Lisas großer Jahresrückblick 2020

Was hat das Jahr mit Lisa gemacht? Ein Rückblick auf gute und schlechte Zeiten, lehrreiche Erkenntnisse und neue Prioritäten

Wie hat 2020 dich verändert?

Mir ist dieses Jahr klar geworden, was mir wichtig im Leben ist und vor allem, was mir nicht so wichtig ist. Ich sehe die Lockdowns, die Pandemie, die viele Zeit zu Hause und jetzt zum Schluss natürlich auch die Schwangerschaft als eine Handvoll Lektionen, Chancen, Neustarts und Wake-up-Calls für die Zukunft. Das ständige Onlinesein hat mich irgendwann wahnsinnig gemacht und stellenweise war ich fast allergisch gegen Apps und mein Smartphone. Zeit und Selbstbestimmtheit haben für mich noch mehr an Bedeutung gewonnen und vor allem möchte ich endlich wieder lernen, mal nichts zu tun und mich in Hobbys und Leidenschaften außerhalb eines Bildschirmes stürzen.

Ich denke, das geht vielen nach diesem Jahr so. Ich bin nicht unbedingt familiärer, unsicherer, esoterischer oder skeptischer geworden. Ich möchte einfach in Zukunft viel eher dafür sorgen, dass ich mehr auf das höre, was ich möchte. Auch, wenn ich manchmal erst mal herausfinden muss, was das überhaupt wirklich ist.

Ich glaube, ich kenne die Antwort schon, aber was war 2020 das Beste, was dir passiert ist?

Klar, die Schwangerschaft ist großartig und alles läuft bisher so smooth, dass ich gar nicht wage, zu viel darüber nachzudenken. Man will ja nichts jinxen. Gleichzeitig sind aber auch viele tolle andere Dinge passiert: Mein Freund ist eingezogen – nach über fünf Jahren – und es läuft gut (as you can see). Wir konnten im Sommer zwei wunderbare Wochen in Österreich verbringen und bisher sind alle Menschen, die mir wichtig sind, von Corona verschont geblieben. Dafür bin ich sehr dankbar. Auch dafür, dass mich die Pandemie zumindest finanziell und beruflich nicht aus der Bahn geworfen hat. Vielleicht war 2020 auch einfach das Beste, was mir 2020 passiert ist, weil dieses wirklich beschissene Jahr wirklich noch mal die Tara-Taste auf der Waage war und mich aus der Komfortzone geholt und zum Handeln gezwungen hat.

Und was war der schlimmste Moment?

Ich muss sagen, mir ging es Anfang der Pandemie gar nicht gut. Der Lockdown, die viele Arbeit, die fehlenden Grenzen, nicht mehr vorhandene Arbeitszeiten und für sehr viele meiner kulturschaffenden Freund:innen auch die ungewisse Zukunft haben mich sehr belastet. Ich habe nach und nach gelernt, damit umzugehen, weil ändern konnten wir es ja alle nicht. Es gab also nicht den einen schlimmen Moment, es war mehr eine wiederkehrende Phase und trotzdem weiß ich, dass ich wirklich noch sehr, sehr gut über die Runden gekommen bin – in jeglicher Hinsicht.

Drei Dinge, die du 2020 gelernt hast:

1. Pläne kann man machen, es kann aber auch einfach eine Pandemie kommen und sie über den Haufen fegen. 2. Geld auf die hohe Kante legen ist sehr, sehr wichtig. 3. Es gibt eine Trillionen wichtigere Sachen als Social Media und das Internet. Man findet sie alle im echten Leben.

Ein echter Klassiker, aber ich liebe die Frage: Welches Meme beschreibt dein Jahr?

2020 ... ist genau das.

Weit weg verreisen war dieses Jahr nicht drin: Was war dein Zufluchtsort in Berlin oder deiner Wohnung?

Tja, gute Frage. Inzwischen hängt mir jeder Baum im Umkreis von 10 Kilometern zum Halse raus. Ich glaube, am glücklichsten war ich, als der Sportplatz hinter meinem Haus wieder aufgemacht hat, da bin ich wirklich sehr, sehr gern und war im Sommer auch so oft es ging dort. Außerhalb Berlins habe ich mich im Rheingau in meiner Heimat und den Weinbergen sehr wohlgefühlt – am Anfang mit, am Ende ohne Wein im Glas, hehe.

Homeoffice. Wie hast du gelernt, zu Hause zu arbeiten? Wie ging es dir damit?

Ich bin seit mehreren Jahren Freelancerin und es daher gewohnt, von zu Hause zu arbeiten. 2020 war eher das Jahr, in dem ich es wieder verlernt habe, mich daheim zu konzentrieren. Einfach, weil 24/7 die gleiche Wand angucken irgendwann gaga im Kopf macht. Meine Tricks: dreimal am Tag raus (ich habe ja glücklicherweise einen Hund und daher immer einen guten Grund UND Gesellschaft), abends den Laptop um Punkt sechs Uhr zuklappen. Und ich meine Punkt sechs Uhr! Sport machen oder sich bewegen, wann immer es geht und Ordnung halten.

Welchen Song hast du (im Homeoffice) 2020 in Dauerschleife gehört?

Das waren eine Menge und die findet ihr in meiner 2020-Playlist!

Dein Lieblingsartikel auf Beige?

Uh, schwer ... am meisten beeindruckt hat mich das Interview mit Ewa Bamberg von Discovering Hands. Es gibt so tolle, inklusive und nützliche Projekte und Initiativen da draußen, von denen man viel zu wenig mitbekommt!

Auf welche Zusammenarbeit bist du besonders stolz?

Auf unseren Design-Podcast #BEIGEsprochen mit Made.com. Es ist eine ganz neue Erfahrung gewesen, hat unfassbar viel Spaß gemacht und ich habe noch mal so unglaublich vieles gelernt ... und in jedem Fall Blut geleckt!

Dein meist getragenes Kleidungsstück 2020?

Anfang des Jahres sicherlich meine Yogahose in Kombination mit egal, was gerade zur Hand war. Seitdem mein Bauch mir weniger Auswahl lässt, lebe ich in meiner Strickhose von COS, die ich mit allerlei Hemden und Blusen und Pullundern kombiniere. Ein Look, der mir auch nach der Schwangerschaft sicherlich noch gefallen wird. So schön erwachsen irgendwie.

Ich habe gerade nochmal unser letztes Interview gelesen. Damals wolltest du dir 2020 die perfekte Jeans kaufen. Ist das passiert?

Ja, haha, Jeans. I wish. Nein, also wenn ich von etwas so meilenweit entfernt bin, wie nur möglich, dann von Jeans an sich. Lass noch mal darüber reden, wenn ich wieder Hosen tragen kann, die keinen Gummibund haben.

Was steht gerade auf Platz 1 deiner Wunschliste für 2021?

Zeit, Zeit und noch mal Zeit!

2021 wird ...

Ein Neustart, eine Herausforderung der schönen Art, ein neuer Lebensabschnitt.

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    Janine Sametzky

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