Beige News 03 / 03

Von Kinderlosigkeit für die Umwelt und politischen Skandalen in Modehäusern

Hallo, ich bin's nochmal. Ja, eigentlich wären das hier die News von Lisa gewesen, schließlich wechseln wir uns hier ganz diplomatisch ab, aber sie macht gerade Israel unsicher. Deswegen habe ich nochmal übernommen und mich ziemlich doll darüber gefreut, denn diese Woche war wirklich so einiges los, wovon ich euch unbedingt erzählen will!

Während meine letzten News noch stark von dem International Women's Day dominiert wurden, gibt es diese News wieder mehr Gleichgewicht zwischen Mann, Frau und allen anderen. Denn neben sehr viel neuer Mode für Mütter und Kinder, erschüttert ein Buch und seine extreme These diese Woche die Medienwelt, wird ein Modedesigner für seine Hommage an eine Popikone gerügt und eine Porzellanpuppe für ihr T-Shirt gefeiert. Klingt verrückt? Dann lest mal weiter, da wartet noch soooo viel mehr auf euch.

Unterstützenswert: Kora Mikino

Von Menstruations Panties habt ihr bestimmt schon einmal gehört, ich kenne das Prinzip von Thinx aus den USA. Selbst getestet habe ich die Höschen aber noch nicht. So funktionierts: Die Slips sind Binde und Unterwäsche in einem. Mit ihrer 2-Layer-Technology nehmen sie bis zu 30ml Blut auf, was bis zu drei Tampons (!) entspricht. Oeko-Text zertifiziertes Silber hilft gegen geruchsbildende Bakterien. Nach dem Tragen werden sie einfach gewaschen. Kora Mikino, was auf Esperanto Freundin heißt, ist das Label von Julia Rittereiser. Sie stellt die oben genannte Technik zur Verfügung, um uns mit unserer Menstruation wieder bekannt zu machen, denn durch Tampons weiß die ein oder andere vielleicht gar nicht mehr, wie Blut riecht, es aussieht und wie viel da aus ihr herauskommt.

Klingt alles fantastisch gut, ihr hattet (so wie ich) eh keine Lust mehr auf Tampons und den ganzen Müll, der durch sie entsteht? Dann müsst ihr jetzt aktiv werden. Denn momentan kann man die Panties LEIDER noch nicht kaufen. Unterstützt doch die Kickstarter Kampagne hier, dann gibts ganz bald umweltschonende Höschen für alle!

Regt zum Nachdenken an: „Kinderfrei statt kinderlos“

Ich bin begeisterter Radiohörer. Okay, eigentlich mache ich das gezwungenermaßen, weil mein Auto so alt ist, dass ich von der Kupplung meines Handys an das Fahrzeug nur träumen kann. Neben den schönsten Oldies höre ich besonders gerne Interviews. Und vor ein paar Tagen kam ein Interview mit Verena Brunschweiger, die gerade das Buch „Kinderfrei statt kinderlos“ veröffentlicht hat. Ich selbst habe es noch nicht gelesen, aber die These, mit der die Autorin ihre bewusste Kinderlosigkeit erklärt, geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf: Umweltschutz. Denn jeder Mensch (mehr) trägt zur Zerstörung der Umwelt bei. (Ragni, was sagst du eigentlich als bald zweifache Mutter und unsere Nachhaltigkeitsexpertin zu diesem Thema?) Ja, unsere Erde ist überbevölkert. Ja, das ist ein Problem. Aber wenn man Brunschweigers These mal überspitzt, heißt das: Die Bevölkerung muss aussterben, um den Planeten zu retten.

Ist das so? Oder ist das nur der verzweifelte Versuch einer Frau sich für etwas zu rechtfertigen, was es nicht zu rechtfertigen gibt. Keiner muss Kinder kriegen. Keiner soll es. Jeder kann sich aber auch dafür entscheiden.

Noch mehr zu dem Thema gibt es bei den Janes zu lesen und Ragni, vielleicht teilst du deine Gedanken als Mutter ja auch mit uns...

In Belize den Sommer erahnen

Valeska Duetsch, die Gründerin des Labels Belize, kenne ich schon länger, schließlich habe ich sie vor über einem Jahr für Journelles interviewt. Damals war das Label noch ein echter Geheimtipp, mittlerweile ist es aus der Berliner Modebranche nicht mehr wegzudenken. Es mit einem anderen deutschen Label zu vergleichen, fällt mir extrem schwer, so meint man beim Berühren der zarten Baumwollstoffe das Salz des Meeres, die heiße Sonne und den Sand zwischen den Zehen zu fühlen. Für mich gehört Valeska nicht ins kalte Berlin, sondern ins lässige, nachhaltige Los Angeles.

Dass ihre Sommermode, das Steckenpferd des jungen Brands, oscarverdächtig (wir kommen hier aus Lalaland nicht mehr raus, ihr merkt?) ist, das müsste euch nach dem wundervoll natürlichem Lookbook klar sein. Ich jedenfalls träume beim Anblick davon, mit dem Fahrrad am Venice Beach entlang zu fahren im tiefroten L.A.Licht. Der (karierte) Stoff aus dem Träume sind.

„The Hills“ feiert sein Comeback

So ganz weiß ich nicht, ob man die Rückkehr der US-amerikanischen Serie „The Hills“ mit einem lachenden oder mit einem weinenden Auge sehen soll. Irgendwie löst die Serie in mir O.C. California Vibes aus, gleichzeitig musste ich beim Video der Vogue aber auch erschreckend feststellen, wie sehr sich mein Weltbild seit den zehn Jahren, in denen die Serie zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, verändert hat. Die Protagonistinnen sind gealtert, was an sich nicht schlimm wäre, würde man keine mehr aufgrund der krassen Schönheitsops mehr erkennen (Whitney Port hätte ich nie im Leben identifiziert) und auch das Weltbild, dass die Hollywood-Girls vertreten, ist ganz schön überholt. So antwortet Heidi Montag auf die Frage, was sie von mehr Diversität halte, mit: „Wieso? Wir haben doch alle unterschiedliche Haarfarben.“ Ähm, ok.

Trotzdem: Das Gefühl Retro-Clueless-Gefühl bleibt, ich werde sicherlich mal reinschauen, nur um dann fünf Minuten wutentbrannt das Laptop wieder zu zuklappen. Und ihr so?

Noch mehr Sommerträume: COS Swimwear

An dieser Stelle möchte ich gar nicht viel sagen. Außer: Das schwedische Label COS ist für mich schon seit Jahren mein persönlicher Favorit, wenn es um Swimwear geht. Auch dieses Jahr enttäuscht COS nicht und liefert das mit weilen schönste Swimwear-Lookbook, das ich seit langem gesehen habe. Farben, Schnitte, Ästhetik, alles genau meins und vielleicht ja auch euers.

GRLSWIRL x Atelier Doré

Ja, ich hatte die Phase: Ich wollte unbedingt skateboarden. Also stellte ich mich mit Anfang Zwanzig, bewaffnet mit Knie- und Ellenbogenschonern im Hinterhof meiner Eltern auf ein Board mit einem Ziel: Cool skaten zu können. Ich trainierte jedes Wochenende, aber die Angst siegte. Die dumme erwachsene Angst, hinzufallen und sich zu verletzen. Ich gab auf.

Beim Lesen von GRLSWRLs Interview auf Atelier Doré habe ich diesen Drang wieder gespürt. Aufs Bord zu steigen und einfach loszufahren. GRLSWRL ist ein Kollektiv aus Frauen in Venice Beach, L.A., die sich zusammengeschlossenen haben, um gemeinsam zu skaten: für mehr Inklusion und Diversität in der Skateszene. Sie geben Kurse, bringen anderen Frauen das Skaten bei und veranstalten Events, bei denen sie Geld für gemeinnützige Zwecke sammeln. Und sie werden immer größer: Bald gibt es Merchandise, einen Podcast und Video Tutorials! Yay, vielleicht traue ich mich ja doch nochmal, das Bord habe ich noch! Wer macht mit?

Mango launcht vergoldeten Modeschmuck

Nach jahrelanger Arbeit in einem der schönsten Schmuckläden Berlins, weiß ich genau, worauf es beim Kauf von (Mode-)Schmuck ankommt. Wie viel Karat muss die Vergoldung haben, wie reinigt man Schmuck, wie pflegt man ihn, damit er lange schön bleibt. Interessiert euch das vielleicht so sehr, dass ich dazu einen eigenen Artikel machen soll? Bei der neuen Modeschmuck-Linie von Mango war ich vom ersten Moment an begeistert: von den zeitlosen und zugleich zeitgeistigen Designs, der hohen Vergoldung von 24 Karat (das entspricht einer 999er-Vergoldung) und dem Preis. So sehr, dass der goldene Siegelring mit Malachit gleich in meinen Warenkorb wanderte und ich jetzt sehnsüchtig auf ihn warte. Aber auch die goldenen Kreolen, der grafische Siegelring oder die Kette können sich blicken lassen.

Weiterer Pluspunkt: Das Model. Mango zeigt mal wieder, dass sie in Sachen Diversität mitdenken – und fotografiert an einem Model im mittleren Alter mit wunderschönen Fältchen, die beweisen, dass Altern alles andere als Angst machen muss, sondern einem Eleganz und Grazie verleiht.

Der Michael Jackson Skandal

Foto via Vogue Runway

Falls ihr noch nichts von der Dokumentation „Leaving Neverland“ gehört habt, dann wird es jetzt höchste Zeit. In der zweiteiligen Dokumentation von Dan Reed geht es um Michael Jackson und zwei junge Männer, die in ihrer Kindheit von ihm sexuell missbraucht wurden und jetzt zum ersten Mal öffentlich ihre Geschichte erzählen. Neben Interviews mit den beiden Protagonisten, deren Familien und Ehefrauen, wird auch immer wieder Originalmaterial von Jackson eingeblendet, Liebesbekundungen, Zuwendungen, Geschenke, denen er den beiden Jungs gemacht hat. Der zweite Teil der Dokumentation widmet sich dann den Gerichtsverfahren, bei denen Jackson schon 1993 beschuldigt wurde, sich des sexuellen Missbrauchs an Kindern schuldig gemacht zu haben.

Auswirkungen hatte diese Doku viele, Oprah Winfrey lud die beiden Männer in ihre Show ein, Paris Jackson stand unter massiven Beobachtungen und äußerte sich zu den Vorwürfen an ihrem Vater und auch Virgil Abloh musste einiges einstecken.

Was der Modedesigner damit zu tun hat? Er präsentierte vor einigen Wochen seine Herbst Winter Kollektion 2019 für die Männer mit einer riesigen Hommage an den King of Pop. Weiße Lederhandschuhe, T-Shirts mit Print, glitzernde Bomberjacken – das alles wurde ihm wenige Wochen später zum Verhängnis.

„I am aware that, in light of this documentary, the show has caused emotional reactions. I strictly condemn any form of child abuse, violence or infringement against any human rights. My intention for this show was to refer to Michael Jackson as a pop culture artist. It referred only to his public life that we all know and to his legacy that has influenced a whole generation of artists and designers.”

Virgil Abloh

Auf Nachfrage gab Virgil Abloh an, nichts von der Dokumentation zu wissen, auch Louis Vuitton bestätigte dies in einem öffentlichen Statement. Trotzdem wurde eine Konsequenz aus dem Vorfall gezogen: Louis Vuitton wird keine Produkte aus der gezeigten Kollektion produzieren, die direkt Bezug auf Michael Jackson nehmen.

Nach dem Gucci Vorfall vor einigen Tagen ist das nun also das zweite High Fashion Label, das sich mit politischen Geschehnissen konfrontiert sieht. Vielleicht wird es Zeit für all diese Brands, sich endlich Diversity und politische Berater ins Boot zu holen, um solche Affronts in Zukunft zu vermeiden. Prada geht in diesem Fall mit gutem Beispiel voran und hat ein sogenanntes „Diversity Council“ mit Ava DuVernay einberufen.

Mutter und Kind, die Erste: Edited

Ein Grund zur Freude: Edited erweitert sein Sortiment um Kindermode für den Sommer. Kleine Leoparden-Badeanzüge, luftige Overalls und Bucket Hats machen es jetzt möglich, dass Mutter und Kind im Partnerlook herumlaufen. Auch wenn ich sonst kein Freund von Matchy-Matchy-Looks bin, so finde ich das Leooutfit so süß, dass ich es am liebsten selbst von Kopf bis Fuß tragen würde – und ein schönes Geschenk für werdende Mütter ist es allemal. Jetzt frage ich mich nur noch eines: Wieso werden Väter hier komplett ausgeschlossen? Liebes Edited-Team, wie wäre es denn mit einer Family-Kollektion?

Die hippste Porzellanfigur

Foto: Supreme

Eine Skurrilität, die ich euch nicht vorenthalten möchte? Das neue Merchandise Produkt von Supreme: eine Porzellanfigur. Spießiger geht es wohl nicht, aber sobald die kleine Putte ein weißes T-Shirt mit rotem Schriftzug trägt, wird sie auf einmal mega hip. Der Grund ist Supremes übliche Firmenphilosophie: künstliche Verknappung, die richtige Berichterstattung in Medien wie Hypebeast und Highsnobiety, ein wöchentlicher Kollektionsdrop in den elf weltweiten Shops und online und vor allem eine extreme Resell-Entwicklung. Denn was einmal ausverkauft ist, kommt nie wieder. 1200 Prozent Preissteigerung auf den Originalpreis? Nicht unüblich. Accessoires wie Ziegelsteine, Bustickets oder Boxsäcke gebrandet mit dem Redbox-Logo? Gehen weg wie warme Semmeln.

Eine große Überraschung ist es also nicht, dass jetzt wieder so ein verrücktes Supreme Produkt auf den Markt kommt, aber diesmal ist ein deutsches Traditionslabel involviert: Meissen. Die älteste Porzellanmanufaktur in Europa, 1710 gegründet, bemalt alles per Hand, die Figuren werden heute wie Kunstwerke gehandelt.

Die handbemalte Supreme-Figur soll um die 4.000 Dollar kosten und ist diese Woche im Drop der Marke gewesen. Schaadeeee, ihr habt sie nicht erwischt? Dann habe ich hier News, die euch hoffentlich trösten. Man munkelt, dass Supreme im August oder September 2019 einen neuen Laden in Berlin eröffnet. Das wäre dann der erste Store in Deutschland und neben Paris und London der dritte Store in Europa. Aber offiziell ist noch nichts!

Mutter und Kind, die Zweite: Ivy & Oak

Mit den letzten News für diese Woche wende ich mich nochmal an die Mütter oder solche, die es bald werden (wollen). Ivy & Oak gehört mittlerweile zu meinen festen Adressen, wenn es um faire, lokale Mode geht und jetzt punktet das Berliner Brand auch noch mit einer neuen Maternity-Linie. Das wichtigste neben einem schönen Design in den neun Monaten? Komfort. Das hat sich auch Caroline Gentz, die Gründerin von Ivy & Oak, auf die Kappe geschrieben und richtig mitgedacht. Kühlende Materialien für den heißen Sommer und Knöpfe, die einfaches Stillen möglich machen. Finde ich super!

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