Der große Beige Sonnenschutz Guide Teil 1

Alles, was wir über Sonnenschutz und LSF wissen

von Sarah Khurshid

Sommer: Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein – sogar unter diesen Corona-lastigen Bedingungen mit Abstandsregeln und Gesichtsmasken wollen wir uns gern ein Leinen-Shirt überwerfen und Eis holen. Nur mal schnell die Sonnencreme aus dem Badschrank gefischt, die da schon seit letztem Sommer steht und losg ... Und genau da muss ich euch enttäuschen! Diese Creme mag euer Gesicht zwar eventuell pflegen (je nachdem, was sie für Inhaltsstoffe hat), aber ob sie euch vor UVA- und UVB-Strahlen wirklich schützt? Das ist nicht garantiert.

Und damit herzlich willkommen zu unserem großen Beige Sonnenschutz Guide. Hier werde ich euch über ein paar Fragezeichen und Mythen zum Thema Sonnenschutz aufklären und euch die ein oder andere Hilfestellung geben, wie ihr euch durch den Dschungel dieser Produktgruppe erfolgreich manövrieren könnt.

1. „Thou shalt use SPF all year long“ 

Was Marie schon in ihrem Artikel letztes Jahr erwähnt hat, will ich mit Highlighter-Stiften in allen Regenbogenfarben unterstreichen: Sonnenschutz benutzt ihr bitte das ganze Jahr über. „Vor allem, wenn …“ – Nein, immer! Jeden Tag. Auch im Winter! UVA- und UVB-Strahlen sind nämlich das ganze Jahr über „da“. Auch an schattigen Plätzchen können UV-Strahlen die Haut schädigen. 

Wieso dieser Guide ausgerechnet im Sommer rauskommt? Na, weil die meisten doch etwas Angst vor Verbrennungen und/oder Hautkrebs haben und man dann mehr Aufmerksamkeit auf das Thema lenken kann. Deswegen ist mein Gebot Nummer eins auch: Benutzt Lichtschutzfaktor jeden Tag, bitte. Ihr tut damit euch und eurer Haut einen riesigen Gefallen (Stichwort: Hyperpigmentation). Oh, und haben wir schon erwähnt, dass Sonnenschutz wirklich DAS beste Produkt für eine gesunde Haut ist?

2. Wie viel ist genug? 

Die Menge ist entscheidend. Fakt ist: Wir alle benutzen in den seltensten Fällen die empfohlene Menge an Sonnenschutz. Diese sind ca. 1,5g für Gesicht und Nacken (kleinere Abweichungen je nach Größe von beidem). Manche Gründe dafür: weißelnde Creme, zu speckige Creme, keine Zeit sie ordentlich und gleichmäßig aufzutragen. Das alles sind nachvollziehbare Ansichten, aber auch Ausreden, wenn wir ganz ehrlich sind. Sich einzucremen, ist nur ein kleiner Tribut dafür, die Haut vor DNA-Schäden und möglichen Hautkrebs zu schützen, welcher bewiesenermaßen durch UV-Strahlung entstehen kann. Euer gesamter Körper braucht noch viel mehr dieses Schutzschilds in cremiger Konsistenz: Ein Esslöffel pro Körperteil. Lasst euren Sonnenschutz 20 Minuten einziehen, bevor ihr rausgeht, damit er dann auch wirklich wirkt. 

Ein kleiner Exkurs: UVA und UVB Strahlung, what? UV-Ageing (Altern) und UV-Burning (Verbrennen). Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie hoch der Schutz vor UVB-Strahlung ist. Der UVA-Schutz wird durch den PPD (Persistent Pigment Darkening) angegeben. Wie der Name andeutet, ist dieser Schutz ausschlaggebend für langfristige Hautschäden, wie z.B. Hyperpigmentationen, denn die UVA-Strahlen sind die langwelligen Strahlen, die in die tiefsten Hautschichten vordringen und Unheil anrichten. Wie finden wir heraus, ob eine Creme ausreichend Schutz vor der UVA-Strahlung bietet? Die EU hat dafür natürlich ein Label: die Buchstaben UVA in einem Kreis. Dieser sagt aus, dass der PPD-Wert/UVA-Schutz mindestens ein Drittel des Lichtschutzfaktors beträgt. Bei einem Lichtschutzfaktor von 30 wäre das ein PPD-Wert von 10 was ca. 90 Prozent der UVA-Strahlen blockt. 

3. LSF20 + LSF15 = LSF15

Mathe war zwar nicht meins, aber eines weiß ich: Lichtschutzfaktoren können nicht addiert werden. Euer Primer mit LSF20 und die getönte Tagescreme mit LSF15 ergeben nicht LSF35. Tatsächlich habt ihr dann einen Lichtschutzfaktor von 15 auf der Haut, da ihr diesen zuletzt aufgetragen habt. 

4. Nachcremen

Idealerweise solltet ihr euren Sonnenschutz alle zwei Stunden auffrischen, um den Lichtschutzfaktor zu gewährleisten. Denn der Sonnenschutz lässt nach, je mehr er der Sonne ausgesetzt ist. Ins Gesicht fassen, ins Taschentuch schniefen, abtupfen – all das schwächt natürlich auch die Wirksamkeit eurer Filter. Wenn man am Strand oder See badet, müsst ihr euch gleich wieder eincremen, wenn ihr aus dem Wasser hüpft, denn kein Sonnenschutz ist „wasser-resistent“ (Marketing). Wenn ihr darauf wenig Lust habt, greift zu Sonnenhut, Cap, riesige Sonnenbrillen oder langärmlige, luftige Hosen und Hemden, um eure Haut zu schützen. #linenlove

5. Die Haltbarkeit

Hand aufs Herz: wie viele von euch lagern eure Produkte in einem kühlen, sonnengeschützten Ort? Egal, welche Filter ihr benutzt, sie können schlecht werden und über die Zeit auch ihre Wirksamkeit einbüßen. Wenn die Creme schlecht wird (Geruch, Konsistenz hat sich verändert; Inhaltsstoffe trennen sich), würde ich sie entsorgen, da sie sich eh nicht gut auftragen lässt.

6. Vitamin-D-Defizit

Ja, Sonnenschutz-Mittel verhindern, dass ihr ausreichend Vitamin D über eure Haut aufnehmen könnt. Bevor ihr euch aber jetzt eine Packung Vitamin-D-Kapseln kauft, solltet ihr checken lassen, wie es um euer Vitamin-D-Level im Körper überhaupt steht. Ansonsten könntet ihr z.B. den morgendlichen Kaffee einfach in der Sonne genießen (womit ihr trotzdem mögliche Hautschäden riskiert) #lebenamlimit. Wahrscheinlicher ist es allerdings, dass ihr nicht 100 Prozent gewissenhaft mit eurem Sonnenschutz seid und euer Körper eh genug Vitamin D produziert. Um sich ganz sicher zu sein, macht beim Arzt ein großes Blutbild und schaut einfach nach euren Werten und supplementiert, wenn notwendig. 

7. Der Mythos der gesunden Bräune

Glowy Bronzed Skin – damit werben viele Produkte und dieser Look ist ein allseits geliebtes Beauty-Ideal. Jedoch ist gebräunte Haut nur eins: Geschädigte Haut, da die Zellen vor lauter Stress Melanin produzieren, um sich zu schützen, ergo gibt es keine „gesunde“ Bräune außer den „fake“ tan = sunless tan. Da ich früher NIE braun wurde (Thanks, dad-genes!) habe ich auf Body Lotions mit Farbe zurückgegriffen beziehungsweise danebengegriffen, denn meine Kleidung, Handtücher und eigentlich alles wurde braun, nur nicht meine Beine. Die Beauty-Welt hat sich seit der Bebe-Young-Care-Körpermilch mit Bräunungseffekt erheblich weiterentwickelt: Meine Favoriten sind die Isle of Paradise Self-Tanning Drops für das Gesicht (Gründer Jules ist ein Body Positivity-Vorbild) oder das Eco By Sonya Cacao Tanning Mousse. Sehr viel Gutes habe ich schon von Tan-Luxe gehört (interessiert an einem Erfahrungsbericht?). Das allerbeste Ergebnis meines Lebens hatte ich jedoch beim Spray-Tan: Ich war bei Franzi von Healthyglow (Lisa ist auch Fan!). Anfangs war ich maximal skeptisch, aber das Ergebnis war einfach nur schön, gleichmäßig und ist streifenfrei wieder verblasst. Würde ich jederzeit wieder machen.

Falls ihr Fragen dazu habt, schießt los! Das waren vorerst ein paar Denkanstöße für euch. Weitere Punkte folgen dann in Kürze. Bis dahin: Ciao, Kakao und immer schön eincremen, bitte!

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  • Fotos
    Sarah Khurshid, Unsplash

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