Beige News 02 / 11

Diese Woche mit einer wirklich dicken Portion Neunziger!

Wenn unsere Beige News diese Woche nicht nostalgisch sind, na, dann weiß ich auch nicht. Es war so nicht geplant, aber über fast jeder Meldung schwebt heute ein leichter Vibe der Neunziger. Das fängt bei der offensichtlichen Referenz zu diesem Jahrzehnt bei Clarks Originals oder Jonah Hills Regie-Debüt an und zieht sich über Sommervorboten von Sandro bis ins giftige Gelb der Winterkollektion von COS. Neon und so, ihr erinnert euch vielleicht.

Trotz einer wirklich stressigen Woche saß ich also immer wieder verzückt vor meinen Emails. Besonders die Wiederauflage einer legendären Modekollektion hat mich extrem aus dem Häuschen gebracht. Bis ich gemerkt habe, dass ich mir ohnehin höchstens einen Schlüsselanhänger leisten werden kann. Aber so ist das in der Mode eben: Begehrlichkeiten weckt man schließlich nicht, indem man den Leuten die Ware hinterherwirft, nicht wahr?

Apropos Begehrlichkeiten: Können Hedi Slimanes Taschen-Kreationen ebenjene bei euch wecken? Eure Antwort erwarte ich zu Marktforschungszwecken bitte in der Kommentarspalte nach sorgfältigem Lesen dieses Artikels. OK, ciao!

Enter the Wu-Tang! Mit Clarks Originals

Vor 25 Jahren erschien das Debütalbum „Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“ des Wu-Tang Clan – und schrieb Musikgeschichte. Die Beats düster, die Lyrics ehrlich und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Die Posse aus New York legte die Latte kontinuierlich höher. Zum Hit-Portfolio gehören legendäre Tracks wie C.R.E.A.M., Protect Ya Neck (The Jump Off), Gravel Pit oder Da Mystery Of Chessboxin'. Ich habe Wu-Tang vor zwei Jahren live in Berlin gesehen und konnte somit einen dicken Haken auf meiner Bucket List machen.

Auch Clarks Originals erkennt Legenden auf den ersten Blick und bringt in Zusammenarbeit mit Wu Wear eine limitierte Linie des seinerseits ikonischen Wallabee heraus. Die Clarks Originals x Wu Wear Serie besteht aus drei Wildleder-Modellen in Gelb, Ahorn und Schwarz. Auf der linken Zunge ist der Slogan Enter the Wu-Tang auf der rechten 9 November 1993 eingeprägt. Das Wu-Tang-Logo findet sich an Ferse und Lasche wieder.

Die Kollektion für Herren und Damen (JA!) ist ab dem 23. November im Onlineshop und offline erhältlich.

Marc Jacobs' „Grunge Collection“ ist zurück!

Flannel-Hemden, Doc Martens und Blumenkleider: Die „Grunge Collection“ von Marc Jacobs für Perry Ellis kostete den Jungdesigner 1993 seinen Job – und schrieb Modegeschichte. Die Kollektion gilt als Indikator für die Symbiose von Musik und Mode und ist inzwischen Kult. Zum 25-jährigen Jubiläum nimmt Marc Jacobs die Highlights seiner Kult-Kollektion auf und präsentiert in der Redux Grunge-Collektion 1993/2018 Marc Jacobs 26 ausgewählte, von Kopf bis Fuß überarbeitete Looks. Diese beinhalten neben Konfektion auch Schuhe, Accessoires und Schmuck, alles gefertigt aus den ursprünglichen Drucken, Stoffen und Stickereien. Natürlich hat Marc Jacobs, wie auch damals, das Who-is-who der Mode-Branche für das neue Lookbook vor die Linse geholt:

Die Kollektion kann bereits im Onlineshop vorbestellt werden und ist ab 15. November in allen Flagshipstores und ausgesuchten Kaufhäusern erhältlich. Meine Gebete wurden erhört! Jetzt noch ein Lottogewinn und diese Teile wären mein:

Sandro ruft für 2019 die Rave-Nation aus

Heute schon an Morgen denken! Oder auch: Im Winter auf den Sommer schielen. Das fällt besonders leicht, schaut man sich das Lookbook für Spring/Summer 2019 von Sandro an. Im kommenden Frühjahr heißt es bei dem französischen Label: Hit the Road! Wir mixen die Ikonen unserer Jugend und kombinieren Bucket Hats zu boxigen Blazern, Strap-Dresses tragen wir über Anzughemden, Dad Sneaker zum Denim Allover-Look. Immer mit dabei? Ein kleines Halstuch und ein Hauch der Rave-Kultur der Neunzigerjahre.

Das nenne ich mal erfreuliche (Mode)Aussichten – doch ein wenig müssen wir uns noch gedulden. Diese Looks habe ich mir schon rot markiert:

Jonah Hill holt Larry Clarks „Kids“ an die West Coast

Mit seiner Rolle in Gus van Sants „Don’t Worry, weglaufen geht nicht“ hat Jonah Hill bewiesen, dass er mehr auf dem Kasten hat, als die Rolle des Spaßvogels in Hollywood-Komödien. Mit seinem Regie- und Drehbuch-Debüt legt der Schauspieler nun ordentlich nach. Das Coming-of-Age-Drama „MID90s“ handelt vom 13-jährigen Stevie, der im Los Angeles der Neunziger aufwächst und sich mit einer Gruppe Skateboarder anfreundet. Fasziniert von deren anarchistischen Verhalten, beginnt er selbst zu rebellieren. Klar, dass das schnell zu einer Menge Ärger führt.

Der Film wurde komplett mit einer Super 8-Kamera gedreht und wird, logisch, mit Larry Clarks Kultfilm „Kids“ von 1995 verglichen. Der Trailer sieht unheimlich vielversprechend aus. In Amerika ist der Film bereits angelaufen – wann und ob der Film in den deutschen Kinos laufen wird, ist leider noch nicht klar. Die Daumen sind gedrückt.

Den wirklich guten Soundtrack könnt ihr hier hören:

Celine und der erste Accessoire-Drop

Marie hat in ihrem Artikel über das neue Celine von Hedi Slimane bereits aufgezeigt, warum wir nicht nur negativ über die neue Designspitze des französischen Modehauses denken sollten. Einen Absatz der Review widmete sie den Taschen und Accessoires aus der Feder Slimanes, denn auch diese wurden mit gerümpfter Nase aufgenommen und mit den Modellen aus seiner Zeit bei Saint Laurent verglichen. Tatsächlich hat sich Hedi Slimane jedoch an den Klassikern des Hauses Celine orientiert und Elemente wie gestepptes Leder, grobe Kettengriffe und das C-Monogramm wieder in die Designs einfließen lassen. Nach Jahren von Philos wirklich stilvollen und an Understatement nicht zu überbietenden Dauerbestseller-Taschen musste das erst mal sacken.

Gestern sind die neuen Accessoires – neben besagten Taschen auch Schmuck und Sonnenbrillen – im Onlineshop gelandet. Neudeutsch heißt das jetzt „Drop“. Ladenhüter oder Bestseller? Wie lautet eure Prognose?

Betretet „The World of Hillier Bartley“ auf Matchesfashion

Unsere Begeisterung für die Taschen des britischen Luxuslabels Hillier Bartley konntet ihr bereits in unserem Tiny Bag-Shooting erahnen. Seit dem 5. November können Besucher*innen von 5 Carlos Place in London, dem Concept Store des Luxus-Onlineretailers Matchesfashion, in die Welt der beiden Designerinnen Katie Hillier und Luella Bartley eintauchen. Objekte, Produkte und Motive, die im Leben der Designerinnen eine wichtige Rolle spielen, sind neben den eigenen Taschen und der Mode der Brand liebevoll kuratiert und ausgestellt.

Gleichzeitig ist die Sommerkollektion 2019 von Hillier Bartley mit exklusiv für den britischen Online Store designten Teilen ab sofort auf Matchesfashion erhältlich. Es überrascht mich nicht, dass Katie und Luella mit ihren entwürfen wieder voll ins Schwarze treffen:

COS sieht den Winter im neuen Licht

Und das sollten wir auch. Ich bekomme jetzt schon eine Krise, wenn ich daran denke, dass dieser super frühe Sonnenuntergang mich noch mehrere Monate begleiten wird. Das Einzige, was hier Abhilfe schafft, ist positives Denken, nette Gesellschaft und Farben! Von denen hat COS im Winter nicht nur ausreichend in petto, nein, es wird auch richtig schön knallig.

Wenn die Sonne sich im Winter nicht so richtig blicken lassen möchte, helfen wir eben selbst nach. Ätsch.

Kommt die Modemesse L.O.C.K. nach Berlin?

Karl-Heinz Müller kann es nicht lassen. Der Gründer der Modemesse Bread & Butter, die lange als Zugpferd der Modewoche in Berlin galt, macht wieder mit einem neuen Messekonzept von sich reden – doch es ist ein einziges Hin und Her. Vergangene Woche kündete Müller an, mit L.O.C.K. (Labels of Kin) eine neue B2B-Modemesse in Berlin etablieren zu wollen, wobei sich L.O.C.K. an dem gleichnamigen Sektor der damaligen B&B orientieren und den Fokus auf unabhängige Labels richten wolle. Das alles solle schon zur Fashion Week im Januar stattfinden, der Hangar 7 im Tempelhofer Flughafen war auch schon angemietet.

„Unserer Branche fehlt insgesamt schlichtweg die Orientierung. {...} Begehrlichkeiten, bis auf wenige Ausnahmen, können nur noch schwierig geweckt werden.“

Karl-Heinz Müller

Ende vergangener Woche ruderte Müller dann zurück. Als Gründe gab er „bestehende Irritationen und zu große Unsicherheiten rund um unsere Anmietung des Hangar 7“ an. Allerdings ist das neue Konzept nur vorerst auf Eis gelegt; Müller machte deutlich, dass er eine Umsetzung der L.O.C.K. Messe für die Zukunft nicht ausschließe. Wir fragen uns indes, ob es noch eine neue Messe braucht, um die Modewoche in Berlin wieder international relevant zu machen und bleiben am Ball.

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