Beige feels: Von Kontrasten – in der Mode und in der Gesellschaft

Diese Woche machen gleich zwei Aufreger-Themen die Runde ... und erfordern unser Handeln!

Erstmal durchatmen. Die letzten Tage war es auf Beige sehr emotional. Erst Lisas Abschiedsartikel, dann mein großer Editors Letter, der einen Ausblick auf die Zukunft von Beige gibt. An dieser Stelle sei nochmal gesagt – auch mit Hinblick auf den Inhalt dieser News – dass ich mir für das Beige-Team noch mehr Diversität wünsche. Wenn ihr also jemanden kennt, oder vielleicht auch selbst jemand seid, der dem Team eine neue Perspektive geben kann, dann meldet euch bitte bei mir. Egal, ob per Mail an redaktion(at)beige.de, per Insta oder auf Facebook oder LinkedIn! Auf dieser Bühne ist noch Platz!

Und jetzt räume ich sie und mache Platz für unsere News. Wie jede Woche seid ihr damit bestens informiert und könnt mitreden – und euch diesmal besonders mit aufregen:

Beige is angry: Was läuft im WDR falsch?!

Ob schon genug über die WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ gewettert wurde? Nein! Für alle, die nicht wissen, worum es geht: „Die letzte Instanz“, moderiert von Steffen Hallaschka, soll eine Sendung sein, in der Prominente zu einem Thema ihre Meinung kundtun. Das Thema der Sendung vom 30. November (sie wurde als Wiederholung erneut am Freitagabend ausgestrahlt): „Was man heute nicht mehr sagen darf“ oder auch: Diskriminerung in der Sprache. Meinungen hatten die vier Gäst*innen, Jürgen Milski, Michky Beisenherz, Janine Kunze und Thomas Gottschalk, viele. Nur sollte die eigentlich niemand interessieren. Denn wer hier über Alltagsrassismus diskutiert, hat ihn noch nie erlebt: weißer als die vier eingeladenen Gäst*innen und der Moderator ist nicht mal der Schnee, der gerade in den Berliner Straßen liegt.

Und so kam es, wie es kommen sollte – und das zeigt auch, dass sich in unsere Gesellschaft viel verändert hat und sich die Arbeit von BIPoC*-Aktivist*innen lohnt (nur der WDR hat das anscheinend noch nicht mitbekommen) – ein Shitstorm brach über die Sendung und die Beteiligten hinein. Zurecht bei Sätzen wie: „Ich hab zum ersten Mal gewusst, wie sich ein Schwarzer fühlt“ von Thomas Gottschalk und „Z*Sauce wird man ja wohl noch sagen dürfen ...“ Der WDR, Janine Kunze und Micky Beisenherz haben sich inzwischen entschuldigt, aber mal ehrlich Leute, das ist mir herzlich egal und doch alles nur PR ...

Dass der (Öffentlich-rechtlicher) Rundfunk sich sowas 2020 traut, die Sendung gleich zweifach ausspielt und sich dann entschuldigt, ist reine Provokation. Und sie macht mir Angst. Macht mich wütend. Und das als Person, die von dem Thema noch nicht mal direkt betroffen ist! Ich hoffe wirklich, dass die Beteiligten sich jetzt intensiv mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen und sich Hilfe holen. Sich fortbilden. Betroffenen zuhören und ihnen eine Plattform bieten. Nach dem Black-Lives-Matter-Movement war diese Sendung ein Schlag ins Gesicht von allen Menschen, die anders als die vier Gäst:innen nicht weiße Haut und helle Haare haben. Sie war ein Schlag ins Gesicht jeder Frau und jeder Minderheit.

Und es zeigt: Wir dürfen nicht aufhören über Rassismus zu sprechen! Wir müssen uns weiterbilden, andere bilden, stetig an uns arbeiten und vor allem lernen, den Mund aufzumachen und nichts hinzunehmen. Also macht weiter Lärm. Und shame on you, WDR!

Lest bitte diese zwei Artikel: „Taten sprechen lauter als Shares: Eine Hilfestellung für Weiße zu #BlackLivesMatter“ und „Diversify your feed“!

Beige celebrates: Hand in Hand, das neue Teppich-Brand

Nach meiner Wutrede wird es jetzt Zeit, den Blick auch mal kurz auf die schönen Dinge zu richten. Denn davon gibt es auch ein paar. Da wäre zum Beispiel Cloudy Zakrocki, ehemalig Vice President bei Refinery29, die in den vergangenen Tagen ihr erstes eigenes Label gegründet hat. Wow, herzlichen Glückwunsch. Anders als viele vielleicht vermutet hätten, geht es dabei nicht um Mode, denn Cloudy ist auf Instagram ja auch für ihre einzigartigen Looks bekannt, sondern um Interior. Bei Hand in Hand findet ihr wunderschöne handgeknüpfte Teppiche im Karo-Muster. Und so unspektakulär und wenig abwechslungsreich das vielleicht auf den ersten Blick klingt, das Gegenteil ist der Fall!

Denn durch die einzigartigen Farbkombinationen bekommt jeder Teppich seine ganz eigenen Vibes: ob klassisch schwarz-weiß, Disko-Feelings in Rot-Pink, Retro in Rosa oder entspannte L.A.-Vibes in Naturtönen, jeder Teppich hat sein ganz eigenes Gesicht. Ich bin jedenfalls schon wahnsinnig gespannt, die Teppiche in ganz vielen unterschiedlichen Wohnungen zu sehen und ja, ich liebäugele vielleicht auch schon mit dem ein oder anderen Exemplar!

Besonders toll: Die Teppiche sind Made-to-Order, heißt, die Teppiche werden erst gefertigt, wenn die Kund*innen bestellen. Das ist schließlich die nachhaltigste Art und Weise zu konsumieren, birgt Sicherheiten für Künstler*innen und Brand und vermeidet eine Überproduktion.

Jetzt bin ich mehr als neugierig, was Cloudy noch so alles ausbrütet! Denn Hand in Hand setzt schon mal verdammt hohe Maßstäbe!

Beige adores: Isabel Marant Spring Summer Men

Isabel Marant. Es gibt kaum eine Designer*in, die in so vielen Frauen, die ich privat kenne, eine solche Obsession auslöst. Meine ganzen Kolleginnen bei Journelles waren quasi süchtig nach den Teilen der Französin und ja, auch ich habe eine gewisse Schwäche für den Marantschen Boho-French-Chic. Was dabei jedoch kaum einer beachtet: die Männerkollektion von Isabel Marant. Allzu lange gibt es die noch nicht, genauer gesagt erst seit 2019, und ihr gebührt besonders in den deutschen Medien mehr Aufmerksamkeit. Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass es auch mehr Man-rant-Jünger gibt.

Die Spring Kollektion für 2021 ist jetzt in den Läden gelandet (und natürlich auch online verfügbar). Dabei setzt Marant auf das, was sie so erfolgreich macht: auf unkomplizierte Mode. Was das heißt? Jedes Teil wirkt für sich, es braucht keine Head-to-Toe-Looks, um die L.A.-meets-Paris-Vibes rüberzubringen. Batik, bestickte Boho-Hemden, pastellige Pullover, clevere Strick-Details und ganz viel Rosa – das möchte ich alles im Frühjahr-Sommer sehen. Und dann mops ich mir alles aus dem Kleiderschrank von meinem Freund, hehe!

Beige really really loves: Superfront launcht die Wood Collection

Ich bin ein ganz ganz großer Superfront-Fan! Das Brand war eines der ersten, die die geniale Idee hatten, für Ikea-Möbel individuellere Fronten und Griffe anzubieten. Pimp my Ikea sozusagen und das in wirklich sehr sehr stilvoll! Und auch nachhaltig, denn wenn einem das Ikea-Möbelstück aus der Studentenbude nicht mehr gefällt, kann man ihm mit Superfront ein richtig gutes Upgrade bieten. Andere Front, anderer Griff, andere Beine – und schon erkennt man die Küche, den Kleiderschrank, das Sideboard oder den Waschtisch nicht mehr wieder!

Jetzt hat Superfront einen neuen Coup gelandet: Mit der Wood Collection zieht Holz mit in das Sortiment ein. „Holz ist vermutlich das am wenigsten trendige Material, denn das gibt es schon seit Millionen von Jahren. Doch das ist auch der Grund warum wir uns so wohlfühlen, wenn wir uns zu Hause mit Holz einrichten. Es verströmt eine Wärme, mit der nur wenige andere Materialien mithalten können. Die Tatsache, dass wir uns, sowohl bei unserer Wood Collection als auch bei den lackierten MDF-Produkten, für FSC-zertifiziertes Holz entschieden haben, soll dieses behagliche Gefühl in unser aller Zuhause tragen“, erklärt Superfront Co-Gründer Mick Born.

Im Angebot gibt es sechs verschiedene Farbtöne, zwei verschiedene Front-Designs und auch einen neuen Holzbalken-Griff. Ich wüsste da ja schon, wo die Wood-Collection bei mir zu Hause zum Einsatz kommen könnte ...

Beige seduces: Le Petit Trou x & Other Stories

Also sind wir mal ehrlich: Mir persönlich war bequeme Unterwäsche noch nie so wichtig wie jetzt. Denn wenn die Jeans eh ein bisschen zwickt, die hohen Schuhe drücken und man vor lauter Terminen hektisch in der ganzen Stadt herumfährt, dann stört auch die zwickende Buchse nicht. Doch jetzt, wo Wohlfühlen noch mal eine andere Bedeutung hat, da lege ich auch mehr Wert auf meine Unterwäsche – und habe im Dezember mal richtig aussortiert und mir neue Lingerie gegönnt.

Dabei ist mir allerdings aufgefallen, dass ich passende BHs gar nicht so leicht zu finden sind und man sich oft zwischen Komfort und Design entscheiden muss. Bei der neuen Zusammenarbeit von Le Petit Trou und & Other Stories sieht das aber nicht danach aus. Zuzanna Kuczyńska, die Gründerin von Le Petit Trou, sagt über die Kollektion: „Ich war von Anfang an begeistert von der Co-Lab mit & Other Stories. Wir passen gut zusammen. Wir haben eine ähnliche Vision, lieben Mode und wollen schöne, bequeme Pieces für jede Frau machen. Die Kollektion macht einfach Spaß. Es ist großartig, wenn wir uns als Frauen so akzeptieren und lieben, wie wir sind. Und uns gleichzeitig nicht zu ernst nehmen.“ Meine Favoriten sind der Print mit Mond und Sternen die schwarzen Tupfer auf den BHs! So schön, da schaue ich bestimmt beim Launch mal vorbei und schlage vielleicht ja auch zu!

Die Kollektion launcht am Donnerstag, den 4. Februar! Die Preise liegen zwischen 25 und 129 Euro.

Beige watches: Die Copenhagen Fashion Week findet digital statt

It's that time of the year again! Und damit meine ich nicht Februar, den wohl unbeliebtesten aller Wintermonate, weil die Vorfreude auf den Frühling schier unerträglich ist, sondern die Copenhagen Fashion Week! Klar, unter den Umständen kann sie leider nicht im echten Leben stattfinden, aber die Brands hatten ja jetzt auch lange genug Vorlaufzeit, um sich digital darauf vorzubereiten. Und ich bin verdammt gespannt, was wir sehen werden. Die Kopenhagener Modewoche ist mit Abstand meine liebste Fashion Week, weil sie so bunt, locker, ungezwungen, spaßig und nahbar ist. Ganni, Malaikaraiss, H&M Studio, Blanche, Gestuz, Samsøe, Samsøe, Stine Goya und so viele mehr! Ich bin schon so gespannt und natürlich berichten wir auch hier auf Beige darüber!

Beige likes: Core by COS

Basics. Das ist die Stärke von COS. Anders als seine Geschwister Arket und & Other Stories setzt das Brand noch mehr auf Minimalismus. Klar, trendbewusst sind sie auch, aber COS lässt sich von seiner eigenen, formstarken Sprache nicht so schnell abbringen. Das beweist das schwedische Modelabel einmal mehr mit seiner neuen Spring Summer 2021 Kollektion namens Core by COS, in dem sie vermehrt auf Teile setzen, die sich vielfältig einsetzen lassen und auch in Jahren noch modisch sein werden.

Meine Favoriten für Sie, Ihn und alle anderen gibt es hier:

Beige fights: Schwangerschaftsabbrüche für alle!

Immer wieder bin ich davon schockiert, was wir als angeblich modernes, aufgeklärtes und offenes Land für Entscheidungen vor Gericht fällen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Fall von Frauenärztin Kristina Hänel. Sie klärte Frauen auf ihrer Website offen darüber auf, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Eine Information, die im richtigen Moment vielen Frauen das Leben rettet – und vor Dummheiten oder falschen Entscheidungen bewahrt. Doch diese Information auf der Website einer Frauenärztin ist nicht nur Info, nein, sie ist Werbung, entschied das Bundesverfassungsgericht. Der Grund: Paragraf 219a stellt die Werbung für den Abbruch einer Schwangerschaft unter Strafe. Die Grundlage dafür wurde 1933 (!) gelegt. Und auch heute noch gilt in Deutschland: Schwangerschaftsabbrüche sind gesetzlich verboten! Ausnahmen gibt es nur unter bestimmten Bedingungen.

Nun, fast 90 Jahre später, besteht dieser Paragraf immer noch. Dagegen setzen sich viele Politiker*innen: die Linke will ihn ersatzlos streichen, die Grünen wollen den Paragrafen aufheben auch die FDP schließt sich an. Im Februar wurde dann eine Neufassung durchgesetzt. Danach dürfen Ärzt*innen und Krankenhäuser zukünftig auch öffentlich ohne Risiko der Strafverfolgung darüber informieren, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Sie sollen darüber hinaus weitere Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch durch Hinweis – insbesondere durch Verlinkung in ihrem Internetauftritt – auf entsprechende Informationsangebote neutraler Stellen, die im Gesetz ausdrücklich benannt werden, zugänglich machen dürfen. Die Realität sieht so aus: Jetzt dürfen Ärzt*innen darüber informieren, dass sie überhaupt Abbrüche durchführen, aber weitere Informationen zur Methode oder dem Eingriff dürfen nicht veröffentlicht werden.

Kristina Hänel hat dies getan und wurde dafür vom Oberlandesgericht Frankfurt verurteilt. Sie muss die Informationen von ihrer Website nehmen. Und bis sie den Kampf gegen die Gerichte gewinnt, ist es an uns, die Informationen zu teilen. Nike von This is Jane Wayne geht als großes Beispiel voran!

Informationen über Schwangerschaftsabbrüche findet ihr bei Pro Familia, Pro Choice, Medical Students for Choice und Gynformation!

Beige wears: Mango landet einen Volltreffer!

Und zum Abschluss noch mal ein leichtes Thema. Wer nämlich ein bisschen neidisch auf die Männerkollektion von Isabel Marant ist (und vielleicht nicht das Budget hat, die Isabel-Marant-Originale zu kaufen), der sollte mal bei Mango reinschauen. Dort gibt es aktuell eine ganz tolle neue Kollektion mit sehr viel Boho Vibes, gesteppten Westen (meine neue Leidenschaft), floralen Prints und Hosen, die die perfekte Abwechslung zu Jeans und Leggings sind! Viel Spaß beim Stöbern!

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