Step by Step zu Zero Waste in der Küche

Das Tolle an diesem Artikel? Selbst wenn ihr nur einige dieser Ideen umsetzt, lebt ihr schon viel nachhaltiger

Ich arbeite seit einiger Zeit an meiner nachhaltigen Selbstoptimierung. Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Doch wenn es um das Thema Müllvermeidung im Alltag geht, kann ich inzwischen feststellen, dass ich hier auf einem guten Weg bin. Ich recherchiere viel und lese in nachhaltigen Blogs nach Informationen. Denn Alternativen zum Status Quo zu kennen, ist das eine. Bevor man erfolgreich anfangen kann, muss man das eigene Verhalten jedoch erst analysieren und die Schwachstellen im eigenen System finden.

Noch vor einigen Jahren dachte ich etwa, dass es total umweltfreundlich ist, zu den Papier- statt den Plastiktüten im Supermarkt zu greifen. Mag sein, aber, ihr ahnt, was nun kommt: Eine eigene Tragetasche mitzubringen ist natürlich noch besser. Ich könnte an dieser Stelle noch zahlreiche Beispiele nennen, möchte aber keine Inhalte dieses Artikels vorwegnehmen, denn: Heute dreht sich hier alles darum, wie ihr ohne viel Aufwand Müll und Plastik in der Küche und beim Einkaufen einspart und teilweise sogar komplett aus dem Alltag verbannt.

Wie das im Badezimmer und beim Putzen ganz hervorragend funktioniert, hat euch Ragnhild bereits verraten. Da sie sich aber in den wohlverdienten Mutterurlaub verabschiedet hat, trete ich in ihre kleinen CO2-Fußabdrücke und führe die Mission von Zero Waste auf Beige weiter, heieiei! Ich hoffe, ich vertrete sie gebührend!

Zero Waste tut der Seele gut, ist gesünder und spart Geld

Meine beiden Lieblingsargumente für ein Leben mit weniger Abfall lauten: Gesundheit und Geldersparnis. Es ist ein Fakt, dass wir gerade die Mikroplastik in unserem Alltag früher oder später wieder aufnehmen. Natürlich nur in homöopathischen Dosen, aber der stete Tropfen und so ... Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass nachhaltige Alternativen in der Anschaffung zwar auf den ersten Blick etwas mehr kosten. Rechnet man diese Kosten aber einmal gegen die Lebensdauer dieser Artikel, kommt man im Endeffekt preiswerter weg als mit Wegwerf- und Fertigprodukten – und fühlt sich einfach besser. Wir haben es hier also mit einer klassischen Win-win-Situation zu tun!

Ich möchte hier weiß Gott nicht die Moralkeule schwingen, noch mit erhobenen Zeigefinger euer Konsumverhalten hinterfragen. Ich bin alles andere als Zero Waste oder durch und durch nachhaltig. Es ist ein Prozess. Wir alle müssen um die Alternativen wissen und dann Wege finden, sie in unseren individuellen Alltag zu integrieren. Ich hinterfrage mein Verhalten täglich, informiere und optimiere mich entsprechend und möchte euch gerne an meinen Erkenntnissen und Erfahrungen teilhaben lassen. Fehler gibt es nicht, denn es gibt nicht den einen Weg. So, genug geschwafelt!

Ich freue mich, wenn ihr mit diesem Artikel nicht nur einiges an Input mitnehmen könnt, sondern die Liste in den Kommentaren mit nützlichen und neuen Tipps ergänzt!

„Brauchst du noch was vom Supermaaaarkt?“ – Nachhaltig einkaufen

Die nachhaltigste und zero wastigste Art einzukaufen sind sicherlich Unverpackt-Supermärkte. Hier warten fast alle Produkte ohne Verpackung auf eure Einmachgläser und Metalldosen. Wenn ihr keinen Unverpackt-Laden in der Nähe habt, könnt ihr trotzdem nachhaltig einkaufen! Auf dem Wochenmarkt oder nehmt, wenn es der Supermarkt sein soll, bei jedem Einkauf genügend Beutel mit. Obst und Gemüse kaufe ich ausschließlich ohne Plastikumverpackung. Für empfindliches Obst eignet sich ein Netz. Ich bekomme immer noch täglich eine Krise, wenn die Leute vor mir an der Kasse jeden Apfel einzeln in einer Plastiktüte verstaut haben. Warum?

Verzichtet auf abgepackte Fertiggerichte und kocht lieber selbst. Das ist nicht nur gesünder, sondern auch billiger. Schaut außerdem, woher das Obst und Gemüse stammt und greift zu regionaler Ware. Ich habe mir eine saisonale Ernährung angewöhnt und vermisse nichts. Um günstiges Gemüse aus Spanien mache ich einen Bogen, da ich die Arbeitsbedingungen, unter denen diese Angebote zustande kommen, nicht unterstützen möchte. Käse- und Wurstartikel könnt ihr an der Theke anstatt abgepackt kaufen. Auch immer schön für einen kleinen Schnack. Und wenn ihr einmal keinen Beutel dabei habt, so be it. Nutzt die gekaufte Tüte dann wenigstens weiter.

Fazit: Mit jeder Kaufentscheidung zwingt ihr die „Großen“ zum Handeln (siehe die Plastikfolien bei den Gurken). Apps wie „Code Check“ informieren genau über Inhaltsstoffe und Umweltverantwortung von Produkten. Einkaufszettel bewahren davor, zu viel und kopflos zu kaufen. Eine tolle Lösung: Biokisten aus dem Umland! Hier findet ihr eine Liste aller Unverpackt-Supermärkte in Deutschland.

Angebrochen und halb aufgegessen: So bewahrt ihr Essen lange auf

Beim Thema (Essens-)Aufbewahrung bin ich inzwischen zu einer echten Tuppermama mutiert. Aber nicht nur das! Nach längerem Suchen habe ich auch endlich die für mich perfekten Alternativen zu Alu- und Frischhaltefolie gefunden. Die Aluminium-Variante ist schon vor zwei Jahren bei mir rausgeflogen und kommt mir seitdem auch nicht mehr ans Essen. Wer einmal gesehen hat, wie sie hergestellt wird weiß, warum. Eigentlich leisten Frischhaltedosen (ich bevorzuge Varianten aus Glas und Metall) in fast allen Fällen gute Dienste. Es gibt aber Lebensmittel, bei denen es etwas flexibler zugehen muss, wie etwa angeschnittene Gurken, angebrochener Tofu oder auch gewaschener Salat.

Die Lösungen heißen hier Schüsselhaube und Bienenwachstuch. Flexible Abdeckungen aus Baumwolle und natürlichem Bienenwachs, die mehrere Monate benutzt und sogar selbst gemacht werden können. Kleiner Bummer in Sachen Bienenwachs für alle Fleischliebhaber: für Fleisch und Fisch sind die Tücher leider aus Hygienegründen nicht geeignet. Aber ihr könnt ja jederzeit auf Glasbehälter zurückgreifen!

Fazit: Wiederverwendbare Alternativen zu Frischhalte- und Alufolien eignen sich nicht nur für die Aufbewahrung im Kühlschrank. Ihr könnt auch Brottüten aus Papier und Plastik durch Tücher aus Bienenwachs oder Tupperdosen ersetzen. Das ist umweltfreundlicher und definitiv günstiger!

Der Deutschen liebstes Genussmittel: Kaffee

Ohne Kaffee komme ich morgens nicht in die Gänge. Ich brauche mindestens eine Tasse, um auf Betriebstemperatur zu kommen und ich schätze mal, dass ich damit nicht alleine bin. Für mich heute unvorstellbar habe ich damals tatsächlich eine Senseo besessen. Der Kaffee hat nicht nur unglaublich mies geschmeckt, die kleinen Pads haben auch unnötig viel Müll produziert. Noch schlimmer sind sogenannte Kaffeekapseln aus Aluminium. Warum, das brauche ich an dieser Stelle nicht ein weiteres Mal zu erklären.

Alternativen, die ebenso bequem und schnell sind, wie Pad- oder Kapselkaffee gibt es zuhauf! Wem das Geld für einen Vollautomaten fehlt, der kann mit einer French Press oder einer Bialetti super leckeren und geschmacksintensiven Kaffee zaubern. Ich stelle meine Bialetti (Achtung, nicht die Modelle aus Aluminium kaufen!) einfach vor dem Duschen auf den Herd und habe, wenn ich frisch duftend aus dem Bad schwebe, meinen Kaffee parat und die Wartezeit morgens sinnvoll genutzt. Freund*innen des Filterkaffees sparen sich mit einer Karaffe mit Dauerfilter das Geld für und den Müll von Kaffeefiltern aus Papier. Und wenn ihr absolut nicht auf eure Kapselmaschine verzichtet möchtet, gibt es inzwischen sogar hierfür nachhaltige Alternativen: wiederverwendbare Kapseln aus Edelstahl!

Fazit: Gerade beim Kaffee gehen Nachhaltigkeit und Qualität Hand in Hand, da die umweltschonenden Alternativen auch mehr Trinkgenuss mit sich bringen. Doch damit nicht genug, denn ständiges Nachkaufen wird hier ebenfalls obsolet, wodurch ihr erhebliches Geld spart. Das könnt ihr ja dann wieder in fair angebauten Bio-Kaffee reinvestieren, hm?

Der Deutschen zweitliebstes Genussmittel: Tee

Auch als eingefleischte Teetrinker*innen könnt ihr gleichzeitig Abfall vermeiden und spart Geld, das ihr in wiederum besseren Tee reinvestieren könnt. Ähnlich wie beim Kaffee, könnt ihr euren Tee einfach mit einem Teesieb, Tee-Ei, in einer Kanne mit integriertem Filter oder einem Tee-Sack zubereiten (das Teil, das aussieht wie eine alte Socke). Der Zeitaufwand gegenüber der Nutzung von Fertigtee in Beuteln ist wirklich nicht erwähnenswert und es ist egal, ob ihr euch eine riesige Kanne oder nur ein Tässchen zubereiten möchtet.

Den Tee könnt ihr, statt abgepackt und vorportioniert, einfach im Reformhaus, auf dem Markt oder auch im Supermarkt lose kaufen und habt gleichzeitig auch Kontrolle über die Intensität. Dass frischer Tee außerdem viel besser schmeckt, davon muss ich euch sicherlich nicht überzeugen.

Fazit: Tee ist ein so traditionelles Getränk, dass nachhaltiger Genuss hier super easy funktioniert, ohne dabei großartig an Komfort einzubüßen. Einen Pluspunkt gibt es für das schöne Ritual-Gefühl, das mit der Zubereitung von losem Tee, Teesieb und Stövchen einhergeht.

Gluck, gluck, gluck – Alles rund ums Wasser

Unser Leitungswasser gehört zu den am besten und strengsten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland. Die Qualität lässt eigentlich keine Wünsche offen und – was viele noch immer nicht wissen – unser Leitungswasser ist sogar sicherer und reicher an Mineralien als abgefüllte Produkte. Egal, ob das Mineralwasser nun aus der Plastik- oder der Glasflasche kommt: Was die Nährstoffe und potenziellen Schadstoffe angeht, kann niemand es mit einem Glas Kraneberger aufnehmen.

Wenn ihr trotzdem nicht auf eure Wasserfilter verzichten möchtet, gibt es eine nachhaltige Alternative zum Kartusche-Filter aus Plastik: reine Aktivkohle. Der Unterschied? Im Gegensatz zum Tischfilter filtert die Aktivkohle das Wasser direkt. Ab damit in die Karaffe, fertig. Wichtig ist, dass ihr das Kohlestück regelmäßig auskocht und das Wasser nicht allzu lange stehen lasst (Keimgefahr!). Nach etwa ein bis zwei Stunden ist euer Wasser gefiltert. Nach ca. sechs Monaten ist der Filter erschöpft und kann z.B. als Dünger für Hauspflanzen seinen Lebensabend nützlich verbringen. Kartusche-Filter sind übrigens oftmals das Gegenteil von gesund. Da es so schwer nachzuvollziehen ist, wann der Filter erschöpft ist, kann es zu einem Durchbruch kommen und ihr nehmt die zuvor gefilterten Schadstoffe wieder zu euch, ohne es zu merken.

Auf der Homepage des Umweltbundesamts findet ihr weitere Informationen rund um unser Leitungswasser.

Fazit: Unser Leitungswasser ist so, wie es ist, perfekt. Auch Mineralwasser reicht nicht an die Qualität unseres Leitungswassers heran. Wer gerne Sprudel trinkt, sollte der Umwelt und Gesundheit zuliebe zu Glasflaschen greifen oder sich einen Wassersprudler mit Glaskaraffen besorgen. Ist auch angenehmer für den Rücken.

Hygiene und Müllentsorgung – auch das geht nachhaltiger!

Keine Angst, ihr müsst jetzt nicht anfangen in eurer kleinen WG-Küche zu kompostieren. Aber auch was den Hausmüll angeht, kann es immer noch nachhaltiger gehen. Auf die korrekte Mülltrennung zu achten ist natürlich der erste Schritt und dieses Verhalten nehmen wir Deutschen ja quasi mit der Muttermilch auf (um hier mal ein Klischee zu bedienen). Statt die Plastiktüten auf der Rolle zu kaufen, greift das nächste Mal doch zu den biologisch abbaubaren Tüten. Die sind meistens etwas teurer, aber ihr werft damit nicht jedes Mal einen Teil eures Gewissens mit in die Tonne.

Tatsächlich habe ich mich zum Thema Kompostieren schlau gemacht. Es ist möglich Essensreste mithilfe von Würmern zu Hause zu kompostieren. Allerdings ist das für meinen Alltag schon derartig viel Next-Level-Shit, dass ich es erst mal auf die lange Bank geschoben habe. Wenn ihr gerne mehr wissen möchtet, schaut doch mal hier vorbei.

Fazit: Weniger Abfall ist natürlich noch weit entfernt von kein Abfall. Aber auch, wenn doch mal der abgepackte Salatkopf, Dosenbier und Fertigporridge im Einkaufswagen landen, ist korrektes Trennen und der Griff zu biologisch abbaubaren Mülltüten besser, als alles zusammen in einer großen Plastiktüte in irgendeinem Müllcontainer zu versenken.

Kleinvieh macht auch Mist – Wo ihr ansonsten noch Hand anlegen könnt

Neben den bisher genannten Möglichkeiten, gibt es weitere unzählige Wege, um der Umwelt im Alltag nicht täglich mehrfach gegen das Schienbein zu treten.

Gewürze

Anstatt Fertiggewürze in der Plastikmühle zu kaufen, kauft euch lieber wieder befüllbare Exemplare (gibt's auch in mega hip!) und holt Pfefferkörner, Salz usw. abgefüllt im Reformhaus oder Biosupermarkt.

Backpapier

Eine Alternative zu Backpapier ist schon etwas schwerer zu finden. Dauerbackmatten können gesundheitsschädlich sein, wenn sie zu heiß werden und die Entsorgung ist ebenfalls problematisch. Am besten eignet sich ungebleichtes und kompostierbares Backpapier.

Haushalten

Schreibt euch vor jedem Supermarktgang einen Einkaufszettel und plant die Woche so gut es geht vor. Etwas, was ich zum Beispiel absolut gar nicht hinbekomme. Working on it!

No Plastic, please!

Greift im Supermarkt zu dem Obst und Gemüse, das nicht noch zig mal mit Plastik umwickelt ist. Holt euch eine wieder befüllbare Eiswürfelform aus Edelstahl anstatt der Plastiktüten zum Auffüllen. Nutzt auch Pfannenwender, Schäler oder Rührschüsseln aus Edelstahl und Reinigungsutensilien aus Holz, statt aus Plastik.

Kauft saisonal und regional

Wenigstens so gut es geht. Reduziert euren Avocado-Konsum und schaut vor allem danach, wo euer Gemüse und Obst herkommt und unter welchen Bedingungen es ggf. den Weg in die Auslage gefunden hat. Mir hat eine Doku, ähnlicher dieser hier, die Augen geöffnet und mir kommt nur noch Ware aus der Region in den Korb.

Verzichtet auf Küchenkrepp

Ganz ehrlich: hierzu braucht es nicht mal einen Ersatz. Ich lebe seit bestimmt fünf Jahren ganz fantastisch ohne das Extrapapier in der Küche. Geht doch mal was daneben, wird ein Handtuch eingesetzt oder ich teile meinem Toilettenpapier eine neue Aufgabe zu. Glaubt mir, ihr werdet es nicht vermissen und erst wenn es weg ist merken, wie oft ihr das Küchenpapier benutzt, obwohl es gar nicht nötig ist.

Und ihr, wie spart ihr Müll in der Küche und beim Einkaufen ein? Habt ihr noch weitere Tipps und Tricks, die ihr mit uns in den Kommentaren teilen möchtet? Ich will es wissen und freue mich auf Input!

Hier könnt ihr die Zero-Waste-Helfer für die Küche kaufen:

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