Beige News 01 / 07

Trotz Hitzewelle steht die Welt nicht still

Während ich diese Zeilen in die Tastatur tippe, ist es Sonntag, draußen herrschen 40 Grad und alle sind am See. Nur ich nicht. Ich sitze seit zehn Uhr morgens vor dem Computer, meine Oberschenkel kleben am Ledersessel, ich versuche immer wieder verzweifelt mit nur einer Hand so schnell zu tippen wie mit zweien, weil das Kaktus-Eis in meiner Hand so schnell schmilzt und renne alle 30 Minuten zu meinem Kleiderschrank, um doch noch ein Outfit zu finden, was luftiger ist als das, was ich anhabe. Vergeblich. Warum ich euch das erzähle? Ja, vielleicht für ein bisschen Mitleid, vielleicht für ein bisschen Bewunderung, aber vor allem, weil mein Hirn bei der Hitze streikt. Und ich trotzdem mit den News diese Woche dran bin. Jetzt ist Schluss mit dem Gelaber, besorgt euch einen Eistee, Iced Coffee – egal, irgendwas wo Eiswürfel drinnen sind, wischt euren Bürostuhl nochmal trocken – denn trotz europäischer Hitzewelle steht die Welt nicht still:

Dior Homme x Rimowa

Viele Kofferkooperationen lassen mich kalt: ob Germany's Next Topmodel für American Tourister oder Barbara Schöneberger x Titan Koffer – nichts davon finde ich schön oder interessant. Ganz anders ist es da bei Rimowa! Die holen sich, seit der Sohn von Bernard Arnault (Inhaber von LVMH) Alexandre sich mit 27 Jahren an die Spitze des Brands gesetzt hat, die spannendsten Menschen und Brands für Kooperationen heran. Ob Supreme, Virgil Abloh oder jetzt Dior Homme, die Koffer sind meist sofort ausverkauft, Sammlerstück und Objekt des Begierde zugleich. Alexandre hat das geschafft, wovon andere Traditionshäuser träumen: ein Kultobjekt und Statussymbol, denn das sind die Aluminiumkoffer im Reisesegment nun mal, für eine neue junge Zielgruppe begehrenswert zu machen.

Kim Jones und Alexandra Arnault präsentierten bei der Men's Fashion Week in Paris nun die neuen Koffermodelle für Dior Homme. Ob Lederriemen, Dior Oblique (das ikonische Initialmuster) oder zarte Farbverläufe, die Designs orientierten sich stark an der aktuellen Dior-Kollektion, über die Felix euch gestern genauestens berichtete. Ich hätte zwar Angst, dass der Koffer mir vom Band geklaut wird, aber solche Probleme haben die Rich Kids, die sich die Modelle kaufen können, bestimmt nicht. Privatjet und so, ne?

Sternstunde bei Le Petit Trou

Auch wenn Sternchen im Moment höchst unangebracht scheinen und wir stattdessen nur noch Sonne, Sonne, Sonne sehen, ich verrate euch eines: Sterne gehen immer. Die sind nicht weihnachtlich, die sind nicht festlich, die sind einfach cool. Das weiß auch Stylistin Zuzanna Kuczynska, die das Unterwäschelabel Le Petit Trou gegründet hat. Hätte ich bei Net-A-Porter im Sale nicht schon mein ganzes Geld ausgegeben, ich würde jetzt bei 39 Grad hier nicht mit Schlabbershorts und Trägertop sitzen, sondern in einem zarten Lingerie-Set und dem feinen Morgenmantel mit Glitter. Manno! Wer weiß, vielleicht könnte sich mein Freund neben mir am Laptop dann aber gar nicht mehr konzentrieren und ich könnte jetzt nicht weiterschr...

Auch im Sommer ein Thema: Obdachlosigkeit

Wer hat sie nicht? Sneaker. Mittlerweile würde ich sogar behaupten, wir alle haben mehr Sneaker als Füße und Tage im Jahr, an denen wir sie tragen können. Es gab eine Zeit, da war das anders, ich erinnere mich noch an meine ersten Nikes mit zartrosa Pfeil, die ich trug, bis sie mir vom Fuß fielen und meine Mutter mich nicht mehr mit ihnen aus dem Haus ließ. Ich habe sie übrigens immer noch – aus sentimentalen Gründen. Seitdem sind über zehn Jahre vergangen und ein Trendmodell jagt jetzt das nächste, so schnell, dass selbst ich als Modejournalistin drohe, nicht mehr mitzukommen. Wir leben im absoluten Überfluss und schneller als man sich versieht, ist der Sneaker, der gerade noch in war, wieder out – und landet in den Tiefen unserer Schränke.

Doch es gibt Menschen, denen ist es egal, wie dreckig, wie in oder wie out ein Schuh ist. Sie wünschen sich, überhaupt einen zu besitzen. Wer einmal auf heißem Asphalt gelaufen ist, auf steinigen Wegen oder in eine Glasscherbe getreten ist, weiß, Schuhe sind nicht nur da, um unser Outfit zu komplementieren, sie sind in erster Regel Schutz für unsere Füße und tragen uns den ganzen Tag auf unseren Wegen.

Deswegen hat One Warm Winter eine neue Initiative ins Leben gerufen, die ich von vollem Herzen unterstütze. Die nächsten zwei Wochen könnt ihr in vier Sneakerläden deutschlandweit (Overkill Berlin, Allike Hamburg, Acribik Köln und Tint München) eure Schuhe vorbeibringen und an Obdachlose spenden. Denn Schuhe gehören auf die Straße und nicht in irgendwelche Schuhkartons und Schränke.

Sei Teil der #mangogirls

Seit 2016 gibt es die #MangoGirls. Auch wenn ich mir mental einbilde, natürlich schon längst zu der Riege der tollsten Frauen zu gehören – unter anderem sind Leia Fez, Veronika Heilbrunner, Lucy Williams, Yasmin Sewell und Sofia Sanchez de Betak dabei – offiziell bin ich es leider nicht. Doch jetzt könnte ich es werden, endlich! Denn damit alle Kund*innen von Mango sich als Teil dieser besonderen Community fühlen können, hat Mango eine Limited Collection von T-Shirts herausgebracht. Auf Instagram gibt es eine passende Challenge für alle Fan*innen: Wer das beste Outfit mit einem der T-Shirts unter dem Hashtag #MangoGirls shart, wird vielleicht auf dem Profil von Mango veröffentlicht. Ich drücke uns mal allen die Daumen! Und erwarte demnächst natürlich auch noch #MangoBoys!

So macht Händeschütteln Spaß: Die neuen Gucci Timepieces

Letzten Dienstag bestaunten Lisa und ich die neuen Gucci Uhren und auch euch wollen wir sie nicht vorenthalten. Gucci als Uhrenhersteller war bisher ehrlich gesagt nicht so auf meinem Schirm, obwohl mir die bunten Candypieces von Alessandro Michele schon an manchem Arm aufgefallen waren. Dass Gucci seine Uhren hochwertig in der Schweiz fertigt und Alessandro persönlich die Hand auf alle Modelle hält, ist neu für mich – und vielleicht ja auch für euch. Nicht neu ist allerdings, dass Gucci sich in den letzten Monaten immer mehr politisch positioniert, wir berichteten hier darüber. Auch in der neuen Kampagne der Gucci Timepieces erkennt jeder, auf was angespielt werden soll. Im Fokus steht die Geste des Handschlags (beim Wahlkampf) und die damit verbundene Macht. Alle Persönlichkeiten auf den Fotos und im Video tragen Grip Uhren, so wie die G-Timeless Automatikuhren, die von Michele unisex entworfen wurden. Very Beige, Senior Michele!

Wunderschön und nachhaltig: Stine Goya x Net-A-Porter

Wer von meinen Freund*innen möchte als nächste heiraten? No pressure, aber ich bin immer auf der Suche nach einer Gelegenheit, um mir endlich mal ein richtiges Abendkleid, also eine Robe, zu kaufen. Und hier präsentiere ich euch auch gleich das Modell, das ich nehmen würde: das One Shoulder Dress in Regenbogenfarben! Der Vorteil? Es ist nachhaltig! Der Nachteil? Der Preis! Denn leider ist die Zusammenarbeit von Stine Goya und Net-A-Porter wunderschön, aber auch wunderteuer geworden. Na gut, wir verzeihen es nochmal, weil nachhaltig. So kamen zum Beispiel recycelte PET Pailletten zum Einsatz sowie Ahimaseide, bei der nur leere Kokons der Seidenraupe verwendet werden. Falls ihr also Geld über habt, investiert es doch hier! Sehenswert ist übrigens auch das wunderschöne Video mit dem Kopenhagener Künstler Yilmaz Sen.

Reinhören: Der neue Podcast der Vogue

40 Jahre gibt es die deutsche Vogue schon! Und doch schlittert sie nicht in eine Midlifecrisis, sondern feiert die vier Jahrzehnte, die sie jetzt schon allen Modefans als Bibel gilt. Dabei findet die Party digital in Form eines Podcasts statt. Den hat Alexandra Bondi de Antoni, Executive Editor von Vogue Online, ins Leben gerufen. In dem zweiwöchentlichen Episoden unterhält sie sich mit Menschen, die die Vogue über die letzten Jahrzehnte geprägt haben, die Gesicht von ihr sind und Einblicke in die tiefsten Geheimnisse des Modebusiness geben. Die ersten beiden Gäste waren, wie hätte es anders sein können, Chefredakteurin Christiane Arp und Supermodel Nadja Auermann. Ich bin gespannt, was die nächsten Gäste, unter anderem Hans Ulrich Obrist und Haider Ackermann, zu erzählen haben.

Verliebt in Jacquemus, Pink und Lavendel

Das Internet schien für eine Sekunde stillzustehen, als das erste Model vergangene Woche über die Lavendelfelder in der Provence schritt. Simon Porte Jacquemus verlegte die Pariser Men's Fashion Week kurzerhand in den Süden Frankreichs und hinterließ einen bleibenden Geruch von Lavendel, Gleichberechtigung und modischer Raffinesse. Zehn Jahre ist Jacquemus nun schon eine Größe in der französischen Mode und dass man das mit Recht sagen darf, bewies der Visionär mit dieser Show. Auch dass wir mit Beige und unserem unisex Gedanken genau richtig liegen, zeigte die Runwayshow. Denn anstatt Frauen- und Männermode separat zu zeigen, präsentierte er alles gemeinsam mit dem Gedanken des Teilens. Und oh ja, wenn mein Boyfriend so ein Jacquemus Blazer hätte, er würde ihn nie wieder sehen. Genderless ist sexy, Männer in pink, Frauen mit breiten Schultern, who cares? Und sogar den Twinning Look könnte ich mir mit einem Bucket Hat und der Strohtasche in der Hand von Jacquemus vorstellen – und das will was heißen! „I want to bring the sunshine—that’s it.” Und das brachte er. Sonnenschein, Selbstbewusstsein und den Sinn für das Feine.

Hier die Trends, die ihr euch dank Simon merken dürft:

  1. Klein, kleiner, am kleinsten. Die Taschen bleiben mickrig, ja werden sie sogar winzig. In Zeiten von Marie Kondo und Minimalismus ziemlich zeitgemäß.
  2. Layering! Kleid über Hose, Top über Kleid, Blazer über Mantel? Alles ist möglich – gerade im Angesicht vom Klimawandel eine sehr praktische Vorstellung.
  3. Oversized Blazer. Sorry, Balenciaga, aber Jacquemus kann es einfach besser.
  4. Hats! Wer jetzt denkt, so viel Geld gebe ich nicht für einen kleinen Hut aus, dem sage ich nur: Du musst dafür nie wieder zum Friseur. Deal?
  5. Pink! Flamingo, Koralle oder Papagei. Sie alle werden neidisch, wenn sie das strahlende Pink von Jacquemus sehen. Ich auch! Gleich mal merken!

Bereit für die neue Staffel Stranger Things?

Ein Glück ist es so heiß und man kann sich mit gutem Gewissen auch mal zu Hause verkrümeln. Mir kommt das jedenfalls sehr gelegen, denn ich habe zwei Serien auf meiner Watchlist, die ich in nächster Zeit unbedingt schauen will, auch wenn Boule und ein Gläschen Aperol unter freiem Himmel es meistens verhindern. Am 21. Juni launchte die zweite Staffel von „Dark“ und übermorgen ist es endlich soweit und wir können uns wieder den verrückten Dingen bei „Stranger Things“ widmen, denn dann launcht die dritte Staffel. Darin steht die Welt erneut Kopf und auch hier draußen in der Realität sind alle verrückt (nach der Serie), denn H&M launchte eine eigene Kollektion und Polaroid stellte ihre ikonische Kamera einfach auf den Kopf. Wenn ab Donnerstag also keiner mehr für euch Zeit hat, seid gnädig. Ihr wisst ja, woran es liegt.

French Classic: Die Tara Jarmon Cruise Collection

Wer Lisa und mir auf Instagram folgt, der weiß, dass wir große Fans von Tara Jarmon sind. Jetzt war es länger etwas ruhig um das französische Label geworden, aber mittendrin im Sommer meldet es sich mit einer tollen Cruise Collection zurück. Inspiriert vom Studio 54 und Bianca Jagger wird hier jede*r fündig, der*die, anders als Felix, Fan der Siebzigerjahre ist. Unsere Favoriten? Knallige Seidenschalprints, frisches Grün und die goldenen Herzohrringe – am besten trägt sich alles mit kniehohen Wildlederstiefeln. Also, es gibt keinen Grund traurig zu sein, wenn der Sommer vorbeigeht, denn dann geht es bunt im Kleiderschrank weiter.

Dieser Artikel enthält Affiliate Links, mehr darüber erfährst du in unserer Datenschutzerklärung. Dieser Artikel ist Werbung, da er Markennennungen enthält.

  • Fotos
    PR

Kommentiere

Weitere Artikel werden geladen...