Kunst im Lockdown? Könnt ihr haben!

Unsere Tipps zeigen: Ihr müsst zu Hause nicht auf Kunst verzichten

Ja, Lockdown nervt! Aber da müssen wir jetzt leider durch. Und nicht nur wir! Weil Kultureinrichtungen wie Museen, Galerien, Kinos und Theater nicht als systemrelevant (wie schlimm ist dieses Wort?) gelten, bleiben sie bis auf Weiteres geschlossen. Jetzt heißt es: Auf Instagram-Rundgänge der Galerien hoffen, vor schön dekorierten Schaufenstern die Mittagspause verbringen und mit Netflix und Mikrowellen-Popcorn irgendwie Kino-Atmosphäre auf der Couch herstellen. Das reicht euch nicht?

Dann haben wir jetzt Abhilfe für euch: Neben frustrierenden Online-Showrooms, in denen das Durchklicken Kopfschmerzen bereitet, hält die Kunstwelt nämlich auch ganz tolle Alternativen für uns bereit. Wir haben die schönsten Tipps für einen kunstvollen Lockdown hier versammelt und zeigen euch, wie ihr auch in der Quarantäne nicht auf Kunst und Kultur verzichten müsst. Ob virtuell oder originell, von Mode über Gaming bis hin zum passenden Hintergrund für den nächsten Zoom-Call. Here we go:

Ausstellungen – Let's get virtual!

Wir sind all over „Out and About“

Wisst ihr, worin wir uns zuletzt so richtig verloren haben? Im Onlineprojekt „Out and About“ der Berlinischen Galerie. Die Volontär*innen des Museums haben die Sammlung der Fotografien, Gemälde und Papierarbeiten auf ihre queeren Lesbarkeiten untersucht. Externe Autor*innen haben die Texte beigesteuert und herausgekommen sind tolle, (zu) selten gesehene Perspektiven. Besonders gut finden wir die Werke von Nan Goldin und Herbert Tobias. Unbedingt ansehen!

Das Kunstwerk kommt mit in die Badewanne

Ihr wollt Kunst zum Greifen nah? Kein Problem: „Berlin Augmented Berlin“ ist aktuell DIE immersive Gruppenausstellung mit AR-Kunst. Insgesamt acht Werke von Berliner Künstler*innen könnt ihr euch auf dem Smartphone oder Tablet ansehen und in eurem direkten Umfeld platzieren. Ob im Hinterhof, vor dem Supermarktregal oder in der Badewanne. Ruft dafür einfach berlinberlin.ar in eurem Browser auf – und los geht's! Kuratiert wird die Ausstellung von Highsnobiety und Anika Meier. Schön, zu sehen, wie reale und virtuelle Welt verschwimmen können!

Die Zukunft der Fotografie

Eine weitere wirklich schöne Online-Ausstellung ist „Foam Talents | Digital“ vom Fotografiemuseum Amsterdam. Hier könnt ihr spannende junge Künstler*innen entdecken und euch durch ihre Projekte klicken. Jedes Jahr lädt Foam internationale Fotograf*innen unter 35 Jahren ein, ihre Portfolios über den Talent-Call einzureichen. Auf der multimedialen Plattform könnt ihr euch nun die besten Einreichungen von 2020 ansehen.

Tragbare Kunst - style dich für den Supermarkt!

Free Hugs and Kisses von Kris Lemsalu

Kris Lemsalu, Photo by Edith Karlson, VG Bild-Kunst, Bonn 2020, privat

„Free Hugs“ könnten wir gerade wohl alle gebrauchen! Für ein bisschen Nähe in Zeiten von Social Distancing müssen wir allerdings meistens zu Alternativen greifen. Gut, dass die so schön aussehen können: Die Künstlerin Kris Lemsalu hat für Monopol eine T-Shirt-Edition gestaltet – und wir lieben das Ergebnis! Hier könnt ihr stöbern und euch ein echtes Kunstwerk in den Kleiderschrank holen.

Ha-Ho-He, Amore Olé!

Was brauchen wir neben Umarmungen? Richtig: ganz viel Amore! Die schicken bunten Schals hat der Amore Store zusammen mit einigen Künstler*innen, darunter Esra Gülmen, Sarah Illenberger und Eike König, gestaltet. Da wird nicht nur der Hals warm, sondern auch das Herz. Ab jetzt heißt unser neuer Lieblingsverein FC Amore.

Skulptur oder Accessoire? Beides!

Bereits im Dezember haben wir euch in unseren News von den Buck Bags von Künstler Dennis Buck vorgeschwärmt. Mit den schicken Handtaschen aus Silikon tragt ihr euer persönliches Kunstwerk immer bei euch - auch, wenn es nur auf einen langen Spaziergang durch euren Kiez geht. Mittlerweile sind schon einige der individuellen Teile ausverkauft, ein paar der Bags warten aber noch auf ihre*n zukünftigen Sammler*in. Noch nie war Kunstkauf so einfach!

Für unseren inneren Spieltrieb

Kuratiert eure eigene Ausstellung

Habt ihr schon immer davon geträumt, eure eigene Galerie zu besitzen? Dann könnt ihr euch diesen Wunsch jetzt mit dem Spiel „Occupy White Walls“ erfüllen: Das Multiplayer Online Game ist über Steam erhältlich und ermöglicht es euch, eigene Räume zu entwerfen und zu bauen, die ihr anschließend mit Kunst füllen könnt. Anschließend könnt ihr weitere Spieler*innen zu euch einladen und endlich wieder das Flair einer Vernissage erleben – gut, oder?

Per App in digitale Kunstwelten

First Look: Artists' VR“ könnt ihr am Handy daddeln: Die Virtual-Reality-Ausstellung ist kostenlos und wird vom New Museum und Rhizome organisiert. Die Initiative stellt unterschiedliche Künstler*innen und die von ihnen kreierten digitalen Welten vor. Ihr habt die Wahl: Klickt euch durch ein unheimliches Videospiel-Szenario, reist durch einen industriellen Nachtclub oder irrt durch ein mutierendes Labyrinth. Na, neugierig?

Diese Filme stehen auf unserer Liste:

Künstliche Intelligenz in der Kunst?

Robot Artist Ai-Da. Copyright Lona Media, 3sat

In der 3sat-Mediathek findet ihr aktuell den Film „Reload für die Kunstwelt - Wie Robotik und KI die Kreativität verändern“. Über Künstliche Intelligenzen, die Bilder malen, habe ich hier schon mal geschrieben. Diese Doku geht noch ein Stückchen weiter und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wozu Roboter mittlerweile alles fähig sind - interessant!

Wir lieben Small Talks!

Klar, auch der Berliner Boros Bunker muss während des Lockdowns geschlossen bleiben. Daher hat die Boros Foundation das Videoformat SMALL TALKS auf Instagram entwickelt. Hier findet ihr Studio Visits, Interviews und könnt Sven Marquardt auf einem Spaziergang durch Berlin begleiten. Wir wünschen uns mehr solcher Formate!

Hilma af Klint begeistert uns alle

Szene aus dem Film „Beyond the Visible“ von Halina Dyrschka

Wenn ihr von der schwedischen Malerin Hilma af Klint auch nicht genug bekommen könnt, haben wir etwas für euch: Auf Vimeo ist jetzt der Film „Beyond the Visible“ als Stream verfügbar. Dort erfahrt ihr alles über ihre traumhaften Gemälde, ihr Leben und die viel zu späte Würdigung der Künstlerin.

Noch mehr Kunst für gute Laune

Hier gibt's was auf die Ohren

Mit Grisebach-CEO Diandra Donecker haben wir letztes Jahr bereits über Kunstkauf gesprochen. Das Berliner Auktionshaus hat jetzt auch seinen eigenen Podcast: In „Die Sucht zu sehen“ spricht Moderatorin Rebecca Casati mit Künstler*innen, Autor*innen und allen, die sonst noch etwas über Kunst zu sagen haben. Große Empfehlung: Das Gespräch mit der Kunsthistorikerin und Schriftstellerin Julia Voss.

Gemeinsam zeichnen

Auf Twiddla könnt ihr zusammen mit euren Freund*innen malen. Ich gebe zu, dass der künstlerische Aspekt hier etwas in den Hintergrund rückt. Oder wie beurteilt ihr das Regenbogen-Schwein, das ich zusammen mit meiner Freundin Sina gemalt habe? Dafür steht das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund und ihr vertreibt euch hervorragend die Zeit. Ob dabei dann ein Kunstwerk entsteht oder doch eher ein Schmierzettel, bleibt ganz euch überlassen.

Endlich schick im Video-Call

Mal wieder nicht aufgeräumt? Kein Problem: gotyourback halten euch wortwörtlich den Rücken frei. Wer der Meinung war, dass virtuelle Hintergründe nicht kunstvoll sein können, wird hier eines Besseren belehrt: Designer*innen, Illustrator*innen und Künstler*innen haben diese tollen Backdrops erstellt, mit denen ihr im nächsten Video-Call punkten könnt. Team Beige hat das mal für euch ausprobiert – und ist begeistert!

Inspirierende Accounts auf Instagram

Ihr sucht nach Inspiration auf Instagram und möchtet spannenden Accounts folgen? Dann haben wir hier einige Tipps für euch, wie ihr zeitgenössische Kunst in den Feed gespült bekommt. Voilà:

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