Auf Nimmerwiedersehen, Plastik im Badezimmer!

In fünf einfachen Schritten zu Zero Waste in eurer Pflegeroutine

Und wieder einmal geht es um mein Lieblingsthema: Plastikvermeidung. Es mag vielleicht verrückt klingen, aber gerade im Bad ist es sehr einfach Plastik zu vermeiden. Ich glaube, dass sich viele Menschen erst gar keine Gedanken darum machen, da sie denken, dass ein plastikfreies Leben ganz anstrengend und umständlich sein muss. Ich beweise euch hier das Gegenteil und auf lange Sicht spart ihr sogar einiges an Geld. Na, wenn das nichts ist!

Zähneputzen

Beim Thema Zahnhygiene scheiden sich die Geister. Bambus-Zahnbürsten gibt es schon eine ganze Weile, aber ich kenne viele, denen das Gefühl von Holz im Mund zu spröde ist. Einen Versuch ist es dennoch allemal wert, immerhin verbrauchen wir in unserem Leben ungefähr 17 Kilo Zahnbürsten. Es gibt inzwischen auch eine Bandbreite an Marken, aus denen ihr wählen könnt. So zum Beispiel Hydrophil, Humble Brush (die es sogar bei dm gibt, für alle Faulen, die jetzt sagen, dass man solche Zahnbürsten ja nicht überall bekommt) und Baumfrei. Natürlich könnt ihr einfach noch ein bisschen googeln und ausprobieren. Die Zahnbürsten sind teurer, als gängige Plastikmodelle, ja. Aber da ihr mit meinen weiteren Tipps noch einiges an Geld sparen werdet, ist der höhere Preis zu verkraften.

Abschminken

Wir alle besitzen diese weichen, weißen Wattepads, die es praktischerweise für wenig Geld in Hunderter-Rollen zu kaufen gibt. Sie werden aus Baumwolle hergestellt. Baumwolle verbraucht im Anbau schrecklich viel Wasser und die Pflanzen werden im Zweifelsfall auch mit Chemikalien behandelt – man will ja schließlich kein Unkraut mit abernten. Bei einem voll geschminkten Gesicht verbraucht man gut und gerne fünf Wattepads an einem Abend. Morgens kommt noch die Reinigung mit einem Toner dazu und ab und zu muss auch der Nagellack erneuert werden. Die Hunderterpackung war bei mir immer schnell leer. Doch es gibt eine tolle nachhaltige, müllfreie und günstige Alternative: Abschminktücher aus Stoff. Die gibt es inzwischen von vielen Anbietern, ich finde die von Subvoyage Shop besonders hübsch, aber wer googelt, beziehungsweise Ecosia nutzt, findet schnell weitere Varianten. Wenn ihr die Tücher nach dem Abschminken direkt mit warmem Wasser ausspült, könnt ihr sie durchaus zwei Tage nacheinander verwenden. Ich falte meine immer, da sie größer sind, als herkömmliche Pads und benutze somit beide Seiten. Wer mag, kann auch ein altes Handtuch zerschneiden und je zwei Stofflagen aufeinander nähen. Der Vorteil dabei: die Form kann nach Lust und Laune gestaltet werden. Zugegeben: Für meine seltenen Nagellack-Entfernungs-Sitzungen habe ich noch kein Stoffpad genutzt. Vor allem aus Angst, dass die Farbe danach in der Waschmaschine nicht abgeht. Aber die drei Pads im Monat nehme ich in Kauf.

Duschen

Ich verrate euch einen simplen Trick: kauft einfach eine Körperseife! Ich bin großer Fan der Grete Manufaktur. Seifen, die in Deutschland gesiedet werden und herrlich nach Minze, Lavendel oder Zimt duften. Natürlich könnt ihr zu anderen Körperseifen aus der Drogerie oder dem Bioladen greifen, hier sind aber oft wieder Zusatzstoffe oder auch Palmöl enthalten, was nicht nötig ist. Und ja, ich weiß, Aesop und Weleda riechen ja sooo gut, aber ich verspreche euch, die nachhaltigen Körperseifen duften mindestens genauso herrlich.

Haarewaschen

Ich hätte Shampoo und Duschgel unter eine Kategorie nehmen können, aber dafür ist unser aller Haar doch zu verschieden und mitunter störrisch. Also: es gibt feste Shampoos, sogenannte Shampoo Bars und Haarseifen. Shampoo Bars sind seifenähnliche Stücke, die mit ein bisschen Wasser aufgeschäumt und übers Haar gestrichen werden. Haarseifen wirken durch Fett und Lauge, die sich miteinander verseifen. Die Haare sollten nach der Wäsche noch einmal extra mit einer Spülung aus Apfelessig und Wasser nachgespült werden, da sonst Seifenreste hängenbleiben können. Ich habe es lange mit Haarseifen probiert, aber die sogenannte saure Rinse aus Apfelessig roch auf meinem feuchten Haar so unangenehm, dass ich es schließlich aufgegeben habe. Zwar verfliegt der Geruch, sobald die Haare getrocknet sind, aber wer will schon riechen wie ein Berliner U-Bahnhof am Sonntagmorgen? Mein Holy Grail: festes Shampoo. Auch hier gibt es Unmengen an Anbietern, aber Vorsicht: Nicht überall wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Einige der festen Shampoos beinhalten genauso aggressive Chemikalien, wie Shampoo aus der Plastikflasche. Ich würde zu Naturkosmetikmarken raten. Wie immer gibt es unterschiedliche Sorten für unterschiedliche Haartypen. „Ausprobieren“ lautet also das Credo. Ich bin am zufriedensten mit Shampoo Bit.

Rasieren

Ich habe ewig Einwegrasierer gekauft. Meistens im Sechserpack von einer Billigmarke für sechs oder sieben Euro. Inzwischen habe ich aber eine günstige und gute Alternative gefunden: den Rasierhobel – manche kennen ihn vielleicht noch aus Vaters oder Großvaters Bad. Ein silberner Rasierer aus Edelstahl, in den man eine feine Rasierklinge einlegt. Der Hobel ist eine einmalige, etwas kostspieligere Anschaffung, wie vieles, wenn man auf plastikfrei umstellt. Dafür muss man es nie wieder nachkaufen, da die Produkte im Zweifel ein Leben lang halten. Der Rasierer kostet zwischen 30 und 40 Euro. Wer faul ist, guckt bei Amazon, wer ein Barbiergeschäft um die Ecke hat, bitte auch gerne dort, das stärkt den Einzelhandel! Die Klingen kommen, wie viele scharfe, qualitativ hochwertige Schneidegeräte, aus Solingen. Sie werden im Hunderterpack verkauft und kosten ungefähr 13 Euro. Ich wechsle die Klinge ungefähr alle zwei bis drei Monate.

Nun sagen einige, dass der Rasierhobel nicht leicht zu handhaben ist. Man schneide sich zu oft, vor allem, wenn man es mal eilig hat. Zugegeben, zu einer schnellen Trockenrasur für die Beinstoppeln im Sommer ist er nicht geeignet, er sollte immer nass verwendet werden. Auch der Druck muss angepasst werden, denn es handelt sich nicht um Sicherheitsklingen, wie bei modernen Rasierern. Mein Tipp: Lieber erst mal weniger Druck verwenden und das Resultat betrachten. Achtsames Rasieren, sozusagen. Und wenn man den Dreh raus hat, ist die Rasur zehnmal besser, als die von Drogerierasierern. Solltet ihr wirklich gar nicht mit ihm zurechtkommen, lässt er sich immer noch weiterverkaufen, beinah ohne Wertverlust.

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