OK, fairstanden! 9 Sneakerbrands, die es besser machen

So tretet ihr im wahrsten Sinne des Wortes in kleine CO2-Fußstapfen

Nachhaltige Mode ist on the rise und obwohl ich mich wirklich viel mit dem Thema beschäftige, könnte ich täglich meinen Browser-Ordner mit wieder neuen Green Fashion Brands füttern, die mir im Web oder auf Instagram über den Weg gelaufen sind. Insofern sind die Listen, die ich für euch hier auf Beige niederschreibe, auch für mich ein super Leitfaden. Ich habe ein Hirn wie ein Sieb und verliere auf meiner Mission, meinen Kleiderschrank so nachhaltig wie möglich zu gestalten, oft genug den Überblick.

Ich glaube an die Fair-Fashion-Bewegung. Zu meiner Schande muss ich aber gestehen, dass es einen Bereich gibt, bei dem die Platzhirsche bisher so laut geröhrt haben, dass ich gar nicht wirklich auf die Idee gekommen bin hier adäquate nachhaltige Alternativen zu vermuten. Die Rede ist von Sneakern. Also richtige Sneaker – in Dad Sneaker Optik, mit Skaterappeal, gerne mit performativen Sohlen und überhaupt. Denn ja, für ordentlich Game an den Füßen müsst ihr nicht unbedingt auf die Big Player zurückgreifen.

Was macht fair zu fair?

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, was faire Schuhe eigentlich fair macht. Sofern sie nicht vegan sind, werden auch sie schließlich aus Leder gefertigt und die Sohle ist in den meisten Fällen ebenfalls aus Gummi.

Mehrere Faktoren machen ein Label zu einem nachhaltigen Label. Das fängt bei der sozialen Verantwortung gegenüber aller beteiligten Menschen an. Ein sicherer Arbeitsplatz, eine angemessene Lohnzahlung, Versicherungen und natürlich faire Arbeitszeiten und das Erlauben von Betriebsräten.

Die Verantwortung gegenüber der Umwelt beginnt bei einer wasser-, energie- und ressourcensparenden Produktion und kurzen Lieferwegen (also zum Beispiel Made in Europa). Achtet darauf, dass im Herstellungsprozess keine Chrom-III-Salze verwendet wurden. Sie sind fatal für Mensch und Umwelt. In der Lederproduktion kommen die meisten sehr schädlichen Chemikalien beim Gerben und Färben zum Einsatz. Das kann so weit gehen, dass sich Chrom-IV-Verbindungen im Leder bilden, die erbgutverändernd und krebserregend wirken können.

Inzwischen gibt es zahlreiche Lederalternativen natürlichen Ursprungs, die es locker mit Tierhaut aufnehmen können: natürliches veganes Leder aus Ananas, Apfel-Trester, Eukalyptus- und, Bananenblättern, Korkreste oder Maisstärke. Ich gebe aber zu, dass nicht jede Alternative auch die Optik hat, die man sich an den Füßen wünscht. Daher: informieren und lesen.

Für die Sohlen und Fußbetten gibt es inzwischen auch viele Möglichkeiten, Plastik weitestgehend aus dem Herstellungsprozess auszuschließen. Sie hätten allesamt einen Science-Fiction-Award verdient: Zuckerrohr, Rizinussamen, Seealge, Naturkautschuk oder Jute.

Diese neun Schuhbrands sind fair zu Mensch und Umwelt und punkten gleichzeitig mit zeitgemäßem Design. Sie sind allerdings nicht alle unbedingt vegan, bieten aber vegane Modelle in ihren Shops an.

Ethletic

Angefangen hat für Ethletic alles mit einem Fußball – dem ersten fair produzierten Fußball, um genau zu sein. Das war 1998 und es sollte noch weitere sechs Jahre dauern, bis 2004 dann der erste FSC-zertifizierte Sneaker von Ethletic auf den Markt kommt. Produziert wird in Sri Lanka, Indien und Pakistan. 15 Prozent des Umsatzes fließen in den Workers Welfare Society, die die Renten, Schulbildung der Kinder, Mikrokredite und Gesundheitsvorsorge der Arbeiter*innen sichert.

Ethletic sind sowohl in Sachen Umweltschutz als auch soziale Verantwortung vorbildlich. Alle Schuhe sind vegan und kosten zwischen 75 und 100 Euro. Übrigens: Ethletic hat als erste Brand ein globales Trinkgeldsystem eingeführt, dass euer Trinkgeld direkt bei den Arbeiter*innen ankommen lässt!

Womsh

Womsh klingt beim ersten Hören etwas seltsam, ist aber ein Akronym und steht für „Word of Mouth Shoes“. Mit jedem Schuh möchte das italienische Brand, das 2014 gegründet wurde, die Welt ein Stückchen besser machen. Alle Sneaker werden in Italien designt und gefertigt. Das Besondere an Womsh? Die italienischen Sneaker, die es übrigens auch in der veganen Variante gibt, können es locker mit jedem Dad Sneaker aufnehmen und die Köpfe hinter Womsh sehen Nachhaltigkeit nicht als Limitierung, sondern als Chance. So kommen auch mal Materialien wie Apfelhaut zum Einsatz.

Allbirds

Die Marke Allbirds aus Amerika haben wir euch bereits vorgestellt. Ich bin selbst stolze Besitzerin zweier Modelle (die Wollsneaker und die Laufschuhe) und was soll ich sagen: Ich bin überzeugt. Dank Materialien wie Eukalyptusfasern, Rizinusöl (ja, wirklich) oder Merinowolle läuft das gute Gewissen mit jedem Schritt mit.

Neben der Reduzierung der eigenen Emissionen arbeitet Allbirds außerdem daran, den noch vorhandenen CO2-Fußabdruck durch Kompensationsprojekte auszugleichen.

Tread by Everlane

Ich bin ein großer Fan von Everlane, habe bisher aber noch nicht zugeschlagen, sondern verfolge bisher still und heimlich, was die vorzeige Green Fashion Brand aus den USA so alles auf die Beine stellt. Für mich ist Everlane ein Paradebeispiel dafür, dass man alles haben kann: Nachhaltig gefertigte Mode unter Berücksichtungen der sozialen und ökologischen Eigenverantwortung, eine starke DNA, die modern und inklusiv ist und zeitgemäßes Design, das sich perfekt in jede bestehende Garderobe einfügt.

Tread by Everlane ist der Versuch der Brand, den perfekten, klimaneutralen Sneaker zu schaffen und mit jedem Jahr seit dem Launch kommt Everlane diesem Ziel näher. Was uns dabei, außer dem Offensichtlichen, in die Hände spielt? Der faire Preis und der coole Look. Gekauft.

Filippa K

Ja, Filippa K macht nicht nur wunderschöne Mode, das schwedische Brand zeichnet auch für sehr schönes Schuhwerk verantwortlich. Im Interview mit Jodi Everding, der Sustainable Manager bei Filippa K, haben wir vor kurzem einen noch tieferen Einblick erhalten in die Ziele in Sachen Nachhaltigkeit.

Fest steht: Mit dem Kauf bei Filippa K macht ihr nichts falsch, aber vieles richtig und an den zeitlosen Teilen habt ihr außerdem sehr lange eine Freude. So sehen schlaue Investitionen aus, meine Freund*innen!

Genesis

Na, schon mal Schuhe aus Bananenblättern getragen? Ja, das meine ich ganz ernst! Denn dieser Rohstoff ist nur eines der vielen nachhaltigen Materialien, aus denen die Schuhe des deutschen Sneakerlabels Genesis bestehen. Die Fasern stammen aus Ananasblättern, der nötige Kunststoff ist recycelt und sogar Fischleder kommt zum Einsatz. Die Mission von Genesis? Es besser machen, als die Big Player der Modeindustrie. Die Herstellung erfolgt in Spanien und Asien bei zertifizierten Partnern, die die Menschen- und Umweltrechte achten.

Wenn der Schuh, der bei solch strengen Selbstauflagen herauskommt, so cool, skater-y und jung ist, sollte man sich ein dickes Lesezeichen an den Onlineshop heften. Zwischen 79 und 129 kosten die Sneaker, die übrigens unisex sind.

Flamingos' Life

Was wäre, wenn du mit jedem Schuhkauf mitentscheiden könntest, an welche NGO ein Teil deines Geldes geht? Nun, dieses Gedankenspiel müssen wir gar nicht weiter im Konjunktiv führen, denn Flamingos' Life macht genau das möglich: Im Onlineshop könnt ihr direkt unter jedem Modell sehen, an welche Organisation ein Teil des Umsatzes aus eurem Kauf gehen wird. Die Säuberung der Ozeane? Wiederaufforstung des Regenwaldes? Es liegt in eurer Hand.

Alle unisex Modelle sind vegan und entweder aus recyceltem PET oder aus Maisstärke. Die Preise liegen zwischen 100 und 120 Euro.

Hess Natur

OK, ich gestehe, dass man etwas scrollen muss. Hess Natur spricht mit seinem Sortiment aus wirklich hochwertiger, nachhaltiger Mode eben mehr, als nur eine Generation an und das ist total in Ordnung. Was die Nachhaltigkeit angeht, seit ihr bei Hess Natur auf der sicheren Seite. Als Teil der Fair Wear Foundation produziert das hessische Modeunternehmen unter Einhaltung strenger sozialer Standards, ressourcenschonend und immer den Umweltschutz im Fokus.

Scrollt also mal ein wenig und ihr werdet schöne Sneaker finden aus pflanzlich gegerbten Leder oder aus Hanf, fair hergestellt mit Repsekt vor Umwelt und Mensch. Die Preise liegen bei ca. 200 Euro.

Saye

Wie so oft dieser Tage, ist auch Saye ein Instagram-Fund, der mir beim Scrollen durch die App über den Weg gelaufen ist. Die spanische Marke, die mithilfe von Crowdfunding in 2017 (damals noch unter dem Namen Wado) gegründet wurde, ist inzwischen eine etablierte Sneakerbrand. Produziert wird in Portugal, sechs Sneaker-Modelle und ein Socken-Set warten im Onlineshop für 135 Euro auf eure Aufmerksamkeit.

Aber Saye ist noch nicht fertig und arbeitet derzeit fleißig an weiteren Produkten, darunter ein veganer Sneaker. Ich werde die Sneaker im Auge behalten, denn das Modelo '89 ist mit einer der coolsten nachhaltigen Sneaker, die ich bisher gesehen habe. Jawohl.

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