3 Days of Design: Das sind aktuell die großen Wohntrends und Interior-Neuheiten

3 Tage Kopenhagen, jede Menge Design-News! Wir fassen für euch zusammen, was wir in der Stadt des guten Stils entdeckt haben

Die Zeit rast. Gerade war ich noch in Paris auf der Messe mit meiner Freundin Carolin, schon in Kopenhagen auf den 3 Days of Design und jetzt gerade auf Mallorca. Das alles passiert so schnell, dass ich leider mit meiner Berichterstattung etwas hinterherhänge. Andere Themen wie die Bundestagswahl und unsere neue Podcast-Folge hatten einfach mehr Priorität.

Doch jetzt, wo die vorläufigen Wahlergebnisse feststehen und ich am Pool die Ruhe finde, das Erlebte zu verarbeiten, möchte ich euch neben meiner Instagram Story auf meinem persönlichen Account auch auf BEIGE noch einmal Resümee der 3 Days of Design in Kopenhagen finden.

Zusammen mit der Messe in Stockholm sind die drei Tage eine der größten Design- und Interior-Veranstaltungen Skandinaviens. Anders als bei einer typischen Messe mit Ausstellern, findet in Kopenhagen nicht alles an einem Ort statt, sondern die ganze Stadt verwandelt sich in ein Paradies für Designliebhaber und Minimalismus-Fans. Dort stellen Brands und Hersteller ihre Neuheiten vor.

Und da wir hier auf BEIGE alle einen Sinn für die schönen Dinge des Lebens haben und auch einen besonders großen Wert auf Einrichtung legen und uns damit auseinandersetzen, stelle ich sie euch jetzt vor: das Best-of der 3 Days of Design mit allen Neuentdeckungen und Lieblingsdesigns.

Die Neuentdeckung: Atbo

Wir starten und enden diesen Artikel mit Neuentdeckungen. Atbo kannte ich durch Instagram zwar schon, so richtig war mir das dänische Brand aber nie aufgefallen. Durch die 3 Days of Design und die Tour von der Berliner PR-Agentur Impulse (mehr dazu später), war Atbo aber eines der Brands, die mich vollends begeistert haben. Und von denen eine Sache jetzt ganz dick und fett auf meiner Wunschliste steht. Aber kommen wir erstmal zum Brand selbst.

Atbo wurde schon 1967 in Dänemark gegründet, erfährt aber durch neue Inhaber seit 2019 ein Rebranding. Bekannt geworden ist das Unternehmen mit Bücherregalen. Doch seit dem Wechsel der Eigentümer kommen jetzt mehr und mehr tolle Designs hinzu, die in Zusammenarbeit mit ausgewählten Architekt*innen entstehen. Als Erstes entstand der Cocoon Lounge Chair 2020, jetzt zu den Designtagen in Kopenhagen wurde der Cloud Table und die Gubi Kollektion, die auch das neue Sofa namens Sailor beinhaltet, vorgestellt.

Mich hat besonders der Cloud Table von Architekt Per Buchardt beeindruckt, denn er ist auf der einen Seite organisch, auf der anderen Seite durch seine weiße Farbe aber zeitlos und durch seine konischen Beine scheinbar schwerelos. Das Obermaterial ist Fenix, Hochleistungslaminat und damit nicht nur ideal als Esstisch, sondern auch als Arbeitstisch geeignet.

Und genau dafür steht der Tisch auf meiner Wunschliste, denn wir strukturieren ja auch gerade unser Arbeitszimmer um und haben große Pläne!

Der bunte Klassiker: Montana

Von Montanas Neuigkeiten war ich so begeistert, dass ich euch in den letzten News schon einen Teil der Neuheiten vorgestellt habe. Keine Sorge, alles ist und bleibt bunt bei Montana, puh, nochmal aufatmen. Denn dafür lieben wir das dänische Brand schließlich so sehr.

Und die Liebe zur Farbe geht so weit, dass sie jetzt auch einen bunten Stuhl, den Kevi, im Programm haben. Denn im Frühjahr 2021 hat Montana das Möbelunternehmen Engelbrechts aufgekauft und mit ihm eine handverlesene Auswahl an ikonischen Designs. Der Kevi Chair stammt aus dem Jahre 1958 und aus der Feder von Jørgen Rasmussen, den ich vor Ort auch treffen durfte.

Er ist so einfach wie genial und mit seinem monochromen Anstrich wirkt er äußerst modern. Jetzt gibt es ihn in sieben Farben, passend zum Montana-Moodboard.

Aber das waren noch nicht alle News aus dem Hause Montana, denn farbig wird es auch beim Panton Wire von Montana, das ursprünglich von Verner Panton 1971 entworfen wurde. Bisher gab es das ikonische Piece in den Chrom, Schwarz, Weiß und Monarch. Jetzt ist Pine dazugekommen. Ebenso neu: die Tischplatten aus Hausmüll und Strandabfällen von A Circular Design Studio aus Kopenhagen, die das Panton Wire ergänzen.

Wie nach Hause kommen: Brdr. Krüger

Bei Brdr. Krüger war ich dank Impulse schon einmal vor zwei Jahren. Zu diesem Zeitpunkt haben wir die Fertigung besucht, in der nicht nur die Möbel für das eigene Brand gefertigt werden, sondern auch die kleinen Holztiere für Kay Bojesen. Das Interview mit Janus Højgaard über den berühmtesten kleinen Holzaffen der Welt, könnt ihr hier noch einmal lesen.

Doch in den letzten zwei Jahren sollte ich das Brand Brdr. Krüger genauer kennen – und lieben lernen. Es ist schon in der fünften Generation familiengeführt und gerade sind Jonas und seine Schwester die federführende Familienzusammensetzung. Die beiden haben das Familienunternehmen in die Moderne geführt und z.B. die Stühle für das weltberühmte Michelin-Sterne-Restaurant Norma mitentwickelt.

Diesen Stuhl, bei dem jede Kante und jedes Detail pure Perfektion sind, gibt es jetzt auch ganz neu als Lounge Chair. Aber auch die Dining-Chair-Familie ist gewachsen und nun gibt es den F Chair, der mit einem Leinensitz daherkommt und für meine Augen endlich mal wieder eine gelungene, moderne Alternative zum allseits prägnanten Wiener Geflecht darstellt.

Mein Favorit in Sachen News bei Brdr. Krüger sind aber die neuen Coffee Tables namens Jari. Von dieser Serie gibt es schon länger einen wunderschönen Esstisch, aber nun kommen in verschiedenen Formaten auch kleinere Tische, inspiriert von der japanischen Teezeremonie, zum Einsatz. Sie wurden zusammen mit dem OEO Studio entwickelt.

Was hier nicht auf den Bildern zu sehen ist, was ihr euch aber eindeutig anschauen solltet. Der Bølling Beistelltisch, der der Bestseller von Brdr. Krüger ist, hat neue Farben bekommen!

Überzeugt immer: Ferm Living

Über Ferm Living muss ich wahrscheinlich eher weniger erzählen, ist das Brand aus Dänemark doch unlängst zu einem der meistverkauftesten Interior-Labels in Deutschland geworden. In jedem kleinen Concept Store findet man meistens Produkte von Ferm Living, meistens kleine Accessoires.

Was man aber meiner Meinung nach noch zu wenig in deutschen Wohnungen und Häusern sieht, sind die Möbel von Ferm Living. Hier ist die Auswahl deutlich kleiner als bei den Accessoires, aber jedes Design von Gründerin Trine Andersen hat es in sich. In nur wenigen Jahren, nämlich von 2006 bis heute, hat sie, damals mit Tapeten gestartet, mit ihrem einzigartigen Stilempfinden unser Leben schöner gemacht.

Aber nun blicken wir auf die News in Sachen Ferm Living. Da es sehr viele sind, beschränken wir uns mal auf meine Favoriten. Im Store angekommen, hat der Feve Desk, ein wunderschöner, graziler Schreib- bzw. eher Schminktisch, in Walnussholz sofort meinen Blick auf sich gezogen. Ebenso schön, aber weitaus kleiner, ist der neue Mineral Sculptural Table aus Marmor. Die Kanten werden von Hand gemeißelt, was die besondere Optik und Einzigartigkeit jedes Beistelltischs ausmacht.

Auch ein Eyecatcher: die Verso Table Vase aus Steingut, die es in vier verschiedenen Farben gibt, ebenso wie die neuen mundgeblasenen Vasen aus Glas. Und natürlich nicht zu übersehen, ist die Kooperation mit Berit Mogensen Lopez, die Sofas und Wandteppich mit ihrer Formsprache einen frischen Anstrich verpasst hat.

Neben dem Feve Desk mein ganz persönliches Highlight: die neuen massiven Steh/Tischlampen, die man mit unterschiedlichen Sockeln aus Holz und Lampenschirm individualisieren kann.

Willkommen mit: Heymat

Wie beschreibt Heymat sich selbst? Eine Mischung aus Teppich und Fußmatte. Das Unternehmen, das 2016 in Norwegen vom Paar Sonja Djønne und Thoralf Lian gegründet wurde, entstand aus einer alltäglichen Situation: ein Flur lauter Kinderschuhe mit Sand und Matsch. Da die beiden industrielle Fußmatten verliehen, war die Lösung nahe: eine schön designte, aber dennoch funktionale Türmatte musste her.

Mit dem Design von Kristine Five Melvaer namens Sand kann man jetzt dank quadratischen Kacheln auch größere Räume und Outdoorflächen nachhaltig mit Teppich auslegen und so sauber halten. Und dank der unterschiedlichen Designs der Teppichfliesen, kann man damit auch individuelle Muster kreieren.

Und wenn sie dreckig sind, dann gehts einfach ab in die Waschmaschine. Warum kann das Leben nicht immer so einfach sein?

Leben wie im Hotel: Menu

Menus Designsprache ist vielfältig. Das liegt daran, dass das Brand sich immer wieder mit neuen Designer*innen un Architekt*innen zusammentut, um die Welt noch ästhetischer zu gestalten. Den Menu Showroom findet man daher auch in einer ganz besonderen Location in Kopenhagen, nämlich im The Audo. Das ist ein neues Konzept in der dänischen Hauptstadt, das Hotel, Eventlocation, Büros, Concept Store und ein Restaurant vereint.

Neu bei Menu ist zum Beispiel der skulpturale Kerzenständer namens Interconnect von vom Colin King Studio, ebenso wie die Hashira Leuchten, die durch die japanische Kultur inspiriert wurden. Lammfell als Material wird uns wohl noch eine Zeitlang im Interior-Bereich begleiten, gerade zum Herbst und Winter ist das natürliche Material einfach kuschelig warm. Kein Wunder also, dass der Brasilia Lounge Chair, neu von Anderssen & Voll auch in dieser Optik daherkommt.

Mein Highlight bei Menu: Der Eclipse Desk von Fred Rigby Studio, der mit seiner organischen Form und seinem dunklen Holz solch eine Ruhe und erwachsene Arbeitsatmosphäre ausstrahlt, dass ich ihn mir so gut für das neue BEIGE Office vorstellen kann. Extrapunkte gibt es für den cleveren Kabelkanal und versteckten Platz für Krimskrams.

Ganz besonders: Sofacompany

Bei Sofacompany drehte sich alles um das Thema Nachhaltigkeit. Denn für eine Kollektion hat sich das dänische Brand mit der Non-Profit-Organisation Sheworks zusammengetan. So entstand eine Kissenkollektion mit Zero-Waste-Gedanken. Die Kissen werden aus Stoffresten gefertigt, die bei der Produktion übrig bleiben.

Das Ergebnis sind Kissen im Patchwork-Stil, die von geflüchteten und immigrierten Frauen im Sheworks Atelier genäht werden.

Inspiriert von der Familie: by Lassen

Zugegeben, by Lassen habe ich leider viel zu selten auf dem Schirm, nach der Design-Tour durch Kopenhagen soll sich das aber ändern. Denn dort wurde das wunderschöne Sofa Ingeborg vorgestellt.

Die Ingeborg-Kollektion stammt aus der Feder vom Architekten Flemming Lassen, das Design wurde bereits 1940 entwickelt. Benannt ist die Kollektion nach der Mutter, Ingeborg Windig.

Es gibt das Sofa, das auch mit passendem Sessel und Footstool daherkommt, in Schafsfell, Bouclé und Kvadrat-Stoffen.

Die #impulsetour

Entdeckt habe ich die 3 Days of Design nur dank einer der besten PR-Agenturen in Berlin: Impulse by Communication. Seit drei Jahren organisieren sie dort nun schon Pressereisen und bereiten liebevoll und perfekt organisiert eine Route durch die ganze Stadt vor, in denen Journalist*innen und Influencer*innen nicht nur die schönsten Neuheiten der Brands vorgestellt werden, sondern bei denen man auch die Chance hat, die Menschen hinter den Designs kennenzulernen.

Und diesmal durfte mich sogar mein Freund, der Architekt ist und den die Tour noch einmal auf eine ganz andere Weise inspiriert hat, begleiten. Also noch einmal danke an Tanja, Alex, Ute und Björn für die wunderbare Gelegenheit und die Menge an Inspiration, die mich noch die nächsten Monate beschäftigen und am Leben halten wird. Freut euch auf ganz viele tolle Artikel!

Marmor-mania bei New Works

Doch auch abseits der Impulse Tour gab es viel in Kopenhagen zu entdecken, so viel, dass wir leider nicht ansatzweise alle Punkte und Showrooms geschafft haben. Ein Punkt, den wir uns aber nicht haben nehmen lassen, ist die Frederiksgade 1. In diesem wunderschönen, riesigen Haus versammeln sich unfassbar viele tolle Showrooms von Brands, aber dort ist z.B. auch die Base des Ark Journals.

Die neue Kollektion des dänischen Brands New Works, das 2015 von Nikolaj Meier und Knut Bendik Humlevik gegründet wurde, ist riesig und voller Schätze. Mir haben besonders die Marmor-Tische und die Lampen gefallen, die zwar nicht mit bunten Farben brillieren, dafür aber mit jeder Menge Detailverliebtheit und hochwertigen Materialien. Wenn ihr außerdem auf der Suche nach einem neuen Polstermöbel seid, schaut mal hier vorbei!

Bottega-Grün bei &Tradition

Auch bei &Tradition gibt es kleine, aber sehr feine News. Das Bottega-Veneta-Grün ist jetzt auch in der Einrichtung angekommen, also gibt es die ikonische Flowerpot Lampe jetzt auch in knalligem Froschgrün.

Tragbare, kleine Lampen, die Licht dort schaffen, wo manchmal eben auch keine Steckdose verfügbar ist, sind ebenso ein riesiges Thema. Also wurde auch die Como Lampe verkleinert und mit einem USB-Stecker versehen. Es gibt sie in Messing, Schwarz und brüniertem Messing.

Zeit für Pop an der Wand: File under Pop

Bei File under Pop dreht sich alles um Oberflächen, denn dort liegt die Expertise des Brands. Diese gestalten sie nicht nur mit Fliesen, sondern auch mit Farbe, Ton und Tapeten. Das Kopenhagener Unternehmen unter der Führung von Josephine Akvama Hoffmeyer verwandelt somit jeden Raum in eine Kunstausstellung.

Worüber ich mich besonders gefreut habe? Mit Fliesen und 3D-Wandelementen bieten sie endlich eine Alternative zu den klassischen Wandpaneelen, die man gerade überall sieht – und die mich zum Teil leider schon ein bisschen langweilen.

Mit ihrer eigenen Kollektion an Fliesen, die aus 44 Farben und 25 verschiedenen Fliesenmodellen besteht, die in unterschiedlichen Finishings bestellt werden können, hat man wirklich unendlich viele Optionen!

Es werde Licht: Gubi

Ein Design-Artikel aus Kopenhagen ohne Gubi? Richtig, das geht gar nicht. Also werfen wir einen Blick auf das Unternehmen, das mittlerweile eine Design-Geschichte von 100 Jahren vorweisen kann und trotzdem niemals still steht. 1967 wurde das Unternehmen von Jacob Gubi gegründet und erstmal nur mit seinen eigenen Entwürfen und Designs bespielt. Das hat sich geändert, heute arbeitet Gubi mit den namhaftesten Designer*innen auf der ganzen Welt zusammen.

Die News bei Gubi sind vielfältig. Zum einen launcht die Gubi Private Collection von Space Copenhagen, die Stauraum bietet. Hier findet man Sideboards, Vitrinen, einen Schreibtisch, aber auch einen Beistelltisch, die alle mit dem Begriff Privatsphäre spielen. Welche Dinge darf man sehen? Und welche versteckt man lieber vor Besucher*innen?

Bei der Unbound Collection, ebenfalls von Space Copenhagen, geht es hingegen um das Thema Licht. Auch hier wird Japandi aufgegriffen und mixt so klassisches skandinavisches Design mit Einflüssen aus Asien.

Hinzu kommen die Howard-Lampen und die Wandversion der Stemlite-Lampe, die Bill Currys ikonische Kollektion von 1962 vervollständigt.

Die Neuentdeckung Numero 2: Lampen von Vibeke Fonnesberg Schmidt

Und wir beenden den Artikel mit einer kleinen Neuentdeckung, die ich euch allen auf den Weg geben möchte. Vibeke Fonnesberg Schmidt fertigt Lampen an, die Unikate sind. Sie sind aus Plexiglass und Messing und erinnern an die 1960er-Jahre. Eine Mischung aus italienischem Design, Art Nouveau und dem Bauhaus sind ihre Lampen mir so sehr im Gedächtnis geblieben, dass ich sie euch unbedingt zeigen musste.

Was sind also die großen Wohntrends für 2022?

Alles in allem kann man sagen, dass sich nichts großartig in 2022 ändern wird. Die Materialien, nämlich Schaffell, Bouclé und Leinen bleiben weiter Trend und wenn man nicht gerade ein großer Fan von Montana ist, dann wird in den meisten Wohnungen und Häusern auch weiter sehr Beige zugehen. Neu hingegen sind die Formen: Wir verabschieden uns immer mehr von kantigen, eckigen Designs und alles wird organischer. Vielleicht auch ein Hinblick auf die Erkenntnis, dass weiche Formen, Imperfektion und zarte Farben immer Gemütlichkeit und Wohlbehagen erzeugen. Und genau das brauchen wir 2022 auch, nachdem die letzten beiden Jahre wirklich hart waren.

Dieser Artikel ist Werbung, da er Markennennungen enthält.

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