We try before you buy: Probiotic Skincare

Eine Ode an Bakterienkulturen für unsere Haut

von Sarah Khurshid

Bestimmt habt ihr von Probiotika schon gehört, denn spätestens seit dem Buchhit „Darm mit Charme“ von Guilia Enders sollten Probiotika (die „guten“ Darmbakterien) regelmäßig auf unserem Speiseplan stehen. Denn in unserem Darm steckt ca. 80 Prozent unseres Immunsystems und überhaupt ist eine gute Verdauung essenziell für unser mentales und körperliches Wohlbefinden. Doch wollen wir diese Bakterienkulturen nun auf unserer Haut? Hier eine kleine Offenbarung: Eure Haut beheimatet jetzt gerade schon eine Vielzahl an allerlei Bakterien – und das ist auch gut so!

Vor einigen Jahren habe ich das erste Mal von Probiotika und Präbiotika (Was das beides genau ist, erkläre ich euch gleich) in der Hautpflege bei Hanna Schumi gelesen, die von der Marke Gallinée, von der Gründerin Dr. Marie Drogo und ihrem neu lancierten Face Vinegar geschwärmt hat. Zu der Zeit habe ich mich aber noch nicht an ein Produkt mit der Beschreibung Gesichtsessig getraut, da ich nach dem Absetzen der Pille noch vorsichtiger mit meiner sensiblen Haut umgegangen bin. Große Experimente – vor allem mit neuen Wirkstoffen – waren lange Zeit tabu.

Nach einer langen Zeit, in der ich eventuell etwas zu viel mit Säuren experimentiert habe, suchte ich nach Produkten, die die Haut wieder ins Gleichgewicht bringen. Etwas Beruhigendes, was meine Haut gleichzeitig aufbaut und Rötungen reduziert. Meine Absicht war, meiner sichtlich dünneren, gereizten Haut Linderung zu verschaffen. Da las ich erneut von Probiotic Skincare

Was ist das Mikrobiom?

Das Mikrobiom ist unser ganz persönliches Ökosystem der Haut, das aus Millionen und Abermillionen an Bakterien, Pilzen und mehr besteht. Dieses liegt auf unserer physischen Hautbarriere und begünstigt eine gesunde Hautfunktion. Dieser Schutzschild verhindert die Entstehung von Hautkrankheiten (wie Dermatitis oder Psoriaris), da er Keimen und unliebsamen Umwelteinflüssen keinen Weg in die inneren Hautschichten lässt.

Wie wird das Mikrobiom gestört?

Das übermäßige Anwenden von reizenden Cleansern, groben Peelings, austrocknenden Seifen oder auch Antibiotika-Cremes bringt das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht. Wenn eine gesunde (ausbalancierte) Zusammensetzung an Mikroorganismen gestört ist, wird die Hautbarriere anfällig für Entzündungen beziehungsweise einen entzündlichen Zustand der Haut, da von schädigenden Mikroorganismen eine Immunreaktion provoziert wird. Das kann sich in kleinen Pickelchen, Akne, Rötungen, Dermatitis oder schuppigen Stellen ausdrücken. Demnach ist das Hinzufügen von „guten“ Bakterien, Probiotika und allem, was diese weiter begünstigt (Präbiotika), eine logische Maßnahme, um die Entzündungen zu mindern und das Mikrobiom wiederaufzubauen.

Was sind Probiotika in der Hautpflege und was machen sie?

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, welche die Hautflora nähren. Sie haben stark entzündungshemmende Eigenschaften, die bei Akne oder Rosazea helfen sollen, die Zellimmunität verstärken und so eine stärkere Hautbarriere fördern.

Am meisten benutzt: Lactobacillus Ferment Lysate, Bifidabacterium und Vitreoscilla

Was sind Präbiotika in der Hautpflege und wozu sind sie gut?

Es ist der Nährboden, der Dünger, der das Wachstum und/oder die Aktivität von Probiotika fördert. Also der natürliche Partner für Probiotika in Hautpflegeformulierungen. Präbiotika brauchen aber keine Probiotika, um in Hautpflege-Produkten zu bestehen und zu wirken, denn beim Auftragen von präbiotischen Produkten nähren die enthaltenden Präbiotika die hauteigenen „guten“ Bakterien, die wiederum dann ihre hautstärkenden Aufgaben erledigen.

Am weitesten verbreitet: Inulin (aus z.B. der Chicorée-Wurzel)

Was sind Postbiotika?

Postbiotika sind quasi die „Abfallprodukte”, die übrig bleiben, wenn Probiotika (also lebende Mikroorganismen) durch einen Fermentationsprozess gehen. Diese haben feuchtigkeitsspendende, antioxidative und hautaufbauende Eigenschaften inne, die Entzündungen beruhigen und sogar Akne fördernde Bakterien zerstören sollen.

Der Haken, Haltbarkeit und wie bleiben Probiotika in der Hautpflege stabil?

Das klingt alles irgendwie zu schön, um wahr zu sein. Was viele Marken „versäumen“ zu erklären? 

Es ist sehr schwierig, lebende Mikroorganismen (Probiotika) in Kosmetik zu formulieren. Jedes Produkt muss vor dem Launch getestet werden, damit es sicher für die Konsument*innen ist. Lebende Mikroorganismen, die sich frei vermehren, fallen da schwer unter diese Kategorie. Vor allem, wenn das Produkt eine längere Haltbarkeit haben soll als z.B. Joghurt. Deswegen werden (natürliche und synthetische) Konservierungsstoffe hinzugefügt, damit ihr länger etwas von den Produkten habt, welche Bakterien abtöten.

Deswegen verwenden die bekanntesten Marken wie Aurelia Probiotic Skincare oder auch Gallinée Moleküle, die die Kommunikation der guten Bakterien nachahmen, um denselben Effekt zu erzielen.

Jetzt wird es etwas theoretisch: Die britische Marke Aurelia hat ein patentiertes „Probiotic Milk Peptide”, welches nicht-lebende Bakterien des Bifido Bacteria in der Form eines Proteins (Molekül, welches die Zellkommunikation unterstützt) verwendet und dies mit einem Milchpeptid kombiniert, um einen balancierten Säureschutzmantel der Haut zu gewährleisten.
Gallinée benutzt einen patentierten Komplex an Prä-, Pro- und Postbiotika für ihre Produkte – das ist meine liebste Kombo! Die Gründerin Dr. Marie Drago hat ihren Doktor zu ebendiesem Thema gemacht und forscht weiter in dem Gebiet – eine echte Herzensangelegenheit. Auch sie weiß, dass lebende Bakterien quasi unmöglich in Produkten stabil zu konservieren sind und benutzt nicht lebende Probiotika (Postbiotika), die mithilfe eines thermischen Prozesses deaktiviert wurden.

Die Wissenschaft hinter diesem „Trend“ schreitet kontinuierlich voran und erste kleine Studien zeigen, wie viel Potenzial der Lactobacillus Bakterienstamm bei Akne im Erwachsenenalter hat. Ich bin jedenfalls vor allem von Präbiotika restlos überzeugt.

Für wen sind diese Produkte geeignet? 

Für alle. Meiner Meinung nach sind Produkte, die Prä-, Pro- und Postbiotika enthalten besonders für all diejenigen geeignet, die reaktive Haut haben. Sprich, deren Haut schnell zu Rötungen oder Unreinheiten neigt oder schuppige Stellen aufweist – egal, welches Geschlecht. Denn jede Haut leidet (besonders im Herbst und Winter) unter übermäßiger Heizungsluft, klirrend kalten Windböen und dauerndem Schniefen ergo Reibung. Außerdem lege ich probiotische Hautpflege all jenen da draußen ans Herz, die es mit Säuren oder Retinol in letzter Zeit übertrieben haben.

Wie integriere ich Probiotika am besten in meine Hautpflege?

Als Einsteiger würde ich euch die M Picaut Probiotic Rich Creme als Nachtpflege empfehlen. So haben die „Biotika“ Zeit, über Nacht zu wirken und mit einer guten reichhaltigen Creme als Abschluss der Hautpflege-Routine macht man nichts verkehrt. Wer auf der Suche nach einem Serum für jeden Tag ist, was alles kann (Haut aufpolstern, nähren, beruhigen etc.), sollte einen Blick auf das Probiotic Lifting Serum von M Picaut werfen.

Ansonsten finde ich das Probiotic Concentrate von Aurelia Probiotic Skincare super für alle, die eh schon gerne Seren benutzen und das Skincare-Arsenal um den wunderbaren und hochwirksamen Wirkstoff-Komplex bereichern wollen: Eine wahre probiotische Bombe. Ich würde es zirka dreimal die Woche (morgens oder abends, wie ihr mögt) einbauen.

Beim Face Vinegar von Gallinée empfehle ich einen gemächlichen Einstieg: Es enthält nämlich auch Milchsäure (ein AHA), was sanft zur Haut ist und das Hautbild verfeinert (sprich Poren erscheinen kleiner also feiner). Nichtsdestotrotz ist es eine Säure. Wenn eure Haut vorher noch nie in Berührung mit dieser Produktgruppe gekommen ist, sollte man vorsichtig anfangen und sich steigern (von einmal die Woche bis täglich, wer möchte). Tatsächlich habe ich es eher tagsüber klassisch als Toner verwendet und bin damit sehr gut gefahren. Der Effekt auf meiner Haut hat mich schwer beeindruckt.

Alle Profis unter euch (und wenn der Geldbeutel es zulässt) gönnen sich die Prebiotic Emulsion von Orveda Skincare. Auf ihrer Website hat die Marke nun Minis ihrer Produkte gelauncht, die zwar immer noch nicht günstig sind, aber die Chance bieten, sich vor dem Investment von dem Effekt überzeugen zu lassen. Apropos „Effekt“: Probiotika vollbringen keine Wunder über Nacht. Gebt ihnen etwas Zeit (zwei Wochen Minimum, bestenfalls einen Monat), damit sie ihren Effekt in Gänze entfalten können. 

Sarahs Produktempfehlungen im Überblick:

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