Der große Beige Sonnenschutz Guide Teil 2

Noch mehr W-Fragen des Sonnenschutz ABCs beantwortet!

von Sarah Khurshid

Sonnenschutz ist doch ein kniffligeres Thema als viele denken mögen: Welche Unterschiede gibt es bei den Filtern? Muss man etwas bei der Pflege beachten? Antworten, Aha-Momente und einen Ohrwurm gibt es im zweiten Teil unseres Sonnenschutz-Guides. Den ersten Teil findet ihr hier!

Wenn man einmal anfängt sich zum Thema „Sonnenschutz“ zu informieren, fühlt man sich, als ob man die Büchse der Pandora geöffnet hat. Mehrmals schon habe ich gelesen, dass es zu keinem Thema mehr medizinische Studien gibt wie zu diesem. Kein Wunder, dass Sonnenschutz die Gemüter erhitzt. Trotzdem kann ich nicht von Hautpflege groß palavern, ohne wenigstens einige Erkenntnisse an euch weiterzugeben. Deswegen steigen wir gleich mit dem am meisten diskutierten Thema ein: den Filtern

8. Chemische vs. physikalische Filter

Wie wirken chemische und physikalische Filter? Ich dachte immer ich wüsste, dass der eine (chemische) Filter in der Haut umgewandelt und als Hitze an die Umgebungsluft abgegeben wird. Während der andere (physikalische) Filter wie kleine Spiegel funktioniert und die Sonnenstrahlen reflektiert. Bei meiner Recherche habe ich jedoch viele Statements von Dermatologen und Experten der Industrie gelesen und einige sagen, dass beide gleich wirken, was heißt: Beide Filter werden von der Haut aufgenommen und in Hitze umgewandelt an die Luft abgegeben. Physikalische Filter sollen dies nur zu 95 % tun und 5 % reflektieren. Was stimmt jetzt? Das müsste ich eine*n Dermatolog*in fragen, der die neuesten Studien kennt UND von keiner Firma gesponsert wird. Was ich jedoch herausgefunden habe, ist, dass die Fronten verhärtet sind. Die einen sagen, chemische Filter seien grundsätzlich „schlecht“, krebserregend und/oder hormonell wirksam.

Was tatsächlich Studien belegen, ist, dass einige vor allem „altmodische“ chemische Filter wie z. B. Octybenzone, Avobenzone etc. in die Blutlaufbahn gelangen können, aber ob diese „toxisch“ wirken…? Das muss noch weiter erforscht werden. Die anderen sagen physikalische Filter sind zäh, können sich schlecht auftragen ergo ein voll umfassender Schutz sei praktisch nicht möglich. Außerdem hinterlassen physikalische Filter einen weißen Film auf der Haut (partly true), wohingegen chemische Filter komplett transparent werden (nice!). Dafür seien chemische Filter instabil etc. pp. 

Das ist mir schon wieder alles zu viel Drama. Ich bin skeptisch, ob ich über meine Haut jemals so viel „chemische“ Filter aufnehmen könnte, sodass es wirklich große Auswirkungen auf mein Hormon-System nehmen könnte. Schlimmer sind da auf jeden Fall manche Lebensmittel. 

Im Endeffekt zählt nur eins: Ihr macht nichts verkehrt, wenn ihr euch vor möglichem Hautkrebs schützt. Ich selbst bin mit dem Duo aus Titaniumdioxid und Zinkoxid (physikalische Filter) echt happy. Die meisten natürlichen Sonnenschutzmittel verwenden diese. Die einzige Sorge? Mikroplastik. Deswegen achtet darauf, dass ihr die Non-Nano-Oxide dieser Filter kauft, denn diese sollen laut neuen Studien sicher für die Korallenriffe und Meeresbewohner sein. 

9. Duftstoffe

Duftstoffe jeglicher Art hatten es 2019 gar nicht leicht und dieses Jahr sind sie noch mehr in Ungnade gefallen – zumindest in meinem kleinen Beauty-Kosmos und das teilweise zu Recht, denn Duftstoffe in Produkten können vor allem bei sensibilisierter Haut (= die eh schon gegen viele Umwelteinflüsse hart zu kämpfen hat) Reaktionen auslösen: von Rötungen über Pickeln bis zu juckenden, schuppigen Stellen ist alles dabei. In Sonnenschutz ist es umso doofer, da manche Duftstoffe die Haut irritieren und lichtempfindlich machen können.

Dazu muss man aber sagen, dass die Dosis das Gift macht. Wie viele der zu deklarierenden Duftstoffe stehen hinten drauf? Wie weit oben in der Liste stehen diese (Indikator für die Konzentration)? Ihr seid auf der sicheren Seite mit Formulierungen, die ohne viel Duft auskommen bzw. kein extra deklariertes Parfüm drin haben. Ansonsten fragt gern bei den Brands nach: Viele geben auch gern Auskunft, ob die Produkte bzw. die Düfte so formuliert wurden, damit die Haut nicht phototoxisch reagiert.

10. Je dunkler der Hautton, je resistenter die Haut

Das stimmt so halb. Je dunkler der natürliche Hautton, desto besser ist die Person gegen Sonnenbrand gewappnet. Dies heißt nicht, dass dunklere Hauttypen keinen Sonnenschutz tragen müssen, denn auch hier können UVA-Strahlen Pigmentstörungen verursachen und die DNA schädigen (z. B. Melanome verursachen). Ich wünschte, Unsun Cosmetics wären in Deutschland verfügbar. Der Shop der Hamburger Brand Unrefined Riches bietet aber Black Girl Sunscreen an, welcher (wirklich!) keinen weißen Film hinterlassen soll (womit viele Cremes noch ordentlich Probleme haben, vor allem im NK-Bereich!)

11. Die Pflege

Sonnenschutz gehört ja für manche zur Kategorie „Besondere Pflege“, obwohl es ja eher zu den Essentials gehören sollte. Was ihr abends auf jeden Fall tun solltet, ist den LSF (und jeglichen anderen Schmutz, Feinstaub und Bakterien, die sich tagsüber da angesammelt haben) mit einem Reiniger abzunehmen. Wieso? Weil Sonnencreme die Poren verstopft und ihr womöglich am nächsten Morgen mit ein paar Pickelchen aufwacht.

Falls ihr wollt, dass der Sonnenschutz besser einzieht, verwendet vorher einen Sprüh-Toner (Ich liebe den Hydrating Accelerator von Josh Rosebrook, aber das Thermalwasser von DM tut es auch). Oft werde ich auch nach „After Sun“-Produkten gefragt, aber „After Sun“ ist „Before Sun“ für mich und wahrscheinlich braucht eure Haut viel Feuchtigkeit und beruhigende Inhaltsstoffe. Also tut ihr euch einen Riesen-Gefallen mit einem Hyaluronserum. 

12. Sonnenbank-Flavour

Was in den 90ern und auch Nullerjahren total en vogue war, verschwindet zwar mehr und mehr von der Bildfläche unserer Fußgängerzonen, aber viele haben sich solche Dinger zu Hause neben der Sauna einbauen lassen. Ich rede von Sonnenbänken. Egal, wie man es dreht und wendet: Es ist konzentrierte UV-Strahlung. Versteht sich von selbst, dass die Dinger ein No-go sind, gell?

Puh, die Suche nach dem einen perfekten Sonnenschutz gleicht einer Quest, wie der der Gefährten aus „Herr der Ringe“, die sich nach Mordor aufmachen, um den einen Ring zu zerstören. Hindernisse oder Rückschläge sind vorprogrammiert: Zu viel Zinkoxid trocknet die Haut aus, andere weißeln zu sehr, glänzen oder die Textur macht einem zu schaffen. Da hilft nichts anderes als durchtesten. Marie und Lisa haben hier schon einige tolle Produkte vorgestellt und es gibt ein paar Produkte, vor allem aus dem ost-asiatischen Beauty-Markt, die mich anlachen. Meine derzeitigen Favoriten sind auf jeden Fall Pai Skincare British Summer Time SPF Cream und der Daily Hydrating Nectar SPF30 von De Mamiel (wahrer Luxus!).

Ein kleiner Denkanstoß zum Schluss: Wer keinen SPF trägt und seine Haut nicht schützt, der braucht auch nicht die vielen tollen und teuren Treatments benutzen, die es sonst so gibt...Just saying. Coole Accounts wie Shenja von inci.pedia, Leon von xskincare oder the skintellectuals (allesamt sehr wissenschaftlich versiert & versuchen die Zusammenhänge deutlich zu machen) klären zu dem Thema auf; lohnt sich da mal reinzuschauen!

Habt ihr noch Fragen zu dem Thema oder selbst Anregungen/Artikel für mich zum Nachlesen? Immer her damit!

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