Beige News 03 / 04

In unseren News widmen wir uns heute den zwei großen Themen unserer Zeit

Unsere News haben in dieser dritten Ausgabe im April ihren Fokus auf zwei Themen, die gerade den Zeitgeist bestimmen – und das gar nicht mal beabsichtigt. Social Media aka Instagram und Nachhaltigkeit stehen heute hoch im Kurs bei den Beige News. Sei es in Form von neuen, spannenden Konzepten, die hier und da aber noch verbesserungswürdig sind, oder der Frust über den verhassten Algorithmus von Social Media, der nun eine Weltmarke zu einem drastischen Schritt bewogen hat. Gleichzeitig nimmt der Protest der Verbraucher*innen in der Modebranche Fahrt auf, was sich in starken Aktionstagen und Bündnissen äußert und erfrischende Kooperationen zur Folge hat.

Quasi kurz vor „Redaktionsschluss“ (ein Wort, das hier bei Beige eigentlich nicht existiert, schließlich sind wir online und immer bereit!), erreichte die Welt noch eine erschütternde Nachricht aus Paris ... und das, nachdem Marie in ihrem Food Guide für die französische Hauptstadt gerade gestern noch ihre absoluten Lieblingsplätze mit uns geteilt hat. Aber lest selbst.

Zwei, die sich gut verstehen: Closed x Viu

Zwei Brands, eine Vision – die Brillenmarke Viu und unser Denimliebling Closed legen beide großen Wert auf Transparenz sowie faire und nachhaltige Produktion und eine gewissenhafte Auswahl der Rohstoffe und Zulieferer. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis hier gemeinsame Sache gemacht wird. The Idealiste und The Optimiste heißen die beiden Sonnenbrillenmodelle, die Viu und Closed gemeinsam entwickelt haben. Während bei The Idealiste leicht getönte Gläser fein eingefasst werden von Acetat und Edelstahl, geht es bei The Optimiste im leichten Cat Eye Look aus buntem Acetat laut zu.

Beide Modelle sind in mehreren Farbvariationen erhältlich und geben unserem Blick auf den nun wirklich nahenden Frühling den nötigen Farbklecks! Die Brillen sind ab sofort bei Viu und Closed im Onlineshop und in den Stores erhältlich und kosten ab 175 Euro. Außerdem wurden extra zur gemeinsamen Kollektion noch ein Ledercase entwickelt, das man sich, schwups, einfach umhängen kann – so haben wir die Brille immer griffbereit!

Im Ohr: die dänische Sängerin Emma Acs

Ich tue mich immer sehr schwer damit, Musik zu beschreiben. Erstens, weil es heutzutage gar nicht mehr so leicht ist, eine Band oder einen Act nur einem Genre zuzuordnen und zweitens, weil ich Zuordnen auch einfach doof finde. Müsste ich dennoch den neuen Song „My Beloved“ der dänischen Sängerin Emma Acs einordnen, ich würde ihn als melancholisch und experimentell mit bittersüßen Elementen beschreiben. Das Video, das am vergangenen Freitag seine Premiere feierte, fängt diesen Sound perfekt ein und schneidert ihm visuell eine Liebesgeschichte auf den Leib, die so frisch und vergänglich wirkt, dass es fast ein bisschen sticht (ich sage nur Baz Luhrman's „Romeo und Julia“!). Verona liegt hier allerdings in Berlin und die klassizistischen Gebäude wurden durch sozialistische Plattenbauten ersetzt.

Ich bin auf jeden Fall hooked und freue mich auf das dritte Album der Wahlberlinerin Emma Acs, die in ihrem Heimatland übrigens kein unbeschriebenes Blatt ist. Vielleicht versüßt der Song auch euch die kurze Woche. Enjoy!

Auf dem Radar: Let's get ethical mit Dariadéh!

Die Österreicherin Daria Daria kennt ihr sicher alle. Laura hat ihren Podcast „A Mindful Mess“ bereits hier vorgestellt. Und nicht nur in diesem beschäftigt sich die Bloggerin und Aktivistin mit allen Themen rund um Green Fashion, Müllvermeidung und nachhaltige Lebenskonzepte. Auf ihrem Blog und Instagram gibt es regelmäßig inspirierenden Input und Denkanstöße, die auch ich mir sehr gerne zu Herzen nehme.

Mit Dariadéh hat Daria schon vor längerer Zeit ihre eigene nachhaltige und wirklich wunderschöne Marke gelauncht – und obwohl ich diese schon vor einem Jahr während der Press Days in München bestaunt habe, ist sie in meinem Siebhirn einfach wieder rückwärts runter geplumpst. Bis? Ja, bis ich auf Instagram über den Account von Dariadéh gestolpert bin und direkt Feuer und Flamme war. Endlich mal eine nachhaltige Kollektion einer (ich nenne sie mal) Influencerin, die nicht nur fair, sondern auch unisex, super tragbar und mit einem Pricepoint daherkommt, der keine Ausreden mehr gelten lässt.

Für die neuen Designs hat Daria Inspiration in Porto getankt und schlichte, ausgeglichene Designs auf Shirts und Pullover gezaubert. Prädikat: Habenwollen!

Im Kalender markiert: Die Fashion Revolution Week 2019

Es bewegt sich was in der Mode. Social Media gibt uns, den Konsument*innen eine Stimme und, mein lieber Mann, wir sind laut. Dem Verlangen nach mehr Transparenz, Nachhaltigkeit und fairen Arbeitsbedingungen wird immer mehr Nachdruck verliehen und auch die größten Brands können sich den Forderungen nicht mehr entziehen. Als am 24. April 2013 das Rana Plaza in Bangladesch einstürzte und über 1135 Menschen in den Tod riss, wurde die globale Bewegung Fashion Revolution und der dazugehörige Aktionstag Fashion Revolution Day geboren, der seit 2017 zu einer Fashion Revolution Week angewachsen ist.

In dieser Woche finden nicht nur zahlreiche Veranstaltungen statt, an denen ihr teilnehmen könnt (eine Liste der Aktivitäten findet ihr hier), ihr könnt auch digital aktiv werden! Wie? Tragt eure Kleidung auf links, zeigt das Label „Made In ... “, postet ein Bild von euch mit dem Hashtag #WhoMadeMyClothes und taggt die jeweilige Brand auf Instagram. Weitere Wege aktiv zu werden findet ihr im Citizen Action Kit von Fashion Revolution, das ihr hier herunterladen könnt. Let's go!

Apropos Fashion Revolution ... Armed Angels gedenkt den Opfern von Rana Plaza

Die nachhaltige Brand Armedangels gedenkt am 24. April ebenfalls den Todesopfern von Rana Plaza – doch nicht nur das. Bereits vergangenes Jahr launchte das Label das „It's on us ..." Signature T-Shirt, um auf diese Weise nicht nur für mehr Awareness zu sorgen, sondern gleichzeitig den finanzielle Hilfe zu leisten. Denn der komplette Erlös der nachhaltigen T-Shirts wurde an die National Garment Workers Federation in Bangladesh gespendet, wodurch Schadensersatzzahlungen in Höhe von 104.586 Euro erwirkt werden konnten. Auch in diesem Jahr wird es wieder ein T-Shirt geben. Es trägt die Geodaten von Rana Plaza auf dem Rücken und hilft so dabei, den Unglücksort in unsere Breitengrade zu holen und nicht zu vergessen.

Um für noch mehr Buzz zu sorgen, könnt ihr ein Foto mit dem Shirt auf Instagram hochladen und mit den Hashtags #ItsOnUsTo #ArmedAngels und #MadeToMakeADifference versehen. Denn wir alle können Veränderung bewirken – und wenn es nur ein Foto und eine Geldspende sind! Das T-Shirt ist ab dem 23. April im Webshop und bei Armedangels erhältlich.

Wird &Other Stories zum Second Hand Shop?

„"It comes back to the whole circular vision... it just makes great sense to look into this business.“

Anna Gedda, Head of Sustainability bei H&M

H&M ist bemüht – man kann von dem Tempo, das das schwedische Modeunternehmen vorgibt, halten, was man will, aber dass der Wille da ist, ist schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ein neues Pilotprojekt soll nun die Brücke schlagen zwischen Fast Fashion und Secondhand-Mode. Laut Anna Gedda, Head of Sustainability bei H&M, wird das Unternehmen gemeinsam mit dem Onlinemarktplatz Sellpy eine „Preloved“-Sektion auf der schwedischen Seite von & Other Stories anbieten, die wiederum auf die Seite von Sellpy weiterleitet.

Einerseits ein sehr lobenswerter Ansatz, andererseits wird H&M hier natürlich auch unternehmerisch denken. Schließlich soll sich, laut einer Studie von ThredUp, das Marktvolumen von Secondhand-Kleidung in den kommenden fünf Jahren auf 51 Milliarden Dollar verdoppeln. Ein Schelm also, wer Böses dabei denkt, hm? Andererseits ist es doch erfreulich zu sehen, wie die starke Nachfrage nach gebrauchter und nachhaltiger Kleidung auch die Big Player zum Handeln zwingt! Ob und wann das Projekt auch auf dem deutschen Ableger von & Other Stories gelauncht wird, bleibt abzuwarten. Hier könnt ihr noch mal unser großes Interview mit Maria Östblom, der Head of Design von H&M, lesen.

Mehr zu diesem Thema weiß Business of Fashion.

Das Q&A für Mode – Wer steckt hinter „It's a park“?

Die Antwort ist: H&M! Als plötzlich dieser rätselhafte Account auf meinem Radar erschien, war ich gleichzeitig angetan, neugierig und beeindruckt. Schließlich basiert das Konzept von It's A Park auf Social Media, wie man es besser nicht umsetzen könnte: Es wird in unmittelbaren Kontakt mit der eigenen Community getreten. Aber It's A Park geht noch einen Schritt weiter: In lokalen Workshops kommen die (zumeist weiblichen) Fans des Accounts zusammen und gestalten Schmuck oder geben sich Styling Tipps. Und auch ihr könnt teilhaben an der Community und euch auf der Seite von It's A Park registrieren, um eure Modefragen beantwortet zu bekommen.

Die Antworten werden teilweise veröffentlicht und natürlich gleich mit passenden Shoppingstipps versehen. Ein spannendes, super neues Konzept, das wir weiter beobachten werden! Einziger Wermutstropfen: Auch Super Fast Fashion Labels wie Prettylittlething werden in den Shopping-Galerien vorgeschlagen. Wie war das mit der Nachhaltigkeit, H&M?

Lush sagt „Ciao und auf Wiedersehen!“ zu Social Media

Oh, da ist aber jemand beleidigt. Jemand mit zusammen fast eineinhalb Million Followern auf Twitter, Instagram und Facebook. Wer die beleidigte Leberwurst ist? Die britische Kosmetikfirma Lush. Aus Frust über den aussichtslosen Kampf um Sichtbarkeit und gegen undurchsichtige Algorithmen hat das Unternehmen Anfang April die eigenen UK-Accounts auf den drei oben genannten Kanälen auf Eis gelegt. Es gehe darum, die „Mittelsmänner“ zwischen sich und der Community auszuklammern und wieder in direkten Kontakt zu treten, wie es der ursprüngliche Gedanke von Social Media war.

In jedem Fall ist es ein Aufsehen erregender Schritt, wenn man 1,5 Millionen Follower mal eben in die Tonne haut – der andererseits aber auch für viel Buzz und Zustimmung sorgt und sicherlich keine schlechte Werbung für die Firma ist. Lush Deutschland ist bisher noch überall online und aktiv. Was denkt ihr von der Aktion? Ein wichtiger und richtiger Schritt oder nur viel Seifenschaum um Nichts?

On pleure ... Notre Dame steht in Flammen

„Je suis triste ce soir de voir brûler cette part de nous.“

Emmanuel Macron

Das 850 Jahre alte Kulturdenkmal Notre Dame stand am Montagabend in Flammen und Paris (und die Welt) steht unter Schock. Und ja, auch wenn wir hier in Berlin so weit von diesem tragischen Ereignis entfernt sind, tut es doch im Herzen weh, die Kirche brennen zu sehen. Was das Feuer ausgelöst hat, ist noch nicht bekannt, es wird jedoch vermutet, dass der Brand durch die Bauarbeiten verursacht wurde.

Woran es auch lag, es ist ein echtes Drama und ich hoffe sehr, dass die gotische Kathedrale gerettet werden kann.

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