ich mich sentimental noch nicht von ihr trennen. Sie war schließlich meine erste große Investition in meiner letzten Wohnung und sie ist immer noch sooo unfassbar bequem. Lisa hat aber schon ein Auge auf sie geworfen, sie ist also quasi reserviert ... oder Lisa?

Ansonsten haben wir (oder sollte ich lieber sagen mein Freund) es auch im Arbeitszimmer gewagt, Nägel in die weißen Wände zu schlagen. Was war das aufregend! Jetzt ziert ein wahnsinnig großes Architekturmodell die eine Wand – und ich warte jede Nacht darauf, dass es runterkommt und mir einen Herzinfarkt beschert – und sechs Mitbringsel aus Paris, malerisch gekauft an einem der Stände an der Seine, eine andere.

Worauf wir gerade hinarbeiten. Ein riesig großes Neonzeichen hinter dem Schreibtisch in einer warmen Farbe. Das wäre soooo cool!

Wo Träume entstehen – und platzen! Das Schlafzimmer

Hier hat sich wohl am wenigsten getan. Quasi nichts. Die Lampe kennt ihr, den Schrank auch, unsere neuen Nachttische habt ihr in der letzten Wohnungskolumne zum ersten Mal gesehen. Aber hier soll noch einiges passieren. Wir sind auf der Suche nach einer maßgefertigten Kleiderstange bis unter die Decke aus Messing, auf der unsere zahlreichen Jacken Platz finden (ja, der Schrank ist voll) und ein großer runder Teppich soll unters Bett. Runde große Teppiche sind aber verdammt selten – und nachdem wir einen angefragt hatten und eine fünfstellige Summe genannt bekommen hatten, sind unsere Träume wie Seifenblasen zerplatzt. Lulu und Georgia liefern nicht nach Deutschland, marokkanische Teppiche werden nicht in rund angefertigt und wir sind ratlos. Help!

Ansonsten brauchen wir ein neues Bett, gerne eine zwei Meter Lümmelwiese. Hier wissen wir, was wir wollen, nur der Hersteller oder die Marke muss noch gefunden werden, die uns dabei hilft oder das passende Modell im Angebot hat. Unser Ikea-Bett hat nämlich entscheiden, bei jeder Bewegung zu ächzen und zu quietschen. Das macht bei zwei sehr aktiven Schläfern nicht so richtig Spaß. Und wir haben immer noch Rücken! Man wird ja auch nicht jünger...

Wenn ihr also Tipps oder Fragen habt, dann kommentiert. Ich freue mich auf den Austausch mit euch!

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