See All Sides Like Boy de Chanel

Everything is everything and for everyone

Ich weiß, dass Frank Ocean von den „both sides like Chanel“ singt. Er meint die ineinander verschlungenen C, die in entgegengesetzte Richtungen schauen und dabei doch untrennbar miteinander verbunden sind.

Das weiße Doppel-C, gemeißelt in harten Kunststoff, die Gravur auf dem Rand meines Waschbeckens. Ich schaue auf, während mein Finger die Rillen auf dem Deckel umfährt. Ich spüre die scharfen Kanten, an denen Weiß zu Schwarz übergeht und öffne mich.

Die Unebenheiten im Spiegelbild sind der sofortige Fokus einer jeden Betrachtung. Bin ich dieses Gesicht oder die Person von letzter Nacht? Meine Identität liegt zwischen den Spiegeln, den Erwartungen und den Schichten meiner Haut.

Mein Ringfinger lässt die Reste eines vergangenen Ichs unter den Augen verschwinden. Poren, Foundation und Gefühl werden eins. Ich streiche über Nase, Stirn und Wangenknochen. Langsam erscheint diese gehobene Version von mir - glatt, ebenmäßig und sicher. Ich frage mich: Ist sie besser oder einfach nur anders? Die Natur meines Seins ist der Feind unserer Zeit. Ich streiche über Kinn und Hals und schaue in mein neues Gesicht.

Aus dem starken Geschlecht wird das schöne Geschlecht. Aus dem schönen Geschlecht wird das fiktive Geschlecht. Ich schaue auf den Rand meines Waschbeckens und schließe die Augen.

Schön.

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