Lisas großer Jahresrückblick 2019

Menschen, Lisa, Sensationen! Der große Jahresrückblick von der anderen Hälfte von Beige!

Ich liebe ja Jahresrückblicke. Denn ein Jahr später die Vorsätze vom vergangenen Jahr zu lesen sind die größte Realitäts-Watsche, die man sich selbst verpassen kann. Habe ich meine großen Vorhaben für das Jahr in die Tat umgesetzt? Die Antwort lautet in 90 Prozent der Fälle: Nö. Habe ich deswegen im Leben versagt? Nein, auf keinen Fall. Denn wenn ich genau nachdenke, fallen mir doch jedes Mal viele Dinge ein, die ich erfolgreich in meinen Alltag und mein Leben implementiert habe. Routinen, die mir guttun und die mir nur auf den ersten Blick durch die Lappen gegangen sind, weil sie nicht ganz oben (oder gar nicht) auf meiner Liste standen.

Diese Watsche gebe ich mir nun seit drei Jahrzehnten und dieses Jahr habe ich zum ersten Mal realisiert: Vorsätze sind scheiße. Weil man sich nur selbst enttäuschen kann. Ich drehe ab sofort den Spieß um und gehe ohne vollmundige Versprechen an mein zukünftiges Ich ins neue Jahr. Da freut man sich doch umso mehr über das Erreichte. Schauen wir also gemeinsam auf mein Jahr 2019 zurück und blinzeln auch ein kleines bisschen gemeinsam in das noch unbeschriebene 2020.

Was war das Beste, was dir 2019 passiert ist?

Ich habe es wirklich geschafft, gelassener und großzügiger mit gegenüber zu werden. Einige wissen vielleicht, dass ich vor allem im Frühjahr mit allem gestruggelt habe. Sei es mein Zeitmanagement, meine Ansprüche an mich selbst, die Ansprüche, von denen ich dachte, dass sie andere an mich hätten ... ich habe mich, auf gut deutsch, bekloppt gemacht und bin aus diesem Hamsterrad lange nicht mehr heraus gekommen. Das Beste, was mir passieren konnte, war, meinen Freund als meinen Freund und Marie als meine Beige-Partnerin zu haben. Alleine hätte ich das nämlich nicht geschafft.

Und was war das Schlimmste?

Der Moment, als ich gemerkt habe, dass ich kurz vor einem Hörsturz bin und mir meine Überforderung und Unzufriedenheit schon aus den Poren herauskommt. Das war sehr unschön.

Wie viel von dem, was du umsetzen wolltest, hast du umgesetzt?

Ich musste ehrlicherweise nochmal nachlesen, welche Vorsätze ich mir für 2019 überhaupt gesetzt habe. Ich bin gar nicht mal so schlecht, Leute! Ich rauche seit meiner Yogalehrer-Ausbildung auf Bali nicht mehr – also schon seit zwei Monaten. Mein Shoppingpensum habe ich radikal nach unten korrigiert und bin immer mehr auf faire oder Secondhand-Kleidung umgeschwungen. Ich bin gelassener geworden und habe wieder mehr für meinen Körper getan, ohne dabei Abstriche in meiner Produktivität machen zu müssen.

Sagen wir also faire drei von zehn Punkten erreicht, OK?

Inwiefern hat dich das Jahr verändert?

Im vergangenen Jahr und vor allem den letzten drei bis vier Monaten bin ich viel konsequenter geworden mit den Dingen, die ich mir vornehme. Zu gerne habe ich gesetzte Ziele nämlich zurechtgestutzt oder eins, zwei, drei ... vier Sonderregeln eingeführt, die eigentlich nur meiner Bequemlichkeit in die Hände spielten. Damit ist größtenteils Schluss, weil am Ende, und das wissen wir alle, macht man Dinge für sich selbst und sich selbst verarschen ist sehr dumm.

Was hast du 2019 gelernt?

Authentizität, Verlässlichkeit, Humor und ein offenes Paar Ohren kann man vielleicht schwer für Instagram fotografieren, aber es sind die coolsten Accessoires, dir wir täglich mit uns herumtragen können! For free!

Welches Meme beschreibt dein Jahr?

Kitschig, aber wahr:

via Instagram.com/thegoodtrade

Deine schönste Reise?

Das waren zwei Reisen. Der Griechenland-Urlaub mit meinem Freund und mein Monat auf Bali. In Griechenland war ich einmal zuvor gewesen und mein zweiter Trip dorthin hat mir gleich doppelt so gut gefallen und so unheimlich gut getan. Wir hatten die beste Zeit in Athen und auf Paros und ich hätte noch vieeel länger bleiben können. Hier findet ihr übrigens meine Guides für Athen und Paros.

Meine Reise nach Bali haben viele von euch sicher hier auf Beige oder via Instagram verfolgt. Es war ein unheimlich wichtiger Reboot, um aus ungesunden Routinen auszubrechen und mir selbst wieder näherzukommen. Natürlich bin ich inzwischen hier und da wieder in alte Muster verfallen, aber ich habe die Pain-Points bereits identifiziert und werde nun daran arbeiten, neue und vor allem gesunde Routinen in mein Alltagsleben einzuflechten.

Tollste Reise #1

Tollste Reise #2

Der beste Tag?

Oh, das ist schwer zu sagen ... irgendwie habe ich aber immer wieder diesen einen Tag auf Paros im Kopf, an dem ich bei gefühlt 45 Grad meinen Freund einen sehr steilen Berg hochgejagt habe. Wir haben einen Hund mit einem Sandwich abgelenkt und uns auf ein Kirchen- oder Klostergelände geschlichen. Von dort aus hatten wir die tollste Aussicht über die Insel. Nach dem Abstieg ging es dann an den Strand und am Abend haben wir unheimlich lecker gekocht. Das war ein spektakulär unspektakulärer Tag und einfach schön.

Deine Top 3 Songs?

Laut Manage My Music (hier findet ihr einen Link zum Feature!) sind meine Top Tracks 2019 „The Rip“ von Portishead, „If I Could Only Be Sure“ von Nolan Porter und „Right Down The Line“ von Gerry Rafferty. Ja, ich höre bevorzugt Musik mit ganz langem Bart.

Welche Songs es ansonsten in meine Best-of 2019 geschafft haben? Bitteschön:

Dein Lieblingsartikel auf Beige?

Ich bin stolz auf unsere vielen Fair-Artikel und möchte hier im neuen Jahr unbedingt noch mehr Content auf die Beine stellen!

Welchen Artikel hast du am liebsten selbst geschrieben?

Mir meine Sorgen, Gedanken und schönen Momente in der Freelancer-Kolumne von der Seele zu schreiben, hat unheimlich gutgetan – auch hier werde ich 2020 wieder ein wenig Updates mit euch teilen. Ich genieße außerdem jedes Mal aufs Neue das Privileg, mit tollen Menschen über ihre Arbeit sprechen zu können und liebe es, Best-ofs für Netflix herauszusuchen. Davon auch mehr in 2020?

Dein Lieblingsmoment mit Beige?

Da halte ich es wie Marie und denke noch immer voller Stolz, Liebe und Pipi in den Augen an unser Bumble-Brunch und unseren ersten Geburtstag mit Viu zurück. Unseren kleinen Trip nach Amsterdam gemeinsam mit Toms habe ich auch sehr geliebt.

Der größte Fehlkauf?

Eine weiße Leinenhose, die ich extra für eine Zeremonie auf Bali gekauft und dann nicht getragen habe, weil ich zwar auf Bali, mein Rucksack aber noch in Amsterdam war. Tja, doof gelaufen.

Welche 3 Teile waren aus deiner Garderobe nicht wegzudenken?

Auf jeden Fall meine Levi's 501 und meine Dr. Martens, die ich beide Secondhand geschossen habe. Sowieso Jeans ... auch meine Closed Pedal Pusher habe ich rauf und runter getragen. Außerdem, das sind dann jetzt vier Teile, mein Yoga-Ensemble von Arket, das ich gefühlt wirklich jeden zweiten Tag 2019 anhatte. 2020 darf es dann aber etwas mehr Farbe auf der Matte sein.

Hast du endlich herausgefunden, was gegen Stil- und Kleiderschrankkrisen hilft?

Jein. Ich habe mich in den vergangenen vier Monaten von vier großen Umzugskisten voller Kleidung getrennt und habe das Gefühl, dass ich endlich wieder atmen kann, wenn ich meinen Schrank öffne. Ich sehe nämlich den Wald vor lauter Bäumen nicht, aka verliere schlicht den Überblick, wenn ich zu viele Klamotten besitze.

Ich habe außerdem herausgefunden, dass ich mich in allen Looks wohlfühle, wenn ich mit mir und meinem Körper zufrieden bin, daher konzentriere ich mich in 2020 vor allem darauf und übe mich in Sachen Kleidung weiterhin in Enthaltsamkeit bzw. Nachhaltigkeit bzw. Secondhandigkeit.

Was möchtest du dir 2020 kaufen?

Eine 100 Prozent perfekt sitzende Jeans. Oh und: Schmuck, Schmuck, Schmuck!

Hast du Jahresvorsätze? Wenn ja, welche?

Nein, ich lasse das jetzt einfach sein. Na gut, zwei Vorsätze habe ich: Immer nett und so oft es geht in Bewegung sein.

Wie willst du mehr Nachhaltigkeit im nächsten Jahr leben?

Insgesamt lebe ich schon ziemlich umweltbewusst, würde ich sagen. Ich besitze kein Auto, dafür aber drei Räder, die ich auch regelmäßig nutze. Ich ernähre mich vegan, kaufe so gut es geht unverpackt und frisch. Meine Flüge in diesem Jahr habe ich kompensiert, um wenigstens etwas zu tun. Es besteht wirklich noch Nachholbedarf, was meinen Kleidungskonsum angeht und hier werde ich weiterhin an mir arbeiten.

Was soll 2020 mit/auf Beige passieren?

Auch hier stimme ich Marie zu und muss sagen, dass ich auf unser organisches und kontinuierliches Wachstum sehr stolz bin. Ich wünsche mir ebenfalls, dass wir noch weitere Outlets für unseren Content realisieren und noch mehr aus der Box heraus denken. Beige soll authentisch und nahbar bleiben, da mache ich mir aber absolut keine Gedanken. Und mein großer Traum wäre ein fester Beige-Space für unser tolles Team!

Welche drei Worte sollen 2020 im Idealfall beschreiben?

Zufrieden, gesund und mutig.

Und was du hier noch sagen wolltest ...

Jaaa, das ist jetzt kitschig, aber auch ich muss hier noch mal ganz öffentlich eine gigantische Lanze für Marie brechen. Das vergangene Jahr war unglaublich und ich hätte niemals gedacht, dass wir in so einer kurzen Zeit so viel erleben. Man lernt sich, wenn man zusammenarbeitet, noch einmal ganz anders kennen und ich werde einen Tag nicht vergessen, an dem ich dich sehr lieb gewonnen habe. Den behalte ich aber für mich.

Ich bin stolz auf deine Verhandlungssicherheit, dein Schmink-Geschick und deine Stilsicherheit und darauf, wie sehr du gewachsen bist in den letzten zwei Jahren und wie sehr ich daran teilhaben und mitwachsen durfte. #micdrop

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